©Hirohiko Araki/SHUEISHA, JoJo’s Animation Project
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Gestählte, gigantische Muskeln, übertriebene Kämpfe, musikalische Namen, bizarre Witze und Posen, Posen, Posen. Mit dieser einmaligen Mischung hat „JoJo’s Bizarre Adventure“ ein riesiges, weltweites Fandom angesammelt. Sei es der Manga, oder der Anime: JoJo hat sich als Meme-Vorlage, aber auch dank seiner sich nicht zu ernst nehmenden Story etabliert. Dank KAZÉ Anime dürfen wir auch in Deutschland endlich „JoJo’s Bizarre Adventure“ in unserer Landessprache genießen. Ob die deutsche Synchronisation gelungen ist, und was wir von Part 1 mit dem Titel „Phantom Blood“ halten, erfahrt ihr in dieser Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

©Hirohiko Araki/SHUEISHA, JoJo’s Animation Project
Die Geschichte zweier Brüder


George Joestar ist der Kopf der vornehmen und gut betuchten Joestar-Familie. Mit seiner Frau und seinem neugeborenen Sohn wollte er eines Nachts mit der Kutsche verreisen. Leider geriet die Kutsche ins Wanken und stürzte einen Hang hinab. Als Dario Brando den verunglückten Herrn Joestar entdeckt, versucht er, ihm all sein Hab und Gut abzunehmen, im Glauben, er sei tot. Dann jedoch wacht George Joestar im Glauben auf, Dario sei sein Retter. Im Gegenzug für seine „Rettung“ bietet George Dario an, nach seinem Tod seinen Sohn bei sich aufzunehmen. Da George ein Gentleman ist hält er sich auch an dieses Versprechen: Als Dario verstirbt nimmt er dessen Sohn Dio Brando als seinen eigenen auf. In der Zeit ist Georges Sohn, Jonathan, zu einem aufgeweckten Jugendlichen herangewachsen, der sich sehr auf seinen neuen Bruder freut. Was Jonathan nicht erwartet: Dio wird ihm das Leben zur Hölle machen.

©Hirohiko Araki/SHUEISHA, JoJo’s Animation Project

Kaum ist er aus seiner Kutsche ausgestiegen, tritt er JoJos (Jonathan Joestar) Hund, da dieser sich ihm genähert hat, und weil er Hunde nicht mag. Vor JoJos Vater erklärt er jedoch, dass der Hund ihn erschreckt habe. Dieser Vorfall steht sinnbildlich für das, was Dio in den folgenden Wochen und Monaten tut, um JoJos Leben zu zerstören. Er gibt sich als Gentleman aus, der mit besseren Manieren, als JoJo sie an den Tag legt, bei George punkten kann. Das sorgt dafür, dass dieser JoJo strenger erzieht. Auch beginnt Dio damit, langsam, aber sicher JoJos Freundeskreis auf seine Seite zu ziehen, indem er JoJo als Lügner und Petze dastehen lässt. Die einzigen Freunde, die ihm bleiben sind sein Hund Danny, und Erina Pendleton, ein Mädchen einer noblen Familie, die er in der Vergangenheit schonmal vor Mobbern gerettet hat. Dann jedoch eskaliert Dios Plan: Nicht nur sperrt er den Hund Danny in die häusliche Verbrennungsanlage ein, sodass er bei lebendigem Leibe verbrennt, sondern stiehlt auch Erinas ersten Kuss. JoJo reicht es nun und er versucht Dio in seinem eigenen Haus zu verprügeln. Bevor es jedoch wirklich dazu kommen kann, trennt George die beiden und schickt sie auf ihre Zimmer.

Diobolischer Verrat
©Hirohiko Araki/SHUEISHA, JoJo’s Animation Project

Sieben Jahre vergehen, in denen die beiden „Brüder“ scheinbar wie Freunde, Seite an Seite, aufwachsen. Der Schein trügt jedoch, hat JoJo all die Taten Dios gegen ihn nie vergessen können. Doch Dio scheint sich wirklich zum Guten gewendet zu haben. Während er einen Abschluss in Rechtswissenschaften anstrebt, hat JoJo bereits seine Abschlussarbeit in Archäologie bestanden. Leider ist sein Vater schwer krank geworden, weshalb er zu Hause gepflegt werden muss. JoJo untersucht als Teil seiner Arbeit als Archäologe eine antike Maske, die seiner Mutter gehört hat. Sie scheint aztekischen Ursprungs zu sein. Wenn die Maske mit Blut in Kontakt kommt, treten Stacheln aus, die das Gehirn penetrieren und somit den Träger töten. Als er Unterlagen zu dieser Maske durchsucht, entdeckt er einen alten Brief, den Dario Brando seiner Zeit an George Joestar schickte. In diesem beschreibt Dios Vater dieselben Symptome, die George nun aufweist, was einen grausamen Verdacht in JoJo weckt: Könnte es sein, dass Dio seinen eigenen Vater, wie auch George vergiftet hat? Es stellt sich heraus, dass Dio tatsächlich die Medizin jeden Abend zu George Joestar brachte, sodass JoJo ihm diese Medizin abnimmt und alleine nach London reist, um sie analysieren zu lassen.

In London angekommen betritt JoJo die berüchtigte Ogre Street, eine der gefährlichsten Straßen der Stadt. Dort wird er von einer Bande unter der Führung von Robert E. O. Speedwagon angegriffen. Zwar wehrt er sich, ist dabei jedoch umsichtig, keinen der Angreifer zu verletzen. Speedwagon ist von dieser Güte und dem Verständnis so gerührt, dass er der Gruppe befiehlt den Angriff zu stoppen und bietet JoJo sogar an, ihm bei seiner Suche zu helfen. Das Ergebnis: Statt Medizin befindet sich tatsächlich Gift in dem Schnipsel, den Dio bei sich trug. Zu Hause angekommen konfrontiert JoJo Dio mit diesen Vorwürfen, welcher daraufhin seine Taten gesteht und sich einsichtig zeigt. Das ist jedoch nur eine Farce, attackiert er die Polizei doch, statt sich festnehmen zu lassen. Als er keinen anderen Ausweg mehr sieht, setzt Dio sich die Maske auf, die JoJo untersucht hat, und die Dornen töten ihn scheinbar. Tatsächlich ergibt es sich jedoch, dass die Maske ihn nicht getötet hat, sondern ihn stattdessen in einen Vampir verwandelt hat und er beginnt, alle Leute in der Joestar Villa umzubringen.

Die Macht der richtigen Atmung

Nach dem Vorfall auf dem Anwesen der Joestars liegt JoJo schwer verletzt im Krankenhaus. Dort wird er tagelang von Erina Pendleton gepflegt, die mittlerweile eine Krankenschwester geworden ist. Als JoJo eines Tages aufwacht und sie wiedererkennt unterhalten sich die beiden viel und unternehmen auch Spaziergänge zum Anwesen der Joestars, damit sich JoJo an seine, wohl permanenten, Verletzungen gewöhnen kann. Bei einem dieser Spaziergänge bemerkt JoJo, dass die beiden von einem mysteriösen Mann in einem Anzug und Zylinder verfolgt werden. Dieser stellt sich den beiden als Will A. Zeppeli vor und sucht Jojo auf, um ihn zu trainieren. Mit nur einem Schlag heilt er alle Wunden unseres verletzten Helden und erklärt ihm, dass dies die Kraft des Hamon sei, einer Atemtechnik, die die Energie der Atmung in Angriffs-Energie umwandelt und die, abseits von Sonnenlicht, die einzige Art ist, einen Vampir zu töten. Als JoJo dann auch noch erfährt, dass Dio lebt, schließt er sich willentlich Zeppelis Vorhaben an.

©Hirohiko Araki/SHUEISHA, JoJo’s Animation Project

Nach einer kurzen, aber intensiven Trainingsphase machen sich JoJo, Zeppeli und Speedwagon, der sich geschworen hat JoJo überall hin zu begleiten, auf, um Dio ein für alle Mal zu stoppen. Da werden sie in der Hafenstadt von Wind Knights Lot, einer Stadt, in der früher Ritter ausgebildet wurden, von einem Jungen bestohlen. Dank JoJos und Zeppelis Hamon gelingt es ihnen jedoch, den Jungen, der unter der Hypnose von Dio litt, zu fassen. Tatsächlich war es nämlich nicht seine Aufgabe, die beiden auszurauben. Vielmehr sollte er sie auf den Friedhof der Ritter, die in der Stadt begraben wurden, lotsen. Dort wartet, wie könnte es auch anders sein, Dio, der mithilfe seiner Vampirkräfte eine Armee aus Zombie-Rittern geschaffen hat, um JoJo ein für alle Mal zu töten. Werden es JoJo und seine Begleiter schaffen, zu Dio vorzudringen und ihn zu stoppen, oder wird Dio schlussendlich siegen? Das erfahrt ihr in Vol. 1 von „JoJo’s Bizarre Adventure“.

Part 1 von „JoJo’s Bizarre Adventure” wird oft als der schlechteste aller Parts bezeichnet, da ihm noch viele Elemente fehlen, die JoJo heutzutage zu JoJo machen. Tatsächlich lässt sich auch nicht von der Hand weisen, dass „Phantom Bloods“ Story doch etwas in die Jahre gekommen ist und als Geschichte nichts wirklich Innovatives bietet. Allerdings sollte man „Phantom Blood“ im Gesamtkontext des Franchise sehen: Der Manga kam Ende der achtziger Jahre heraus und bildet quasi eine Art „Prolog“, ohne den die Geschehnisse in späteren Parts unmöglich wären. Auch sind es vor allem die Kämpfe und die Posen, die den Part ausmachen, und sie stellen einen definitiv darauf ein, was mit „Battle Tendency“ folgt.

Bild und Animation

Volume 1 von „JoJo’s Bizarre Adventure“ wurde in 1080p und 16:9 gemastert. Das Bild ist auf Blu-Ray klar, scharf und detailreich, sodass man den Anime ohne bildtechnische Probleme genießen kann.

Auch visuell muss man sagen, dass „JoJo’s Bizarre Adventure“ wirklich bizarr ist. Muskeln dicker als Baumstämme, Farbpaletten, die sich scheinbar willkürlich ändern und viele Posen. Sehr viele Posen. JoJo ist in seiner visuellen Präsentation einzigartig in der Welt der Anime. Während die Kämpfe teilweise dreckig und blutverschmiert gestaltet wurden, zeigen sich der Animations-, wie auch der Zeichenstil sehr sauber, aber auch nicht übermäßig beeindruckend. Aber am Ende des Tages lässt sich doch sagen, dass jede Folge von JoJo visuell definitiv ein Erlebnis ist.

Ton und Synchronisation

Erst einmal die technischen Daten: Der Anime ist auf der Disc mit japanischem und deutschem Ton verfügbar, ersteres natürlich mit deutschen Untertiteln, und beides im Format DTS-HD 2.0. Insgesamt ist der Ton sehr klar und man kann deutlich das Gesprochene von Hintergrundgeräuschen und der Musik unterscheiden. Das sorgt für ein sehr angenehmes Hörerlebnis, welches nicht durch zu laute oder leise Segmente gestört wird. Der Soundtrack überzeugt durch epische orchestrale Songs, die die Kämpfe perfekt begleiten.

Die deutsche Synchronisation von „JoJo’s Bizarre Adventure“ Vol. 1 gehört womöglich zu dem Besten, was deutsche Anime-Synchronisation in den letzten Jahren zu bieten hatte. Patrick Keller als Dialogregisseur gelingt es, die Abenteuer von Jonathan Joestar und seinen Kumpanen auf sehr natürliche Art und Weise nach Deutschland zu bringen. Dabei wird auch penibel auf korrekte Aussprache aller Namen geachtet. Auch wenn alle Synchronsprecher eine außerordentliche Leistung bieten, sind insbesondere Vincent Fallow als Jonathan Joestar sowie Marios Gavrilis als Dio Brando hervorzuheben. Fallow gelingt es Jonathan als Gentleman, der alles verloren hat, in seinem Schmerz zu portraitieren. Aus seiner Stimme hört man heraus, dass er einiges durchgemacht hat, und sich nur widerwillig seinem Bruder entgegenstellt, mit dem er so lange aufgewachsen ist. Gavrilis erfüllt mit seiner Synchronisation von Dio eine sogar noch schwierigere Aufgabe: Takehito Koyasus Stimme ist legendär und unverkennbar mit Dio Brandos Charakter verbunden. Doch Gavrilis schafft es, Dio zu seinem Charakter zu machen, ohne dabei zu verlieren, was diesen ausmacht. Jedoch sei noch einmal erwähnt, dass im Prinzip alle Synchronsprecher und Synchronsprecherinnen einen klasse Job gemacht haben.

Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu, euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Fassung des ersten Volumes von „JoJo’s Bizarre Adventure“.

Das Volume kommt in einer Amaray-Hülle mit eigenem Pappschuber daher. Das FSK-Logo auf dem Schuber ist nur auf der Plastikfolie aufgeklebt. Leider ist das FSK-Logo auf dem Amaray-Inlay aufgedruckt. Zum Glück handelt es sich um ein Wendecover, welches auf der alternativen Seite das Motiv ohne FSK-Logo darstellt. Auf dem Pappschuber, wie auch dem Inlay, ist Jonathan Joestar abgebildet, während auf der Rückseite des Inlays Speedwagon zu sehen ist. Als Extras liegen eine Leseprobe des ersten Volumes des JoJo-Mangas, sowie ein Poster zu „Phantom Blood“ bei.

Fazit

Nicht ohne Grund hat „JoJo’s Bizarre Adventure“ den Legendenstatus inne, der dem Anime zugeschrieben wird. Wenn auch nicht innovativ, ist die Geschichte rund um JoJo, der seinen Bruder Dio stoppen muss, und dabei auch Rache nimmt, zeitlos. Die Präsentation im Anime, mit Musik und Bewegung, ist dabei sehr gelungen und einzigartig, und ist deshalb ein einmaliges Erlebnis.

Die deutsche Synchronisation tut ihr Übriges, um dem Zuschauer die Home-Video-Version schmackhaft zu machen. Die Synchronsprecher*innen sind alle gut gewählt worden, und geben ihr Bestes, um ihre Charaktere zu portraitieren. Dabei wurde auch penibel auf die korrekte Aussprache der verschiedenen Namen geachtet. Insbesondere die Hauptcharaktere Dio und JoJo wurden dabei extrem gut getroffen. Auch sind die Dialoge gelungen übersetzt und geschrieben worden, was für ein rundes Gesamtpaket sorgt. JoJo-Fans kann man daher das erste Volume der deutschen Version von „JoJo’s Bizarre Adventure“ in jedem Falle ans Herz legen. Aber auch Shonen-Fans und anderen Anime-Fans, die bisher noch noch wenig oder keinen Kontakt mit dem JoJo-Franchise gehabt haben, bei denen jeodhc grundsätzlichees Interesse besteht, können wir empfehlen „JoJo’s Bizarre Adventure“ eine Chance zu geben. Insbesondere auch dann, wenn ihr ein Fan von guten deutschen Synchronisationen seid.

Review: JoJo’s Bizarre Adventure Vol. 1 [Blu-Ray]
8.7 / 10 Team
Handlung7.5
Charakterentwicklung8
Animation8.5
Synchronisation10
Unterhaltung9.5
Allgemeine Daten

Veröffentlichung: 01. Juli 2021

Publisher: Kazé Anime

Genre: Action, Supernatural

Laufzeit: 138 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p, 16:9 Format

Ton/Sprache: Japanisch, Deutsch, Doly Digital 2.0 (Stereo)

Untertitel: Deutsch

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Handlung

Jonathan „JoJo“ Joestar, einziger Sohn einer wohlhabenden Familie im England des 19. Jahrhunderts, will ein wahrer Gentleman werden. Als sein Vater jedoch den gleichaltrigen Waisen Dio adoptiert, wird JoJos Gutmütigkeit auf eine harte Probe gestellt. Denn Dio hat es sich zum Ziel erklärt, das Leben seines Adoptivbruders zur Hölle zu machen. Als die beiden volljährig werden, wird ihr Vater plötzlich schwer krank, und JoJo hegt einen üblen Verdacht: Hat Dio ihn vergiftet? Beim Versuch, ihn der Tat zu überführen, kommt es zur Tragödie. Dio setzt sich eine verfluchte Steinmaske auf, die ihn zu einem unsterblichen, blutdurstigen Vampir werden lässt. Um ihn zu bezwingen, muss JoJo die in ihm schlummernde Kraft mit der geheimen Technik Hamon meistern, um auch nur ansatzweise eine Chance gegen den übermenschlichen Dio zu haben. 


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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