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Im Juli startete mit der Veröffentlichung der insgesamt 13. DVD-Box zur „Detektiv Conan“-TV-Serie zugleich der Release der „neuen“ deutschen Episoden ab Folge 334, die erstmals 2018 bei ProSieben MAXX im Free-TV ausgestrahlt wurden. Natürlich haben wir uns auch diese Box für euch genauer angesehen und verraten euch, was ihr davon erwarten dürft.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

In Sachen „Detektiv Conan“ halten wir es mit unseren Reviews auch weiterhin so, dass wir uns ob der Fülle an Episoden je Box nur einige Highlight-Episoden herausgreifen, auf die wir in unserer Rezension genauer eingehen. Dabei löst die 13. DVD-Box direkt mit ihren ersten drei Episoden einen Cliffhanger auf, mit dem deutsche Fans des kleinen Meisterdetektivs wirklich viele Jahre leben mussten, bevor es 2018 endlich die Erlösung gab. Das bedeutet zugleich eine Beteiligung der Männer in Schwarz, was meist gleichbedeutend mit wirklich spannenden Episoden ist. Zudem sind auch die Detective Boys, Sonoko, Rans Mutter Eri und Shinichis Mutter Yukiko sowie Heiji und Kazuha in Box 13 wieder mit von der Partie, so dass es an Highlights nicht mangelt.

Gleich zu Beginn von Box 13 erwartet die Zuschauer die Parts 3 bis 5 der fünfteiligen Story „Der stumm zurückgelassene Beweis“. Diese begann in Box 12 damit, dass es Conan und Professor Agasa gelungen ist, in den Besitz eines auf einer Diskette befindlichen Tagebuchs eines Programmierers zu gelangen, der eine Auftragsarbeit für die Männer in Schwarz erledigen sollte. Allerdings ist der Programmierer namens Itakura mittlerweile tot, was die schwarze Organisation jedoch noch nicht zu wissen scheint. Conan möchte das zu seinem Vorteil nutzen und entdeckt im Tagebuch des Mannes versteckten Text, aus dem hervorgeht, dass er bezüglich der Softwareübergabe eine Mail der Männer in Schwarz erwartet, die genau um 00:00 Uhr – nur wenige Stunden nachdem Conan die Botschaft im Tagebuch entdeckt hat – eintreffen soll.

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Zudem erfahren Conan und Prof. Agasa, dass Itakura den Scheck der schwarzen Organisation sowie das unfertige Programm, das diese von ihm haben wollten, in seiner Berghütte versteckt hat. Natürlich machen sich die beiden sofort auf den Weg dorthin, finden vor Ort tatsächlich besagte Gegenstände und warten dort auch auf die Mail der Männer in Schwarz. Als diese eintrifft ist sie jedoch verschlüsselt und verschwindet, nachdem sie nicht innerhalb von 10 Sekunden geöffnet wurde. Schon kurz darauf meldet sich Wodka per Telefon in der Berghütte und Conan gibt sich mit Hilfe des Stimmentransposers als Itakura aus. Mit einigen Flunkereien gelingt es ihm mit Wodka einen neuen Zeitpunkt für die Übergabe des Programms auszumachen, die nun wenige Stunden später in einer im Bau befindlichen U-Bahn-Station in Tokio stattfinden soll.

Doch werden es der Professor und Conan rechtzeitig durch das Schneegestöber nach Tokio schaffen. Und selbst wenn, werden sie den Männern in Schwarz wirklich näherkommen? Oder kommen sie ihnen vielleicht sogar zu nah?…

Nach einigen eher ruhigen Episoden folgt als nächstes Highlight dann der Einteiler „Ninjakunst: die Alibi-Erschaffungs-Technik“. Dass es Einzelepisoden zu den Highlights schaffen ist eher selten, da diese einfach nicht den gleichen erzählerischen Tiefgang bieten können, wie die Mehrteiler. Allerdings ist besagte Episode deswegen besonders interessant, da das Opfer dem Täter hier unfreiwillig selbst ein Alibi verschafft, was selbst für Conan gar nicht so einfach zu durchschauen ist…

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Ein wenig später folgt dann die Doppelfolge „Heiji Hattori in Lebensgefahr“ – und der Name ist Programm. Dabei gilt das aber nicht nur für Heiji selbst, sondern auch für Kazuha. Beide hatten sich für einen Besuch bei Conan, Kogoro und Ran angekündigt, tauchen jedoch auch eine Stunde nach der vereinbarten Zeit nicht auf. Conan und Kogoro finden heraus, dass sich die beiden nach ihrer Ankunft in Tokio zunächst noch mit einem ehemaligen Polizisten aus Osaka treffen wollten, der nun in Tokio in einer Detektei arbeitet. Dabei sind sie aber entführt worden und Heiji wird gezwungen einen Code zu entschlüsseln, der die siebenstellige Kombination zu einem Schließfach preisgeben soll, in dem sich kompromittierende Beweise finden, die den Entführer schwer belasten. Wird es Conan mit nur wenigen Anhaltspunkten gelingen herauszufinden, was mit Heiji und Kazuha passiert und ist? Und werden sie die beiden unversehrt retten können?

Kurz darauf bekommt der Zuschauer eine Dreifachepisode geboten, bei der erneut Heiji seine Finger im Spiel hat, denn in Tokio scheint ein Serienbrandstifter sein Unwesen zu treiben, der an allen seinen Tatorten ein rotes Plastikpferd hinterlässt. Und wo er schonmal in der Stadt ist, kann sich Heiji diesen Fall natürlich nicht entgehen lassen, zumal eine Frau seinem Bekannten den Auftrag erteilt hat, Nachforschungen über eine verdächtige Person anzustellen, die sich nachts rund um ihr Haus aufgehalten haben soll. Als Heiji, Kogoro und Conan an dessen Stelle bei der Frau eintreffen, spricht diese aber von einem Missverständnis. Doch während die drei noch vor dem Haus warten, wird die Frau gleich von mehreren Personen aufgesucht. Dabei handelt es sich um einen schüchternen Antiquitätenhändler, den sie gleich davonscheucht, einen Feng-Shui Meister, der nicht nur ein Bekannter ihres Ehemanns zu sein scheint, sondern mit dem sie offenbar auch eine Affäre hatte, sowie ihre Schwester, die sich irgendwie als Wahrsagerin über Wasser hält und sich bei ihrer Schwester Geld leihen möchte.

Als dann auch der Ehemann nach Hause kommt, geht dieser mit seinem Freund, dem Feng-Shui Meister, etwas trinken. Doch schon kurz nachdem die beiden das Haus verlassen haben, steht das Haus in Flammen und die Frau, die noch immer daheim war, stirbt den Feuertod. Zudem wird am Tatort einmal mehr ein rotes Plastikpferd entdeckt. Werden Conan und Heiji den Täter ausfindig machen können, der sich offenbar an Agatha Christies Roman „Die Morde des Herrn ABC“ orientiert?

Gegen Ende der Box folgt dann noch die zweiteilige Episode „Zwei ähnliche Prinzessinnen“. Kogoro hat von einer reichen Klientin den Auftrag erhalten herauszufinden, wer in ihrem Haus ihrem Mann nach dem Leben trachtet. Dafür soll er das stolze Honorar von 10 Millionen Yen erhalten. Blöd nur, dass er von diesen 10 Millionen Yen schon vor Abschluss des Auftrags gute 8 Millionen für Alkohol und Glücksspiel aus dem Fenster wirft. Wie im Schockzustand verfällt er dadurch ins Delirium, doch Ran gelingt es ihre Mutter Eri zur Hilfe zu holen, die sich des Falls gemeinsam mit ihrer Tochter und Conan annehmen möchte.

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Vor Ort treffen die drei dann nach nur kurzer Zeit auf Shinichis Mutter Yukiko Kudo, die ebenfalls als Vertretung für ihren Mann angereist ist, da Yusaku ein Bekannter des Schwagers des bedrohten Hausherren zu sein scheint, der ihn um Hilfe bat. Dabei treffen Rans und Shinichis Mutter nach Ewigkeiten wieder aufeinander und es kommt eine alte Geschichte hoch, bei der die beiden vor gut 20 Jahren an der Wahl zur Miss Teitan teilnahmen, die mit einem Gleichstand von 10.000 zu 10.000 Stimmen ausging, da ein Stimmberechtigter seine Stimme nie abgab. Durch diese Rivalität angestachelt machen sich die beiden Frauen an die Lösung des Falls, der plötzlich zu einem Mordfall wird, als der Hausherr tatsächlich erschossen wird. Doch natürlich nimmt auch Conan die Ermittlungen auf. Werden sie das Rätsel lösen können?

Die wichtigsten Charaktere:

Eigentlich würden wir euch an dieser Stelle die wichtigsten wiederkehrenden neuen Charaktere vorstellen. Allerdings gibt es davon in den Episoden 334 bis 359 keine, die nicht bereits zuvor einen Auftritt hatten, weshalb der Abschnitt diesmal entfällt.

Bild und Animation:

Für uns im deutschsprachigen Raum mögen die „Conan“-Episoden 334 bis 359 war noch immer recht frisch sein, doch das ändert nichts daran, dass die Folgen eigentlich bereits so alt sind, dass sie noch immer im früheren Standardformat von 16:9 daherkommen. Altersbedingtes Grieseln oder Flackern im Bild war diesmal gar nicht wahrzunehmen. Man hat bei Box 13 jedoch das Gefühl, dass bei der Nachbearbeitung des Bildmaterials eine Art Weichzeichnungsfilter über das Bild gelegt wurde, der vorher erwähnte Alterserscheinungen zwar ausmerzt, jedoch dazu führt, dass das Bild oft etwas unscharf erscheint. Das ist uns in dieser Box erstmals so extrem aufgefallen, war aber zum Glück nur selten wirklich störend. Ansonsten bleibt alles wie gehabt: Man sieht dem Anime sein Alter durchaus an, sowohl in Sachen Bildschärfe, als auch Charakterdesign, doch die Animationen sind weiterhin in Ordnung, wenn auch keine Meisterleistung.

Ton und Synchronisation:

Der Ton der Serie wird weiterhin über eine Stereotonspur im Dolby Digital Format ausgegeben, die qualitativ – gerade vor dem Hintergrund des Alters der Serie – weiterhin absolut in Ordnung ist. Die fehlende Surroundtonspur oder das nicht vorhandene DTS-Format sind hier verschmerzbare Mankos. Erwähnen sollte man noch, dass die deutsche Conan-Episoden ab Folge 334 mit den japanischen Openings daherkommen, da man hier keine neuen deutschen Songs für produziert hat. Gerade das Opening „Kimi To Yakusokushita Yasashii Ano Basho Made“ von U-ka saegusa IN db, das ab Episode 358 Verwendung findet, ist dabei aber wirklich gut gelungen.

Da zwischen der deutschen Synchronisation der 12. und der 13. Box viele Jahre liegen, gibt es ab Episode 334 durchaus einige Änderungen zu berichten. Dabei muss man jedoch zunächst erwähnen, dass sich KAZÉ die größte Mühe gegeben hat, die alten Sprecher einmal mehr für ihre angestammten Rollen zu gewinnen, was bei einem Großteil der wichtigen Charaktere auch geklappt hat. Richtig auffällige Änderungen im Cast gab es vor allem bei Ayumi, die mit Tanja Schmitz ihre mittlerweile dritte deutsche Stimme hat, sowie bei Professor Agasa, der nun von Frank Ciazynski gesprochen wird. Dabei handelt es sich bereits um die vierte deutsche Stimme des Professors, was aber am Rentenalter bzw. dem Tod der vorherigen Sprecher liegt und damit höhere Gewalt ist.

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Auch Rans Freundin Sonoko hat mit Jill Böttcher eine neue deutsche Synchronstimme, deren Änderung aber weniger stark auffällt, als bei den beiden vorher genannten. Insgesamt muss man sagen, dass der Cast wieder einen sehr guten Job gemacht hat, obwohl es für viele Sprecher sicher nicht einfach war, nach so vielen Jahren wieder in die alten Rollen zurückzufinden. Übrigens gibt es in einer der Episoden auch einen Versprecher von Kogoro, bei dem dieser von der „Polinalkrimizei“ redet, der mittlerweile schon fast Kultstatus erreicht hat. Gesamthaft ist der deutsche Ton aber weiterhin gut gelungen, auch wenn die Leistung des Hauptcasts sich natürlich von einigen Nebencharakteren abhebt.

Achtung: Auf den Discs ist nur die deutsche Synchronisation der Serie, nicht aber der japanische Originalton enthalten!

Physische Umsetzung:

Natürlich spielt die physische Aufmachung des Produkts auch diesmal keine Rolle für die Gesamtwertung unserer Rezension. Die nachfolgende Beschreibung dient euch dabei als einfacher Überblick, der euch bei einer möglichen Kaufentscheidung unterstützen kann.

Auch bei Box 13 bleibt man dem grundlegenden Design der vorherigen Conan-Boxen treu, so dass auch diese als mehrfach aufklappbares Digipack im eigenen Schuber daherkommt. Auf dem Schuber selbst, der eine vernünftige Stabilität besitzt, wurde auf ein aufgedrucktes FSK-Logo verzichtet. Ein solches befindet sich dafür auf dem Digipack. Auf der Front von Schuber und Digipack ist diesmal Prof. Agasa mit Conan und Shinichi im Hintergrund abgebildet.

Als Extra ist wieder ein Booklet mit dabei, das als Episodenguide fungiert.

Fazit:

Die 13. DVD-Box der „Detektiv Conan“ TV-Serie liefert den Fans endlich den Start der neuen deutschen Episoden aus dem Jahr 2018, die den Cliffhänger aus den zwei abschließenden Episoden der 12. Box aufgreifen und mit drei weiteren Folgen zu einem Abschluss führen. Dabei spielen die Männer in Schwarz eine wichtige Rolle und es kommt zu mehreren wirklich spannenden Situationen. Nachdem die Episoden dann erstmal ein wenig seicht dahinplätschern, folgen wieder spannende Fälle, an denen auch Heiji Hattori, Eri Kisaki und Yukiko Kudo nicht ganz unbeteiligt sind.

Die Bildqualität ist immer noch recht gut, jedoch scheinen die Unschärfen zugenommen zu haben, die aber zum Glück nur selten stören. Bezüglich der deutschen Synchronisation ist es gelungen, einen ganz großen Teil der wichtigsten Sprecher erneut zu engagieren und auch die wenigen neuen Sprecher machen einen soliden Job. Es ist schön, dass es damit auch Jahre später gelungen ist, vernünftig an die älteren synchronisierten Folgen anzuknüpfen.

Conan-Fans dürfen also bedenkenlos bei der Box zugreifen. Auch wenn die meisten Episoden unabhängig voneinander geschaut werden können, ist diese Box aber nicht alleine zu empfehlen, sondern zumindest die finalen beiden Episoden von Box 12 sollte man gesehen haben, bevor man sich an diese 13. DVD-Box wagt.

Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 13
7.9 / 10 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung7.5
Animation7
Synchronisation8
Unterhaltung8.5

Allgemeine Daten:

Veröffentlichung: 02. Juli 2020
Publisher: KAZÉ
Genre: Mystery, Krimi
Episoden: 334 – 359
Laufzeit: ca. 650 Min
FSK: 12
Format: 4:3
Ton/Sprache:  Dolby Digital 2.0 Deutsch
Untertitel: –

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Detektiv Conan – Die TV-Serie – Box 13 (Episoden 334-359) [5 DVDs]

Handlung:

Dank des aktuellen Falls hat Conan erneut eine Spur zu den Männern in Schwarz. Anhand von Itakuras digitalem Tagebuch findet er heraus, dass dieser von der Organisation dazu gezwungen wurde, ein gefährliches Programm zu entwickeln. Doch kurz vor der Fertigstellung entschied er sich dazu, die unvollendete Software in seiner Berghütte zu verstecken und das Land zu verlassen. Mit Professor Agasa macht sich Conan auf den Weg, die Software zu besorgen, um sich dann mit Wodka zur Übergabe zu treffen … Eine weitere Verabredung hat der kleine Detektiv mit Heiji und Kazuha. Als diese nicht zum verabredeten Zeitpunkt erscheinen und ihre Handys ausgeschaltet sind, begeben sich Ran und Conan auf die Suche – aber die zwei aus Osaka scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Da ruft Heiji plötzlich Kogoro an und übermittelt ihm einen Code, den er unbedingt knacken soll …


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