Review: Miss Kobayashi’s Dragon Maid Vol. 1+2 [Blu-ray]

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©coolkyousinnjya, Futabasha / Dragon Maid Commitee

Was würdest du tun, wenn plötzlich ein Drache vor deiner Haustür steht und dich bittet, bei dir wohnen zu dürfen? Klingt aus der Luft gegriffen, ist jedoch das Konzept hinter dem sehr beliebten Anime „Miss Kobayashi’s Dragon Maid“ von Kyoto Animation aus dem Jahre 2017, welcher auf dem gleichnamigen Manga von 2013 basiert. Ursprünglich lief der Anime bei Crunchyroll im Simulcast. Nun erscheint die Serie jedoch auch bei KAZÉ auf DVD und Blu-Ray. Wie es ist, eine Dragon Maid zu haben, erfahrt ihr in unserer neuesten Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

©coolkyousinnjya, Futabasha / Dragon Maid Commitee

Wenn der Kater zum Drachen wird

Kobayashi ist eine normale Frau, in einem normalen Job und einer normalen Wohnung. Nach einer durchzechten Nacht wacht sie mit einem heftigen Kater auf und bereitet sich auf die Arbeit vor. Als sie jedoch die Tür öffnet, erwartet sie eine Überraschung: ein Drache starrt ihr direkt ins Gesicht. Als Kobayashi die Situation realisiert, verwandelt der Drache sich vor ihren Augen in eine Maid, die sich als Tohru vorstellt. Diese erklärt Kobayashi, dass die beiden sich in der Nacht zuvor im Wald getroffen haben, und dass Kobayashi ihr Leben gerettet hat. Auch hat Kobayashi ihr angeboten bei ihr zu wohnen. Nachdem Kobayashi zuerst ablehnt, entscheidet sie sich schlussendlich dazu, Tohru bei sich leben zu lassen und ihr die Liebe zu gestehen.

Als Tohru eines Tages einkaufen geht und Kobayashi zu Hause bleibt, klopft auf einmal ein kleines Mädchen an ihrer Haustür und unterstellt Kobayashi die von ihr so genannte „Lady Tohru“ verführt zu haben. Auch fordert sie sie auf, sie wieder herzugeben oder notfalls zu sterben. In diesem Moment kommt Tohru nach Hause und stellt Kanna vor, ein Drachen-Kind, welches nicht mehr in die Welt der Drachen zurückfindet. Darum bietet Kobayashi ihr an, ebenfalls bei ihnen zu wohnen.

Drachen, Drachen überall

Als Kobayashi merkt, dass ihre alte Wohnung zu klein ist, schlägt sie vor umzuziehen. Nach einer relativ kurzen Suche finden die drei die perfekte Wohnung. Zur Einweihung lädt Tohru einige ihrer Drachenfreunde ein: zum einen den etwas stoischen Fafnir, und zum anderen die gut bestückte Quetzalcoatl, die sich selbst als Lucoa vorstellt. Natürlich sorgen die neuen Drachen für noch mehr Chaos.

Eines Tages beobachtet Kanna Schulkinder auf einem Ausflug und wünscht sich auch zur Schule gehen zu dürfen. Also meldet Kobayashi sie in einer lokalen Grundschule an und gemeinsam gehen sie Schulsachen für Kanna kaufen. Nach einigen Erledigungen wünscht sich Kanna einen Anhänger für ihren neuen Tornister. Als Kobayashi jedoch sagt, dass der Rucksack sehr teuer ist, bringt sie den Anhänger zurück.

In der Schule ist Kanna sehr beliebt. Sie ist gut in Sport, Mathe und allen anderen Fächern. Jeder ihrer Klassenkameraden möchte sich mit ihr anfreunden. Als Riko Saikawa sie zu einem Duell herausfordern möchte, fängt Kanna urplötzlich an zu weinen, da sie mit der Situation überfordert ist. Da Saikawa jedoch eigentlich nur Freundschaft mit Kanna schließen wollte, bietet sie ihr ein Bonbon an. Dadurch werden die beiden unzertrennliche Freundinnen.

Wo die wilden Drachen wohnen

Lucoa und Fafnir entscheiden sich ebenfalls, wie Tohru und Kanna, in der Menschenwelt zu bleiben. Da Kobayashi jedoch nicht mehr genug Platz bei sich zu Hause hat, müssen die beiden sich eigene Unterkünfte suchen. Fafnir kommt bei Kobayashis Arbeitskollegen und heimlichen Otaku, Makoto Takiya, unter. Die beiden verstehen sich sehr gut, da Fafnir, ebenso wie Takiya, auf Videospiele und Anime abfährt. Lucoa kommt bei dem jungen Magier Shouta Magatsuchi unter, welcher sie für einen Dämon hält. Um, nachdem herauskommt, dass sie nur ein Drache ist, weiterhin bei ihm zu bleiben, flirtet sie konstant mit dem jungen Magier.

Tohru, Kobayashi und Kanna sitzen eines Abends gemeinsam beim Essen. Plötzlich, aus dem Nichts, explodiert etwas in ihr Wohnzimmer hinein. Oder besser gesagt, jemand explodiert in ihr Wohnzimmer, denn plötzlich taucht der Drache Elma, der der entgegengesetzten Fraktion Drache wie Tohru angehört, auf. Sie ist in die Welt der Menschen gekommen, um Tohru wieder mitzunehmen und sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Da das Tohru jedoch nicht mit sich machen lässt, beginnt auch Elma in der Menschenwelt zu leben und arbeitet sogar im selben Unternehmen wie Kobayashi.

Wie man vielleicht an der fast schon zufällig wirkenden Art der Geschichten merkt, wird „Miss Kobayashi’s Dragon Maid“ in kleinen Anekdoten erzählt, anstatt in einem großen Erzählstrang. Besonders für einen Comedy-Anime, wie es dieser nun einmal ist, bietet sich diese Erzählstruktur wunderbar an, da der kleine umfassende Story-Strang wirklich keines Fokus bedarf. Hier hat Kyoto Animation großartige Arbeit geleistet

©coolkyousinnjya, Futabasha / Dragon Maid Commitee

Bild und Animation

Volume 1 und 2 von „Miss Kobayashi’s Dragon Maid” wurden in 1080p und 16:9 gemastert. Das sorgt für ein klares Bild und auch auf großen Fernsehern mit hoher Auflösung sieht der Anime immer noch fantastisch aus. Die Farben des Anime sind sehr pastellig, was den handgemalten Art Style wunderbar unterstützt. Auch die Charakter-Designs sind sehr gelungen. Jeder Charakter hat ein sehr distinktives und knallbuntes Design, was auch für Charaktere sorgt, die einem in Erinnerung bleiben.

Was die Animationen angeht ist der Anime durchwachsen. Jedoch nicht im negativen Sinne. Die Animation in normalen Szenen ist okay bis gut. Jedoch in besonderen Kampfszenen steigt die Animationsqualität ins Unermessliche. Hier möchten wir besonders die Kampfszene zwischen Kanna und Tohru anmerken, welche ausgesprochen gut aussieht. Die Animation ist situationsabhängig auch sehr anders. In herzerwärmenden und schönen Szenen ist sie langsam. In lustigen Comedy-Szenen ist sie schnell und fast schon hektisch. Das fanden wir persönlich besonders positiv, da so die Animation nie unangemessen erscheint.

Ton und Synchronisation

Erst einmal die technischen Daten: Der Anime ist mit japanischem und deutschem Ton verfügbar, letzteres natürlich mit deutschen Untertiteln, und beides in Dolby Digital 2.0. Insgesamt ist der Ton sehr klar und man kann deutlich das Gesprochene von Hintergrundgeräuschen und der Musik unterscheiden. Das sorgt für ein sehr angenehmes Hörerlebnis, welches nicht durch zu laute oder leise Segmente gestört wird. Der Soundtrack ist simpel aber nichts Besonderes. Das ist passend für einen Comedy-Anime, aber bis auf das Opening und Ending, welche beide absolute Ohrwürmer sind, nicht wirklich erwähnenswert.

Zur deutschen Synchronisation muss man erst einmal anmerken: Alle Sprecher sind wunderbar gewählt und geben ihr absolut Bestes in ihrer jeweiligen Rolle. Dabei stechen für uns, wie es so oft der Fall ist, natürlich einige Sprecher heraus. Zum einen fanden wir, dass Julia Bautz als Riko Saikawa und Laura Maire als Kanna Kamui auftrumpfen konnten. Besonders ihre Chemie in Szenen, in denen die beiden miteinander spielen oder generell auch einfach reden, zeigt sich das Talent der beiden großartigen Synchronsprecherinnen. Zum anderen möchten wir Shandra Schadt als Kobayashi und Winnie Brandes als Tohru loben – aus ähnlichen Gründen. Besonders die allseits gestresste und doch liebenswerte Kobayashi ist nicht einfach zu treffen, weshalb wir besonders von Schadts Leistung beeindruckt waren.

Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu, euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Fassung der Volumes 1 und 2 von „Miss Kobayashi’s Dragon Maid“.

Die beiden Volumes kommen jeweils in einem Digipack mit eigenen Pappschubern daher. Die FSK-Logos auf den Schubern sind nur auf der Plastikfolie aufgeklebt. Jedoch sind sie leider auf den Digipacks selbst aufgedruckt. Der beiliegende Sammelschuber zeigt auf einer Seite Tohru, Lucoa, Kanna und Elma, auf dem Rücken Tohru und hinten Tohru mit ihrer Drachenform im Hintergrund. Volume 1 hat Tohru als Motiv, während Volume 2 Kanna, Elma, Tohru, Lucoa und Shouta in Kostümen, welche sie in einer Folge tragen, zeigt. Die Rückseite beider Volumes zeigt Tohrus Hörner und ihre Maid-Haube. Was wir noch positiv anmerken wollten ist, dass KAZÉ offenbar aus dem Fehler mit dem Kleber auf dem Schuber bei „The Ancient Magus Bride“ gelernt hat, da das Inlay nicht angeklebt war und somit das Risiko, den Schuber zu beschädigen, nicht bestand.

Fazit

„Miss Kobayashi’s Dragon Maid“ ist ein Anime der definitiv den Stempel von Kyoto Animations typischem Stil trägt, und dennoch irgendwie untypisch für das Studio wirkt. Typisch ist der grandiose Art Style und die im Schnitt sehr gute Animation, für die Kyoto Animation bekannt ist, sowie die überragend gute generelle Qualität. Untypisch ist jedoch die Art Anime die „Miss Kobayashi’s Dragon Maid“ ist: Ein typischer Comedy-Anime, entstanden aus einem Yonkoma Manga. Der Anime ist bei Zeiten so lustig, dass man fast vom Stuhl fällt, und teilweise so zuckersüß, dass man es beinahe auf der Zunge spüren kann – insbesondere wenn Kanna involviert ist.

Auch die deutsche Home Video-Umsetzung ist fantastisch gelungen. Gute Bildqualität, gute Tonqualität und vor allem eine fantastische Synchronsprecherwahl. Insgesamt ist „Miss Kobayashi’s Dragon Maid“ ein super Comedy-Paket für Jung und Alt, welches den hohen Erwartungen an Kyoto Animation in jedem Fall gerecht wird. Wenn ihr auf viele Lacher und herzerwärmende Momente steht, dann solltet ihr hier definitiv zugreifen.

Review: Miss Kobayashi’s Dragon Maid Vol. 1+2 [Blu-ray]
8.7 / 10 Team
Handlung7.5
Charakterentwicklung8.5
Animation8.5
Synchronisation9.5
Unterhaltung9.5

Veröffentlichung: 5. März 2020, 7. Mai 2020

Publisher: KAZÉ

Genre: Comedy, Romance, Yuri

Laufzeit: je 125 Minuten

FSK: 12

Bild: 1080p

Ton/Sprache: Dolby Digital 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung

Volume 1: Bei einer feierabendlichen Trinktour wandert die einfache Büroangestellte Kobayashi auf dem Heimweg ausgelassen durch die Berge und trifft dort auf einen Drachen. Völlig unbeeindruckt von der unwirklichen Situation befreit sie den Drachen von einem verfluchten Schwert, das in dessen Rücken steckt und lädt ihn auf ein Bier zu sich nach Hause ein. Als sie am nächsten Morgen verkatert und mit Filmriss aufwacht, steht die Drachin Tohru plötzlich vor ihrer Tür – und will zur Wiedergutmachung als Maid für sie arbeiten! Kobayashi lehnt zunächst ab, doch die Nützlichkeit von Tohrus Drachenfähigkeiten gemischt mit Schuldgefühlen lassen sie letztlich doch zustimmen und die beiden wohnen fortan zusammen. Dass dies allerhand andere Drachen, Sagenwesen und sogar Götter auf den Plan rufen wird, ahnt Kobayashi dabei jedoch noch nicht …

Volume 2: Tohrus Umzug in die Menschenwelt hat sich in ihrer Dimension schnell herumgesprochen. Nach und nach kommen alte Bekannte, um mit eigenen Augen zu sehen, wie sich die Drachin als Maid schlägt. Während Kanna zunächst eher kritisch und Fafnir gar feindselig den Menschen gegenüber eingestellt ist, finden beide nach kurzer Zeit Gefallen an der modernen Welt: Die kleine Kanna beschließt zur Grundschule zu gehen und Fafnir wird unter Makotos Einfluss sogar zu einem waschechten Gamer und Otaku. Tohru selbst hat sich zwar erstaunlich schnell eingelebt, doch es gibt immer mal wieder Momente, in denen sie das Heimweh packt oder sie von ihren Mitmenschen derart frustriert ist, dass sie das gesamte „minderwertige Menschengewürm“ am liebsten direkt auslöschen würde …


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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