©️Disney ©️Disney/Pixar. Developed by Square Enix

„Kingdom Hearts“ ist eine beliebte Spielereihe, die eine Fusion aus Disney und Square Enix darstellt. Es gibt drei Hauptteile und mehrere Ableger, die kleinere Zwischenstorys erzählen. Mit „Kingdom Hearts Melody of Memory“ hat es nun ein Rhythmusspiel auf die Nintendo Switch geschafft. Wie uns das musikalische Abenteuer von Sora und Co gefallen hat, das erfahrt ihr in unserer Rezension.

Immer im Takt bleiben

„Kingdom Hearts Melody of Memory“ ist ein Spiel, bei dem etwas Rhythmusgefühl von Vorteil ist. Das Spielprinzip ist einerseits simpel und eingängig, andererseits aber im Laufe des Spiels immer herausfordernder. In den Musiklevels läuft Sora mit zwei weiteren Charakteren (meist Donald und Goofy, aber in einigen Levels kommen auch bekannte Gastcharaktere wie Aladin oder Arielle hinzu) automatisch auf einer straßenartigen Linie. Im späteren Verlauf kann man noch weitere Teams freischalten und somit mit anderen Charakteren wie Riku oder Roxas spielen. Sobald ein Gegner erscheint, taucht beim Nähern ein Kreis auf, der immer kleiner wird und am Ende in einem kleineren Kreis mündet, der sich im Gegner befindet. Sobald man in dem Moment, wenn beide Kreise übereinstimmen, auf A drückt, hat man den perfekten Zeitpunkt gefunden und besiegt den Gegner. Zu frühes oder zu spätes Drücken gibt dabei weniger Punkte oder sorgt für einen Fehler. Es können auch 2 oder 3 Gegner auf gleicher Höhe auftauchen, was dann zusätzliches Drücken von L und R erfordert, um alle zu besiegen. Jeder Fehler senkt dabei die TP-Leiste, die zu einem vorzeitigen Ende des Levels führt, wenn diese aufgebraucht ist. Zusätzlich zu den Angriffen kann man mit B springen, um Geschossen auszuweichen oder fliegende Gegner zu bekämpfen und mit X kann man Kristalle zerstören, die Spezialangriffe gegen starke Gegner initiieren. Zu guter Letzt gibt es noch Abschnitte, in denen man gleiten muss und dabei Noten einsammelt. Dabei muss man sich dann auf der Strecke links und rechts bewegen und den B-Knopf permanent gedrückt halten. Mit diesen Grundeinheiten ausgestattet, kann man das Spiel absolvieren. Was einfach klingt, kann bei schnellen Liedern mit vielen Gegner aber auch zu einem frühen Aus führen.

Viel zu Sammeln und Entdecken

Bevor man ein Level startet, kann man sich zwischen drei Schwierigkeitsgraden entscheiden. Neben dem einfachen Erledigen des Levels gibt es immer drei Sterne, die man durch Absolvieren besonderer Aufgaben verdienen kann. Diese beinhalten z.B. das Erreichen einer bestimmten Punktzahl, eine gewisse Menge TP, die man am Ende noch haben muss, oder ein Limit an Fehlern, das man sich nur erlauben darf. Diese Sterne sind wichtig, da man damit die Tore zu weiteren Welten öffnen kann und nur so im Spielverlauf voran kommt. Die einzelnen Welten erreicht man auf einer Oberwelt mittels eines Raumschiffes. Nach Abschluss der Levels bekommt man Erfahrungspunkte, durch die die eigenen Charaktere aufsteigen und zum Beispiel mehr TP bekommen. Zudem gibt es viele Dinge zum Sammeln, die man erhalten kann, wie Sammelkarten, Sequenzen, Lieder oder Items, die man dann auch in den Levels einsetzen kann, um sich das jeweilige Level zu erleichtern. Die Items können zum Beispiel bei wenig TP automatisch heilen, Mickey als Unterstützung herbeirufen oder anderweitig helfen. Insgesamt spielt man bei „Kingdom Hearts Melody of Memory“ die Level in der Reihenfolge der Spiele, so gibt es einen Abschnitt für das erste „Kingdom Hearts“, einen für „Kingdom Hearts 2“ und auch für die weiteren Teile jeweils ein eigenes Gebiet. Am Ende eines Abschnitts wartet dann gelegentlich ein Endgegnerkampf, der nochmal schwieriger als die normalen Level ist und eine minimal veränderte Spielführung aufweist. Gegen Ende des Spiels gibt es auch nochmal besondere Level, die die Spielmechaniken der Endbosslevel mit denen der normalen Level kombinieren und ein besonderes Spielerlebnis darstellen. Neben Items, die man als Belohnung erhält, gibt es auch eine Itemschmiede, in der man Items herstellen kann. Das ist nicht sonderlich kompliziert und tiefgründig, aber ein nettes Gimmick.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Auch wenn das Spiel eingängig ist und Spaß macht, hat es auch ein paar negative Punkte, die man erwähnen sollte. Die Songauswahl ist insgesamt gut gelungen, aber wir hätten uns in einigen Levels mehr disneyspezifische Lieder gewünscht. Oft sind es nur melodische Hintergrundmelodien aus den „Kingdom Hearts“-Spielen und aus den Disneyfilmen bekannte Lieder bilden die Ausnahme, wie „Unter dem Meer“ im Arielle-Level oder „Let it go“ von Frozen. Zudem wäre es auch schön gewesen, wenn man nach einem Level beim erneuten Spielen den Schwierigkeitsgrad ändern könnte. Man hat nach dem Beenden eines Levels nur die Optionen das Level erneut zu spielen wie zuvor oder auf die Oberwelt zurückzukehren. Ein direktes Ändern des Schwierigkeitsgrads würde hier etwas Zeit einsparen, wenn ein Level z.B. zu schwer oder zu leicht war, sodass man nicht erst komplett zurückgehen muss. Uns fiel zudem auf, dass sich das Timing des Treffens im Handheld-Modus der Switch stark von der Steuerung via Pro-Controller unterscheidet und man einige Zeit benötigt, um ein Gefühl für die Treffergenauigkeit zu entwickeln, wenn man auf den Handheldmodus umsteigt.

Grafik

Die Grafik des Spiels kann man als ausreichend bezeichnen. Für ein Rhythmusspiel ist sicherlich keine bessere Grafik notwendig, aber insgesamt wirken die Texturen nicht wie auf einer Konsole der aktuellen Konsolengeneration und es wäre Luft nach oben gewesen. Die Farben wurden oft hell und freundlich gewählt, in einigen Levels sind sie jedoch düster und melancholisch, was immer zum jeweiligen Lied und dem jeweiligen Setting passt. Zudem unterscheidet sich die Grafik auch in den Zwischensequenzen der einzelnen Spiele, was vermuten lässt, dass diese aus den Originalspielen übernommen und etwas angepasst wurden. So sind die Figuren bei den Sequenzen von „Kingdom Hearts 3“ wesentlicher besser dargestellt als beispielsweise bei „Kingdom Hearts: Chain of Memories“.

Musik

Die Musik spielt in „Kingdom Hearts Melody of Memory“ natürlich eine tragende Rolle. Es gibt über 140 Lieder, die „Kingdom Hearts“-Fans zum Großteil bekannt vorkommen sollten. Neben Hintergrundmelodien aus den Spielen sind dort auch einige bekannte Disney Klassiker zu hören, wie „Du hast nen Freund in mir“ aus Toy Story oder „This is Halloween“ aus Nightmare Before Christmas. Das Repertoire an Liedern ist riesig und die Umsetzung exzellent gelungen, nur etwas mehr Disney-Klassiker wären wünschenswert gewesen. Zwischen den einzelnen Welten sieht man einige Zwischensequenzen aus den Spielen, die auf Englisch vertont sind mit den bekannten englischen Sprechern. Eine deutsche Synchronisation wäre natürlich schön gewesen, aber bei diesem Spiel lässt sich einfacher darüber hinwegsehen als beispielsweise bei „Kingdom Hearts 3“.

Physische Umsetzung

Da wir einen Downloadcode für „Kingdom Hearts Melody of Memory“ als Reviewmaterial erhalten haben, können wir die physische Umsetzung des Spiels nicht beurteilen.

Fazit

„Kingdom Hearts Melody of Memory“ ist ein spaßiges Rhythmusspiel mit viel Charme und Herz, aber auch ein paar Kritikpunkten. Wenn man mit Rhythmusspielen generell wenig anfangen kann, dann hat man es auch als eingefleischter „Kingdom Hearts“-Fan schwer, denn der Fokus liegt ganz klar auf dem Gameplay. Doch wenn man Musikspielen nicht ganz abgeneigt ist, lohnt es sich, einen Blick zu riskieren, vor allem, da auch ein klein wenig neue Story mit dabei ist. Die Grafik ist solide und die Musik gut gelungen. Insgesamt handelt es sich um ein schönes Musikspiel, das zwar nicht allzu lang ist, aber neben dem „Storymodus“ auch weitere Modi gegen Computergegner oder einen Koop-Modus bereit hält. Viele Level haben auch einen hohen Wiederspielwert und es lohnt sich zwischendurch immer mal wieder, ein paar Level zu absolvieren.

Spiele-Review: Kingdom Hearts Melody of Memory [Nintendo Switch]
7.8 / 10 Team
Handlung7
Grafik6.5
Musik9
Spielspaß8.5
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