Spiele-Review: Dragon Ball Z: Kakarot [PlayStation 4]

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©BIRD STUDIO/SHUEISHA, TOEI ANIMATION ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc.
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Mit „Dragon Ball Z: Kakarot“ dürfen wir im neuen Jahrzehnt den aktuellsten Ableger des „Dragon Ball“-Franchises für die heimische Konsole begrüßen. Doch anders als in seinen Vorgängern, können wir in „Dragon Ball Z: Kakarot“ die komplette Z-Saga nachspielen. Darüber hinaus wird uns versprochen, die Welt von „Dragon Ball“ frei erkunden zu können. Ob uns der neueste Prügler aus dem Hause Cyber Connect 2 überzeugen konnte und wo wir unsere Bedenken haben, erfahrt ihr im Folgenden.

Das Abenteuer nimmt seinen Lauf

Die Story des Spiels orientiert sich größtenteils an dem originalen Manga bzw. dem Anime. So treffen wir zunächst auf Son Gokus älteren Bruder Radditz, der von uns erfahren will, warum wir die Erde noch nicht zerstört haben. Nachdem wir Radditz in die Schranken verwiesen haben, was uns überraschenderweise leicht von der Hand ging, folgen mit Vegeta, Freezer, Cell und Boo bekannte Antagonisten, die die Erde in Schutt und Asche legen wollen. Zwar richtet sich das Spiel primär an „Dragon Ball“-Fans, aber die Umsetzung ist so gut gelungen, dass auch Einsteiger der Handlung ohne Probleme folgen können. Besonderes Hintergrundwissen ist daher nicht nötig.

Wer allerdings eine neue oder gar innovative Geschichte erwartet, der wird von „Dragon Ball Z: Kakarot“ sicherlich enttäuscht sein. So greift man auf alte Muster zurück, die bereits durch die Vorgänger bekannt sind. Es gibt durchaus neue Elemente, die es so nicht im Anime gab, aber sie spielen eine eher untergeordnete Rolle. Hier soll unter anderem die Schweif-Prothese genannt werden – doch dazu später mehr.

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Dynamische Kämpfe und schöne Grafik

Kommen wir nun zum Herzstück des Spiels: dem Kämpfen. Gleich zu Beginn erhalten wir ein ausführliches Tutorial, das uns über die verschiedenen Tastenkombinationen aufklärt. Die Kämpfe selbst sind sehr dynamisch und machen trotz der simplen Kampfsteuerung unglaublich viel Spaß. Dennoch ist Taktik und schnelles Reaktionsvermögen gefragt, denn Überraschungs-Konter funktionieren nicht von selbst. Mithilfe des KI und der entsprechenden Tastenkombination können wir Spezialangriffe ausführen. Im Laufe des Spiels gesellen sich weitere Fähigkeiten und Spezialangriffe hinzu, die nach und nach freigeschaltet werden müssen. Sowohl die Kampfanimationen als auch die Zwischensequenzen wirken sehr flüssig und ansehnlich, was sich eindeutig als größter Pluspunkt von „Dragon Ball Z: Kakarot“ herausstellt.

Obwohl das Spiel den Beinamen „Kakarot“ trägt, können wir das Geschehen auch aus der Sicht von Piccolo, Trunks, Son-Gohan, Krillin usw. verfolgen. Allerdings fühlen sich die Charaktere alle gleich an, aber sie unterscheiden sich zumindest in ihren Spezialattacken. Für Abwechslung ist so halbwegs gesorgt.

Neben dem Kämpfen kommen auch klassische Rollenspielelemente vor, wie der Ausbau der Fähigkeiten und das Zubereiten von Mahlzeiten. Für Letztere müssen wir die entsprechenden Zutaten sammeln, jagen oder angeln. Geangelt wird mithilfe der bereits erwähnten Schweif-Prothese, die von Bulma entwickelt wurde und für anfängliches Schmunzeln gesorgt hatte.

Des Weiteren gibt es sogenannte „Z-Orbs“, die in den unterschiedlichsten Farben existieren. Diese Ingame-Währung löst das bisher bekannte „Zeni“ ab. Neu ist zudem das „Community-Board“. Sobald wir eine Nebenquest abschließen, erhalten wir Charakter-Münzen, die wir auf den sieben verschiedenen Boards verteilen können. Durch geschicktes und sinnvolles Kombinieren erhalten wir zusätzliche Boni und wir können uns aufleveln.

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Musik für die Ewigkeit

Über die musikalische Untermalung brauchen wir nicht wirklich viel zu sagen, außer das sie unglaublich gut gelungen ist. Insbesondere der unvergessliche und zugleich ikonische Titelsong „Chala Head Chala“ trägt für eine tolle Atmosphäre bei, vorallem dann, wenn wir mit der Wolke „Jindujun“ durch die Gegend fliegen und wir im Hintergrund die Instrumental-Version des genannten Songs hören – ein echter Gänsehaut-Moment!

Hinzu kommt die gelungene Synchronisation. Hierfür wurden die Original-Sprecher aus dem Anime verpflichtet. Für all jene, die nicht mit der japanischen Original-Stimme von Son Goku vertraut sind, mag diese sehr fremd und ein wenig piepsig klingen. Alternativ können wir die Sprache auch auf Englisch mit deutschen Untertiteln umstellen. Auf eine deutsche Synchronisation wurde aber leider verzichtet.

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Eine enttäuschend leere Welt

Die Welt ist in „Dragon Ball Z: Kakarot“ sehr einfach gehalten, da sie sich sehr nah an dem Original orientiert. Sowohl die futuristischen Städte als auch die idyllischen Landschaften versprechen Nostalgie pur. Insbesondere das freie Fliegen durch die Gegend macht sehr viel Spaß, auch wenn zu Beginn ein kleines bisschen Fingerspitzengefühl von Nöten ist. Darüber hinaus können wir auch andere Fortbewegungsmittel nutzen, die ebenfalls im weiteren Spielverlauf freigeschaltet werden können. Doch trotz der liebevoll gestalteten Orte wirken die NPCs sehr blass und steif, sodass man schnell den Eindruck bekommt, dass die Welt sehr leblos wirkt. Ein wenig Vitalität wäre hier durchaus wünschenswert gewesen.

Mit dem weiteren Spielverlauf tritt zudem eine gewisse Monotonie auf, die vor allem durch das zufällige Erscheinen von feindlichen Robotern und die langweiligen Nebenmissionen hervorgerufen wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Präsentation von Informationen. So werden wir gleich zu Beginn des Spiels mit ellenlangen Info-Tafeln bombardiert, die ehrlicherweise eher überflogen, als das sie wirklich gelesen wurden. Des Weiteren müssen Abstriche bei den Ladezeiten gemacht werden, denn diese stören nicht nur den Spielfluss, sondern zehren auch an den Nerven. Auch wenn der folgende Punkt für uns keinen erheblichen Kritikpunkt darstellt, sollte erwähnt werden, dass „Dragon Ball Z: Kakarot“ ohne Mehrspieler-Modi daherkommt.

Fazit

„Dragon Ball Z: Kakarot“ ist ein sehr unterhaltsamer Titel, der sich sehr nah am Ausgangsmaterial orientiert. Neben den ansehnlichen Kampfanimationen sowie Zwischensequenzen punktet vor allem die musikalische Untermalung. Allerdings wirkt die Welt sehr leblos und die Mini-Games, wie das Jagen oder Angeln sind eher langweilig. Hinzu kommen die extrem langen Ladezeiten sowie die Präsentation von Informationen. Alles in allem bietet „Dragon Ball Z: Kakarot“ jedoch eine actiongeladene sowie nostalgische Geschichte, die sich eingefleischte Fans auf keinen Fall entgehen lassen dürfen.

Spiele-Review: Dragon Ball Z: Kakarot [PlayStation 4]
7.8 / 10 Team
Handlung6
Grafik8
Musik9
Spielspaß8
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Launch-Trailer:

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