Review: Godzilla: Planet der Monster

Godzilla: Planet der Monster
©2017 TOHO CO., LTD.

Godzilla gehört zu den bekanntesten Kaijus aus Japan, er ist der König der Monster und das seit mehr als 60 Jahren. Im Jahr 1954 erschien in Japan der erste Film in den Kinos und war damals die Verbildlichung der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, quasi die Verkörperung der atomaren Zerstörung. In den Jahrzehnten danach änderte sich seine Machart immer wieder und Godzilla war sogar immer wieder mal der Gute, der die Erde und die Menschen retten musste. Auch stehen seine Filme immer für ein Sinnbild der Gesellschaft und Sozialkritik. In den 70er Jahren reflektierte der Film King Kong gegen Godzilla beispielsweise auch eine Kritik an der Besetzung Japans durch die USA. Neben Remakes und zwei US-Zeichentrickserien gab es Godzilla allerdings noch nie in einem Anime. Das hat sich 2017 geändert, denn es erschien Godzilla: Planet der Monster, der Erste von drei CGI Anime-Kinofilmen, welche außerhalb von Japan bei Netflix erscheinen.

Die Handlung beginnt in einer Welt, in der Godzilla und andere Monster die Erde zerstört haben. Die Menschen fliehen mit Hilfe von Außerirdischen ins Weltall. Der Planet Tau-e soll die Rettung sein, doch schnell stellt sich heraus, dass dort Leben unmöglich ist. Als der Captain Haruo Sakaki rebelliert und festgenommen wird, wird ein geheimer Plan veröffentlicht, der zeigt, dass man Godzilla besiegen kann. So machen sich die Menschen auf den Weg zurück zur Erde, doch die Berechnungen im Plan waren falsch, denn es sind nicht nur 10000 Jahre vergangen, sondern fast 20000 Jahre. Dazu hat sich viel verändert und scheinbar ist Godzilla immer noch vor Ort. Können die Menschen es schaffen, das Monster zu besiegen?

Als Zuschauer merkt man schnell, dass man den Anfang einer Geschichte sieht, denn alles wird zwar mit einem schnellen Tempo erzählt, doch manches wird nur angerissen und angedeutet und eine Szene nach dem Abspann deutet darauf hin, dass noch viel mehr kommen könnte. Damit ist aber ein guter Anfang gemacht, denn Godzilla: Planet der Monster macht sehr viel richtig und vergisst seine Vorlage nie und setzt Gojira auch wieder als Bösen ein.

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Altes Monster in ganz neuer Handlung bei Godzilla: Planet der Monster

Die Godzilla Filme spielten immer in der Gegenwart und hatten immer einen Bezug zu aktuellen Ereignissen. Dabei gab es immer SciFi-Elemente, wie die Wesen von Planet X, welche auch in Godzilla: Planet der Monster vorkommen. Doch einen Sprung weit in die Zukunft machte zuvor nie ein Film, so dass man diesmal eine Premiere feiert. Dabei fängt der Film aber an wie immer: Godzilla und andere Monster greifen die Erde an, doch es gibt dieses Mal keine Rettung, denn Mechagodzilla kann nicht eingesetzt werden. Die Menschen fliehen ins All und überlassen Gojira die Erde.

Mit dieser Prämisse vergehen also 20 Jahre und hier lernen wir die Figuren kennen, welche für den weiteren Verlauf der Handlung wichtig sind. So rückt der König der Kaijus sehr weit in den Hintergrund, da man zunächst alles langsam aufbaut, wobei die Handlung an sich jedoch ein schnelles Tempo vorlegt. Wenn Godzilla: Planet der Monster seine Handlung entfaltet, merkt man als Zuschauer sehr deutlich den SciFi-Einschlag. Für einige auf der Mission ist es das erste Mal auf der Erde. Die Welt hat sich verändert und noch immer scheint Godzilla dort zu sein. Warum er immer noch dort ist, ist ein Mysterium, das im Verlauf des Films auch nicht aufgelöst wird.

Dass die Erde zu diesem Zeitpunkt um 20000 Jahre gealtert ist, für die Menschen jedoch gerade mal 20 Jahre vergangen sind, merkt man an den Konflikten und Problemen in der Handlung immer wieder. Die Charaktere treffen auf eine neue Welt, die sehr unfreundlich gegenüber humanoiden Wesen ist. Dabei merkt man als Zuschauer auch sehr deutlich, dass hier jedoch noch mehr ist, denn etwas beobachtet alle immer wieder. Scheinbar gibt es noch mehr Lebewesen, auch neue Monster und man muss lange auf Godzilla selbst warten. Doch am Ende belohnt Godzilla: Planet der Monster den Zuschauer und man hört das Original-Gebrüll von Gojira.

Kaiju Action

Seit Godzilla das erste Mal im Jahr 1954 Tokyo zerstört hat und die Menschen vor die Aufgabe gestellt hat, ihn aufzuhalten, sind er und seine Zerstörungswut Kult. Sogar bis 2004  wurde das Monster noch von Männern in Gummianzügen verkörpert, welche Miniaturstädte zerstörten. Daraus entstand das Tokusatsu Genre. In einem Anime ist das natürlich nicht mehr nötig. Dennoch muss Godzilla auch hier mächtig aussehen und man muss seine Kraft demonstrieren. Dabei spannt man den Zuschauer aber lange auf die Folter, bis wir ihn endlich sehen dürfen. Hier baut Godzilla: Planet der Monster auch sehr viel Spannung auf. Wie sieht er aus und was kann er alles? Wir erfahren eine Menge neues über ihn und man benutzt viele Fakten aus den alten Filmen und schlägt so immer wieder eine Brücke zu den Vorgängern.

In der letzten halben Stunde von Godzilla: Planet der Monster geht es dann zur Sache und die Menschen kämpfen gegen Gojira. Hier zeigt sich dann die volle Wucht des Films und des Monsters. Dabei baut man auch weiter Spannung auf, denn es geht um das Überleben und das Besiegen des Monsters. Da es sich bei dem Streifen jedoch nur um den Anfang einer Trilogie handelt, gibt es einen Twist und etwas Größeres taucht auf und dann ist der Film auch schon vorbei und man hat das Gefühl mehr sehen zu wollen.

Da es keine Häuser mehr gibt, die zerstört werden können, musste man sich etwas einfallen lassen. Im Animefilm gibt es Raumschiffe und keine Mecharoboter die in den Kampf gegen Godzilla ziehen. Hier entsteht eine große Schlacht, die nur ein Ziel hat: die Vernichtung des Monsters. Scheinbar will man sich aber noch einiges für die anderen Filme aufheben. Zwar setzt Godzilla seinen atomaren Atem ein und das auch effektiv, doch dies sah auch schon mal besser aus.

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Animation

Es ist der erste Anime zu Godzilla, da hat man als Fan natürlich einige Erwartungen. Da man sich dafür entschieden hat, den Film mit CGI zu animieren, muss man sich als Zuschauer erst mal an diesen Stil gewöhnen. Nach ein paar Minuten ist man jedoch im Film drin und kann die Bilder genießen, vor allem wenn Godzilla: Planet der Monster anfängt auf der Erde zu spielen. Man präsentiert uns eine neue Welt, welche zwar nach Natur aussieht, aber alles ist etwas anders und das wird uns immer wieder in kurzen Szenen deutlich gemacht. Die Pflanzen scheinen aus einer Art Metal zu bestehen und sind scharfkantig. Man zeigt uns auch verfallene Gebäude, die immer noch existieren, aber alles ist versteinert. Die Antwort auf die Frage was passiert ist, gibt es nicht.

Wenn die Action mit Godzilla losgeht, ist der japanische Animationsfilm auch etwas für die Augen. Es passiert sehr viel und es leuchten viele Lichter durch die Kämpfe und Laserstrahlen auf. Auch die Explosionen sehen sehr gut aus. Schon am Anfang des Films sind auch der Weltraum und das Raumschiff gut entworfen. Nur die Reise durch den Hyperspace ist sehr minimalistisch und schon sehr unterkühlt und schnell dargestellt. Hier verzichtet man auf optische Spielereien und es ist schnell vorbei.

Die Charaktere sind auch sehr gut animiert und die Bewegungen flüssig. Auch die Gesichtszüge sind gelungen, so sieht man die Gefühle der Menschen sehr deutlich, bei den Außerirdischen ist das natürlich etwas anders, sie wirken sehr unterkühlt und haben keine Emotionen. So hat man nie eine Ahnung, was sie wirklich vorhaben. Kennt man die alten Filme, weiß man, dass die Wesen von Planet X nicht die vertrauenswürdigsten sind.

Synchronisation

Die alten Godzilla Filme hatten zum Teil sehr verfremdete Synchronisationen. Oft wurden Monster umbenannt, um aktuellen Trends zu folgen. Bei Godzilla: Planet der Monster hält man sich bei der Aussprache der Namen an das japanische Original, soweit es möglich ist. Natürlich heißt Godzilla im Japanischen immer noch Gojira, aber diese Anpassung gibt es nun seit über 60 Jahren. Das passt und gehört einfach dazu und es würde jetzt auch keinen Sinn mehr machen, das Monster hier umzubenennen.

Die deutschen Sprecher sind gut gewählt und passen zu den Charakteren. Interessant ist, dass sich auch im Anime nicht viel zu den alten Filmen geändert hat. Es ist immer noch eine Männerwelt und es gibt gerade mal eine Frau bei Godzilla: Planet der Monster. Der Rest der Charaktere ist männlich. Das wirkt sich natürlich auch auf die Sprecher aus. Man merkt auch den Unterschied von Mensch und Alien. Bei Godzilla selber nutzt man das originale Gebrüll, was immer wieder schön zu hören ist.

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Fazit:

Godzilla: Planet der Monster ist eine gelunge Umsetzung des Kult Kaijus in einen Anime. Dazu ist es erst der Anfang einer Trilogie, bein dem man eine interessante Welt geschaffen hat, von der man als Zuschauer gerne mehr sehen möchte und es sicherlich bald auch darf. Godzilla ist hier ganz klar der Böse und wie gehabt ein großes Mysterium!

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Handlung9
Charakterentwicklung7
Animation9.5
Synchronisation8.5
Unterhaltung9
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