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Seien es Filme, TV-Dramen oder Anime – die Yakuza (japanische Mafia) haben sich im Laufe der Zeit in der modernen Popkultur als fester Bestandteil etabliert. Maßgeblich dazu beigetragen hat SEGA, denn der japanische Publisher brachte vor knapp 15 Jahren die Mysterien und Abenteuer rund um die Yakuza auf die heimische Konsole. Seither genießt das Franchise an großer Beliebtheit, die bis heute noch deutlich spürbar ist.

Mit dem Start der Xbox Series in der vergangenen Woche dürfen wir nun „Yakuza: Like a Dragon“, den neuesten Ableger der Reihe in den Händen halten. Wie uns das Rollenspiel, gefallen hat, das erfahrt ihr in unserer Rezension. An dieser Stelle sollte nochmal erwähnt werden, dass wir keinen „Yakuza“-Teil gespielt haben. Ein Vergleich bzw. Parallelen mit den Vorgängern können daher nicht gezogen werden.


Ehre und Stolz – dafür steht die Yakuza

Wir schlüpfen in die Rolle von Ichiban Kasuga, einem unbedeutenden Fußsoldaten der „Arakawa“-Familie des „Tojo“-Clans. Kasuga ist ein aufmüpfiger junger Mann, der schnell das Temperament verliert und schnell in Schwierigkeiten gerät. Daher genießt er innerhalb der Familie kein großes Ansehen, weshalb er oftmals als Laufbursche eingesetzt wird. Eines Tages im Jahr 2001 wird Kasuga von Patriarch Masumi Arakawa gebeten für einen Mord ins Gefängnis zu gehen – eine Tat, die er nicht begangen hat. Pflichtbewusst und loyal, wie Kasuga ist, stimmt er dem Vorschlag zu und wandert freiwillig in den Knast, wo er ganze 18 Jahre absitzt.

Wir springen nun in die Zukunft: Es ist das Jahr 2019 und der mittlerweile 42 jährige Kasuga steht kurz vor seiner Entlassung. Doch bevor er einen Fuß nach draußen setzt, bereitet sich unser Protagonist mental auf das langersehnte und emotionale Wiedersehen mit seiner Familie vor. Aber es kommt anders als erwartet: Niemand erwartet den selbsternannten Held, der nun verständlicherweise völlig verwirrt und überrascht ist. Um zu erfahren, was mit seiner Familie passiert ist und warum niemand ihn erwartet hat, begibt sich Kasuga auf die Suche nach der Wahrheit.

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Starker Kontrast zwischen Humor und Ernsthaftigkeit

Das Wichtigste gleich vorweg: „Yakuza: Like a Dragon“ erzählt eine eigene Story und ist somit unabhängig von den anderen Teilen. Besonderes Vorwissen wird daher nicht benötigt, sodass Neulinge (uns eingeschlossen) der Story problemlos folgen können. Das Spiel überzeugt mit seiner tiefgründigen Handlung, die uns seit der ersten Minute in ihren Bann gezogen hat. Dabei punktet nicht nur die überwiegend ernste Haupthandlung, sondern auch die zahlreichen Side-Stories, die das ganze Geschehen nochmal auflockern. Unsere Angst, dass die Side-Stories eher langweilige Lückenfüller sind, hat sich schnell gelegt. Denn entgegen unseren Erwartungen haben sich die Nebenhandlungen als sehr facettenreich entpuppt: So reichen sie von verrückten Aufeinandertreffen über schräge Momente bis hin zu herzzerreißenden Schicksalen. Und genau dieser Kontrast zwischen absurdem Humor und Ernsthaftigkeit macht „Yakuza: Like a Dragon“ so charmant und unterhaltsam.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es dennoch: Die Zwischensequenzen sind zwar sehr hübsch anzusehen, aber sie dauern nach unserem Empfinden ein wenig zu lange. Allein der Prolog mit wenig Interaktionsmöglichkeiten hat fast zwei Stunden gedauert.

Bekanntes Kampfsystem und außergewöhnliches Setting

Das Kampfsystem von „Yakuza: Like a Dragon“ ist rundenbasiert. Neben den Standardattacken, die per einfachen Knopfdruck ausgeführt werden können, stehen uns auch sehr ansehnliche Spezialattacken zur Verfügung. Das Besondere: Während des Kampfgeschehens können wir Gegenstände wie Pylonen, Tische, Fahrräder, Werbetafeln oder Mopeds als ,,Waffen“ hinzuziehen. Insgesamt wirkt das Kämpfen sehr flüssig und dynamisch, sodass es hier nichts zu bemängeln gibt. Geführt werden die Kämpfe nicht nur alleine, denn begleitet werden wir von Mitstreitern, die wir im Laufe der Geschichte kennenlernen.

Kommen wir nun zum Setting. Zu Beginn der Geschichte erkunden wir das „Kabukichō“, auch genannt als „Kamurocho“ der 2000er. Doch die einstige Heimat unseres Protagonisten hat sich in 18 Jahren stark verändert: Überall sind Touristen mit ihren „Selfie“-Sticks zu anzutreffen, die Werbetafeln sind noch auffälliger geworden und „Maid Cafés“ prägen nun das Stadtbild. Kurz gefasst: Kasuga findet sich in einer ihm völlig fremden und neuen Welt wieder, in der er sich nun zurecht finden muss.

Allerdings hat sich nicht nur die Stadt verändert, sondern auch die Technologie – Stichwort: Smartphones. Als man Kasuga beispielsweise ein Smartphone überreicht, weiß dieser nicht, wie man damit umgehen soll. Dies ist natürlich dem Gefängnis geschuldet, da Kasuga komplett von der Außenwelt isoliert war und somit die technische Revolution in Form des Smartphones völlig an ihm vorbei gegangen ist.

Das Setting wirkt insgesamt sehr farbenfroh, lebendig und vor allem sehr authentisch. Insbesondere die städtische Landschaft mit ihren versteckten Cafés, Bars und anderen geheimen Verstecken fallen besonders positiv auf. Aber auch Orte wie das Arbeitsamt, wo Kasuga seine Klassen wechseln oder nach Gelegenheitsjobs suchen kann, wurden sehr gut ins Spiel integriert.

Welche Vertonung wählen?

„Yakuza: Like a Dragon“ kommt sowohl mit englischer als auch mit japanischer Sprachausgabe daher. Eine deutsche Vertonung wird vermisst. Zwar ist die englische Vertonung sehr gut gelungen, aber wir empfehlen die japanische auszuwählen. Diese wirkt einfach authentischer und passt in die gesamte Atmosphäre. Keine Sorge: Deutsche Untertiteln sind mit an Bord. Über die musikalische Untermalung werden wir jetzt nicht viele Worte verlieren außer, dass sie uns nicht besonders aufgefallen ist.

Fazit:

„Yakuza: Like A Dragon“ ist ein gelungener und absolut würdiger Launch-Titel für die neue Xbox-Generation. Der neueste Ableger der beliebten „Yakuza“-Reihe kann insbesondere mit einer überzeugenden und emotionalen Story punkten, die von Neulingen des Franchises problemlos verfolgt werden kann. Abstriche müssen allerdings bei den Zwischensequenzen gemacht werden, da sie doch sehr lange dauern. Ein wenig mehr Interaktionsmöglichkeiten wären hier durchaus wünschenswert gewesen. Nichtsdestotrotz können wir „Yakuza: Like A Dragon“ jedem eingefleischten JRPG-Fan ans Herz legen. Außerdem sind wir uns sicher, dass auch die alteingesessenen Fans hier voll auf ihre Kosten kommen.

Spiele-Review: Yakuza: Like a Dragon [PlayStation 4]
8 / 10 Team
Handlung9.5
Grafik8.5
Musik6.5
Spielspaß7.5

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Launch-Trailer:

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