Review: Made in Abyss Vol. 2 [Blu-Ray]

©2017 Akihito Tsukushi, TAKE SHOBO/MADE IN ABYSS PARTNERS. All rights reserved.

Seit dem 7. September 2018 ist auch endlich das zweite Volume von „Made in Abyss“ im deutschen Handel verfügbar. Mit diesem schließt Universum Anime die Veröffentlichung der ersten Staffel der Serie bereits ab. Wie uns die Erkundung der tieferen Schichten des Abyss gefallen hat und wie unser Fazit ausschaut, das erfahrt ihr natürlich in unserer Review!

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Aufbruch

Ozen, die Hüterin des Höhlentaucher-Außenpostens, macht es Reg und Riko nicht leicht: Bevor sie das Duo seine Reise fortsetzen lässt, sollen die beiden in einem speziellen Überlebenstraining auf der zweiten Tiefenschicht beweisen, dass sie das Zeug haben die tieferen Ebenen des Abyss zu durchqueren. Insgesamt zehn Tage sollen Riko und Reg dabei in der Wildnis ausharren. Während dieser Zeit bekommen sie es natürlich auch mit den gefährlichen Kreaturen des Abyss zu tun, gegen die die beiden nur mit jeder Menge Köpfchen bestehen können.

©2017 Akihito Tsukushi, TAKE SHOBO/MADE IN ABYSS PARTNERS. All rights reserved.

Auch wenn das Training hart ist, überstehen die beiden die zehn Tage schlussendlich. Als Gegenleistung verrät ihnen Ozen, dass sich die Zeit in den Tiefen des Abyss anders verhält und es somit tatsächlich eine realistische Chance gibt, dass Rikos Mutter Lyza noch am Leben ist. Gleichzeitig übergibt sie Riko die Waffe ihrer Mutter, den Feuerernter, den sie – wie den Brief und die weiße Pfeife von Lyza – in der vierten Tiefenschicht bergen konnte. Was folgt ist ein Abschied, der vor allem auch für die junge Marulk sehr emotional wird, die die liebgewonnen Freunde in ihrem Alter nur schweren Herzens ziehen lassen kann. Der Abschied bedeutet für Riko und Reg aber vor allem eines: den Aufbruch in ihnen unbekannte Tiefen!

Die dritte Tiefenschicht

Vor unserem Höhlentauchergespann erstreckt sich schnell der Eingang zur „großen Kluft“. Dabei handelt es sich um die Bezeichnung der dritten Tiefenschicht, die ihrem Namen wahrlich alle Ehre macht, denn es handelt sich im Grunde um einen insgesamt 4000 Meter tiefen Abgrund, mit felsigen Steilwänden. Auch diesen auf den ersten Blick schier unüberwindliche Hindernis lässt sich nur mit Verstand bewältigen, verlangt Riko und Reg jedoch dennoch einiges ab.

Es kommt gar so weit, dass Reg seinen Energiestrahl, den Einäscherer, nutzen muss, der eigentlich nur als aller letzter Ausweg dienen sollte, da er den Roboterjungen für gute zwei Stunden völlig außer Gefecht setzt. Da kommt es natürlich nicht gerade gelegen, dass plötzlich der Purpurschlund hinter den beiden her ist, vor dem Reg Riko bereits vor ihrem Aufeinandertreffen in der ersten Tiefenschicht rettete. Nur mit Mühe und Not und der Hilfe des Feuerernters gelingt es das Monster zu bezwingen…

Gefährliches Gift

Tatsächlich gelingt es Riko und Reg anschließend bis in die vierte Tiefenschicht vorzudringen. Dort bekommt Reg jedoch ein seltsames Gefühl, das ihn in Alarmbereitschaft versetzt, nicht abgeschüttelt. Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt jedoch nicht, denn urplötzlich taucht ein Kugelbohrer auf – ein weiterer gefährlicher Bewohner des Abyss. Diese Kreatur verfügt über Stacheln, die teilweise selbst Metall durchdringen können. In einem unachtsamen Moment wird Riko von einer dieser Stacheln an der Hand getroffen. Das Problem: Die Spitzen enthalten ein starkes Gift, das ohne Behandlung zum Tod führen kann.

©2017 Akihito Tsukushi, TAKE SHOBO/MADE IN ABYSS PARTNERS. All rights reserved.

Darum wohl wissen bittet Riko ihren Kameraden darum, ihr den Arm abzutrennen. Dieser steht zwar völlig neben sich, beginnt jedoch damit die Knochen zu zertrümmern um den Schmerz des anschließenden Schnitts zu minimieren. Gerade als Reg bezüglich des Schnitts zur Tat schreiten will hört Riko jedoch auf zu atmen. Der völlig aufgelöste Reg wird in diesem Moment jedoch von einem seltsamen Wesen namens „Nanachi“ angesprochen, das ihm hilft, Rikos Atmung wieder in Gang zu bringen. Gemeinsam mit der verletzten und vergifteten Riko machen sich die beiden zu Nanachis Unterschlupf auf, wo sie Riko retten möchten.

Nanachi

Während der Zeit, die Riko und Reg in Nanachis Unterschlupf in der vierten Tiefenschicht verbringen, ist Riko mehr oder weniger durchgängig bewusstlos. Das bedeutet aber auch, dass sie von der Behandlung durch Nanachi, der dabei von Reg unterstützt wird, um beispielsweise nach den nötigen Pflanzen und Pilzen zu suchen, nichts mitbekommt. Gleichzeitig erfahren wir als Zuschauer in dieser Zeit sehr viel über Nanachi, der nicht nur andere Heilmethoden als die Höhlentaucher verwendet, sondern Reg auch einige Details über den Abyss und dessen „Fluch“ verrät.

©2017 Akihito Tsukushi, TAKE SHOBO/MADE IN ABYSS PARTNERS. All rights reserved.

Zudem lernt der Zuschauer, dass Nanachi ursprünglich ein Kind aus dem hohen Norden war, das seine jetzige „flauschige“ Gestalt durch ein Experiment erhalten hat, das von der Weißpfeife Bondrewd durchgeführt wurde. In seinem Unterschlupf lebt er dabei mit einem seltsamen Wesen namens Mitty, dessen Körper zerfallen wirkt und nur noch ein Auge besitzt. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um die aktuelle Gestalt eines Mädchens, das gemeinsam mit Nanachi an dem Experiment teilnehmen musste und durch den Fluch des Abyss zu seiner jetzigen Gestalt kam.

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Mitty

Nanachi fühlt sich für Mitty verantwortlich und gibt nach einem Kampf mit dem Kugelbohrer, in dem Reg seine Einäscherer nutzt, preis, dass er Mitty unbedingt von ihrem Leid erlösen möchte. Hinzu kommt aber auch, dass Mitty in ihrer Menschenform Nanachi das Versprechen abgerungen hat, sie zu töten, sollte sie ihre Menschlichkeit verlieren. Aus diesem Grund bittet Nanachi Reg darum, Mitty, die unter normalen Umständen nicht mehr sterben kann, mit Hilfe seines Energiestrahls zu töten. Reg nimmt diese Bitte jedoch nur unter einer Bedingung zur Kenntnis: Nanachi muss ihm versprechen, sich nach Mittys Tod und Rikos Heilung nicht selbst das Leben zu nehmen!

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Endlich wacht auch Riko wieder auf, deren Genesung in der Zwischenzeit erstaunlich gut vorangeschritten ist. Um traurige Erfahrungen, Informationen über den Abyss und einen neuen Gefährten reicher, machen sich Riko und Reg gemeinsam mit Nanachi auf den Weg in die ungewissen Tiefen…

Bild und Animationen

An den grundlegenden Daten zum Bild hat sich im zweiten Volume der Serie natürlich nichts geändert. Demnach kommen auch die Episoden 8 bis 13 in einer Auflösung von 1080p bei einem Standard-Seitenverhältnis von 16:9 daher. Ansonsten ist man auch der farbenfrohen Linie treu geblieben, die das Geschehen auf dem Bildschirm geschickt untermalt und wann immer nötig einer düstereren Farbenwelt weicht, die in entsprechenden Szenen zum Einsatz kommt.

Ansonsten ziehen sich auch die kindlich anmutenden Charakterdesigns als Besonderheit der Serie aus den ersten Episoden bis zum Finale durch. Das ist nicht nur konsequent, sondern auch von Vorteil, da sich der Anime so einen ganz besonderen Charme und eine Art Alleinstellungsmerkmal erhält, das man im Grunde aus der Mangavorlage adaptiert hat. In den Episoden 8 bis 13 bekommt diese Darstellungsform der Charaktere dabei noch einmal besonderes Gewicht, da es immer wieder zu größeren Kontrasten mit der doch recht tiefgehenden und teils auch durchaus düsteren Handlung kommt. Doch gerade dieser Kontrast ist es, der der Serie irgendwie gut tut.

Ton und Synchronisation

Auch beim Ton gibt es im Grunde keine nennenswerten Änderungen im Vergleich zum ersten Volume von „Made in Abyss“. Auch die zweite Hälfte der Serie kommt natürlich im DTS HD Master Audio Format daher, das qualitativ auch höchsten Ansprüchen genügen dürfte. Dabei bekommen wir sowohl den deutschen, als auch den japanischen Ton als Stereospur geliefert, was dem Hörgenuss jedoch keinen großen Abbruch tut und wenn überhaupt sowieso erst bei Nutzung qualitativ hochwertiger Surroundsysteme auffällt. Zudem bleibt die Serie ihrer Linie treu und kommt auch weiterhin recht dialoglastig daher, was entsprechenden Mehrkanalsound für die wenigen actionreichen Szenen eigentlich überflüssig macht.

Ähnlich lässt sich auch die deutsche Synchronisation bewerten, die ihr hohes Niveau auch in den finalen Episoden halten kann. Dabei werden die bereits bekannten Sprecher auch gut durch Stimmen der neuen Charaktere ergänzt, von denen vor allem Nanachi eine entsprechend wichtige Rolle einnimmt. Maximiliane Häcke, die dem Charakter in der hiesigen Version ihre Stimme leiht, macht ihre Sache dabei wirklich gut und schafft es, die Gefühle von Nanachi gut herüberzubringen.

Physische Umsetzung

Wie schon beim ersten Volume, wollen wir euch natürlich auch diesmal wieder eine Beschreibung der physischen Umsetzung bieten, die euch als potenziellen Käufern des Produkts eine Entscheidungshilfe sein kann. Auf die Gesamtwertung unserer Kritik hat diese jedoch wie gehabt keinerlei Einfluss. Nachfolgende Beschreibung und Bilder beziehen sich dabei auf die limitierte Collector’s Edition des zweiten Volumes von „Made in Abyss“ in der Blu-Ray-Variante.

Beim zweiten Volume von „Made in Abyss“ hat sich Universum Anime dabei löblicherweise natürlich ganz am Stil der Vorgängerbox orientiert. Neben den gleichen Maßen weißt diese auch ein entsprechend passendes Design auf, sodass beide Volumes nebeneinander im Regal schick ausschauen. Da es sich erneut um eine limitierte Collector’s Edition handelt, hat man natürlich auch wieder umfangreiche Extras beigelegt.

Öffnet man die schicke Klappbox aus Hartkarton, die erneut ohne ein aufgedrucktes FSK-Kennzeichen auskommt, so findet man zunächst vier weitere schicke Postkarten vor. Auch ein Booklet ist wieder mit an Bord. Dieses enthält wieder viele neue Informationen zur Welt von Made in Abyss, aber auch detaillierte Episodenbeschreibungen sowie weitere Interviews, diesmal unter anderem auch mit Mangaka Akihito Tsukushi und den wichtigsten japanischen Synchronsprechern. Davon abgesehen ist auch wieder ein Digipack enthalten, das die eigentliche Disc mit den Episoden 8 bis 13 beinhaltet. Mit Box 2 hat der Käufer dann zudem auch die Karte des Abyss komplettiert, die sich zeigt, sobald man beide Boxen in aufgeklapptem Zustand zusammenlegt.

Auch viele weitere digitale Extras sind beim zweiten Volume der Serie mit an Bord. Dazu zählen der zweite Teil des „The Making of Made in Abyss“, Music in Abyss sowie Textless Opening und Ending.

Fazit

Bereits das erste Volume der Serie konnte uns durch den Start der absolut fesselnden Geschichte und die toll herausgearbeiteten Charaktere überzeugen. Wer hätte gedacht, dass es der zweiten Hälfte von „Made in Abyss“ gelingt, noch einmal eine Schippe draufzulegen?! Tatsächlich schafft es der Anime in den finalen Episoden der ersten Staffel über weite Teile hinweg mehr oder minder ohne seine Protagonisten Riko auszukommen, an ein und dem selben Ort zu spielen und dennoch hochgradig interessant zu bleiben.

Allein das ist schon bemerkenswert und vor allem auf den Umstand zurückzuführen, dass diese Zeit genutzt wird, um den neuen wichtigen Charakter Nanachi vorzustellen. Dabei gehen die Produzenten äußerst gründlich vor und lassen keine Hektik aufkommen, was im Endeffekt dazu führt, dass man als Zuschauer so stark mit Nanachi und Mitty mitfühlen kann, dass man gegen Ende der ersten Staffel in einer entsprechenden Szene unweigerlich Tränen vergießt. Dass dem Anime dieses Kunststück gelingen würde, war zu Beginn der Serie noch nicht abzusehen, es zeigt allerdings, dass die Macher sich bei der Adaption des zugrunde liegenden Mangas die nötige Zeit genommen haben, um den Charakteren eine tiefgehende Persönlichkeit zu verleihen. Hut ab!

Solltet ihr bisher noch nicht in die Serie reingeschaut haben, dann überlegt euch dem Anime eine verdiente Chance zu geben. Auch wenn „Made in Abyss“ nicht unbedingt vor Actionszenen überquillt, so kann der Anime mit anderen Stärken punkten und wird gepaart mit der richtig guten deutschen Synchronisation und der schicken Aufmachung der Collector’s Editions auf alle Fälle zu einem echten Kauftipp.

Review: Made in Abyss Vol. 2 [Blu-Ray]
8.7 Team
Handlung9
Charakterentwicklung8.5
Animation8
Synchronisation9
Unterhaltung9
ALLGEMEINE DATEN
Made in Abyss Vol. 2 @ Universum Anime ©Akihito Tsukushi, TAKE SHOBO/MADE IN ABYSS PARTNERS

Veröffentlichung: 07. September 2018

Publisher: Universum Anime

Genre: Fantasy, Adventure

Laufzeit: ca. 165 Minuten

FSK: 12

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

Das unterirdische Höhlensystem namens Abyss ist der letzte weitgehend unerforschte Ort auf dieser Welt. Niemand weiß wie tief der gigantische Abgrund reicht, der von wundersamen Kreaturen bewohnt wird und wo sich unzählbare mysteriöse Relikte befinden. In der Stadt Orth am Rande des Abgrunds, lebt das kleine Waisenmädchen Riko. Sie träumt seit jeher davon in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten und als Cave Raiderin die Geheimnisse des Höhlensystems zu erforschen. Eines Tages trifft sie bei einer Expedition im obersten Level des Abyss auf einen kleinen Jungen mit mechanischen Armen, der ihr aus der Klemme hilft und sich als Roboter herausstellt. Zusammen begeben sie sich fortan auf eine abenteuerliche Reise, um den sagenumwobenen Mysterien auf den Grund zu gehen …


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