Demon City Shinjuku
©1993 Hideyuki Kikuchi, Asahi Sonorama, Video Art, Japan Home Video
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Animes aus den 80ern, Demon City Shinjuku zeigt perfekt die Zeit und was damals so In war.

Die 80er Jahre waren ein Jahrzehnt, wo sich vieles geändert hat. In der Filmwelt ging es los mit Fortsetzungen und Remakes. Auch wurde viel neues probiert und SciFi war ein Hauptthema, dank Star Wars waren junge Fans wieder interessiert an dem Thema. Auch wenn Blade Runner in den Kinos floppte, wurde er später zum Kultfilm und ebnete den Weg für das Cyber Punk Genre. Dies war natürlich auch im Anime sehr beliebt und in den 80ern auch oft in Mangas vertreten. Dazu gibt es auch wilde Genre Mixe, wie Demon City Shinjuku: hier trifft Action auf Horror- und Cyber Punk-Elemente. Ein Film, der nur aus den 80ern stammen kann.

Die Handlung von Demon City Shinjuku dreht sich um den Tokioter Stadtteil Shinjuku, der vor 10 Jahren von der Stadt abgetrennt wurde und nun von höllischen Wesen und Menschen beherrscht wird. Das gehört zum Plan von Rebi Ra, der in ein paar Tagen wieder auferstehen will um die Welt zu übernehmen. Doch Kyoya will das schaffen, was seinem Vater vor ihm nicht gelang: er will ihn aufhalten, doch dafür bleiben ihm nur drei Tage Zeit. Hilfe bekommt er dabei von der Tochter des Präsidenten, und gemeinsam machen sie sich auf nach Shinjuku.

Wie ihr merkt, ist die Handlung schon ein wilder Mix, man findet Themen aus verschiedenen Filmen wieder: so wirkt das alles etwas wie John Carpenters Die Klapperschlange: Dämonen-Horror trifft auf Tanz der Teufel. Natürlich ist es fraglich, was Autor Hideyuki Kikuchi im Sinne hatte, als er die Manga Vorlage für den Film entwarf, doch deutlich wird, dass hier wohl einige Filme als Vorlage dienten, zumindest, was den Film betrifft.

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Die Klapperschlange trifft auf Anime

Die Handlung von Demon City Shinjuku hat einige Parallelen zu John Carpenters Die Klapperschlange. Das fängt damit an, dass der Held in einen abgegrenzten Stadtteil muss – in dem Film von John Carpenter muss der Held nach New York – einer Gefängnisinsel – um dort den Präsidenten zu retten. In Demon City Shinjuku macht sich unser Held mit der Tochter des Präsidenten auf, um Japan und den Präsidenten zu retten. Dabei wirkt der Stadtteil wie eine andere Welt und erinnert auch stark an Die Klapperschlange.

Auch der Zeitdruck spielt in beiden Filmen eine große Rolle. Denn beide Hauptfiguren haben nur wenig Zeit um ihrer Mission zu erfüllen. Dazu wollten sie es am Anfang gar nicht. Doch ansonsten sind beide Figuren sehr unterschiedlich: Kyoya ist noch grün hinter den Ohren, hat aber die Willensstärke, seine Mission durchzuziehen, währen er im Verlauf der Handlung etwas mehr über seinen Vater und seine Vergangenheit erfährt.

Viele Elemente der Handlung von Demon City Shinjuku erinnern an den Film von John Carpenter, doch es gibt noch mehr zu Entdecken: Im Finale macht die Handlung so beispielsweise einen kurzen Ausflug zu der Legende von Excalibur. Das zeigt sehr deutlich, dass man sich bei einem Film in nur knapp 80 Minuten vieler Genres und Filmvorlagen bedienen kann. Fast schon wirkt Demon City Shinjuku wie ein italienischer Exploitationsfilm, der alles nimmt was gerade IN ist und daraus ein Film fabriziert.

Blasse Charaktere in einer düsteren Welt

Sobald es die Figuren von Demon City Shinjuku in den Stadtteil verschlägt, wird aus der hellen Welt eine düstere, es scheint so, als ob dort keine Sonne scheint. Es wirkt alles zudem etwas futuristisch und verfallen, wie man es aus dem Cyber Punk gewohnt ist handelt es sich um eine dystopische Welt und deren Bewohner sind alles andere als freundlich. Dies bekommt auch Sayaka zu spüren, denn als sie in Shinjuku ankommt, wird sie von ein paar Punks überfallen, die versuchen, sie zu vergewaltigen. Zum Glück taucht  in diesem Moment Kyoya auf und rettet sie vor den Halunken.

Sehr schnell wird dem Zuseher allerdings deutlich, dass die Handlung von Demon City Shinjuku alleine nicht viel hergibt: So sind die Charaktere zwar da und können sich etwas entfalten am Ende haben sie sich aber kaum geändert. Selbst Kyoya, der hier eine Wandlung durchmacht und mehr über seinen Vater erfährt, ist am Ende zwar der Held aber er hat keine wirkliche Lust darauf. Auch Sayaka bleibt ein Rätsel, auch, warum ihre Konversation mit den bösen Geistern derart viel bewirkt.

Mephisto ist ebenso ein einziges Mysterium, sieht er doch wie die Blaupause zu Alucard aus Hellsing. Man erfährt nichts über ihn, er ist einfach ab und an da, wenn er gebraucht wird. Man kann zwar aus den Andeutungen erkennen, dass seine Vorlage Doktor Faust aus Goethes gleichnamigen Theaterstück war, allerdings ist unklar, was er macht in Shinjuku macht. Ist er ebenfalls ein Dämon, oder ist er vielleicht der Höllenfürst? Oder ist er einfach nur ein Arzt in einer Welt, die so einen düsteren Charakter braucht. Diese Fragen werden nicht beantwortet, und doch erzeugt das Geheimnisvolle bei Mephisto einen ganz eigenen Reiz. Durch diese wenigen Informationen zum Charakter wirkt er allerdings wie alle Figuren in Demon City Shinjuku eher blass.

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Auch die Animation ist ein Mix

Wie die Handlung, so ist auch die Animation von Demon City Shinjuku ein wilder Mix. Das liegt natürlich an der Story, denn wir befinden uns auch optisch irgendwo zwischen Cyber Punk- und düsterer Horrorwelt. Das spiegelt sich auch sehr gut in der Animation wider. Shinjuku wirkt wie eine verlassene Stadt, irgendwann in der Zukunft, obwohl die Story in der Gegenwart spielt. So gibt es zwar manchmal im Hintergrund nicht so viele Details zu entdecken, aber dafür, dass der Film nun schon 29 Jahre auf dem Buckel hat, sieht alles gut aus.

Interessant wird es bei der Action: Schon der erste Kampf zeigt deutlich, dass hier gleich alles kaputt geht. Die Stadt bricht auf und verschluckt Straßen und Gebäude. Dazu nutzt man sehr gut den Schnitt, wenn Rebi Ra hier seinen Gegner ersticht, bricht dafür die Stadt weiter auf. So deutet man die Wunde durch ein anderes Bild an. Das funktioniert bei Demon City Shinjuku sehr gut. Auch in weiteren Szenen nutzt man auch das Spiel von Licht und Schatten. Zum Finale hin wird alles sehr abgefahren, wenn unsere Helden tiefer vordringen, so geraten sie beispielsweise an einen Ort, der an einen Horrorfilm erinnert. Wir erinnern uns, Demon City Shinjuku nutzt auch bei der Handlung Horrorelemente, denn auch hier gibt es Dämonen und Geister.

Auch wenn man deutlich merkt das der Anime aus den 80ern kommt, überzeugt die Animation von Demon City Shinjuku immer noch. Die Outfits und Modetrends sind deutlich von dem Jahrzehnt geprägt, hinzu kommt auch der Synthiesoundtrack, der immer wieder an John Carpenter Filme oder den ein oder anderen italienischen Exploitationsfilm erinnert.

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FAZIT:

Demon City Shinjuku ist ein typischer Anime der 80er Jahre. Die Handlung ist ein wilder Mix aus verschiedenen Genres, versäumt wird dabei aber, die Charaktere besser zu zeichnen. Dafür kann die Animation und der Soundtrack immer noch überzeugen.

Review: Demon City Shinjuku
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Handlung:

Kyoyas Vater war ein großer Krieger, der durch die Hand des psychotischen Dämons Rah ums Leben kam. Als Rah die Pforten seines diabolischen Reichs öffnet und eine Monster-Armee aussendet um die Erde zu zerstören, muss Kyoto alles in seiner Macht stehende mobilisieren und den Kampf seines Vaters weiterführen. Zusammen mit der schönen Sayaka begibt er sich auf die Reise in das Reich des Bösen, nach Demon City, wo sie auf den mysteriösen Mephisto treffen…

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