©Tezuka Productions/TWIN ENGINE Inc.

Das Ende einer fantastischen Reise voller Abenteuer. Das ist das Erste, was uns einfiel, als wir Vol. 4 von „Dororo“ in unserem Briefkasten gefunden haben. Die Adaption von Osamu Tezukas Meisterwerk durch das renommierte Studio Mappa findet mit dieser Blu-Ray ihr Ende. Am Ende des dritten Volumes ist es Dororo gelungen, den Schatz ihres Vaters auf einer Insel aufzuspüren, während Hyakkimaru einmal mehr gegen seinen Bruder Tahomaru gekämpft hat. Ob es Hyakkimaru schlussendlich gelingt seinen gesamten Körper wieder zu erlangen, erfahrt ihr in unserer Review zu „Dororo“ Vol. 4.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

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Hochzeit wider Willen

Dororo und Hyakkimaru suchen, nachdem in der letzten Folge Hyakkimarus Schwerter stark beschädigt wurden, den Schmied Munetsuna, angeblich einer der besten Schmiede weit und breit. Dem widerspricht jedoch ein Bewohner jenes Dorfes, in dem Munetsuna lebt und arbeitet. Angeblich seien seine Arbeiten minderwertig und er lebe mit seiner hässlichen Tochter in der Dorfmitte. Dies scheint jedoch eher falsch zu sein, schneidet die von Munetsuna geschmiedete Axt beim Dorfbewohner doch Holz wie Butter. Auch verdächtig ist, dass die vom Dorfbewohner erwähnte Tochter, die unseren beiden Helden die Tür öffnet, in Wahrheit ein bildhübsches Mädchen ist. Munetsuna sagt Hyakkimaru, dass er seine Schwerter neu schmieden muss und den Alten beim Tempel die letzte Ehre erweisen möchte. Und so tun sie es dann auch. Was sie jedoch nicht erwarten ist, dass ein Gnom beim Tempel wohnt, der dafür sorgt, dass man dem Gegenüber immer das Gegenteil von dem sagt, was man meint. Dieser Gnom verflucht auf diese Weise Hyakkimaru und Dororo. Wie es der Zufall so will kommt Hyakkimaru in die Situation, in der er der Tochter von Munetsuna eigentlich sagen möchte, dass er sie nicht heiraten möchte. Durch den Fluch kommt es jedoch dazu, dass er stattdessen seine Liebe deklariert und Dororo sagt, dass deren Reise nun enden werde. Jedes Mal, wenn Dororo Hyakkimaru dann sagen möchte, dass dies keine gute Idee ist, erklärt sie den beiden stattdessen ihre Glückwünsche. Also geht diese nach einigen verzweifelten Versuchen zu Munetsuna, welcher daraufhin Hyakkimaru und Dororo dabei hilft, den Gnom zu besiegen und den Fluch zu brechen.

Das Sterben der Hoffnung

Hyakkimaru und Dororo wandern durch ein wunderschön-herbstliches Gebirge. Dororo, die wegen der rutschigen Blätter hinfällt, muss dem noch blinden Hyakkimaru noch erklären, was genau die Jahreszeiten sind. Plötzlich taucht vor den beiden Saburota auf, ein Mann mit tiefen Narben auf der Brust und einem Katana. Dieser bittet unsere Helden um Hilfe beim Töten eines Blutteufels, welcher seine Mutter umgebracht hat. Als die drei dem Chimären-artigen Blutteufel gegenüber stehen, stellt sich jedoch heraus: Der so mutig scheinende Saburota hat sich in Wahrheit dem Blutteufel unterworfen und hat versucht, die beiden seinem Meister zum Fraß vorzuwerfen. Da Hyakkimaru aber natürlich sehr versiert im Kampf ist, kann er dieses Schicksal noch abwenden. Stattdessen fallen er und Dororo eine Klippe herunter und Dororos Arm wird zwischen zwei Felsen eingequetscht. Da sich die Wanne, in die die beiden gefallen sind, langsam aber sicher mit Wasser füllt, versucht Hyakkimaru mit allen Mitteln, Dororo zu retten. Als alles ausweglos erscheint und Dororo kurz vor dem Ertrinken ist, erscheint der Priester und befreit sie in letzter Sekunde. Nach diesem Schock ist Hyakkimaru auf Rache aus. Nicht nur tötet er den Blutteufel und Saburota, sondern schlachtet sie regelrecht ab. Selbst als die beiden gestorben sind, und Hyakkimaru kein Körperteil zurückerlangt hat, sticht er weiterhin auf die Leichen ein und schreit sie an, ihm seinen Körper zurück zu geben. Bei dem Anblick wird es Dororo ganz bange: Wird Hyakkimaru es schaffen, ein Mensch zu bleiben, oder wird er schlussendlich zum Blutteufel werden?

Die letzte Schlacht

Bald bricht ein Krieg aus. Das ist ein Fakt, dem sich Fürst Kagemitsu nicht entziehen kann. Das Reich Asakura wird sein Land bald invadieren. Deshalb ruft er nicht nur alle kriegsfähigen Männer in seinem Reich zusammen, sondern lässt zum einen alle Dörfer, in denen Plagen ausgebrochen sind, niederbrennen und die Menschen umbringen, und zum anderen alle kriegsfähigen Männer einziehen. Auch lässt er alle Pferde und Waffen, die für den Krieg nutzbar sind, einziehen. Darunter ist auch eine weiße Stute, die ihr Fohlen zurücklässt. Hyakkimaru und Dororo machen sich währenddessen auf den Weg zu Fürst Kagemitsu, da Hyakkimaru glaubt, dass er so seinen Körper zurückerlangen kann. Dororo versucht ihn zwar von dem Plan abzubringen, jedoch gelingt es ihr nicht und die beiden nähern sich der Festung des Kaisers stetig. Gleichzeitig erfährt der Fürst von dem Vorschreiten seines Sohns. Tahomaru bittet seinen Vater seinem Bruder gegenüberzustehen, um ihn schlussendlich für das Gut des Reiches zu töten, welcher dem Plan zustimmt. Jedoch lässt er ohne das Wissen seines Sohnes einen seiner Spione den Kampf überwachen, um Notfalls die Tat zu vollbringen. Vor einer Klippe, in die bereits viele Wanderer gefallen zu sein scheinen, treffen Tahomaru und seine Assistenten Mutsu und Hyogo und Hyakkimaru aufeinander. Ein großer Kampf bricht aus, in dem Hyakkimaru seine Gegner aus purer Wut und Verzweiflung beinahe tötet. Mutsu und Hyogo verlieren jeweils einen Arm. Als Hyakkimaru kurz davor ist seinen Bruder ein für alle Mal zu töten, taucht der Spion auf der eingezogenen weißen Stute, die mit Schwarzpulverfässern beladen ist, auf. Durch die Explosion der Fässer stürzen Hyakkimaru und die Reste der Stute die Klippe hinunter. Daraufhin wird Dororo gefangen genommen und Mutsu, Hyogo und Tahomaru in Sicherheit gebracht. Die Frage, die sich nun stellt: Ist Hyakkimaru bei der Explosion und dem folgenden Fall gestorben, oder wird er es aus der Schlucht schaffen und schlussendlich seinen Körper zurückerlangen können?

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Bild und Animation

Volume 4 von „Dororo“ kommt, wie die vorherigen Volumes, in 16:9 und 1080p gemastert daher. Dieses Volume hat dabei aber weniger Probleme mit dem Wechsel von hellen zu dunklen Szenen. Daher wirkt das Bild insgesamt sehr klar und jederzeit deutlich erkennbar.

Wie auch im Rest des Animes ist die Animation und das Bild wirklich schön. Allerdings finden wir, dass Studio Mappa besonders in den letzten Episoden ein neues Level visueller Inszenierung erreicht hat. Ein Beispiel dafür ist Episode 20. Erst einmal ist die ganze Episode wunderschön, spielt sie sich doch innerhalb eines in rot getränkten Herbstwaldes ab. Und doch ist es der letzte Kampf in dieser Episode, der die Show stiehlt. Der Kampf beginnt im Regen. Hyakkimaru steht dem Blutteufel und Saburota gegenüber. Bei jedem Schlag schneidet die Klinge durch die Regentropfen. Und je länger der Kampf andauert, desto weniger stark wird der Regen. Als Hyakkimaru den Todesstoß setzt, legt sich der Regen und der Sonnenuntergang ist zu sehen, welcher alles um den blutgetränkten Hyakkimaru rot färbt. Auch der letzte Kampf zwischen Hyakkimaru und Tahomaru ist ein animationstechnisches Spektakel, welches ihr wirklich nicht missen wollt.

Ton und Synchronisation

Wie immer erst einmal die technischen Fakten: Der Anime ist in deutscher wie auch japanischer Synchro in Dolby Digital 2.0, und damit Stereo, gemastert. Der Ton ist klar, wodurch auch in actionreichen Szenen der Soundtrack vom Gesprochenen klar zu unterscheiden ist und sich beides gegenseitig auch nicht übertönt.

Auch in Volume 4 wollen wir die deutsche Synchronisation von „Dororo“ deutlich loben. Christian Wunderlich als Hyakkimaru und Amira Leisner als Dororo, wie auch Patrick Keller als Tahomaru, liefern eine top Performance ab. Hyakkimarus Sturz in die Verzweiflung wird von Wunderlich auf spektakuläre Art und Weise dargestellt. Dororo durchgeht innerhalb dieser sechs Episoden ebenfalls eine Achterbahn der Emotionen, versucht sie doch ihren „großen Bruder“ davor zu bewahren ein Blutteufel zu werden. Diese Achterbahn schafft Leisner perfekt darzustellen. Auch Tahomaru wechselt zwischen Determination, Sorge und Verzweiflung, und Keller zeigt wieder einmal die Reichweite seiner Emotionen. Insgesamt ist AniMoon und Kölnsynchron bei „Dororo“ eine deutsche Synchronisation gelungen, die in ihrer Qualität so eher selten ist.

Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu, euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Fassung des vierten Volumes der Serie.

„Dororo“ kommt in der Mediabook-Version namensgebend in einem schicken Mediabook daher. Dieses zeigt auf einer Seite Dororo, wie sie auf den Schultern von Hyakkimaru reitet. Auf der anderen Seite ist die Festung von Fürst Kagemitsu zu sehen. Auf dem Rücken sieht man den Titel „Dororo“ in Hiragana wie auch romanischen Buchstaben ausgeschrieben. Das Mediabook ist sehr stabil und von hoher Qualität. Sehr erfreulich ist auch, dass auf diesem kein FSK-Logo aufgedruckt ist. Als Extra zu Volume 4 gibt es Art-Karten, die einen herbstlichen, blutigen Sonnenuntergang, den Eingang zu einem Tempel, eine Höhle im Meer und das Innere einer Höhle, in der jemand zu leben scheint, zeigen.

Fazit

Auch wenn wir Gefahr laufen uns zu wiederholen: „Dororo“ ist ein ganz besonderer Anime. Das zeigt sich besonders in diesen letzten sechs Folgen, hat es der Anime doch auch in diesen geschafft, die Qualität hoch zu halten und bis zum Ende Spannung aufzubauen. Die Charaktere bleiben bis zur letzten Sekunde sehr glaubwürdig und jeder Twist hat uns tief getroffen. Dororo zeigt definitiv, dass kein Manga zu alt ist, um eine moderne Anime-Adaption zu erhalten.

Die deutsche Umsetzung durch AniMoon Publishing ist im Falle von „Dororo“ absolut gelungen. Die Sprecher sind fantastisch gewählt und geben alle eine absolut überzeugende Performance ab. Zu keinem Zeitpunkt haben wir uns durch eine komisch wirkende Aussage oder eine etwas fragwürdige Performance gestört gefühlt, weshalb wir „Dororo“ auch im deutschen Dub definitiv empfehlen können.
Schlussendlich wollen wir noch anmerken wie erfrischend ein Anime wie „Dororo“ in Zeiten moderner Anime ist. Egal ob ihr Fans von Tezukas anderen Werken seid, oder noch nie von ihm gehört habt: „Dororo“ können und wollen wir jedem Anime Fan aller wärmstens ans Herz legen.

Review: Dororo Vol. 4 [Blu-Ray]
8.8 / 10 Team
Handlung9
Charakterentwicklung9.5
Animation8
Synchronisation9
Unterhaltung8.5

Allgemeine Daten

Veröffentlichung: 13. November 2020

Publisher: Animoon Publishing

Genre: Action, Drama

Laufzeit: 144 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p, 16:9 Format

Ton/Sprache: Japanisch, Deutsch, Dolby Digital 2.0 (Stereo)

Untertitel: Deutsch

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Handlung

Da Hyakkimarus Schwerter im Kampf gegen Tahomaru und seine Gefolgsleute beschädigt wurden, begeben sich die nun wiedervereinten Freunde auf die Suche nach einem Schwertschmied, bevor sie schließlich Richtung Daigo aufbrechen können. Doch der Weg nach Daigo ist kein leichter für die beiden: Eine Nue durchstreift die Berge und greift jeden Reisenden an. In Daigo bereitet sich derweil Kagemitsu auf den Krieg mit dem Nachbarland Asakura vor, als er erfährt, dass Hyakkimaru auf dem Weg nach Daigo ist. Voller Zorn macht sich Hyakkimaru auf zum letzten Kampf um seinen Körper zurück zu erlangen. Wird es ihm gelingen Dororo zu retten und seine Menschlichkeit zu bewahren?


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