©Noé
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Hey Leute, ich bin es wieder, Noé, aus Japan. Bei meinem vorletzten Tagebucheintrag habe ich euch ja die Frage gestellt, was ihr denn so gerne erfahren würdet und als Feedback habe ich dann die Frage erhalten: Was kostet eigentlich das Leben in Japan so? Diese Frage möchte ich euch in diesem Eintrag teilweise beantworten. Jedoch sollte klar sein, dass dies nur meine persönlichen Erfahrungen widerspiegelt und ich natürlich nicht für jeden hier sprechen kann.

Was kostet Japan? Besser gefragt, was kostet es in Japan zu leben? Diese Frage ist natürlich ganz relativ zu sehen: Bezieht sie sich auf einen in Japan lebenden und arbeitenden Bürger, oder auf so jemanden wie mich, einen Auslandsstudenten, der mit seinem angesparten Geld aus Deutschland und Stipendien sein Leben finanzieren muss? Zu der ersteren Perspektive kann ich leider nur wenig sagen, da ich nicht zu jener Gruppe gehöre. Allerdings kann ich euch vielleicht einen Eindruck verschaffen, was euch das Leben in Japan während eines Urlaubs oder Austausches kosten würde.

©Noé

Wohnen

Fürs wohnen bleiben euch als Tourist oder Austauschsstudent ja eigentlich nur zwei Optionen: Hotel oder Studentenwohnheim. In zweiterem befinde ich mich zurzeit, und zahle für ein kleines Zimmer mit Küchenzeile, Kühlschrank, Bett und Regalwand 36000 Yen monatlich. Das sind umgerechnet (Stand 08.07.2019) 295,62€. Nicht gerade günstig für das kleine bisschen Wohnen, jedoch ist das Wohnheim recht gut gelegen, weshalb ich den Preis für in Ordnung halte.

Bei Hotels sieht es so aus: Man hat so ziemlich drei Optionen: Hostel, Business-Hotel und AirBnb. Bewusst lasse ich hier Kapsel-Hotels und normale Hotels aus, da ein Kapsel-Hotel sich preislich ,je nachdem wo man sich befindet, gar nicht so sehr von einem Business-Hotel unterscheidet und AirBnb meist die bessere Alternative bietet und normale Hotels sich in einem Preisrahmen befinden, den man als Reisender gut für Eintrittskarten und Verpflegung einsparen kann, ohne dabei zu viel Komfort einzubüßen. Hostels liegen preislich im Bereich 35-50 Euro die Nacht, je nach Komfort und ob man sein Zimmer mit Fremden teilen möchte. Business-Hotels liegen preislich bei ca. 70-150 Euro die Nacht, abhängig von Komfort, Lage etc.

Bei AirBnB wird die Sache sehr schwierig, denn es gibt nicht wirklich einen preislichen Rahmen, in denen sich die Angebote befinden. Je nachdem, ob man nur ein Zimmer mit einer Matratze in der Wohnung eines Unbekannten braucht, oder ein ganzes Apartment, geschweige denn Haus. Auch die Lage spielt natürlich eine entscheidende Rolle. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ein Blick auf AirBnB lohnt sich in Japan tatsächlich immer. In Okinawa habe ich für ein Zimmer mit 4 Betten 123 Euro für 4 Nächte gezahlt, mit unfassbar netten Gastgebern. Für einen Futon am Boden in Shinjuku zahle ich 270€ für 6 Nächte, was für die Lage ein sehr guter Preis ist. Ihr seht also: Hier ist definitiv für jeden gesorgt, egal ob kleiner oder großer Geldbeutel, übernachten kann in Japan jeder.

©Noé

Reisen

Erst einmal muss man beim Reisen sagen: Der öffentliche Nahverkehr in Japan ist extrem gut…. aber teuer. Im Vergleich zu Deutschland natürlich. Autofahren lohnt sich in Japan kaum, denn Benzin ist teuer und die Maut auf der Autobahn kann über hundert Euro kosten. Daher sollte man in Japan für Mittel- und Langstreckenreisen auf den Reisebus, den Shinkansen Schnellzug oder das Flugzeug bauen.

Um euch vergleichbar aufzuzeigen was eine Fahrt mit den jeweiligen Verkehsmitteln im Vergleich kostet, habe ich einen Preisvergleich für die Strecke Kyoto-Tokyo und zurück unternommen. Das Ergebnis sieht so aus:
Reisebus: 14800 Yen pro Person (94,72€)
Shinkansen:  26160 Yen pro Person (214,83€)
Flugzeug: 20130 Yen pro Person (165,31€)

Das Ergebnis trügt jedoch. Wenn man im Voraus bucht, kann man einen Flug von Kansai nach Tokyo für um die 100€ bekommen, während die Preise für Bus und Bahn kaum bis gar nicht fluktuieren. Meist ist das Flugzeug die angenehmste und preisgünstigste Option in Japan. Bedenkt aber, dass ihr im Rahmen eines Urlaubs zuvor in eurem Heimatland einen Coupon (Japan Railway Pass) für die japanische Bahn JR erwerben könnt, mit dem ihr je nach Preis eine, zwei oder drei Wochen mit fast allen Shinkansen Schnellzügen und mit von JR betriebenen Regionalzügen fahren könnt. Für Urlauber, die eine Rundreise planen, kann das eine gute Alternative sein.

©Noé

Essen und Trinken

Jetzt kommen wir zu dem für mich wirklich teuren Faktor: Essen und Trinken. Denn die Preise für halbwegs gesunde Nahrungsmittel in Japan sind enorm hoch. Da kann einen ein Apfel schonmal 2 Euro kosten, oder 5 Kartoffeln 4 Euro. Vorallem wenn man hier längere Zeit verbringt und auf Geld von daheim angewiesen ist, gestaltet sich das Leben in Japan extremst teuer. Hier mal eine kurze Liste an essentiellen Lebensmitteln und ihre Preise in Japan:
Wasser: 2 Liter 1 €
Cola: 1,20 € für eine kleine Dose
1 Milchkarton (ca. 1 Liter): 2€
Kartoffeln: 3-4 € für 5 Stück
Karotten:  3,50€ für 3 Stück
3 Hühnerbrüste: 7 €
5 kg Reis: 12-17€

Wie ihr seht, kein Zuckerschlecken. Aber das Ganze hat auch einen guten Grund. Mit Ausnahme von Wasser und Cola (Diese Getränke sollten qualitätsmäßig identisch mit Deutschland sein) ist die Qualität der hier angebotenen Produkte außergewöhnlich hoch. Das Gemüse und Obst ist immer frisch und wenn möglich auch regional, das Fleisch fast immer überdurchschnittlich gut. Japan ist kein Land für Nackensteaks für 1,50 oder Hühnerbrüste aus Massentierhaltung für 2 Euro pro Kilo. Hier zahlt man zwar ein deutliches Premium, jedoch hat das eben auch einen guten Grund.

©Noé

Anime-Merchandise (und Games)

Nun kommen wir zum letzten Faktor. Der, der viele von euch vermutlich am meisten interessiert: Was kostet Anime-Merchandise in Japan. Aus vielen Ecken hört man ja gerne: “Anime in Japan sind ja so viel teurer als in Deutschland”. Dem ist auch so! Eine Anime-DVD kann einen schon gut und gerne 7000-10000 Yen (70 bis 100€) kosten, nach oben hin ist alles offen. Jedoch ist das Anime-Merchandise und auch Gaming in Japan ein Sparparadies für uns europäische Fans. Anime-Figuren eurer Lieblings-Charaktere, für die man in Deutschland vielleicht 30-40€ zahlen würde, sind hier für gut und gerne unter 10€ zu haben. Figuren, die bei uns für rund 100€ verkauft werden, gibt’s gerne schon ab 40-50€. Das kann sich lohnen.

Auch beim Gaming ist das Sparpotenzial groß. Überall findet man kleinere und größere Second-Hand Videospiel-Läden, bei denen man auch die neuesten Spiele für besonders wenig Geld bekommen kann. Ein gebrauchter Nintendo 3DS (der allerdings Region-locked ist, also nur mit japanischen 3DS-Spielen funktioniert) kann schon ab 50€ erstanden werden, ein Nintendo 64 für rund 25-30€, alles davor ab 5€ bis 20€. Ich habe die Tage eine komplett funktionsfähige Wii für ca. 9€ gesehen. Aber auch die Spiele sind günstig zu haben. Ältere Konsolenspiele bis zum Gamecube kosten konstant unter 10€, mit einige Ausnahmen. Wii, PS3 und Gamecube-Spiele sind ab gut und gerne 15-20€ zu haben, abhängig vom Titel. Wenn man Spiele für die Nintendo Switch kaufen möchte, schlägt das mit rund 30-50€ zu Gute, abhängig vom Titel. Pokémon Let’s Go! Pikachu mit Pokéball Plus ist für knappe 50€ zu haben.

Fazit

Japan ist teuer. Sehr teuer, das muss man schon sagen. Jedoch hat dies viele Gründe, wie zum Beispiel die Qualität der Lebensmittel, oder die Lage der Wohnungen. Ein Japanurlaub ist definitiv nichts für schwache Geldbeutel, jedoch lässt sich mit einigen Tricks doch Geld sparen und wer auf der Suche nach günstigem Anime-Merch ist, der wird fündig.

Das war’s erstmal von meinen Kyoto-Tagebüchern. Ich hoffe es hat euch mal wieder gefallen. Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen! Ich hoffe ihr seid auch beim nächsten mal wieder dabei, wenn ich von meinen Abenteuern in Japan berichte. Bis dahin!

Euer Noé

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