Review: Goblin Slayer Vol. 1 [Blu-Ray]

©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer Project

Am 29. März 2019 veröffentlichte AniMoon Publishing das erste Volume der Serie „Goblin Slayer“ als limitierte Mediabook-Edition auf DVD und Blu-Ray. Wir haben uns für euch natürlich mit dem Slayer vier Episoden lang furchtlos auf die Jagd nach Goblins begeben. Wie uns das Ganze dabei gefallen hat, das verraten wir euch wie gehabt in unserer Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Aller Anfang ist schwer

Die Serie beginnt dabei zunächst nicht – wie man vermuten könnte – mit dem namensgebenden Protagonisten – sondern mit einer 15 Jahre jungen Priesterin, die endlich Abenteurerin werden möchte, um der Welt von Nutzen zu sein. Als neue Abenteurerin steigt sie dabei mit dem Porzellanrang der Gilde ein, der die unterste Stufe der Rangliste darstellt. Bereits kurz nach ihrer Registrierung wird die Priesterin von einer Gruppe, bestehend aus drei weiteren Abenteurer-Neulingen, angesprochen, der sie sich auf einem vermeintlich einfachen Auftrag anschließt.

Dabei geht es im Speziellen darum, ein Goblin-Nest auszurotten. Da Goblins gemeinhin zu den schwächsten Monstern überhaupt gezählt werden, erscheint dieser Auftrag also absolut anfängertauglich. Im Bau der Monster angekommen verläuft dabei zunächst auch alles recht gut, doch schon kurz nach dem Betreten der Goblinhöhle gerät die Abenteurergruppe in einen Hinterhalt. Spätestens in diesem Moment schlägt die anfänglich eher ruhige und fröhliche Stimmung der Serie um und wird dem Dark Fantasy Genre des Anime gerecht, denn während zwei der Abenteuer auf grausame Weise zu Tode kommen, wobei auch visuell nicht mit Blut gespart wird, wird eine weitere Abenteurerin von den Goblins missbraucht, was im Anime recht explizit angedeutet wird.

Kontrovers diskutiert

An dieser Stelle soll angemerkt sein, dass sich gerade an dieser ersten Episode der Serie sicherlich die Geister scheiden werden. Natürlich sind solche expliziten Szenen in den meisten Animeserien eher nicht zu erwarten, doch man muss sich zuvor einfach klar darüber werden, dass die Serie dem Dark Fantasy Genre zuzuordnen ist. Damit ist das Ganze nichts für schwache Nerven. Fakt ist aber auch, dass heute in vielen Realverfilmungen angedeutete Vergewaltigungen gezeigt werden, über die sich weitaus weniger aufgeregt wird, als es bei „Goblin Slayer“ im Zuge der Ausstrahlung der Fall war. Wer mit solchen Szenen aber wirklich gar nicht klarkommt, dem sei ans Herz gelegt die erste Episode zu überspringen und in Episode 2 der Serie einzusteigen. Damit verpasst man nur ein wenig Charaktervorstellung, kommt mit der Handlung aber dennoch problemlos mit.

In der Serie erscheint kurz darauf jedenfalls der Goblin Slayer selbst, der die junge Priesterin gerade noch so vor den heimtückischen Goblins retten kann. Für ihre toten und missbrauchten Gefährten kommt diese Hilfe freilich ein wenig zu spät. Schnell wird klar, dass der Goblin Slayer ein erfahrener Monstertöter ist, der genau weiß, wie er mit einem Goblinbau umzugehen hat. Dabei macht er auch vor den Kindern der Goblins keinen Halt, ganz getreu dem Motto: Nur ein toter Goblin ist ein guter Goblin!

Eine ungleiche Truppe

Im Nachgang erfährt der Zuschauer ein wenig mehr über den Goblin Slayer, der in seiner Kindheit das Trauma über sich ergehen lassen musste, mitanzusehen, wie seine Schwester von den Goblins missbraucht und getötet wurde. Mittlerweile ist er ein Abenteurer des Silberrangs, des höchsten Rangs, den ein Normalsterblicher im System der Gilde erreichen kann, der sich ganz und gar dem Töten von Goblins verschrieben hat. Wenn er gerade einmal nicht auf einem Auftrag ist, kommt er beim Onkel seiner Kindheitsfreundin unter, die ebenfalls auf dessen Farm wohnt, seit die Goblins damals das Heimatdorf der beiden überfielen.

©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer Project

Auch wenn der Abenteurer absolut unnahbar und nichts weiter als das Töten von Goblins im Kopf zu haben scheint, lässt sich die gerettete Priesterin davon nicht abschrecken und geht fortan zusammen mit dem Goblin Slayer auf die Jagd nach den hinterhältigen Monstern. Doch bei diesem kleinen Team soll es nicht bleiben, denn kurz darauf erscheint eine seltsame Truppe bestehend aus einem Echsenmenschen, einer Hochelfe sowie einem Zwerg, die nicht nur einen Auftrag für den Goblin Slayer im Gepäck haben, sondern sich ihm und der Priesterin auch auf dieser Mission anschließen. Dabei fährt die Serie ihren Actionanteil kurzzeitig ein wenig herunter und erlaubt den Zuschauern so eine kleine Verschnaufpause, in der man ein wenig mehr über die neuen Charaktere erfährt.

Als die ungleiche Truppe das Ziel ihres Auftrags – ein riesiges Goblin-Nest in einer alten Festung – erreicht, wird schnell klar: Hier können nicht nur Goblins am Werk sein! Doch welche dunkle Kreatur verbirgt sich sonst noch im Inneren des alten Gemäuers und können es der Goblin Slayer und seine seltsame Truppe mit dieser Gefahr aufnehmen? Das alles erfahrt ihr, wenn ihr euch das erste Volume der Serie selbst zu Gemüte führt. 😉

Bild und Animationen

Wenig überraschend kommt „Goblin Slayer“ im 16:9 Standardformat bei einer Auflösung von 1080p daher. Da die Serie aus dem Jahr 2018 stammt, dürfte das niemanden verwundern. Das Bild ist dabei grundsätzlich immer scharf, sofern es von den Machern gewollt ist, denn gerade in der ersten Episode werden einige kleinere Bildrauscheffekte als stilistisches Mittel eingesetzt. Von der Farbgebung her sind die Töne meist gedeckt und generell kommen häufiger dunklere Farben zum Einsatz, die das Geschehen des Dark-Fantasy-Anime passend unterstützen.

Die Animationen der Serie können durchaus als gut bewertet werden, wenn auch eher im durchschnittlichen Bereich. Das fällt immer wieder auf, wenn Blut spritzt oder die Kampfhandlungen vonstattengehen. Das soll auf keinen Fall bedeuten, dass die Serie hier zu den schlechteren Vertretern zählt, denn das wäre gelogen! Besonders positiv aus dem großen Feld der Konkurrenz hervortun, kann sich „Goblin Slayer“ in diesem Aspekt allerdings auch nicht.

Ton und Synchronisation

Der Ton von „Goblin Slayer“ kommt im heute fast standardmäßig vorhandenen DTS-HD Master Audio Format daher. Dieses ist qualitativ über jeden Zweifel erhaben und sollte allen Ansprüchen Genüge tun. Einziges Manko an dieser Stelle ist vielleicht die Stereotonspur, sowohl in der deutschen, als auch der japanischen Fassung. Bei einem actionreicheren Anime wie „Goblin Slayer“, der in Kampfhandlungen auch gerne einmal mit seiner hervorragend abgestimmten rockigen Hintergrundmusik punkten kann, wäre eine Surroundtonspur wünschenswert gewesen. Da jedoch nur Anime-Fans mit guter Heimkinoausstattung davon profitieren würden, kann man über dieses Manko im Grunde ganz gut hinwegsehen.

Bezüglich der deutschen Synchronisation präsentiert sich die Serie – wie bereits von den weiteren bisherigen Veröffentlichungen von AniMoon Publishing gewohnt – überaus positiv. Man bekommt als Zuschauer einfach schnell das Gefühl, dass sich hier wirklich Gedanken über die Besetzung gemacht wurden. Die Performance der einzelnen Sprecher stimmt zu jeder Zeit, was in einigen brutaleren Szenen sicherlich besondere Aufmerksamkeit erfordert hat.

Auch die Stimmen erscheinen bisher durch die Bank weg gut gewählt. Einzig beim namensgebenden Protagonisten könnten sich die Geister ein wenig scheiden, denn der Goblin Slayer erscheint in der deutschen Fassung doch ein wenig menschlicher und damit auch nahbarer, als es in der japanischen Originalversion der Fall ist. Welcher Stil einem hier besser gefällt, ist rein subjektive Geschmackssache. Da jedoch beide Sprachfassungen auf der Disc enthalten sind, sollten bezüglich des Tons alle Fans mit der Veröffentlichung zufrieden zu stellen sein.

Physische Umsetzung

Wie ihr es bereits aus unseren weiteren Reviews kennt, stellt die physische Umsetzung des Produkts auch diesmal keinen wertungsrelevanten Punkt unserer Rezension dar. Dennoch möchten wir euch einige Bilder und eine Beschreibung nicht vorenthalten, um euch als potenziellen Käufern die Entscheidung für oder gegen das Produkt zu erleichtern. Die nachfolgenden Informationen beziehen sich dabei auf die uns zu Reviewzwecken zur Verfügung gestellte Limited Mediabook Edition des ersten Blu-Ray-Volumes von „Goblin Slayer“.

„Goblin Slayer“ erscheint bei AniMoon Publishing in einer Mediabook-Fassung, die man so ähnlich bereits von den Veröffentlichungen von „Yosuga no Sora“ und „Usagi Drop“ kennt. Dem ersten Volume liegt dabei als Extra ein Hartkarton-Sammelschuber bei, der Platz für alle drei Volumes der Serie bietet. Dieser Schuber ist qualitativ ganz hervorragend verarbeitet und erscheint wirklich sehr stabil. Daran darf sich für zukünftige Veröffentlichungen gerne weiterhin orientiert werden. Auch das Mediabook selbst, auf dem der namensgebende Goblin Slayer abgebildet ist, erscheint wertig verarbeitet. Schön ist zudem, dass man durch den verlängerten Backflyer mit FSK-Logo auf Letzteres auf dem Schuber und dem Mediabook selbst verzichten konnte.

Als weitere physische Extras sind diesmal ein Dogtag sowie ein Mini-Aufsteller mit dabei. Das Dogtag entspricht einer Plakette des Porzellanrangs, des niedrigsten Abenteurerrangs in „Goblin Slayer“, und ist zudem mit einer individuellen Nummer versehen, welche euch auch verrät, welche der Limited Editions der Serie ihr euer Eigen nennt. Der beiliegende Mini-Aufsteller stellt diesmal den Goblin Slayer selber dar. Der Papp-Platzhalter im Sammelschuber kann, wie bei bereits bei der ersten Staffel von „Higurashi“, als Hintergrund verwendet werden, der dem Aufsteller des Goblin Slayer eine tolle Kulisse bietet, sofern ihr genug Platz im Regal entbehren könnt. Das im Mediabook integrierte Booklet verrät euch zudem einige Zusatzinformationen zu Charakteren und Schauplätzen der Serie. Als digitale Extras sind außerdem das Clean Opening und Ending sowie ein Interviewvideo mit an Bord. Alles in allem also eine durchdachte und rundum gelungene Veröffentlichung.

Fazit

Mit dem ersten Volume von „Goblin Slayer“ präsentiert AniMoon Publishing den Start in die beliebte Dark Fantasy Serie rund um den namensgebenden Protagonisten. Aufgrund einer recht expliziten Szene in der ersten Episode, in der die Vergewaltigung einer Abenteurerin durch einen Goblin angedeutet wird, wurde der Anime bereits bei seiner Ausstrahlung kontrovers diskutiert. Das dürfte beim nun folgenden Heimkino-Release kaum anders sein.

Vor dem Hintergrund des düsteren Genres sollte man sich als Zuschauer aber bewusst sein, auf was man sich beim Schauen einstellen sollte. Wem die Szene in Episode 1 dennoch völlig zuwider ist, der kann auch mit Folge 2 der Serie einsteigen, ohne allzu viel zu verpassen. Ab diesem Zeitpunkt bewegen sich die Gewaltdarstellungen auf einem „normalen“ Niveau. Davon einmal abgesehen, kann „Goblin Slayer“ durchaus auch mit einem hohen Unterhaltungswert punkten, der ab der dritten Episode auch der verrückten Truppe rund um Echsenmensch, Hochelfe und Zwerg geschuldet ist, die den Goblin Slayer und die junge Priesterin dann begleiten. Trotz vieler Actionszenen und des Dark Fantasy Genre, lädt die Serie dadurch auch das ein oder andere Mal zu einem Lacher ein, was sehr sympathisch ist.

Auch wenn die Handlung des Anime keine neuen Maßstäbe setzt, so kann „Goblin Slayer“ gepaart mit einer hervorragenden deutschen Synchronisation und guten Animationen überzeugen und wird auch aufgrund der durchdachten und umfangreich ausgestatteten Limited Mediabook Edition zum Kauftipp für alle Dark Fantasy Fans!

Review: Goblin Slayer Vol. 1 [Blu-Ray]
8.1 Team
Handlung7.5
Charakterentwicklung8
Animation7.5
Synchronisation9
Unterhaltung8.5
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 29. März 2019

Publisher: AniMoon Publishing

Genre: Dark Fantasy

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS-HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

Eine junge Priesterin möchte professionelle Abenteurerin werden, um ihrer Welt, die von Monstern geplagt wird, nützlich zu sein. Schnell schließt sie sich einer unerfahrenen Gruppe an, die eine Mission zur Vertreibung von Goblins annimmt. Diese Monster-Art wird im ganzen Land als tabulose Räuber gefürchtet, die Männer töten und Frauen schänden. Die Gruppe findet sich dabei schnell in einem grauenhaften Albtraum wieder. Glücklicherweise kommt der Priesterin ein weiterer Abenteurer zur Hilfe: Der Goblin Slayer. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Goblins auszurotten – koste es was es wolle. So schließt sie sich ihm an, auf dem langen Weg zum Ende aller Goblins.


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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