©2019 Katsumi Aoyama, Ayu Kandagawa/MAG GARDEN CORP.
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Am 11. März 2021 veröffentlichte der noch relativ junge Verlag „Manga JAM Session“ den ersten von zwei Bänden des Mangas „Wakaba im Kino“ aus dem Jahre 2019. Dabei handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung rund um das New Theatre und seine Filmvorführerin Wakaba. Wir haben uns diesen interessanten Manga angeschaut und verraten euch in dieser Review, was ihr von dem Manga erwarten dürft.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Die Handlung

„Wakaba im Kino“ handelt von der namensgebenden Wakaba, die wie der Titel schon sagt, in dem Programmkino New Theatre arbeitet. Um genauer zu sein ist Wakaba eine Filmvorführerin, bedient also die Projektoren im Vorführraum. Sie ist sehr mysteriös, da sie sich scheinbar gar nicht für Interaktionen mit anderen Menschen interessiert. Alles was Wakaba interessiert ist ihr Job, und Film. Wenn sie ihren Job ausüben kann, ändert sie sich komplett: von desinteressiert zu fasziniert und glücklich. Auch tendiert sie dazu bei ihrem Job ihre Kleidung auszuziehen. Das führt jedoch zu einigen komplizierten Situationen mit verschiedensten Besuchern des Kinos.

Eines Tages wird das Team des New Theatres für eine Aufführung in einer Schule gebucht, da der Schulleiter ein Fan von klassischen Filmen ist. Da Wakaba auch bei ihrem Chef dafür bekannt ist, sich wegen der Hitze rund um den Projektor, während der Arbeit auszuziehen, zwingt dieser sie einen langärmeligen Anzug anzuziehen. Parallel lernen wir den Schüler Kosakai kennen, der faulenzt und sich über die Hitze beschwert. Auch erklärt er seinen Hass für Kinos, da man sich dort wegen der anderen Besucher nicht auf die Filme konzentrieren könne. Genau dieses Vorurteil tritt dann bei der Schulaufführung ein: Mitschüler quatschen, schauen auf ihr Handy und Kosakai ist genervt. Doch gerade als er gehen wollte erblickt er Wakaba, die ihrer Aufgabe mit voller Leidenschaft nachgeht, trotz der hohen Temperaturen. Dieser Anblick beeindruckt ihn so sehr, dass er die restliche Zeit nur noch damit beschäftigt ist, Wakaba bei der Arbeit zuzusehen.

Es ist Nacht im New Theatre. Takashi, ein Lieferbote für ein lokales Ramen-Restaurant, soll eine Lieferung zum New Theatre bringen. Dort angekommen trifft er auf die Empfangsdame Mariko, die das Essen annimmt. Da sie es jedoch in ihrem Alter unmöglich zu Wakaba hochbringen kann, übernimmt Takashi dies. Im Lager trifft er auf Wakaba und versucht mit ihr etwas Smalltalk zu führen. Diese weist ihn jedoch recht schnell ab, nimmt sich ihre Schüssel Ramen und geht zurück zum Vorführraum. Auf dem Weg zurück, geknickt von Wakabas abfuhr, fällt Takashi jedoch auf, dass Wakaba ihre extra bestellten Ajitama vergessen hat. Also geht er zurück und versucht dabei einen Blick auf Wakaba zu erhaschen. Was er sieht ist jedoch nicht was er erwartet hat: Wakaba isst ihre Ramen mit Leidenschaft und vollem Genuss. Am Ende wirkt sie einfach nur glücklich, was im Kontrast zu ihrem sonstigen Verhalten steht. Kurz nach dem Moment sieht Takashi sie wieder in ihrem alten Modus.

Da das New Theatre ein Programmkino ist, zeigt es von Zeit zu Zeit auch eher unerwartete Filme. So auch eines Abends, an dem im New Theatre ein Erotikfilm gezeigt werden soll. Nicht nur das: die Schauspielerin in der Hauptrolle kommt zu Besuch und wird ein Q and A abhalten. Diese Schauspielerin ist Aya Asano, die auch als de Erotikfilm-Königin bekannt war. Als sie im New Theatre mit ihrem Manager und dem Produzenten des Films beim Kino ankommt, werden sie vom Chef, Mariko und einem Stammkunden begrüßt. Aya ist jedoch unzufrieden mit der Beschreibung als „ehemalige“ Erotikfilm-Königin. Das wird erschwert durch den Fakt, dass ihre Begleiter sie nicht ernst zu nehmen scheinen und sie in Letzter Zeit keinen größeren Hit mehr landen konnte. Als sie gerade Richtung Bad stürmen wollte, stößt sie mit der schwer bepackten Wakaba zusammen. Auf sie wirkt Wakaba wie eine schroffe Schönheit, die sich nicht für sie interessiert. Das wühlt sie noch mehr auf und sie lässt auf dem Damenklo ordentlich Dampf ab. Insbesondere die ablehnende Haltung gegen den Erotikfilm an sich geht ihr gehörig gegen den Strich. Nachdem sich Aya etwas beruhigt hat, sieht sie sich im New Theatre etwas um. Ihr Film ist dabei längst gestartet. Auf einmal findet sie sich im Vorführraum wieder und was sie dort erblickt kann sie kaum glauben: Eine Wakaba die total fasziniert ihren Porno ansieht, dabei jedoch auch peinlich berührt reagiert. Sie kämpft mit sich und versucht immer wieder auf die Leinwand zu schauen, muss jedoch auch immer wieder wegsehen. Aya findet diese Reaktion lustig, ist aber auch stolz, da Wakaba ihr mit solch Faszination zugesehen hat. Aya soll jedoch nicht die letzte Besucherin des New Theatre gewesen sein, die auf die eine oder andere Art auf Wakaba trifft…

Der Zeichenstil

„Wakaba im Kino“ ist Katsumi Aoyama und Ayu Kandagawas erste Mangaserie. Das würde man aber beim Lesen des Mangas gar nicht erwarten, ist der Zeichenstil doch sehr ausgeprägt. Lange Beine und dünne Figuren prägen den Zeichenstil der Charaktere. Die Zeichnungen sind dynamisch und gut schattiert, sodass Licht-Effekte zu Vorschein kommen. Insbesondere mit Wakaba zeigt sich jedoch einer der Haupt-Thematiken des Zeichen-Stils: Ihr Körper wird in verschiedensten Posen schwitzend, und nur leicht bekleidet dargestellt. Dabei wird aber nicht der typische Fokus auf den Hintern oder die Brüste genutzt, sondern stattdessen werden die Beine, das Gesicht und insbesondere die Füße Wakabas teilweise leicht erotisch in Szene gesetzt. Die Liebe zum Detail komm dort, aber auch in den anderen Charakterdesigns, zum Tragen.

Über die Autor*innen

Normalerweise würden wir euch hier über die beiden Autor*innen informieren, jedoch ist noch wenig über Katsumi Aoyama und Ayu Kandagawa bekannt. Wir wissen nur, dass Herr Aoyama die Geschichte und Charaktere erschaffen, und den Manga gezeichnet hat, und dass Frau Kandagawa insbesondere als Expertin für die Welt der Kinos fungierte und weitere Aspekte des Mangas konzeptioniert hat. Das bedeutet, dass „Wakaba im Kino“ definitiv im Teamwork entstanden ist. Man spürt jedoch deutlich die Faszination und die Liebe der beiden für das Kino, egal welchen Genres. „Wakaba im Kino“ umfasst zwar „nur“ zwei Bände. Jedoch denken wir, dass Aoyama mit seinem Stil und seiner Leidenschaft, und Kandagawa mit ihrem Wissen sicher noch mit kommenden Reihen Erfolge vor sich haben.

Manga Review: Wakaba im Kino [Band 1]
8 / 10 Team
Gesamtwertung8
Fazit

Mit „Wakaba im Kino“ bringt der junge Verlag „Manga JAM Session“ einen etwas anderen Manga heraus. Der Manga dreht sich rund um Wakaba, auch wenn die einzelnen Episoden nie aus Wakabas Perspektive erzählt werden. Die Episoden drehen sich rund um das Thema Kino in all seinen Facetten. Sei es die Probleme des Kinos heutzutage, oder die negativen Vorurteile gegenüber Erotikfilme und ihre Darsteller. Dabei ist sich der Manga auch nicht zu schade den Hauptcharakter Wakaba etwas sexy in Szene zu setzen, wenn auch mit ungewöhnlichen Methoden. Zeichnerisch ist der Manga detailreich und schön anzusehen. Insbesondere wenn Wakaba ihren Projektor bedienen darf, sind die Zeichnungen ganz besonders schön anzusehen. Insgesamt war es uns eine große Freude den Manga zu lesen.

Wer episodische Manga mag, Interesse an der Welt der Programmkinos hat, und Interesse an einem mysteriösen Hauptcharakter wie Wakaba hat, sollte „Wakaba im Kino“ definitiv eine Chance geben.

DIE HARTEN FAKTEN

Deutscher Titel: Wakaba im Kino
Originaltitel: Eishashitsu no Wakaba-san
Deutscher Verlag: Manga JAM Session
Manga-ka: Kei Ohkubo
Genre: Slice of Life, Kino
Band: 1
Erscheinungstermin: 11. März 2021
Kapitelanzahl: 7
Seiten: 194
Extras: –

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Handlung

Irgendwo im Stadtzentrum gelegen befindet sich ein Kino – gegründet im Jahr 1961 zeigt es aber auch heute nur Retrofilme und trägt den Namen „New Theatre“. Versteckt in einem der engen und stickigen Projektionsräume hinter den Zuschauerplätzen legt Wakaba, eine super-coole aber auch etwas reservierte Filmvorführerin, lautlos einen Film nach dem anderen in den Projektor. Doch auch wenn sie es nicht ahnt, hat sie viele heimliche Verehrer gesammelt… Spannende Geschichten über den Alltag eines Retrokino-Mädchens, gezeichnet vom vielversprechenden Newcomer-Mangaka Aoyama Katsumi.


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