© YayoiSo/comico/ReLIFE Laboratory All Rights Reserved

Anfang August veröffentlichte KAZÉ das erste Volume der Serie „ReLIFE“ auf DVD und Blu-Ray. Wir haben uns gemeinsam mit Protagonist Arata auf seine etwas andere Verjüngungskur begeben und verraten euch, was ihr vom Beginn des Anime erwarten könnt.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Arata Kaizaki

Die Geschichte von „ReLIFE“ dreht sich um Arata Kaizaki. Arata ist 27 Jahre alt und in etwa das, was man gemeinhin mit dem Akronym NEET (engl. Not in Education, Employment or Training) bezeichnen würde. Nachdem er seinen Masterabschluss in der Tasche hatte, war unser Protagonist zwar zunächst bei einem Unternehmen angestellt, hat dieses jedoch nach gerade einmal drei Monaten wieder verlassen. Warum genau er sich dafür entschieden hat, das erfahren wir ganz zu Beginn noch nicht, doch recht schnell wird klar, dass er mit seiner Zeit bei dieser Firma offenbar irgendein Trauma verbindet.

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Seitdem er gekündigt hat, wird er zwar immer wieder einmal zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, findet jedoch im Endeffekt keinen Job. Dieses Szenario erscheint durchaus realistisch, wenn man weiß, wie viel Wert auf dem japanischen Arbeitsmarkt auf Kontinuität und Loyalität zu einem Unternehmen gelegt wird. Finanziell hält sich Arata derweil mit Gelegenheitsjobs und Unterstützung durch seine Eltern über Wasser. Gegenüber seinen Freunden ist es ihm peinlich, seine Arbeitslosigkeit einzugestehen, weshalb er ihnen vorspielt, noch immer bei seinem ursprünglichen Arbeitgeber beschäftigt zu sein.

Ryou Yoake

So kommt es, dass er eines Abends von besagten Freunden eingeladen wird, mit ihnen etwas trinken zu gehen. Dafür schmeißt er sich extra in seinen Anzug, um die Rolle des Büroangestellten, der gerade von der Arbeit kommt, überzeugend spielen zu können. Auf dem Rückweg von diesem Get Together versinkt er langsam im Selbstmitleid, als ihn plötzlich ein Anruf seiner Mutter erreicht, die ihm die finanzielle Unterstützung von daheim auf Grund seines fortgeschrittenen Alters ab sofort aufkündigt. Da hilft es nicht unbedingt, dass Arata nur einmal mehr von einem kürzlich verpatzten Bewerbungsgespräch berichten kann. Es scheint also fast so, als könne es nicht mehr schlimmer kommen…

In diesem Moment wird unser Protagonist von einem jungen Mann in ähnlichem Alter auf der Straße angesprochen. Dieser stellt sich als Ryou Yoake, Angestellter der ReLIFE-Forschungseinrichtung, vor und unterbreitet Arata einen Vorschlag, der sich eigentlich zu gut anhört, um wahr zu sein. So soll er an einem Resozialisierungsexperiment teilnehmen, bei dem er mit Hilfe einer mysteriösen Pille sein Äußeres aus seiner Oberschulzeit zurückerlangt und an einer ausgewählten Schule noch einmal ein Jahr lang die Abschlussklasse besuchen. Im Gegenzug übernimmt die ReLIFE-Forschungseinrichtung über die Dauer dieses Jahres alle anfallenden Lebenshaltungskosten und verspricht Arata, ihm bei erfolgreichem Absolvieren des ReLIFE-Programms am Ende sogar einen Job zu vermitteln.

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Erneut die Schulbank drücken

Im angetrunkenen Zustand nimmt Arata die Pille noch am gleichen Abend ein und staunt nicht schlecht, als er sich am nächsten Morgen äußerlich nicht nur tatsächlich in seinem Oberschul-Ich wiederfindet, sondern auch als Ryou plötzlich vor seiner Wohnungstür auftaucht und ihn mit den groben Details seines bevorstehenden ReLIFEs vertraut macht. Dazu zählt nicht nur eine Broschüre mit Informationen zur Schule, die Arata in Kürze besuchen wird, sondern auch die Tatsache, dass er niemandem von seiner Teilnahme an diesem Experiment erzählen darf, wenn er nicht dessen Abbruch und den Teilverlust seiner Erinnerungen riskieren möchte. Zudem macht Ryou ihm klar, dass alle Menschen mit denen er in diesem Jahr mehr zu tun haben wird, seine Existenz am Ende des Experiments vergessen werden, da der Oberschüler Arata Kaizaki ja eigentlich gar nicht existieren sollte.

Als Arata dann tatsächlich am ersten Schultag seine Klasse an der Aoba Oberschule betritt, fühlt sich für ihn alles unwirklich und ungewohnt an. Gleich zu Beginn blamiert er sich, als er sich auf den falschen Platz setzt und auch bei der anschließenden Begrüßungsrunde kommt er ziemlich steif rüber. Doch es kommt noch schlimmer: Als die junge Klassenlehrerin Frau Amatsu seine Schultasche kontrolliert, findet sie eine Schachtel Zigaretten darin vor und Arata realisiert erst einige Sekunden später, was das für ihn als Oberschüler bedeutet. Hinzu kommt, dass sich auch Ryou Yoake, sein ReLIFE-Betreuer, in verjüngter Form in seiner Klasse befindet, was er ihm vorher nicht mitgeteilt hat, um sich einen Spaß zu erlauben. Zudem finden gleich am ersten Tag Tests in mehreren Fächern statt, wovon Arata keine Ahnung hatte und in denen er daher kläglich versagt. Dabei hat er Glück, dass er sie überhaupt ausfüllen kann, denn Schreibutensilien hat er zu allem Überfluss auch noch daheim vergessen. Glücklicherweise leiht ihm seine Sitznachbarin Rena einen Stift.

Rena und Chizuru

Auch wenn der Start ins erneute Schulleben für Arata damit alles andere als glatt verläuft, so gelingt es ihm doch recht schnell Anschluss zu finden und es kristallisieren sich zügig die Klassenkameraden heraus, mit denen er sich gut versteht und mehr zu tun hat. Dazu gehören neben seiner strebsamen und ehrgeizigen Sitznachbarin Rena auch der vor ihm sitzende Kazuomi Ooga, seine Mitschülerin An Onoya, die am ersten Tag ebenfalls in allen Tests versagt hat, sowie die intelligente, aber kommunikationsschwache Chizuru Hishiro. Während Arata und An in einer wöchentlichen Schleife aus Wiederholungstests gefangen sind, aus der sie erst entkommen, wenn sie alle Fächer bestanden haben, lassen sie sich von Kazuomi Nachhilfe geben. Dieser ist nicht minder intelligent als Chizuru oder Rena, auch, wenn er in Sachen zwischenmenschliche Gefühle vielleicht das ein oder andere Mal auf dem Schlauch steht.

Damit ist er jedoch kein Vergleich zur sozial völlig aufgeschmissenen Chizuru, der es nicht nur schwer fällt, andere Menschen einzuschätzen, sondern die sich im Alltag auch selbst schwer ausdrücken kann. Das führt dazu, dass sie eigentlich immer eher alleine ist, doch Aratas offene Art bedingt, dass sich die beiden miteinander anfreunden. Nun würde sich Hishiro eigentlich auch gerne mit ihrer Klassenkameradin Rena anfreunden. Daher versucht sie dieser immer, wenn sich die Blicke der beiden treffen, freundlich zuzulächeln. Das Problem: Hishiros Lächeln wirkt dabei eher wie eine abschätzige Grimasse, was Rena auf die Palme bringt, die sowieso schon schlecht auf Hishiro zu sprechen ist, die als bestes Mädchen in den Tests gemeinsam mit Kazuomi, für den Rena offenbar Gefühle hegt, das Amt der Klassensprecherin ausüben darf. So fühlt sich Rena, als habe Hishiro ihr den Platz neben Kazuomi gestohlen, was letztere freilich nicht bemerkt. Da helfen die Lächelversuche und weitere Missverständnisse zwischen den beiden auch nicht gerade weiter, weshalb sich langsam aber stetig etwas zwischen ihnen zusammenbraut. Arata, dem das durchaus auffällt, überlegt derweil, wie er die Situation positiv beeinflussen kann.

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Doch was genau passiert mit der Spannung, die zwischen Rena und Hishiro herrscht? Und wie geht es eigentlich mit Aratas endlosen Tests weiter? Das möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Schaut euch das erste Volume der Serie „ReLIFE“ doch am besten einfach selbst an!

Bild und Animation

Es wundert kaum, doch natürlich kommt „ReLIFE“ im aktuellen Standardformat von 16:9 daher. Dabei weist die Serie eine Full HD Auflösung von 1080p auf. Bei der Farbgebung hat man ob der Slice-of-Life-Thematik der Serie versucht, eher realitätsnah vorzugehen. Rena mit ihren stark rötlichen Haaren, die aber nicht unnatürlich wirken, fällt da fast schon aus dem Raster, denn insgesamt ist das gut gelungen. Gerade bei Rückblicken in Kaizakis Vergangenheit bei seinem ersten Job, nutzt man aber auch geschickt gedecktere Farbtöne, um die Stimmung dieser Szenen zu untermalen. Dabei weist das Bild zu jeder Zeit einen ordentlichen Schärfegrad auf.

Bezüglich der Animationen stellt der Anime durch seine Genre-Ausrichtung keine allzu großen Ansprüche. Insgesamt lässt sich die Animationsleistung von TMS Entertainment als grundsolide einstufen. Dabei sehen die Bewegungen flüssig aus und man hat immer wieder auch gut auf Licht und Schatten geachtet. Natürlich gibt es dennoch viel Luft nach oben, wenn man die Animationen mit visuellen Meisterwerken, wie beispielsweise „Violet Evergarden“, vergleicht. Das dürfte aber auch nicht der Anspruch des Anime sein. Gesamthaft ist das Bild so oder so durchaus überzeugend.

Ton und Synchronisation

Der Ton des Anime wird im Format Dolby Digital ausgegeben. Qualitativ kann das zwar nicht ganz mit einer DTS-Tonspur mithalten, aufgrund des Slice-of-Life-Fokus der Serie fällt das aber nicht allzu sehr ins Gewicht. Den qualitativen Unterschied bemerken sowieso nur all jene, die ein entsprechenden Soundsystem zur Verfügung haben. Gleiches gilt übrigens für die fehlende Surroundtonspur, die bei „ReLIFE“ kein echtes Manko darstellt, da der Fokus hier klar auf den Dialogen und nicht auf pompöser Hintergrundmusik oder Soundeffekten liegt. Hervorzuheben ist noch, dass jede Episode der Serie einen eigenen Ending-Song besitzt, was ein nettes Feature darstellt.

Bezüglich der deutschen Synchronisation der Serie gilt einmal mehr: Die Stimmauswahl ist immer persönliche Geschmackssache. Wir finden, dass dies bei den meisten wichtigen Stimmen gut gelungen ist. Gerade Daniela Molina (u.a. Aqua in KonoSuba) als Chizuru Hishiro gefällt uns sehr gut, da sie ihre Performance gelungen an den Charakter anpasst. Chizuru spricht nämlich auch im Original eher monoton, was durch die gute Leistung der deutschen Sprecherin auch in der hiesigen Vertonung entsprechend gut herüberkommt. Einige etwas weniger wichtige Rollen, wie beispielsweise Frau Amatsu oder Honokas Kindheitsfreunde Akira Inukai und Nobunaga Asaji finden wir indes leider weniger passend besetzt. Zudem hat man das Gefühl zwischen den Sprechern der Haupt- und einiger Nebencharaktere im direkten Vergleich einen leichten Leistungsabfall zu bemerken. Insgesamt ist die deutsche Vertonung aber durchaus in Ordnung. Wer dennoch nicht damit warm wird, der kann natürlich jederzeit auf das japanische Original mit Untertiteln zurückgreifen, das ebenfalls Teil der deutschen Disc-Veröffentlichung ist.

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Physische Umsetzung

Die physische Umsetzung des Produkts ist auch diesmal kein wertungsrelevanter Punkt unserer Rezension. Dennoch geben wir euch einen entsprechenden Überblick, der euch zeigen soll, was euch bei einem Kauf erwartet. Die nachfolgenden Informationen und Bilder beziehen sich dabei auf die limitierte Blu-Ray-Version des ersten Volumes von „ReLIFE“.

Das erste Volume der Serie kommt dabei als Digipack im eigenen Pappschuber daher. Letzterer ist einigermaßen stabil. Während man auf dem Pappschuber auf ein aufgedrucktes FSK-Logo verzichten konnte, befindet sich ein solches leider auf dem Digipack, auf dessen Front Ryou Yoake und Arata Kaizaki in ihren Oberschüler-Körpern zu sehen sind. Die Rückseite des Digipacks zeigt mehrere Screenshots aus der Serie, während auf der Front des Pappschubers nur Arata abgebildet ist. Zudem liegt dem Ganzen ein Sammelschuber bei, der Platz für die drei Volumes der Serie bietet. Auf diesem sind ebenfalls Ryou Yoake und Arata Kaizaki zu sehen, letzterer sowohl erwachsen, als auch als Oberschüler. Auf das fest aufgedruckte FSK-Logo wurde hier löblicherweise verzichtet.

Als physisches Extra dürfen sich Käufer indes auf ein dünnes Booklet freuen, das im Prinzip als Episodenguide fungiert.

Fazit

Mit dem ersten Volume von „ReLIFE“ präsentiert uns KAZÉ eine Slice-of-Life-Story der etwas anderen Art. Dabei nutzt die Geschichte mit der Pille, die in der Lage ist einen Menschen äußerlich in sein Oberschulalter zurückzuversetzen, ein einziges kleines übernatürliches Element, was die Story so aber erst möglich macht. Die Handlung rund um das ReLIFE-Resozialisierungsprogramm, den beruflich gescheiterten Arata Kaizaki und seine neuen Mitschüler, schafft es dabei geschickt jede Menge Humor mit dramatischen und emotionalen Elementen und teils sogar mit Gesellschaftskritik zu verbinden. Doch das beste ist, dass diese Kombination wirklich extrem unterhaltsam daherkommt und den Anime zu einer der interessantesten und vielleicht besten Slice-of-Life-Serien der letzten Jahre macht. Die Animationen sind dabei gelungen, wenn auch nichts Besonderes, während die deutsche Synchronisation ebenfalls grundsolide erscheint, aber dennoch die ein oder andere kleine Schwäche aufweist.

Gesamthaft würden wir auf Basis des ersten Volumes jedem Slice-of-Life-Fan empfehlen, mal einen Blick auf „ReLIFE“ zu werfen. Es lohnt sich!

Review: ReLIFE Vol. 1 [Blu-Ray]
8.3 / 10 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung9
Animation8
Synchronisation7.5
Unterhaltung8.5
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 06. August 2020

Publisher: KAZÉ

Genre: Slice of Life, Comedy, Romance, Drama

Laufzeit: ca. 125 Minuten

FSK: 6

Bild: 1080p

Ton/Sprache: Dolby Digital 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

Der 27-jährige Arata Kaizaki ist ein typischer NEET. Seinen Freunden spielt er vor, einen Job zu haben, und seine eigene Mutter dreht ihm den Geldhahn zu, nachdem er mal wieder ein Bewerbungsgespräch versemmelt hat. Da steht plötzlich ein Typ namens Ryo Yoake vor ihm, der angibt, für das ReLIFE-Forschungsinstitut zu arbeiten. Er schlägt Arata einen Deal vor: Als Kandidat eines Experiments müsste er nur eine eigens entwickelte Pille nehmen, im Gegenzug würde das Institut ein Jahr lang sämtliche Unterhaltskosten bezahlen. Danach winkt sogar ein Jobangebot. Betrunken und ohne groß zu überlegen, schluckt Arata das Mittel – und sieht am nächsten Morgen zehn Jahre jünger aus. So bekommt er die Chance, erneut ein Jahr in der Abschlussklasse einer Oberschule zu verbringen und sein Leben noch mal neu aufzubauen!


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