Anime-Filmindustrie: Einnahmen sind im Jahr 2017 gesunken

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violet Evergarden
©Kana Akatsuki, Kyoto Animation/Violet Evergarden Production Committee
Die „Association of Japanese Animations (AJA) hat nun den jährlichen „Anime Industry Report“ veröffentlicht. In diesem Bericht werden die konkreten Gewinnzahlen der Anime-Filmindustrie, die im vergangenen Jahr erzielt wurden, vorgestellt.

Demnach sanken die Umsätze von Anime-Filmen um 38,3 Prozent im Jahr 2017, während man eine steigende Popularität von Streaming-Diensten verzeichnen konnte. Hier wurden Gewinne von rund 13 Prozent erzielt. Laut dem Journalisten Tadashi Sudo seien die Einnahmen auf etwa 41 Milliarden Yen  (rund 362 Millionen US-Dollar) zurückgegangen. Dabei stellte Sudo fest, dass der Rückgang weitgehend auf den enormen Erfolg von Makoto Shinkais Werk „Your Name“ zurückzuführen ist, das im Jahr 2016 in den japanischen Kinos anlief.  Ohne den Film wären die Umsätze für das Geschäftsjahr 2017 durchschnittlich gewesen. Zudem merkte der Journalist an, dass bekannte Regisseure wie Shinkai, Mamoru Hosoda und Hayao Miyazaki im vergangenen Jahr keine Filme veröffentlichten.

Yūji Mori, seines Zeichens CEO und Senior Managing Director von ,,Dentsu“, erklärte zudem, dass sich die Gewinne aus dem Ausland in den letzten drei Jahren verdreifacht haben. Allerdings seien Projekte, die von Übersee finanziert wurden, für die Berechnung nicht berücksichtigt worden. Demnach würden die Zahlen in dies Bereich deutlich höher ausfallen.

Zudem wurde in dem Bericht deutlich, dass die Anzahl der produzierten Anime gesunken ist. Im Jahr 2016 wurden 356 Werke produziert, während es 2017 ,,nur noch 340″ Projekte waren. Grund hierfür sei die Ungewissheit von Unternehmen, die laut dem Content Strategy Director Naofumi Itō von ,,Asatsu-DK“ vorsichtiger geworden wären in Anime-Projekte zu investieren, da es an klaren Regelungen mangelt. So wissen viele Investoren noch nicht genau, wie sie die steigenden Produktionskosten kompensieren könnten. In diesem Zusammenhang erklärte Itō, dass sich die Produktionskosten erst rentieren würden, wenn sich sich die Verkaufszahlen der Discs auf etwa 20.000 Einheiten belaufen. Allerdings werden diese Verkaufszahlen heutzutage nicht mehr erreicht.

Auch mussten die japanischen Unternehmen im Bereich des Merchandise einen Rückgang verzeichnen. Während man noch im Jahr 2010 etwa 627,4 Milliarden Yen (rund 5,54 Milliarden US-Dollar) einnehmen konnte, sanken die Gewinne im vergangenen Jahr auf etwa sieben Prozent. Dies entspricht etwa 523,2 Milliarden Yen (rund 4,62 Milliarden US-Dollar).

Doch trotz der sinkenden Einnahmen im Bereich Film und Merchandise boomt der gesamte Anime-Markt. Demnach habe man im Jahr 2017 einen Gewinn von etwa 2,1527 Billionen Yen (rund 19 Milliarden US-Dollar) erzielt. Prozentual gesehen, stieg der Gewinn um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weitere Informationen findet ihr hier. 

steigende Gewinne der gesamten Anime-Industrie:
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Quelle:

ANN

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