©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer GC Project

Nachdem AniMoon Publishing den Film „Goblin Slayer – Goblin’s Crown“ im laufenden Jahr bereits in teilnehmenden Kinos zeigte, veröffentlichten die Potsdamer den Streifen kürzlich auch auf DVD und Blu-Ray. Wir haben uns das neueste Abenteuer des Goblin Töters und seiner Gruppe für euch angesehen und verraten euch in unserer Reviews, was der Film zu bieten hat.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Die Aufzeichnungen der Priesterin

Zunächst vorweg: Der „Goblin Slayer“-Movie kommt auf der Disc in zwei Versionen daher. Dabei könnt ihr nämlich wählen, ob ihr den Film inklusive der vorherigen Aufzeichnungen der Priesterin sehen möchtet, die das Geschehen der ersten TV-Staffel des Anime auf der Länge einer Anime-Episode (ca. 25 Minuten) noch einmal zusammenfassen, oder ohne. Die auf der Verpackung angegebene Gesamtlaufzeit des Films von ca. 85 Minuten bezieht sich auf die Version inklusive dieses Story-Recaps, das sich für all jene anbietet, die sich an die Geschichte des TV-Animes nicht mehr ganz genau erinnern können oder potenziell sogar denjenigen einen Einstieg in den Film ermöglicht, die die TV-Serie gar nicht gesehen haben. Trifft das auf euch nicht zu und ihr entscheidet euch, den Film ohne Recap-Material anzusehen, dann ist der neue „Goblin Slayer“-Streifen mit ca. 60 Minuten Laufzeit ein vergleichsweise kurzes Vergnügen. Eine genauere Beschreibung der Aufzeichnungen der Priesterin sparen wir uns an dieser Stelle und gehen direkt auf den neuen Teil der Handlung ein.

©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer GC Project
Die noble Fechterin und die Goblins

So kommt es, dass Goblin Slayer und seine Gruppe bestehend aus der Priesterin, der Hochelfe, dem Zwerg und dem Echsenmensch, einen Brief von der Schwertmaid aus der Stadt des Wassers erhalten, der einen Auftrag für sie bereithält. Eine junge Abenteurerin hat sich mit ihrer Gruppe vor einigen Tagen in die Berge aufgemacht um dort ein von Goblins bedrohtes Dorf von den kleinen Biestern zu befreien, ist jedoch noch nicht zurückgekehrt, so dass ihre wohlhabenden Eltern einen Auftrag ausgeschrieben haben, ihre Tochter zu suchen und nach Hause zurückzubringen. Da es bei der Angelegenheit aber schließlich um Goblins geht, wäre wohl niemand besser für diesen Auftrag geeignet als der Goblin Slayer.

Tatsächlich treffen unsere Abenteurer bei ihrer Ankunft im Bergdorf direkt auf eine größere Gruppe der Monster, die einige der Dorfbewohner gar als Geiseln genommen und in der Mitte des Dorfes versammelt hat. Für Goblin Slayer und seine Truppe sind die Biester aber kein Problem, so dass es ihnen gelingt, allen 20 Goblins den Garaus zu machen. Nachdem sie die Verletzten notdürftig verarztet haben und sich die wichtigsten Informationen vom Dorfvorsteher mitteilen lassen haben, legen die Abenteurer eine kurze Pause ein, bevor sie sich zu einer Höhle in den Bergen aufmachen, die den Goblins vermutlich als Versteck dient. Dort angekommen lassen sich Spuren erkennen, die darauf hindeuten, dass die Abenteurergruppe, die sich vor ihnen an der Auslöschung der Monster versucht hat, eine Aushungerungstaktik anwenden wollte, was jedoch schief gegangen ist. In einem Rückblick erfährt der Zuschauer, dass die Vorräte der Gruppe in Sachen Brennholz und Nahrungsmitteln zu Neige gingen und die edle Schwertkämpferin – die junge Abenteurerin, die Goblin Slayer und Co. suchen sollen – von ihren Kameraden dazu verdonnert wurde, im Dorf nach Nachschub zu fragen, da sie sich den Aushungerungsplan ausgedacht hatte. Als sie jedoch mit fast leeren Händen Richtung Lager zurückmarschierte, wurde sie von Goblins attackiert, die zuvor die restlichen Mitglieder ihrer Abenteurergruppe getötet hatten.

Goblin Palladin

Goblin Slayer und seine Gruppe halten sich vor der Höhle gar nicht lange auf und betreten das Reich der Goblins, in dem sie auf gleich 17 der Biester treffen. Es gelingt ihnen zwar die Monster unschädlich zu machen, dabei wird die Hochelfe allerdings durch einen Pfeil am Bein verletzt, dass die Goblins durch Goblin Slayers Taktiken bei der Befreiung des Dorfes dazugelernt haben. Tiefer in der Höhle treffen die Abenteurer dann auf die edle Schwertkämpferin, die von den Goblins gefangen gehalten und offenbar misshandelt wurde. Zudem hat man ihr das Brandzeichen des grünen Mondes in die Haut gebrannt, das auf die Verehrung eines fremden Gottes und für Goblin Slayer auch auf die Beteiligung eines Goblin Palladins hindeutet.

Zunächst begeben sich die Abenteurer allerdings wieder zurück zum Dorf, wo die Schwertkämpferin erwacht. Als sie davon erfährt, das Goblin Slayer und seine Truppe sich zu einer alten Zwergenfestung in den Bergen aufmachen wollen, in der sie den Goblin Palladin und seine Truppen vermuten, möchte sie um jeden Preis mitkommen, um sich an den Goblins zu rächen und ihr Schwert von den Biestern zurückzuholen. Auch wenn die anderen Mitglieder der Gruppe skeptisch sind, versteht Goblin Slayer, weshalb die junge Frau die Abenteurer begleiten möchte und willigt ein. Daraufhin tarnen sich die männlichen Mitglieder der Gruppe als Mitglieder einer dunklen Sekte und die weiblichen Abenteurerinnen spielen Geiseln, die der Opferung dienen.

So gelingt es der Gruppe tatsächlich sich in die Bergfestung einzuschleichen, wo sie ein Goblin Schamane in den Kerker geleitet. Dort hält es die edle Schwertkämpferin nicht mehr aus und stürzt sich auf den Schamanen, den sie mit bloßen Händen umbringt. Auch wenn das kein Teil des Plans war, bleibt die Gruppe zunächst unbemerkt. Doch auf dem großen Platz im Innenhof der Festung trägt sich gerade eine Art Krönungszeremonie für den Goblin Palladin zu, für die zwingend ein Geistlicher bzw. ein Schamane benötigt wird und die Schwertkämpferin erkennt ihren fatalen Fehler! Wird es Goblin Slayer und seinen Gefährten dennoch gelingen, den Palladin und seine Truppen in die Schranken zu weisen und die junge Abenteurerin in ihre Heimat zurückzubringen? Das verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Schaut euch den Film doch am besten selbst an!

©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer GC Project
Bild und Animationen

Der Film kommt im aktuellen Standardformat von 16:9 bei einer Full-HD Auflösung von 1080p daher. Die Bildschärfe ist meist einwandfrei und die Auswahl der Farbtöne orientiert sich am Dark Fantasy Hintergrund der Geschichte, weshalb diese oft eher gediegen daherkommen.

Die Animationen von „Goblin Slayer – Goblin’s Crown“ entsprechen in etwa dem Niveau der TV-Serie. Das bedeutet, dass die Zuschauer visuell zwar nicht den ganz großen Wurf erwarten dürfen, die Animationsqualität ist aber durchaus auf einem soliden Niveau unterwegs. Kämpfe wirken dynamisch umgesetzt und CG-Elemente fallen zwar im Vergleich zu traditionell animierten Parts auf, wirken aber nicht störend. Alles in allem wäre hier zwar wieder ein wenig Luft nach oben gewesen, doch insgesamt ist das Bild als durchaus in Ordnung einzustufen.

Ton und Synchronisation

Wie die TV-Serie kommt auch der Film zu „Goblin Slayer“ im DTS HD Master Audio Format daher. Dieses kann mit sehr guter Qualität punkten und weist keine Fehler auf. Die Abmischung zwischen Dialogen und Hintergrundvertonung ist dabei stets gelungen, so dass jederzeit alles gut zu verstehen ist, der Soundtrack aber dennoch zur Geltung kommt. Das Ganze wird dabei – wie bei der Serie – über eine Stereotonspur ausgegeben, die das vielleicht einzige kleine Manko das Tons darstellt. Da es sich um einen actionreichen Anime und obendrein um einen Kinofilm handelt, wäre eine 5.1 Surround-Tonspur wünschenswert bzw. angebracht gewesen. Da aber nur Besitzer entsprechender Heimkinosysteme davon profitieren, fällt dieses Manko nicht ganz so stark ins Gewicht.

Bezüglich der deutschen Synchronisation ist zunächst sehr positiv hervorzuheben, dass es für den Film gelungen ist, den Hauptcast aus der Serie erneut zu engagieren und es dadurch zu keinen Sprecherwechseln kam. Das tut der gesamten Synchronisation gut, denn die bekannten Sprecher haben bereits in der TV-Serie einen sehr guten Job gemacht, was auch beim Film der Fall ist. Das liegt sicherlich auch daran, dass sie nun bereits entsprechende Erfahrung in ihren jeweiligen Rollen haben. Ergänzt wird das Line-Up der wichtigeren Sprecher durch Tanya Kahana (u.a. Yuri Nakamura in Angel Beats!) als edle Schwertkämpferin, deren Stimme unserer Meinung nach sehr gut zu dem Charakter passt und die ebenfalls eine sehr gute Leistung zeigt – und das, obwohl einige Szenen der Schwertkämpferin in Sachen Synchro durchaus fordernd sind. Gepaart mit einem abermals gelungenen Dialogbuch aus der Feder von Jasmin Arnoldt, die auch Dialogregie führte, präsentiert sich die deutsche Vertonung des Films sehr empfehlenswert. Wer damit dennoch nicht warm wird, der findet auf der Disc wie gehabt natürlich auch die japanische Synchronisation mit deutschen Untertiteln vor.

©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer GC Project
Physische Umsetzung

Ihr kennt es schon von unseren weiteren Rezensionen: Die physische Aufmachung des Produkts spielt keine Rolle für unsere Review-Gesamtwertung. Dennoch geben wir euch einen entsprechenden Überblick, damit ihr als Käufer wisst, was euch erwartet. Der „Goblin Slayer“-Film ist im Handel sowohl in einer Steelbook- als auch in einer dem Stil der Serienveröffentlichung entsprechenden Mediabook-Edition erschienen. Die nachfolgende Beschreibung und die Bilder beziehen sich dabei auf die Steelbook-Variante, die uns zu Review-Zwecken zur Verfügung stand.

Abweichend zu vielen weiteren Releases von AniMoon (beispielsweise Date A Live, Higurashi) handelt es sich beim „Goblin Slayer“-Film nicht um ein Steelcase, sondern um ein Steelbook, die es beispielsweise bei der ursprünglichen Veröffentlichung von „Toradora!“ Verwendung fand. Auf dessen Front sind der Goblin Slayer und das Logo des Films zu sehen, während auf der Rückseite ein ein weiteres Filmplakatmotiv zum Einsatz kommt, das Goblin Slayer, die edle Schwertkämpferin, die Priesterin, die Hochelfe, den Zwerg, den Echsenmensch sowie den Goblin Palladin und seine Truppen zeigt. Die drei erstgenannten Charaktere stehen dabei im Fokus. Qualitativ wirkt das Ganze dabei wunderbar wertig und sehr schick umgesetzt. Zudem wurde auf ein aufgedrucktes FSK-Logo verzichtet, das sich nur auf der Disc selbst und auf dem verlängerten Backflyer befindet. Letzterer verrät zudem die wichtigsten Details zum Release.

Als Extras sind neben einem Pappaufsteller der edlen Schwertkämpferin auch insgesamt sechs Artcards mit an Bord. Letztere sind durchaus schick, kommen aber recht dünn daher und könnten etwas wertiger verarbeitet sein. Durch die schiere Anzahl ist der Platz im Steelbook aber auch bei der aktuellen Dicke der Artcards bereits gut ausgenutzt. Als digitale Extras sind sonst nur noch einige Trailer zu weiteren Veröffentlichungen von AniMoon Publishing mit an Bord.

Fazit

Mit dem Film „Goblin’s Crown“ bekommen die Fans des Goblin Slayers endlich wieder neue animierte Abenteuer des Abenteurers und seiner Gruppe präsentiert. Mit einer Laufzeit von nur rund 60 Minuten (exklusive der Aufzeichnungen der Priesterin) handelt es sich dabei zwar um ein vergleichsweise kurzes Intermezzo, das allen Liebhabern des Dark Fantasy-Hits aber gewohnte Kost serviert und dabei entsprechend kurzweilig bleibt. Die deutsche Synchronisation kann dank der bereits aus der Serie bekannten Sprecher und einer guten Leistung von Tanya Kahana als edle Schwertkämpferin auch beim Film überzeugen und sorgt gemeinsam mit den gelungenen Animationen, die aber sicherlich dennoch wieder einiges an Luft nach lassen, und der stets überzeugenden Bildqualität für ein unterhaltsames Erlebnis. Kein Fan des Goblin Slayers sollte sich das neue Abenteuer entgehen lassen! Und wer bisher noch kein Fan ist, der kann dank der optionalen Recap-Einleitung durch die Aufzeichnungen der Priesterin bei Interesse theoretisch direkt mit dem Film einsteigen, auch wenn wir natürlich empfehlen, zuvor die Serie zu schauen!

Review: Goblin Slayer – Goblin’s Crown [Blu-Ray]
8.2 / 10 Team
Handlung8
Charakterentwicklung7.5
Animation7.5
Synchronisation9
Unterhaltung9
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 06. November 2020

Publisher: AniMoon Publishing

Genre: Dark Fantasy

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS-HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

In einer Welt, die von Monstern und Dämonen bedroht wird, hat es sich ein wortkarger Krieger zur Aufgabe gemacht, sämtliche Goblins auszurotten: Der Goblin Slayer. Sein nächster Auftrag führt ihn in die Berge, denn eine edle Schwertkämpferin und ihr Gefolge sind auf einer Goblin-Jagd spurlos verschwunden. Schockiert muss die Abenteurergruppe um den Slayer ein riesiges Goblin-Nest in einer alten Zwergenfestung entdecken. Die kleinen Monster scheinen dort zu Anhängern eines sadistischen Kultes zu werden. Doch am meisten Sorgen bereitet ihnen ihr Anführer, der durchtriebener und machtvoller zu sein scheint, als je ein Goblin zuvor…


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