© Kei Ohkubo/COAMIX, Arte Production Committee

Mit „ARTE“ Vol. 3, welches am 27. November 2020 veröffentlicht wurde, brachte polyband Anime das finale Volume von der Serie heraus. Am Ende des letzten Volumes verließ Arte Meister Leo, um der kleinen Tochter der Familie „dei Falier“, Catalina, in Venedig als persönliche Lehrerin Anstand und Manieren beizubringen. Ob ihr dies gelingt, und was wir vom Finale von „ARTE“ halten, erfahrt ihr in unserer Review zum dritten Volume.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

© Kei Ohkubo/COAMIX, Arte Production Committee

Lehrer sein will gelernt sein

Arte ist im Hause der Familie „dei Falier“ angekommen. Beim gemeinsamen Abendessen erklärt der Herr des Hauses, Herr Marco dei Falier, ihr was genau ihre Aufgabe sein wird: Seiner Tochter Catalina, die mit ihren Händen isst, die Gepflogenheiten, Etikette und Manieren einer Adligen beizubringen. Wie sich herausstellt, wird dies jedoch alles andere als leicht werden, ist Catalina doch offensichtlich desinteressiert an Artes Unterricht. Sie erwähnt stattdessen immer wieder, dass sie viel lieber schlafen würde. Arte möchte sich erst einmal ein Bild von Catalinas Fähigkeiten machen und lässt sie deshalb mit Besteck Essen. Zu Artes Überraschung meistert Catalina diese Aufgabe problemlos. Diese erklärt Arte, dass sie nicht möchte, dass ihre Eltern erfahren, dass sie die Etikette beherrscht, möchte den Grund dafür jedoch nicht nennen.

Verzweifelt versucht Arte deshalb die Dinge anders anzugehen. Daher näht sie Catalina ein Kleid, welches sie schmutzig machen kann, und geht mit ihr draußen spielen, um ihr Vertrauen zu erlangen. Dies gelingt ihr auch zum Teil. Als sie jedoch näher nachfragt, warum sie denn nicht möchte, dass ihre Eltern von ihren Fähigkeiten erfahren, blockt Catalina bloß ab und Arte weiß nicht mehr, was sie tun soll.

Kochen gehört sich nicht

Eines Nachts geht Arte außerhalb des Hauses der Familie „dei Falier“ spazieren und lamentiert darüber, warum Catalina so sehr abblockt, da fällt ihr zufälligerweise auf, dass ein kleines Licht in Catalinas Zimmer weiterhin brennt. Aus Interesse begibt sich Arte also zu Catalinas Gemächern und überrascht sie beim Studium einiger Kochbücher. Catalina erklärt, dass das Kochen ihre Leidenschaft sei, diese aber nichts mit ihrer Etikette zu tun habe. Deshalb solle sie es ruhig ihren Eltern erzählen, da sich ihr Verhalten eh nicht ändern werde. Mit diesen Worten schlägt sie Arte die Tür zu.

Am nächsten Tag sehen wir Catalina bei ihrem Onkel Yuri, wie sie gemeinsam kochen. Sie ist besorgt, da sie vermutet, dass Arte ihr Geheimnis ihren Eltern verrät und dies somit ihr letzter Koch-Tag sein könnte. Als sie auf einer Gondel nach Hause gebracht wird, wartet ihr Vater bereits am Eingang der Villa. Statt, dass dieser sie jedoch aufs Kochen anspricht, wird sie „nur“ für ihre fehlende Begrüßung gerügt und von ihrer Mutter aufgefordert, doch ins Haus zu eilen, da ihr Unterricht bald beginnt. Erstaunt, aber gereizt, fragt Catalina Arte, warum sie ihren Eltern nichts erzählt hat. Arte erklärt ihr, dass sie als Portraitmalerin und Lehrerin engagiert wurde, und ihre Aufgaben nicht das Hinterfragen ihrer Leidenschaften und Hobbies seien. Außerdem erklärt Arte ihr, dass auch sie in ihrem Elternhaus um ihre Leidenschaft kämpfen musste und sie deshalb genau weiß wie Catalina sich fühlt.

Familie ist wo man zu Hause ist

Da Catalina nun versteht, dass sie Arte vertrauen kann, lädt sie sie zu ihren regelmäßigen Kochabenden ein, bei denen Catalina im Haus ihres Onkels mit einigen Freunden kocht und dann gemeinsam isst. Arte ist vollkommen überrascht von Catalinas Leidenschaft und Ansporn beim Kochen und fragt sie deshalb später, wie sie denn zum Kochen gekommen sei. Catalina erzählt ihr eine Geschichte aus der Zeit als sie noch ein kleines Kind war und von ihrer Ziehmutter und deren Sohn Brotbrei bekommen hat, als sie krank war. Dann offenbart sie Arte ihre Abneigung gegen den Adel und die Abgrenzung, die dieser vom einfachen Volke mittels entsprechender Verhaltensweisen vornimmt. Da Arte nicht ganz versteht, warum dies der Fall ist, erklärt ihr eines Abends Yuri, wie Catalina aufgewachsen ist. Sie wurde, da sein Bruder Marco nur männliche Nachkommen wollte, früh zu einer Leihmutter namens Bona auf dem Land in Venezien gegeben, wo diese gemeinsam mit Bonas Sohn Gimo aufwuchs. Catalina sieht die beiden jedoch als ihre wahre Familie an, weshalb sie eine Abneigung gegen ihre leibliche Familie, und dadurch gegen den Adel generell hegt. Als dann Bona überraschend starb, wurde Catalina von ihren leiblichen Eltern wieder aufgenommen und streng erzogen, was ihr stark zusetzte. Yuri, der ihr helfen wollte, fragte sie, ob er etwas für sie tun könnte, und Catalina entgegnete ihm: „Brotpudding“.

Arte versteht die Situation nun und versucht mit allen Mitteln Gimo ausfindig zu machen. Dank eines Tipps von Yuri finden sie heraus, dass Gimo auf der Insel Murano in der Bucht Venedigs lebt. Eigentlich hatte Arte vor, im Verlauf der nächsten Tage mit Catalina ihren Ziehbruder besuchen zu gehen. Sie entscheidet sich jedoch um, als, vor einem Portrait-Termin mit der Herrin des Hauses, Sofia dei Falier, ihr Mann Marco über deren gemeinsame Tochter schimpft und damit droht, sie ins Kloster stecken zu wollen. Auch befiehlt er Arte seine Tochter mit allen Mitteln „anständig zu erziehen“. Diese Einstellung von Herrn dei Falier, in Kombination mit der Tatenlosigkeit Sofias, macht Arte so wütend, dass sie den beiden die Meinung geigt und ohne Erlaubnis mit Catalina nach Murano fährt.

Wieder zurück in Venedig möchte Marco dei Falier Arte eigentlich auf der Stelle entlassen und nach Hause schicken. Als Catalina ihn jedoch in absolut korrekter Etikette darum bittet, davon abzusehen, ist es ihre Mutter Sofia die einschreitet und Herrn Marco erklärt, dass sie es auch besser fände, wenn Arte bliebe. Genervt willigt der Herr des Hauses ein und Arte bleibt für den Rest ihres Vertrags Catalinas Lehrerin, aber insbesondere die Künstlerin des Hauses. Als solche bietet ihr Yuri sogar an nach dem Ende ihres Vertrages ihr Mäzen, also Geldgeber, zu werden, sodass sie ein eigenes Atelier in Venedig eröffnen kann. Wie wird Arte sich entscheiden? Wird sie zu ihren Freunden und Meister Leo nach Florenz zurückkehren oder ihr eigenes Atelier in Venedig eröffnen?

© Kei Ohkubo/COAMIX, Arte Production Committee

Bild und Animation

Zunächst einmal die technischen Details: „ARTE“ Vol. 3 kommt in 1080p und im 16:9 Format gemastert daher. In vorherigen Volumes haben wir insbesondere die Umsetzung der Stadt Florenz gelobt. Doch in diesem Volume müssen wir insbesondere die Umsetzung der Stadt Venedig und der verschiedenen Seiten dieser Stadt loben. Zwar spielt sich der Großteil der Geschichte innerhalb des Hauses der Familie dei Falier ab, jedoch werden öfter auch die Stadt Venedig, wie auch das venezianische Land und die Insel Murano gezeigt und sehr schön dargestellt.

Die Animationsqualität ist seit Vol. 2 von „ARTE“ konstant gut geblieben. In diesem Volume hat uns insbesondere das Licht- und Farbenspiel imponiert, welches mit der Thematik der Folgen einhergeht. So wurden für das Haus der Familie dei Falier, mit Ausnahme von Catalinas Zimmer, eher dunkle Farbtöne benutzt, die von Schatten komplementiert werden, was Catalinas Unwohlsein in diesem Haus sehr gut darstellt. Gleichzeitig werden das Haus von Yuri Falier, als auch Bonas Heim sehr hell und freundlich dargestellt, mit hellen Farbtönen und viel Sonnenlicht, da dies die Orte sind, an denen sich Catalina am wohlsten fühlt. Hierbei handelt es sich um kleine Details, die wir jedoch für sehr intelligent genutzt halten, komplementiert es die Handlung doch wunderbar.

Ton und Synchronisation

Auch beim Ton wollen wir euch erst einmal die technischen Details von „ARTE“ näherbringen: Der Anime ist in deutscher, wie auch in japanischer Synchronisation in DTS-HD 2.0, und damit Stereo, gemastert. Der Ton ist klar, was bedeutet, dass man zu jedem Zeitpunkt die Synchronisation, wie auch den Soundtrack gut hören und verstehen kann.

Vol. 3 von „ARTE“ kann, wie schon die ersten beiden Volumes, eine, insbesondere für die kurze Entstehungszeit, beeindruckend gute deutsche Synchronisation vorweisen. Nicht nur Laura Elßel, die als Arte wieder einmal einen ausgesprochen guten Job macht, wollen wir hervorheben, sondern auch Léa Mariage als Catalina und Adam Nümm als Yuri Falier möchten wir in den Vordergrund rücken. Mariage schafft es als Catalina eine große Bandbreite an Emotionen zu verkörpern. Wenn Catalina zickig wird, klingt sie zickig. Wenn sie traurig ist, klingt sie traurig. Je mehr Catalina Arte vertraut, desto mehr hört man das auch aus ihrer Stimme heraus. Das fanden wir doch sehr gut umgesetzt.

Nümm hat uns als Yuri auf andere Art und Weise imponiert, schafft er es doch Yuri zu jedem Zeitpunkt gleichzeitig freundlich, etwas unheimlich und doch immer am Geschehen interessiert darzustellen. Dadurch wirkt Yuri zwar immer hilfsbereit, aber auch gleichzeitig nicht so, als stünde er absolut auf der Seite von Arte und Catalina. Es wirkt immer so, als verfolge er seine eigenen Ziele, was ihn sehr mysteriös macht.

© Kei Ohkubo/COAMIX, Arte Production Committee

Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu, euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Fassung des dritten Volumes der Serie.

„ARTE“ kommt in einer schlichten, aber sehr stabilen Amaray-Hülle daher, ohne Pappschuber. Das Cover zeigt Arte, Leo und Catalina, die zu dritt in einer Gondel einen Kanal in Venedig hinunterfahren. Das Inlay hat ein Wendecover, sodass man, sofern man dies möchte, das FSK-Logo auf die Innenseite der Hülle verbannen kann. Als Extra zu Vol. 3 gibt es drei Art Cards, die verschiedene Szenen aus dem Anime, wie auch ein Artwork abbilden. Zwar würden wir uns einen Schuber zum Anime wünschen, jedoch hat polyband Anime durch die Amaray-Hüllen für genug Stabilität gesorgt, sodass ihr euch keine Sorgen um euer Volume machen müsst.

Fazit

„ARTE“ Vol. 3 ist das besondere Finale, welches dieser ebenso besondere Anime verdient hat. Die Geschichte rund um Catalina, die definitiv Parallelen zu Artes Vergangenheit aufweist, wird auf eine sehr schöne Art und Weise erzählt. Arte wird erneut vor, für sie, neue Herausforderungen gestellt. Die Story wird gegen Ende emotional, ermutigend aber bleibt zu jedem Zeitpunkt absolut packend.

Abschließend muss man festhalten, dass „ARTE“ ein besonderer Anime ist, schafft er es doch feministische und progressive Thematiken in historischer Fiktion auf sehr interessante Art und Weise zu besprechen. Arte ist eine liebenswerte Protagonistin, die es schafft, sich mit harter Arbeit und Elan in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen. Dabei erzählt die Serie eine einfache, aber packende Geschichte, die einen ins Italien der Renaissance eintauchen lässt. Wir möchten „ARTE“ jedem Anime-Fan, der sich auch nur ein wenig in der Thematik wiederfindet, wärmstens ans Herz legen.

Review: ARTE Vol. 3 [Blu-ray]
8.7 / 10 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung8.5
Animation8
Synchronisation9.5
Unterhaltung9

Allgemeine Daten

Veröffentlichung: 27. November 2020

Publisher: polyband Anime

Genre: Slice of Life, Comedy

Laufzeit: 96 Minuten

FSK: 12

Bild: 1080p, 16:9 Format

Ton/Sprache: Japanisch, Deutsch, DTS-HD 2.0 (Stereo)

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

In Venedig angekommen, bezieht Arte im Anwesen der adeligen Familie Falier als Hauslehrerin Quartier. Diese haben Arte mit der Aufgabe betraut, ihre junge Tochter Catalina Anstand und Etikette zu lehren. Schnell stellt sich heraus, dass das Mädchen nur vorgibt, keine Manieren zu haben. Arte versucht, das freche Mädchen zu bändigen, und erst durch einen Loyalitätsbeweis und einen Einblick in Artes Vergangenheit bemerkt Catalina, was sie an ihrer Lehrerin hat.


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