©2018 Makoto Sanada / Vaka·DWANGO·KADOKAWA / Angels of Death Partners

Am heutigen 6. Dezember veröffentlicht Universum Anime das erste Volume der Serie „Angels of Death“ im hiesigen Handel. Wir haben dieses Nikolaus-Präsent der besonderen Art für euch vorab natürlich genauer unter die Lupe genommen. Wie wir den Horror-Trip mit Rachel und Zack erlebt haben, das verraten wir euch in unserer nachfolgenden Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Flucht aus dem Untergrund

Die junge Rachel Gardner findet sich gleich zu Beginn der Serie in einem Krankenhaus wieder, ihr gegenüber der Psychiater Dr. Danny. Doch kurz darauf wechselt das Setting und das Mädchen kommt in einem dunklen Kellergewölbe zu sich. Ab diesem Zeitpunkt ist die grundlegende Story schnell erzählt:

Rachel befindet sich in einem unterirdischen Gebäudekomplex mit insgesamt sechs Stockwerken. Sie ist im sechsten Untergeschoss zu sich gekommen, wo sie schon nach kurzer Zeit der Killer Zack erwartet. Wie sich herausstellt befindet sich auf jeder Etage eine Person, die für die jeweilige Ebene verantwortlich ist. Und eins ist klar: Wer aus dem Gebäude entkommen möchte, der muss alle Etagen überwinden. Es beginnt also ein irrwitziges Escape-Game der besonders makabren Art – auf Leben und Tod!

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Ein seltsames Duo

Nachdem Rachel dem verrückten Zack gerade so entkommen konnte, läuft sie im fünften Untergeschoss geradewegs Dr. Danny in die Arme, der offenbar böses mit unserer Protagonistin im Schilde führt – vor allem mit deren Augen… Doch bevor es zum Schlimmsten kommt, trifft Zack auf Ebene 5 ein und kommt Rachel ungewollt zu Hilfe. Doch als er nach dem verrückten Arzt auch das junge Mädchen töten will, äußert diese plötzlich einen seltsamen Wunsch: Sie möchte von Zack getötet werden. Der Killer, der von Rachels „toten Augen“ und ihrer „langweiligen Art“ komplett seiner Inspiration beraubt wird, verweigert ihr den Tod, verspricht ihr jedoch bei Gott, dass er sie töten wird, wenn sie ihm aus dem Gebäude hilft, woraufhin diese einwilligt. Ab diesem Zeitpunkt arbeiten sich Rachel und Zack gemeinsam durch die Ebenen des Komplexes, um den Ausgang zu erreichen, so dass beide ihre Versprechen dem jeweils anderen gegenüber einlösen können.

Bei diesem Aufstieg durch die einzelnen Stockwerke warten auf die beiden aber nicht nur jede Menge Blut, sondern auch raffinierte Fallen, Rätsel und Schmerzen. Doch nicht nur das, denn mit von der Partie sind auch der Gräber-Fetischist Eddy, die Folter-Meisterin Kathy und der beichtliebende Priester Gray, die es Rachel und Zack wahrlich nicht einfach machen. Werden die beiden die Herausforderungen meistern, die sie auf den höheren Ebenen erwarten. Das möchten wir natürlich noch nicht vorwegnehmen. Schaut euch das erste Volume der Serie „Angels of Death“ doch einfach selbst an.

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Bild und Animationen

„Angels of Death“ stammt aus dem Jahr 2018 und gehört damit definitiv zu den aktuelleren Animes. Das bedeutet für das Bild natürlich das aktuelle Standardformat von 16:9 und eine Full-HD Auflösung von 1080p. Soviel zu den klaren Fakten. Davon abgesehen präsentiert sich das Bild jederzeit scharf, aber gerade farblich eher zurückhaltend. Gediegene Farbtöne passen aber auch sehr gut zum düsteren Setting der Serie.

Die Animationen erscheinen jederzeit flüssig, auch wenn keine allzu großen Ansprüche an diese gestellt werden. Bemerkenswert ist der klare Kontrast der Charaktere zu den Hintergründen, die starr und teils wie Gemälde wirken, vor denen die Figuren agieren. Das passt aber gut zum allgemeinen Feeling der Serie. Zudem sind diese Hintergründe sehr detailreich gehalten, was ebenfalls zum Gesamtkunstwerk beiträgt. Ein passendes Level an Gore-Elementen tut sein Übriges, um „Angels of Death“ bildlich gelungen darzustellen.

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Ton und Synchronisation

Der Ton bei „Angels of Death“ kommt im qualitativ hervorragenden DTS-HD Master Audio Format daher. Dabei wird das Ganze über eine 2.0 Stereotonspur ausgegeben, was in Ordnung ist, da die Serie grundsätzlich eher dialoglastig daherkommt und ansonsten durch die Hintergrundmusik glänzt. Diese passt gut zum Setting des Anime und unterstützt das Horror-Feeling oft sehr gut. Das ist auch wichtig, denn für den Anime gilt hier das gleiche, wie für einen Realfilm: Horror lebt immer von sehr guter Vertonung.

Die deutsche Synchronisation der Serie präsentiert sich derweil sehr positiv. Dabei stellt das Setting die hiesigen Sprecher sicherlich vor eine Herausforderung, denn die Charaktere in „Angels of Death“ sind nicht unbedingt einfach zu verkörpern. Das gilt für die oft teilnahmslos und in Zacks Augen „langweilig“ wirkende Rachel genauso, wie für den Psychopathen Zack selbst oder auch Kathy von Ebene B3. Bei Zack hat man sich für Konrad Bösherz als Sprecher entschieden. Das ist oft ein zweischneidiges Schwert, da man ihn bereits aus Unmengen an weiteren Animes kennt und daher bei seiner Stimme oft unweigerlich andere Charaktere vor dem geistigen Auge hat. Dafür punktet Bösherz mit seiner enormen Erfahrung als Synchronsprecher, was man seiner Performance als Zack auch anmerkt. Egal ob es der stets genervte Tonfall des Killers ist oder doch eher dessen psychopathisches Lachen – das alles hat Bösherz in seinem Repertoire und setzt es gekonnt in Szene. Da hier die positiven Aspekte der Sprecherwahl überwiegen und auch alle weiteren am ersten Volume beteiligten Sprecher einen hervorragenden Job machen, darf man der Synchronisation durchaus das Prädikat gelungen ausstellen.

Physische Umsetzung

Da uns im Falle des ersten Volumes von „Angels of Death“ statt der normalen Kaufversion eine Pressedisc vorlag, entfallen die Beschreibung der physischen Umsetzung des Produkts sowie entsprechende Detailbilder gänzlich. Auf digitale Extras hat man – bis auf einige Trailer zu weiteren Veröffentlichungen von Universum Anime – zudem komplett verzichtet.

Fazit

Mit „Angels of Death“ bringt Universum Anime die Adaption des gleichnamigen 2D-Horror-Adventures in die deutschen Wohnzimmer. Dabei gelingt es dem Anime die beklemmende Atmosphäre des Spiels einzufangen und auf den Fernsehbildschirm zu transportieren. Dazu trägt neben gelungenen Animationen, bei denen vor allem die detailreichen Hintergründe hervorstechen, auch ein entsprechender Gore-Anteil bei, mit dem man es aber nie komplett übertreibt. Gleichzeitig zieht der Anime einen enormen Teil seines unbestreitbaren Unterhaltungswerts aus der Interaktion zwischen dem aufbrausenden Killer Zack und der emotional indifferenten Rachel. Auch wenn immer wieder Teile aus Zacks Vergangenheit enthüllt werden, so bleibt gerade die offenbar unter Amnesie leidende Rachel ein Rätsel, was dem ganzen Setting natürlich auch etwas Mysteriöses verleiht.

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In Kombination mit einer sehr gut gelungenen deutschen Vertonung, bei der vor allem Konrad Bösherz als Zack seine enorme Erfahrung ausspielen kann, sowie mit gut gewählter Hintergrundmusik erreicht „Angels of Death“ genau das, was man von dem Anime als Fan erwarten würde: Ein beklemmendes Setting und ein Mystery-Feeling, die Horror-Fans Spaß machen werden. Durch die Kombination von Rachel und Zack ist aber auch eine inhärente Komik allgegenwertig, die oberflächlich betrachtet eigentlich nicht so recht in das Gesamtbild zu passen scheint, dem Ganzen aber eine besondere Note verleiht. Wer also vor einigen blutigen Szenen nicht zurückschreckt, der darf beherzt zugreifen. Die Zartbesaiteten unter euch sollten sich jedoch eher anders orientieren, denn auch wenn der Anime in Sachen Brutalität wirklich nie zu weit geht, ist das FSK 16 Rating durchaus berechtigt.

Review: Angels of Death Vol. 1 [Blu-Ray]
8.4 / 10 Team
Handlung7.5
Charakterentwicklung8.5
Animation8.5
Synchronisation9
Unterhaltung8.5
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 06. Dezember 2019

Publisher: Universum Anime

Genre: Horror

Laufzeit: ca. 190 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS-HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

Als die 13-Jährige Rachel erwacht, findet sie sich in einem unterirdischen Gebäudekomplex wieder. Sie hat all ihre Erinnerungen verloren und weiß nicht, wo sie sich befindet. Auf der Suche nach einem Ausweg irrt sie planlos durch das Gebäude, bis sie plötzlich von ihrem Arzt angegriffen wird, der versucht, sie zu töten. In letzter Sekunde kann sie entkommen und auf der Flucht trifft sie auf einen mysteriösen Jungen, der sich ihr als Zack vorstellt. Er trägt eine Sichel wie die eines Sensenmannes bei sich und sein gesamter Körper ist in Verbände gewickelt. Zwischen beiden entsteht eine seltsame Bindung, während sie sich gemeinsam auf den Weg machen aus dem Gebäude auszubrechen…


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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