© 2020 NHK, NEP, Studio Ghibli
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Vor Kurzem erschien der neueste Film aus dem bekannten Studio Ghibli. Anders als alle Filme zuvor, ist dieser 3D-animiert. Die Story selbst stammt aus der Feder von der britischen Autorin Diana Wynne Jones, die bereits die Geschichte für “Das wandelnde Schloss” geschrieben hat. Wie 3D-Animationen zu einem Ghibli-Film passen, das wollten wir herausfinden und wie uns der Streifen gefallen hat, erfahrt ihr in unserer Rezension.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Im Haus einer Hexe

Aya ist ein 10-jähriges Mädchen, das in einem Kinderheim lebt. Dort hat ihre Mutter es einst als Baby abgegeben, da sie von Hexen verfolgt wurde. In dem Heim hat Aya es geschafft, alle um den Finger zu wickeln. Die anderen Kinder, vor allem ihr bester Freund Pudding, lieben sie und auch die Heimleiterin und ihre Assistentin fallen auf ihren Charme hinein und lassen ihr damit mehr durchgehen, als ihnen manchmal lieb ist. Eines Tages kommen zwei merkwürdige Gestalten in das Heim und entscheiden sich Aya zu adoptieren. Gegen ihren Willen muss sie mit ins Haus der beiden. Dort stellt sich heraus, dass die Frau eine Hexe namens Bella Yaga ist und der Mann ein Dämon namens Mandrakus. Aya wurde lediglich adoptiert, um der Hexe bei der Herstellung ihrer Zaubertränke als Assistentin zu dienen. Natürlich hat Aya den Plan gefasst, auch die beiden um den Finger zu wickeln, doch dazu muss sie erst einmal ihre Rolle als Helferin spielen. Sie hat mit Bella einen Deal ausgemacht, dass sie ihr hilft und im Gegenzug dafür Magie von der Hexe lernt.

Kein Entkommen

Aya hilft Bella Yaga bei der Herstellung von Tränken. Diese sind Kundenwünsche und haben oft wenig Sinn für Aya. So braut sie Tränke, damit ein Hund einen Schönheitswettbewerb gewinnt oder beim Nachbarn die Blumen schlechter wachsen. Aya muss viel putzen, Zutaten aus dem Garten pflücken und diverse Zutaten mahlen, mörsern oder kleinhacken. Da Mandrakus viele kleine Dämonen befehligt, die überall auf dem Anwesen herumschwirren, ist eine Flucht unmöglich. Zusammen mit Thomas, dem sprechenden Kater der Hexe, der vom Leben bei den beiden auch genug hat, braut sie nachts heimlich einen Trank, um sich vor Zaubern zu schützen. Nachdem sie im Geheimen noch weitere Zauber ausprobiert hat, mit denen sie Bella Yaga das Leben schwer macht, rastet diese aus und belegt Aya mit ihrem gefürchteten Wurmzauber. Doch durch den Zauber, den Aya zusammen mit Thomas gewirkt hat, ist sie dagegen immun und lässt die erscheinenden Würmer alle in einem Loch in der ihrer Wand verschwinden. Sie hat jedoch nicht bedacht, dass in dieser Wand das magische Zimmer von Mandrakus ist, der daraufhin wutentbrannt und mit flammenden Körper in Ayas Zimmer auftaucht. Kann Aya Mandrakus wieder milde stimmen und wie reagiert Bella Yaga, die große Angst vor Mandrakus hat, auf die Umleitung ihres Wurmzaubers? Das wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Dazu guckt ihr den Film einfach selbst!

Bild und Animationen

Der Anime ist im 16:9 Standardformat gehalten und hat eine Auflösung von 1080p. Die Animationen sind flüssig gelungen. Anders als sonstige Ghibli-Filme wurde der Film komplett 3D-animiert. Die Hintergründe und Gebäude sehen dabei oft wirklich beeindruckend und detailliert aus. Die Figuren wurden im Großen und Ganzen gut dargestellt, aber es fehlt manchmal das Gefühl, dass die Figuren wirklich zum Leben erweckt werden, was bei den gezeichneten Filmen des Studios oft besser gelungen ist. Trotzdem ist das Bild zu jederzeit scharf. Von der Farbwahl ist der Anime in Szenen im Haus oft etwas düsterer gehalten, was atmosphärisch durchaus sinnvoll ist, während außerhalb des Hexenhauses auch knallige und fröhliche Farben vorkommen.

Ton und Synchronisation

Wie bei den meisten Anime ist wieder sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur verfügbar (Dolby Digital 5.1) – wahlweise mit deutschen Untertiteln. Das Gesprochene ist jederzeit einwandfrei von der Hintergrundmusik zu unterscheiden. Die Synchronisation ist gut gelungen und keine Stimme fiel beim ersten Hören als unpassend auf. Vor allem die noch nicht allzu bekannte Sprecherin Zoe Durakovic schafft es gut, die fröhliche und doch etwas hinterlistige Art und Weise von Aya sprachlich gut zu verkörpern. Aber auch die erfahrene Kathrin Gaube macht einen exzellenten Job, die frustrierte und etwas eigenwillige Bella Yaga zu sprechen.

© 2020 NHK, NEP, Studio Ghibli
Physische Umsetzung

Wie ihr es bereits kennt: Die physische Umsetzung des Produkts ist natürlich wieder kein wertungsrelevanter Punkt unserer Kritik, soll euch aber ein Bild vom dem vermitteln, was ihr als Käufer erwarten könnt. Die folgende Beschreibung und die Bilder beziehen sich dabei auf die Blu-Ray-Version von “Aya und die Hexe”.

Der Anime kommt in einem Digipack daher. Als Illustrationsmotiv wurden Aya, Pudding und Thomas ausgewählt. Auf ein aufgedrucktes FSK-Logo wurde verzichtet, es ist nur aufgeklebt und lässt sich leicht entfernen. Dieses ist nur auf der Blu-ray selbst zu sehen.

Physische Extras sind nicht dabei. Als digitale Extras sind die Interviews mit den japanischen Synchronsprecher*innen, Interviews zur Entstehung des Films, Storyboards und eine Studio-Ghibli Trailershow sowie einige weitere Trailer von LEONINE mit an Bord.

Fazit

“Aya und die Hexe” ist ein Ghibli-Film, wie es ihn noch nicht gab. Die 3D-Animationen sind Geschmackssache. Uns haben vor allem die Hintergründe und Gebäude gefallen, die oft sehr detailreich dargestellt wurden, sahen aber Schwächen bei den Figuren. Die Synchronisation ist gut gelungen und auch die Story ist interessant und kann mit den sympathischen und eigenwilligen Charakteren punkten. Leider ist der Film etwas kurz geraten und es bleiben einige Fragen offen, die wir gerne noch geklärt gehabt hätten. Insgesamt ein guter Film, der etwas vom Ghibli-Charme aufkeimen lässt, aber leider nicht komplett darin erblühen kann.

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Allgemeine Daten

Erscheinungstermin: 24. September 2021

Publisher: LEONINE

Genre: Drama, Girls Love, Romance

Laufzeit: ca. 82 Minuten

FSK: 6

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS-HD 5.1 Deutsch und Japanisch

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Handlung:

Die 10-jährige Aya wächst im St. Morwalds Kinderheim auf. Mit ihrer quirligen Art hält sie die Mitarbeiter auf Trab und heckt gemeinsam mit ihrem besten Freund Pudding und den anderen Kindern gerne Streiche aus. Um potenzielle Adoptiveltern abzuschrecken, präsentiert sie sich dabei nicht immer von ihrer besten Seite. Überraschend wird sie eines Tages von einer mysteriösen Frau namens Bella Yaga und deren Begleiter Mandrakus adoptiert und muss fortan der unsympathischen Hexe assistieren. Verständlicherweise ist das so gar nicht nach Ayas Geschmack und sie sucht nach einem Ausweg. Doch auf dem Haus liegt ein Zauber und das Vorhaben erweist sich schwieriger als gedacht. Zum Glück findet sie in dem sprechenden Kater Thomas einen Verbündeten, der ihr zur Seite steht.


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Ich bin Frank und seit 2018 bei AnimeNachrichten als Redakteur tätig. Neben des Verfassens von News bin ich stark in das Korrekturlesen von Rezensionen und News eingebunden. Mich interessieren vor allem die Bereiche Anime und Gaming, aber ein paar wenige Mangareihen verfolge ich ebenso aktiv.
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