©2006 Ryukishi07/Higurashi-P/SOTSU
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Am 29. Juni 2018 erschien hierzulande endlich das erste Volume der Serie “Higurashi – Der Gesang der Zikaden” auf DVD und Blu-Ray. Wir haben dies natürlich zum Anlass genommen, um uns den Serienstart für euch genauer angesehen. Ob uns die ersten vier Episoden Gänsehaut beschert haben oder ob uns die Serie doch eher eine andere Art von Horror bereitet hat, als man es sich wünschen würde, das erfahrt ihr in unserer Review.  😉

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Es könnte alles so idyllisch sein…

Gleich zum Start von Higurashi machen wir Bekanntschaft mit dem jungen Protagonisten Keiichi Maebara. Der Schüler ist gerade erst in den kleinen Ort Hinamizawa gezogen. Die Gegend wirkt eher verschlafen – es gibt nur eine Schule mit einem einzigen Klassenzimmer und jeder Einwohner kennt den anderen – eben ein typisches ländliches Örtchen. Tatsächlich gelingt es Keiichi dennoch recht schnell Anschluss zu finden, denn er freundet sich mit den vier Mädels Mion Sonozaki, Rena Ryuugu, Satoko Houjou und Rika Furude an. Die Vierergruppe besucht nicht nur die gleiche Schule wie unser Protagonist, sondern bildet dort auch den Spieleclub, der sich bei außerschulischen Aktivitäten vorwiegend mit Karten- oder Brettspielen beschäftigt. Kein Wunder also, dass die Mädels auch Keiichi dazu drängen, ein Mitglied zu werden.

Im Grunde könnte also alles sehr idyllisch und schön sein – die Betonung liegt hier jedoch leider auf könnte. Tatsächlich birgt das Dorf Hinamizawa ein dunkles Geheimnis: In den vergangenen Jahren sind am Abend des traditionellen Watanagashi Festivals stets Personen ermordet worden und verschwunden. Vielleicht noch schlimmer als diese schockierende Tatsache sind jedoch die Reaktionen von Keiichis Freundinnen, als er diese zu den Ereignissen befragt. Sowohl Rena als auch Mion werden bei diesem Thema sofort kühl und ausweichend und leugnen teils gar, dass die Vorfälle jemals stattgefunden haben. Ein andermal drohen sie dem Jungen sogar in gewisser Weise und lassen auch dem Zuschauer durch den Kontrast der auf niedlich getrimmten Charaktere und der von Psychohorror geprägten Handlung das Blut in den Adern gefrieren.

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Ein verhängnisvolles Festival

Wie es der Zufall will, steht natürlich das diesjährige Watanagashi Festival vor der Tür. Dort trifft Keiichi auf Jirou Tomitake, einen jungen Mann, den er bereits zuvor kennengelernt hat. Tomitake kommt immer wieder mal in das kleine Dorf um dort Vögel zu fotografieren. Auf dem Fest trifft ihn Keiichi in Gesellschaft einer jungen Frau an. Von Tomitake erfährt er erst genaueres zu den Zwischenfällen in Hinamizawa. Am nächsten Morgen macht unser junger Protagonist allerdings Bekanntschaft mit einem Polizisten, der ihn als Zeugen befragen möchte. Wie sich herausstellt, ist nämlich auch in diesem Jahr wieder eine Leiche aufgefunden worden und eine weitere Person ist spurlos verschwunden…

Derweil erarbeitet sich Keiichi immer mehr Wissen über die mysteriösen Vorfälle von Hinamizawa. Alle stehen dabei offenbar auf die ein oder andere Art mit seinem Freundeskreis in Verbindung. Gleichzeitig haben auch alle Vorfälle offenbar eine Verbindung zu dem Staudamm, der in Hinamizawa gebaut werden sollte. Auch vom Fluch von Oyashiro, bei dem es sich um den Gott des Dorfschreins handelt, ist immer wieder die Rede. Durch seine Verstrickung in die Vorfälle und das merkwürdige Verhalten von Rena und Mion beginnt Keiichi sich zu verändern. Zu den Freundinnen wird er immer abweisender und er beginnt eine Art Paranoia zu entwickeln. Da hilft es nicht gerade, dass der Fahrer eines weißen Vans offenbar versucht ihn zu überfahren. Das Ganze endet damit, dass uns die vierte Episode von Higurashi mit einem Blutbad zurücklässt. Man darf gespannt sein, was die Serie noch für uns bereithält.

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Bild und Animationen

Es ist grundsätzlich sehr positiv anzumerken, dass die Serie im Standardformat von 16:9 daherkommt, obwohl sie mittlerweile doch bereits mehr als 10 Jahre auf dem Buckel hat. Das sollte man als Käufer auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, denn natürlich sieht man dem Anime sein Alter immer wieder einmal an. Das betrifft einerseits die Animationen, andererseits aber auch die Charakterdesigns und den Schärfegrad des Bildes. Man kann jedoch darüber hinwegsehen, denn den Unterhaltungswert baum Schauen beeinträchtigt dies keineswegs. Im Falle der Charakterdesigns kommt nach hinzu, dass diese ansich geschickt eingesetzt werden um eine ganz spezielle Stimmung zu erzeugen, die nur durch den krassen Kontrast der eher niedlichen Charaktere und der furchterregenden Handlung erreicht werden kann. Das ist hier wahrlich gut gelungen.

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Ton und Synchronisation

Schön – und beim Alter der Serie fast unerwartet – ist es, dass man als Zuschauer sowohl den deutschen als auch den japanischen Ton im DTS HD MA Format präsentiert bekommt. Dabei liegt das Ganze in beiden Sprachversionen als Stereotonspur vor, was jedoch vollkommen ausreichend ist um die Stimmung des Anime herüberzubringen, die in erster Linie von den Dialogen und der Hintergrundmusik lebt.

Damit kommen wir auch gleich zu den zwei springenden Punkten in Sachen Ton und Synchronisation: Zum einen funktioniert der Psychohorror von Higurashi nur dann, wenn die gewählten Sprecher an den entscheidenden Stellen eine richtig gute Performance abliefern. In diesem Aspekt muss man der deutschen Besetzung hier wirklich ein Lob aussprechen, denn der ein oder andere Dialog zwischen den Mädels und Keiichi, zaubert dem Zuschauer durchaus Gänsehaut auf die Arme. Daran nicht unbeteiligt ist aber vor allem auch die extrem gute Hintergrundmusik in entsprechenden Szenen. Wer gute Horrorfilme zu schätzen weiß, der wird auch wissen, dass die Musik oft enormen Anteil an der Stimmung des Films hat. Genauso ist es auch bei der Serie Higurashi, die von geschicktem Einsatz der Hintergrundmusik profitiert.

Physische Umsetzung

Ihr seid es ja schon gewohnt: Die physische Umsetzung des Produkts ist auch diesmal wieder kein wertungsrelevanter Punkt unseres Review – und man muss diesmal fast sagen leider – dient euch als möglichen Käufern jedoch als Information, auf was ihr euch bei einem Erwerb einstellen könnt. Die folgenden Informationen beziehen sich dabei auf die limitierte Blu-Ray-Version des ersten Volumes von Higurashi.

Volume 1 von Higurashi kommt – wie von AniMoon Publishing bereits bekannt – in einem schicken und stabilen Hardkarton-Sammelschuber daher, auf dem Rena Ryuugu mit Machete zu sehen ist. Machete ist dabei ein gutes Stichwort, denn der Käufer findet im Sammelschuber als ganz besonderes Extra eine Mini-Version eben jener vor, die sich auf Grund ihres metallenen Materials auch durchaus wertig anfühlt. Auch wenn man im ersten Moment vielleicht Bedenken hat, ob eine Mini-Machete als Extra – im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt – wirklich eine so gute Idee ist, sollte das keinerlei Probleme darstellen. Grundsätzlich ist die Machete nicht wirklich scharf und trotz ihrer Kanten im Grunde nicht gefährlicher als ein Küchenmesser. Da die Serie erst ab 16 Jahren verkauft wird und man einem sechzehnjährigen Menschen eigentlich einen gewissenhaften Umgang mit entsprechenden Gegenständen zutrauen sollte, sind Bedenken daher sicherlich eher unbegründet.

Der Clou: Selbst die Pappteile, die den noch freien Platz im Schuber ausfüllen, sind diesmal nicht einfach zum Wegwerfen gedacht. So kann eines der beiden Teile zu einem Ständer umgebaut werden, auf dem man die Machete präsentieren kann. Das größere Stück zeigt auf einer Seite hingegen das bereits vom Schuber bekannte Motiv mit Rena und kann daher beispielsweise als schicker Aufstell-Hintergund für die Machete und ihren Ständer dienen. Hier hat man sich wirklich Gedanken gemacht!

Bei all dem Trubel um die Extras wollen wir jedoch nicht das eigentliche erste Volume der Serie vergessen, das diesmal in einem Steelcase mit PET O-Card daherkommt. Hier liegt auch der vermutlich einzige Kritikpunkt der Aufmachung begründet: Kann man bei der Verarbeitung des Metalls vielleicht noch keinen Unterschied zwischen dem verwendeten Steelcase und einem Steelbook erkennen, so muss man ersterem jedoch ganz klar mangelnde Stabilität an den Scharnieren vorwerfen. Das ist allerdings ein generelles Problem des Steelcases im Vergleich zum Steelbook und nicht auf Higurashi beschränkt. Grundsätzlich lässt sich diesem Umstand meist sehr gut mit pfleglichem Umgang begegnen, doch selbst bei vorsichtiger Behandlung sind uns in der Vergangenheit bereits Steelcases an dieser Stelle kaputt gegangen. Hier ist also ein wenig Vorsicht im Umgang mit dem Produkt geboten. Dass viele Kritiker den Steelcases zudem ihr Rückendesign ankreiden, ist für uns jedoch kein relevanter Kritikpunkt. Davon abgesehen, dass es sich hier natürlich um Geschmackssache handelt, steckt das Case ja zudem in einer PET O-Card, die der Seite ein ganz eigenes Design verleiht.

Im Inneren des Cases findet sich ein Zettel, der neben Beschreibungen der enthaltenen Episoden auch Werbung für das zweite Volume enthält, das bereits Ende Juli im hiesigen Handel erscheinen wird. Zudem findet der Käufer dort die Disc vor, die neben den ersten vier Folgen auch noch das Textless Opening und Ending sowie die von AniMoon Publishing bereits bekannten Synchroclips als Extra enthält.

Fazit

Auch wenn man Higurashis Bildqualität immer wieder ansieht, dass die Serie nun doch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, so gelingt es den ersten Episoden durch den gewollten Kontrast der niedlichen Charaktere und des sich abspielenden Horrorszenarios, dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Das passiert meist in Szenen, in denen Renas und Mions quirliges und freundliches Verhalten in den “kalten und verstörenden” Modus wechselt. Dazu trägt eine gelungene deutsche Synchronisation ihr Nötigstes bei, die die Sprecher sicher vor allem in den zuvor angesprochenen Szenen und bei dem hin und wieder vorkommenden verstörenden Lachen vor eine große Herausforderung gestellt hat. Diese wurde aber sehr gut gemeistert.

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In Kombination mit der einem Horror-Anime angemessenen Vertonung, sorgen die anfänglichen Episoden somit für den Nervenkitzel, den man sich erhofft hat. Am Ende des ersten Volumes werden wir dabei aber doch etwas baff zurückgelassen, ob der Ereignisse, die sich auf dem Bildschirm zugetragen haben. Als Zuschauer darf man sehr gespannt sein, was die folgenden Volumes für uns bereithalten. Erwähnen sollte man auch die gelungene und wunderbar durchdachte Verpackung des ersten Volumes, die bis auf die Scharnierverarbeitung des Steelcases absolut glänzen kann. Ein Kauftipp für alle Fans von Psychohorror, der meist auf Jump Scares verzichtet und stattdessen mit seiner tollen Atmosphäre punktet.

Review: Higurashi Vol. 1 [Blu-Ray]
8 / 10 Team
Handlung8
Charakterentwicklung8.5
Animation6.5
Synchronisation8.5
Unterhaltung8.5
ALLGEMEINE DATEN
Higurashi @AniMoon Publishing / ©2006 Ryukishi07/Higurashi-P/SOTSU

Veröffentlichung: 29. Juni 2018

Publisher: AniMoon Publishing

Genre: Horror, Psycho, Mystery, Thriller

Laufzeit: ca. 96 Minuten

FSK: 16

Bildformat: 16:9

Ton/Sprache: DTS HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

Keiichi Maebara ist erst kürzlich in das kleine Örtchen Hinamizawa gezogen und freundet sich schon bald mit seinen Mitschülern Rena Ryuuguu, Mion Sonozaki, Satoko Houjou und Rika Furude an. Die Stadt ist bei den Vorbereitungen für das jährliche Matsuri als Keiichi erstmals von den Mythen und Legenden rund um Hinamizawa hört. In den letzten Jahren verschwanden dort mehrere Menschen und einige wurden sogar ermordet. Diese Vorfälle scheinen alle etwas mit Oyashiro, dem Patron des Dorfes zu tun zu haben. Als Keiichi seine neuen Freunde zu den Vorfällen befragt, scheinen diese aber verdächtig verschlossen und weigern sich, ihm irgendwelche Antworten zu geben. Kann Keiichiro ihnen wirklich trauen? Was verbergen sie alle vor ihm?


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Ich bin Steffen, seit 2016 Teil des AnimeNachrichten-Teams und nur wenig kürzer auch als Chefredakteur tätig. Aus diesem Grund habe ich meine Finger eigentlich in allen Themengebieten im Spiel, kümmere mich jedoch inbesondere um Anime, Manga, Light Novels, Interviews sowie um die Kommunikation mit unseren Partnern aus der Branche.
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