Die Kyoto-Tagebücher Teil 2: Die Erfüllung eines ewigen Traums

©Noé Capilla
Unser Redakteur Noé befindet sich aktuell für ein Auslandssemester im schönen Japan und möchte euch in einer kleinen Kolumne an seinen Erlebnissen teilhaben lassen!

Hi, ich bins wieder, Noé, live und (nicht ganz) in Farbe aus dem sonnigen und wunderschönen Kyoto. Es gibt so vieles, das ich aus meinem Monat (es ist bereits ein Monat vergangen, wie die Zeit doch vergeht!) in Kyoto erzählen möchte und werde, jedoch habe ich mich dazu entschlossen, die nachfolgende Geschichte ein wenig nach vorne zu verschieben, da es sich bei der Story um ein für mich ganz besonderes Ereignis handelt. Ich hoffe ihr habt wieder viel Spaß mit dem Bericht!

Ich saß eines Abends in meiner zweiten Woche in Kyoto allein in meinem Zimmer. Es schien so, dass am nächsten Tag erstmals niemand anderes Zeit haben würde, um gemeinsam etwas zu unternehmen, also grübelte ich etwas nach: Was könnte ich alleine in Kyoto tun? Es gibt so Vieles zu sehen, aber was möchte ich gerne alleine unternehmen? Meine Gedanken sprangen natürlich direkt in Richtung Anime. Und da fiel mir plötzlich wieder ein: Es gab einen Ort den ich mehr als jeden anderen in Kyoto besuchen wollte. Mit dem Zug erschien der Ort auch unweit gelegen. Es war beschlossene Sache: Am nächsten Tag würde ich endlich einmal KyoAni (kurz für Kyoto Animation) besuchen gehen – eines meiner, wenn nicht sogar mein absolut liebstes Animationsstudio.

Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden. Ich machte mich fertig, aß einen Toast mit Kiri zum Frühstück (Kiri ist hier überraschenderweise überall und vergleichsweise erschwinglich vertreten) und machte mich auf den Weg zum Zug, den Soundtrack zu einigen meiner liebsten Anime auf den Ohren, wie „Clannad“, „Love, Chuunibyou and other Delusions“, „K-On“, „Violet Evergarden“ und natürlich die legendäre „Melancholie der Haruhi Suzumiya“. Es war keine lange Reise, etwa 40-45 Minuten bis zur Station Kowata (man könnte auch zur Station Kohata direkt gegenüber vom Studio fahren, aber für mich bot sich Variante 1 eher an).

©Noé Capilla

Kaum angekommen war ich erstmal verwirrt: Warum stand ich plötzlich vor einer Panasonic-Fabrik, und was hat das bitte mit KyoAni zu tun? Laut Google Maps hatte ich bisher alles richtig gemacht. Ich befand mich in einem Teil von Kyoto der sehr außerhalb des Stadtzentrums gelegen ist – ein Wohnviertel fast schon. Etwas verwirrt, aber zielstrebig folgte ich den Anweisungen auf meinem Handy-Bildschirm, fest entschlossen mein Ziel zu erreichen. Nach einem Fußmarsch von ca. 5 Minuten stand ich vor diesem Gebäude:

©Noé Capilla

Der KyoAni Shop. Ein erstes Indiz dass ich zumindest nicht ganz falsch liegen konnte. Jedoch war klar: Bevor ich nicht das Studio, welches mich durch so viele emotionale Achterbahnfahrten geschossen hat, gesehen hatte, würde ich keinen Fuß in den Shop setzen. Nur gut, dass nur eine Straße weiter mein Ziel stand, als würde es auf mich warten. Das Animationsstudio von Kyoto Animation, wo seit Jahren Magie in Form von Anime produziert wird.

©Noé Capilla

 

©Noé Capilla

 

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Wenn man nicht wüsste was hier alles entstanden ist, es wäre einem vergeben, einfach an diesem Haus vorbei zu laufen. Es sieht aus wie ein Reihenhaus, in dem eine oder mehrere Familien wohnen. Und doch bedeutete es mir unglaublich viel, nun endlich, nach all den Jahren, hier zu stehen. Es fühlte sich schon etwas magisch an und ich hoffe man verzeiht es mir, dass ich in diesem Moment sehr emotional geworden bin. Ich war überglücklich, auch wenn es nur ein simples Haus ist. Aber dieses Haus bedeutet für mich viel mehr, als sich einige vielleicht vorstellen können.

Nach diesem sehr emotionalen Moment, der locker 20 Minuten oder eine halbe Stunde andauerte, ging ich wieder zurück zum KyoAni Shop, um mich mit Merch zu meinen liebsten Anime einzudecken, nur um zu erfahren, dass mehr als die Hälfte des Shops „Free!“ dediziert wurde (Was natürlich nicht falsch ist, handelt es sich doch um einen von KyoAnis erfolgreichsten Anime aller Zeiten). Und doch konnte ich nicht widerstehen, das ein oder andere Stückchen Merch mitzunehmen.

©Noé Capilla

Insgesamt sorgte dieser Ausflug für einen sehr emotionalen Tag und bereitete mir extremst viel Freude. Solltet ihr als großer Anime-Fan einmal die Möglichkeit haben, Kyoto für einige Tage zu besuchen, empfehle ich euch ausdrücklich diesen Trip auf euch zu nehmen – es war jede Sekunde wert.

Aber, das war’s auch zunächst schon wieder von den „Kyoto-Tagebüchern“. Worüber ich euch das nächste Mal erzähle, verrate ich natürlich noch nicht, aber ich hoffe ihr freut euch schon sehr darauf. Bis zum nächsten Mal!

Euer Noé

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