Als Charles Baudelaires  1857 seine Gedichtsammlung „Les Fleurs du mal“ (Die Blumen des Bösen) veröffentlichte, hätte er sich wohl nie denken können, dass dieser eines Tags als Anime umgesetzt wird. Denn „Aku no Hana – Die Blumen des Bösen“ basieren auf dem gleichnamigen Manga von Oshimi Shūzō. Der Manga nahm sich die Gedichte von Baudelaires als Vorlage und erschuf damit etwas ganz anderes: eine Coming of Age Geschichte, die nach und nach in einen Psychothriller abdriftet, aber auch düstere, romantische Elemente enthält. Den Anime „Aku no Hana“ macht die Erstellungstechnik, die Anwendung des Rotoskopie-Verfahren, besonders. Doch fangen wir ganz vorne an: mit den  ersten Sieben Folgen von insgesamt 13, welche sich auf Volume 1 von „Aku no Hana – Die Blumen des Bösen“ befinden. 

 

Die Handlung von „Aku no Hana“ beginnt eigentlich wie ein typischer Slice of Life Anime. Wir lernen Takao Kasuga kennen, einen ruhigen Schüler, der wenige Freunde hat und eigentlich viel mehr liest. Er ist heimlich in Nanako Saeki verliebt, die beste Schülerin in seiner Klasse und auch noch eine der beliebtesten. Das komplette Gegenteil ist dagegen Sawa Nakamura, sie ist rebellisch und die unbeliebte Außenseiterin der Klasse. Doch dann beginnt die Blume des Bösen in Kasuga zu blühen und er stiehlt die Turnsachen von Saeki. Damit nimmt die Handlung ihre erste Wendung und als Nakamura in sein Leben tritt, wird sie es für immer verändern.  Denn ab diesem Punkt wird aus dem Anime etwas Anderes: eine Welt des Erwachens der Sexualität, in der Sawa perverse Spiele mit Takao treibt. 

 

Nach und nach entfaltet sich die Handlung von „Aku no Hana“. Ist alles so, wie wir glauben zu sehen oder hat Nakamura vielleicht Recht? Ist Kasuga doch anders, als er sich selbst darstellt? All diese Fragen werden zwar nicht in den ersten sieben Folgen des Animes beantwortet, doch Episode 7 endet mit einer großen Wendung in der Handlung und einem Cliffhanger. Geschickt gemacht, denn man will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Was die Beweggründe von Sawa Nakamura sind und was sie in Takao Kasuga sieht, bleibt weiterhin im Dunkeln. Bis dahin erfährt man nach und nach die Geschichte eines jungen Mannes, der gefangen ist zwischen zwei Frauen, welche die zwei Welten repräsentieren in denen er sich befindet. Er ist ständig hin und her gerissen, seine Gefühle spielen verrückt. Es gibt so viel Spielraum für die Interpretation der Handlung, doch da bis dahin noch sechs Folgen fehlen, kann man es natürlich nicht genau deuten. Selten hat ein Anime so eine dichte, atmosphärische Handlung, die voller Poesie und Liebe zu dem Werk steckt. 

 

 

aku no hana 2

„Aku no Hana  Die Blumen des Bösen“ ist optisch etwas Besonderes. Anders als der typische Anime, mit seinen realistischen Welten, gibt es hier Figuren und Hintergründe, die durch das Rotoskopie-Verfahren entstanden sind. Dabei werden Filmszenen mit echten Schauspielern und Hintergründen auf eine Matscheibe projiziert und der Zeichner überträgt sie dann, was einen realistischen Look zeigen soll. Ihr kennt das vielleicht aus Filmen, wie bei der Zeichentrickversion von „Herr der Ringe“ aus dem Jahr 1978 von Ralph Bakeshi, auch Alfred Hitchcock nutzte es auch für seinen Tierhorrorfilm „Die Vögel“. Das legendäre Musikvideo „Take on me“ von A-ha oder den Richard Linklater Film „A Scanner Darkley“ sind ebenfalls mit dieser Methode produziert worden. Genauso entstand auch „Aku no Hana“. Und was soll das jetzt bedeuten?

 

Der Anime hat dadurch einen ganz anderen Look, der sehr umstritten war, als er erschien. Es ist nunmal etwas Anderes, als das, was das durchschnittliche AnimefanAuge gewohnt ist. Doch genau das man „Aku no Hana“ aus: anders sein. Die Welt wirkt düster und doch realistischer. Es sieht einfach anders aus. Es gibt vielleicht manchmal nicht so viele Details wie bei anderen, modernen Animes. Doch das RotoskopieVerfahren lässt ihn so wirken, als sei er aus einer anderen Zeit. Niemand nutzt Handys und moderne Technik sieht man selten. Ausdruck und Emotionen wirken anders und alles hat einen ganz besonderen Charme. Es ist schwer zu beschreiben. „Aku no Hana – Die Blumen des Bösen“ muss man gesehen und erlebt haben um sich seine eigene Meinung zu bilden und zu entscheiden, ob einem der Look gefällt oder nicht. 

 

Bei der Synchronisation von „Aku no Hana“ gibt man sich sehr viel Mühe und auch bei der Aussprache der Namen ist man fast am Original dran. Achtet mal auf das „U“, das in vielen Wörtern und Namen im japanischen eher stumm ist und nicht mit ausgesprochen wird. Auch sonst geben sich die Synchronsprecher wirklich Mühe, die Gefühle der Figuren gut rüberzubringen. 

 

aku no hana 3

„Aku no Hana – Die Blumen des Bösen“ Vol. 1 ist der Anfang von einem ganz besonderen Anime. Die sieben Folgen führen uns in eine Welt, die düster und romantisch ist, aber auch böse, was hier sinnbildlich als Blume dargestellt ist, die nach und nach wächst und größer wird. So ist der Anime sehr atmosphärisch und ruhig, doch genau das macht ihn auch so spannend. Er lebt von seinen drei Hauptcharakteren und wie sie sich verändern. Durch das Rotoskopie-Verfahren ist es auch ein ganz anderes Seherlebnis. Ein kleines Meisterwerk, was einfach anders ist, als das, was ihr gewohnt seid!

 

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Handlung:

Eine rostige Stadt, ein klarer, blauer Himmel, eine unschuldige und reine Liebe … Unter dieser Oberfläche lauert das Böse. Es versteckt sich im Herzen des Mittelschülers Takao Kasuga, der mit dem Gedichtband „Die Blumen des Bösen“ von Baudelaire diese Saat nährt; ebenso wie das Gefühl etwas Besonderes – anders zu sein. Als er von seiner Mitschülerin Sawa Nakamura dabei beobachtet wird, wie er die Sportsachen seiner großen Liebe und Muse Nanako Saeki stiehlt, beginnt das Böse in seinem Innern plötzlich zu keimen. Zwischen ihm und den beiden Mädchen entsteht eine fesselnde Dynamik, die Kasuga immer wieder dazu zwingt, sein Selbstbild zu hinterfragen. Vielleicht ist er gar nicht besonders – und seine Liebe zu Saeki ebenfalls nicht so rein und ideal, wie er es aus seinen Gedichten kennt …

 

Anmerkung:

Wir bedanken uns bei Kazé für die Verfügungstellung der Blu-ray.

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