Steffens Top 5 Anime der 2010er Jahre

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Seit kurzem schreiben wir das Jahr 2020, was zugleich bedeutet, dass nun die Jahre vorbei sind, die zukünftig wohl als die 2010er oder 10er Jahre betitelt werden. Es bietet sich also an, diese Zeit auch in Sachen Anime Revue passieren zu lassen, zumal die vergangenen zehn Jahre wirklich sehr viele hervorragende Serien und Filme in diesem Bereich hervorgebracht haben. Auch für mich persönlich war diese Zeit – auch rund um Anime – bedeutsam, denn obwohl ich auch zuvor immer wieder einmal die ein oder andere Anime-Serie gesehen habe – von meiner Kindheit in den 90ern ganz zu schweigen – habe ich erst mit meinem Start hier bei Animenachrichten.de im Jahr 2016 begonnen, die jeweils aktuellen Seasons zu verfolgen und wirklich exzessiv Serien und Filme aus dem Anime-Bereich zu konsumieren.

Nun möchten wir euch die Top 5 Serien und Filme unserer Animenachrichten-Redakteure vorstellen und die vielen tollen Anime der letzten Jahre auf nur fünf Serien und fünf Filme einzuschränken ist eine Aufgabe, die mir persönlich weiß Gott nicht gerade leichtgefallen ist. Je mehr Animes man gesehen hat, desto schwieriger wird es nämlich auch, sich auf nur fünf Favoriten festzulegen. Dennoch habe ich schlussendlich natürlich eine Entscheidung gefällt und meine Highlights der 2010er Jahre stelle ich euch nachfolgend vor.

Serien:

Platz 5: My Hero Academia

© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Auf den fünften Platz meiner Highlights hat es die Anime-Adaption von Kohei Horikoshis Manga „My Hero Academia“ geschafft. Dabei hat der Anime etwas geschafft, was ich zuvor nicht für möglich gehalten hätte, nämlich, dass ich mich für eine Geschichte rund um Superhelden wirklich begeistern kann. Ich denke, wenn das jemand wie ich sagt, der bei jedem neuen Marvel-Film in den Kinos nur müde mit den Schultern zuckt, dann heißt das schon etwas. Tatsächlich ist es so, dass ich mich für Filme und Serien rund um Superhelden noch nie wirklich begeistern konnte. Für mich war das alles immer irgendwie Einheitsbrei, der allein durch das Marvel- oder DC-Logo Milliarden in den Kinos erwirtschaftet hat. Dennoch habe ich mich auf „My Hero Academia“ eingelassen – und habe das bisher nicht bereut. Ich könnte nicht einmal klar in Worte fassen, was die Serie besser macht, als die anderen Superhelden-Storys. Vielleicht ist es der hohe Anteil an Humor, was mir persönlich sowieso immer schon sehr zusagt. Im Prinzip ist es aber auch egal. Fakt ist: Für mich landet die Story rund um Izuku, All Might und Co auf einem verdienten Platz in meiner Top 5 der letzten zehn Jahre.

Platz 4: Dr. Stone

©米スタジオ・Boichi/集英社・Dr.STONE製作委員会

Mit „Dr. Stone“ schafft es ein Anime in meine Topliste, der gerade noch so in die Zeitspanne bis 2019 hineingerutscht ist. Bei meiner Entscheidung, warum es die Serie in meine Top 5 geschafft hat, habe ich mich an einer einfachen Frage orientiert: Was macht einen Anime für mich eigentlich zu einem Highlight? Dabei lautet die einfache Antwort: Wenn ich mich schon am Ende der aktuellsten Folge unfassbar auf die nächste Episode freue, die dann eine Woche später herauskommt. Genau das war bei „Dr. Stone“ immer der Fall. Abgesehen davon, dass mich der Anime wirklich positiv überrascht hat (ich kannte die Story des Mangas vorher nicht), bringt mich die Serie zum Lachen, ist spannend und immer wieder auch lehrreich. Schon dadurch hat sich die Story einen Platz unter meinen Favoriten verdient. Und das beste: Eine weitere Staffel der Anime-Adaption wurde bereits angekündigt.

Platz 3: Danmachi – Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon?

© Fujino Omori-SB Creative Corp./Danmachi Project

Mit „DanMachi – Is it Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon?“ hat es ein Anime in meine Liste geschafft, bei dem sich sicherlich viele denken: Ok, die Serie war in Ordnung, aber was zum Henker macht dieser Anime in einer Top 5 der vergangenen zehn Jahre? Aber das ist auch das Schöne an persönlichen Toplisten, denn ich habe natürlich einen Grund dafür, dass die Serie auf meinem dritten Platz gelandet ist. Zunächst einmal finde ich es bei einem Anime sehr erstrebenswert, wenn er mich dazu einlädt, dass ich ihn mir in unregelmäßigen Abständen immer wieder ansehen möchte. Genau das trifft für mich bei „DanMachi“ zu, denn die Serie unterhält mich mit ihrer Mischung aus Komik und Abenteuer und der ganz hervorragend gelungenen Hintergrundvertonung so gut, dass ich sie mir immer wieder gerne zu Gemüte führe. Hinzu kommt, dass „DanMachi“ der erste Anime war, der mich wirklich so stark dazu gebracht hat, dass ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht, dass ich mir das Originalwerk (in diesem Fall die Light Novel in englischer Sprache) besorgt habe, um die Geschichte weiter zu verfolgen. Das hat mich gleichzeitig dann dazu gebracht, überhaupt mit dem Lesen von Light Novels anzufangen, was ich heute regelmäßig tue und dafür bin ich der Serie sehr dankbar, sonst wäre mir die ein oder andere Perle entgangen.

Aus diesem Grund freue ich mich auch schon wie ein Schneekönig, dass die Geschichte rund um Bell und die Hestia-Familia in Zukunft auch mit einer dritten Staffel in animierter Form weitergeht. Auch, wenn die zweite Staffel meiner Meinung nach vom Pacing her nicht mehr so gut gelungen war, wie noch die erste, so macht man es bei der kommenden dritten Staffel ja vielleicht wieder besser. Davon unabhängig: Für mich belegt „DanMachi“ verdient meinen dritten Platz in dieser Top 5.

Platz 2: Demon Slayer – Kimetsu no Yaiba

©Koyoharu Gotoge / SHUEISHA, Aniplex, ufotable

Den zweiten Platz in meiner persönlichen Favoriten-Liste belegt wieder ein noch sehr frischer Anime. Dabei handelt es sich nämlich um „Demon Slayer – Kimetsu no Yaiba“. Zunächst einmal finde ich es beachtlich, dass mich die reine Animationsqualität der Trailer dazu gebracht überhaupt in diese Serie hineinzuschauen, obwohl ich die Geschichte nicht kannte, bevor der Anime startete. Und das schöne ist: Ich wurde nicht enttäuscht! Sicherlich, „Demon Slayer“ ist weiß Gott nicht ohne Fehler. Der Anime hat hin und wieder schon seine Längen und die Charaktere Zenitsu und Inosuke können einem als Zuschauer mit ihrer oft nervigen Art schon einmal gehörig auf den Geist gehen. Doch Demon Slayer bietet eine grundlegend äußerst interessante Story rund um den jungen Tanjiro, der sich auf die Suche nach einer Möglichkeit begibt, seine in einen Dämon verwandelte Schwester Nezuko in einen Menschen zurück zu verwandeln, wobei er zunächst nebenbei zu einem Mitglied der Demon Slayer Truppe wird. Hinzu kommt aber vor allem die für eine Anime-Serie fast schon unwirklich gut gelungene Animation. Auch hier muss man relativierend festhalten, dass sich ufotable einiger kleiner Tricks bedient hat, um bei den Zuschauern diesen Wow-Effekt zu erzeugen. Denn sobald die Serie ein wenig das Pacing drosselt und ruhigere Episoden anstehen nutzt man beispielsweise häufig etwas statischere Szenen oder Chibi-Charaktere, was die Ansprüche an die Animation mindert und folglich auch die Zeit, die für diese Szenen benötigt wird. Die damit gewonnene zusätzliche Zeit fließt dafür offenbar zu 100% in die wichtigsten Kampf- und Actionszenen der Serie, die einen hin und wieder mit offenem Mund zurückgelassen haben.

Doch wer bin ich, als dass ich ein Studio für diese Taktik kritisieren würde? Fakt ist: „Demon Slayer“ sieht wenn es drauf ankommt hervorragend aus und vielleicht noch viel wichtiger – die Serie hat mich prächtig unterhalten. Damit hat sich der Anime einen Platz in meiner Topliste auch redlich verdient.

Platz 1: Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll

©Naoshi Arakawa,Kodansha/Your lie in April Committee

Mit Platz 1 habe ich mich natürlich besonders schwer getan, doch ich habe mich für die Serie „Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll“ von 2014/2015 entschieden. Doch warum gerade dieser Anime? Nun, ich denke, das hat damit zu tun, dass die Serie mich einfach so sehr überrascht hat, denn sie hat mir eine neue Seite an mir selbst aufgezeigt. Nie hätte ich zuvor erwartet, dass mich ein Anime über einen jungen Pianisten und eine Violinistin so sehr fesseln und in seinen Bann ziehen könnte. Hinzu kommt, dass es sich bei der Serie ja auch um ein Drama handelt, obwohl das Ende natürlich eine seltsame Mischung von Traurigkeit und positiven Emotionen hervorruft. Ich muss zugeben, mit Dramen konnte ich vorher so überhaupt nichts anfangen und „Shigatsu wa Kimi no Uso“ hat mich dann eines Besseren belehrt und mir damit eine ganz neue Welt eröffnet, was weitere tolle Serien, wie beispielsweise „Plastic Memories“, in meinen Fokus gerückt hat. Hinzu kommt übrigens die tolle Vertonung der Serie und die wunderbare Animation aus dem Hause A-1 Pictures. Zu guter Letzt habe ich schöne Erinnerungen daran, wie ich diesen Anime entdeckt habe, denn in seinem ursprünglichen Erscheinungsjahr ist er zunächst an mir vorbeigegangen. Doch auf der AnimagiC 2017 habe ich dann die erste Folge gesehen, als ich in einem Saal auf ein nachfolgendes Event gewartet habe. Kurz nach der Veranstaltung habe ich mir dann alle vier Volumes des Animes zugelegt und ich wurde nicht enttäuscht.

Wer bei „Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll“ keine einzige Träne vergießt kann eigentlich nur ein gefühlskaltes Monster sein und so finde ich, dass es diese Serie zurecht in meine Top 5 der vergangenen zehn Jahre geschafft hat.


Filme:

Platz 5: Fate/stay night Heaven’s Feel II – lost butterfly

©TYPE-MOON・ufotable・FSNPC

Auf Platz 5 meiner Liste der Film-Highlights hat es „Fate/stay night Heaven’s Feel II. – lost butterfly“ geschafft, der dabei stellvertretend für die ersten beiden Filme der Trilogie hier steht. Ich habe explizit den zweiten Film genannt, da dieser mich vielleicht noch ein klein wenig mehr überzeugt hat, als der erste Teil. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Geschichte keiner Einleitung mehr bedurfte und hier schon voll im Gange war, aber auch an den noch pompöser animierten Actionszenen, die wirklich hervorstechen und bei denen ufotable als Studio sein gesamtes Können zeigt – ein echter Augenschmaus! Auch die Vertonung ist hervorragend. Und wen das alles noch nicht überzeugt: Die Geschichte der Filme ist auch sehr interessant, bedarf aber bestenfalls ein wenig Vorbereitung, wenn man mit dem „Fate-Franchise“ zuvor noch nichts zu tun hatte. So ging es mir bevor ich die Filme geschaut habe auch, weshalb ich mir zunächst die Anime-Serie „Fate Zero“ zu Gemüte geführt habe, was ich absolut empfehlen kann, um mit der grundlegenden Story des Franchises etwas vertrauter sein.

Platz 4: I want to eat your pancreas

© Yoru Sumino/Futabasha Publishers Ltd. 2015  © Your Pancreas Anime Film Partners

„I want to eat your pancreas“ war für mich eine echte Black Box bevor ich den Streifen beim AKIBA PASS Festival das erste Mal gesehen habe. Ich wusste vorher natürlich, dass die Story wohl eher traurig sein würde. Aber als der Film dann startete, hatte man schnell das Gefühl, dass er vielleicht sehr vorhersehbar sein könnte. Das stimmt jedoch nicht wirklich, denn obwohl die Grundstory von Anfang an klar ist, besitzt „I want to eat your pancreas“ doch einige Wendungen und vor allem eine, die es in sich hat und einen als Zuschauer dann doch sehr emotional berührt. Ansonsten gilt: Der Film ist eine tolle und emotionale Geschichte über die totkranke Sakura, die ihre letzte Zeit vor ihrem Tod mit Shiga, den sie gerade erst kennengelernt hat und der charakterlich das genaue Gegenstück der aufgeschlossenen und lebensfrohen Sakura zu sein scheint, verbringt. Wer den Streifen noch nicht gesehen hat, der sollte das auf jeden Fall bei Gelegenheit nachholen.

Platz 3: No Game No Life – Zero

© Yuu Kamiya, PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION/NO GAME NO LIFE ZERO PARTNERS

„No Game No Life Zero“ hat mich im Kino sehr positiv überrascht. Wusste ich vorher noch nicht so genau, was ich davon halten sollte, dass sich der Streifen mit zwei neuen Protagonisten und einer Zeit weit vor den Geschehnissen der TV-Serie beschäftigt, gelang es dem Film mich doch vollends davon zu überzeugen, dass das eine gute Idee war. Dabei bietet der Streifen Emotionen, die ich in diesem Umfang bei „No Game No Life“ nicht erwartet hätte. Zudem ist mir direkt aufgefallen, dass man CG-Animationen, vernünftig in die traditionell animierten Parts des Films integriert hat, was (leider) immer noch nicht selbstverständlich ist. Das fand ich äußerst positiv.

Platz 2: A Silent Voice

© Yoshitoki Oima, KODANSHA/A SILENT VOICE The Movie Production Committee. All Rights Reserved.

Platz 2 meiner Liste ist „A Silent Voice“, ein Film, der sich auch mit den Themen „Gehörlosigkeit“ und „Mobbing“ auseinandersetzt. Dabei werden diese ernsten Themen in eine sehr schöne und teils auch sehr emotionale Story gepackt, in der ein Junge, der seine gehörlose Klassenkameradin in der Grundschule hänselte, sein Fehlverhalten einsieht und sich seiner ehemaligen Mitschülerin nun wieder annähert – jedoch nicht ohne jede Menge Probleme. Schön animiert und mit einer gelungenen Synchronisation gesegnet, möchte ich diesen Film jedem ans Herz legen, der ihn bisher noch nicht gesehen hat.

Platz 1: Your Name. – Gestern, heute und für immer.

© 2016 TOHO CO., LTD./CoMix Wave Films Inc./KADOKAWA CORPORATION/East Japan Marketing & Communications,Inc./AMUSE INC./voque ting co.,ltd./Lawson HMV Entertainment, Inc.

Meinen Platz 1 unter den Filmen belegt „Your Name.“ von Makoto Shinkai. Kein anderer Anime-Film hat mich in den letzten zehn Jahren gleich zweimal ins Kino gezogen. Die Story rund um Taki und Mitsuha ist wunderschön animiert und die deutsche Synchronisation ist ganz hervorragend umgesetzt worden. Die Geschichte ist aber auch sehr emotional und herzerwärmend und obwohl sie an einigen Stellen vorhersehbar erscheint und ein paar Längen bietet, ist der Film einfach unheimlich schön. Vielleicht hätte es neben „Your Name.“ ja auch „Weathering with You“ in meine Liste geschafft, doch den durfte ich bis dato noch nicht sehen, daher kann ich dazu keine Aussage treffen.

Titelbild Copyrights:

  • The Promised Neverland © KAIU SHIRAI,POSUKA DEMIZU/SHUEISHA,THE PROMISED NEVERLAND COMMITTEE
  • Fate/stay night Heaven’s Feel ©TYPE-MOON・ufotable・FSNPC
  • Your Name. © 2016 TOHO CO., LTD./CoMix Wave Films Inc./KADOKAWA CORPORATION/East Japan Marketing & Communications,Inc./AMUSE INC./voque ting co.,ltd./Lawson HMV Entertainment, Inc.
  • Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba ©Koyoharu Gotoge / SHUEISHA, Aniplex, ufotable
  • A Silent Voice © Yoshitoki Oima, KODANSHA/A SILENT VOICE The Movie Production Committee. All Rights Reserved.
  • Sword Art Online ©REKI KAWAHARA / ASCII MEDIA WORKS / SAO Project

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Erschreckend, wie schnell ein Jahrzehnt vergehen kann. Ich glaub, wir werden langsam alle wirklich alt. Wenn ich jetzt eine TOP 5 machen würde, dann würden vermutlich nur Animes vorhanden sein, bei der die Anime-Community mit Sicherheit nur den Kopf schütteln würde. Und da ich ohnehin eine TOP 50 machen müsste, bei der Menge Animes, die ich in den letzten Jahren gesehen hab, würde es nicht nur bei einfachem Kopfschütteln bleiben, nein, man würde mich regelrecht teeren und federn und zusätzlich noch steinigen! XD Ich glaub, so ziemlich die Hälfte meiner Lieblingsanimes besteht nur aus Fanservice. Leuter Ecchi-Kram ohne Sinn und… Weiterlesen »