©DARLING in the FRANXX Committee

Im Jahr 2017 überraschte uns Studio Trigger, u.a. Studio hinter dem Anime „Kill la Kill“ und dem damals noch recht frischen Hit „Little Witch Academia“, mit einer außerordentlich vielversprechenden Kollaboration. Gemeinsam mit dem Studio A1 Pictures (Sword Art Online, Fairy Tail, AnoHana) sollte im Jahr 2018 ein gemeinsam produzierter Anime veröffentlich werden. Dieser Anime stellte sich als Mecha-Serie „Darling in the Franxx“ heraus. Damit geht Studio Trigger zurück zu seinen Wurzeln, entstand das Studio doch aus ehemaligen Mitarbeitern von Studio Gainax, das für Mecha-Anime wie „Tengen Toppa Gurren Lagann“ oder „Neon Genesis Evangelion“ bekannt ist. Kann „Darling in the Franxx“ diesen hohen Erwartungen gerecht werden und uns mit dem ersten Volume umhauen? Das erfahrt ihr in unserer neuesten Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

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Möchtest du nicht mein Darling werden?

Die Welt nach der Apokalypse: Die Menschheit musste sich in sogenannte Plantations zurückziehen, nachdem die Monster namens Kyoryū die Oberfläche übernahmen. In den Plantations wachsen Erwachsene und Kinder getrennt voneinander auf. Während die Erwachsenen in hochtechnologischen Städten innerhalb der Einrichtungen leben, wachsen die künstlich gezeugten Kinder, genannt Parasites, unabhängig, und ohne die Chance auf Individualität, auf, um die Beschützer der Plantations zu sein. Die Parasites steuern die sogenannten Franxx: riesige Mechs, die gegen die Kyoryū ankämpfen können und nur durch die Symbiose eines weiblichen Parasites (Pistil) und eines männlichen Parasites (Stamen) gesteuert werden können. Team 13 stellt die Ausnahme dar, wurden dessen Mitgliedern doch individuelle Persönlichkeiten erlaubt.

Code 016, auch Hiro genannt, ist Teil dieses Teams. Er und seine Partnerin Code 703, die auch Naomi heißt, haben jedoch den finalen Test um Parasites zu werden nicht bestanden. Dadurch hat Hiro seinen gesamten Lebenssinn verloren. Während also seine Freunde und Teammitglieder an einer Zeremonie, bei der sie offiziell zu Parasites werden, teilnehmen, bleibt Hiro zurück und geht im Wald des „Vogelkäfigs“, dem Zuhause von Team 13, spazieren. Als er an einem kleinen See ankommt, entdeckt er ein Mädchen, das nackt im Wasser schwimmt. Als es so scheint, dass sie ertrinkt, will Hiro ihr zur Rettung eilen. Das Mädchen taucht jedoch eigenständig, mit einem Fisch im Mund, wieder auf und stellt sich unserem Protagonisten als Zero-Two vor. Sie hat pinke Haare und zwei rote Hörner auf dem Kopf. Plötzlich stellt sie Hiro eine Frage, die sein gesamtes Leben umwerfen wird: „Möchtest du nicht mein Darling werden?“ Dann werden die beiden jedoch unterbrochen und Zero-Two, die sich auch als Parasite herausstellt, wird von ihrem Partner und einigen Sicherheitsleuten abgeführt.

Eine neue Hoffnung

Hiro möchte trotz dieses Treffens den Vogelkäfig verlassen. Als er jedoch das Fahrzeug, welches ihn wegbringen soll, besteigen will, wird dieses, wie auch der Steg von einem Kyoryū getroffen. Hiro gelingt es, sich durch zu Zufall zu retten. Als er versucht dem Kampf zu folgen, wird er beinahe von einem einschlagenden Franxx getroffen. Der Name des Franxx: Strelizia. Gesteuert wird dieser Franxx von niemand anderem als Zero-Two. Diese wirft den leblosen Körper ihres ehemaligen Partners aus dem Cockpit. Als sie allein in die Schlacht ziehen möchte, bittet Hiro sie, ihr helfen zu dürfen. Zero-Two willigt ein. Hiro gelingt es zunächst nicht, sich mit Zero-Two zu verbinden. Nachdem diese ihn jedoch küsst, gelingt es schlussendlich und die beiden schaffen es, den Kyoryū zu töten, jedoch nicht ohne Konsequenzen: Hiro ist schwer verletzt.

Es stellt sich heraus: Jeder Partner, den Zero-Two jemals hatte, ist nach dem dritten Mal, das sie gemeinsam einen Franxx gesteuert haben, gestorben. Der Anführerin von Team 13, Code 015, auch genannt Ichigo, gefällt das gar nicht, hat sie doch von Kindesbeinen an Gefühle für Hiro und möchte deswegen um jeden Preis verhindern, dass ihm etwas zustößt. Also versucht sie Hiro davon zu überzeugen, nicht mehr Strelizia zu steuern und weiterhin im Vogelkäfig zu bleiben. Zero-Two jedoch versucht ihn weiterhin an sich zu binden. So beginnt sie ihn Darling zu nennen und nähert sich ihm beim Frühstück immer mehr an.

Durch den Auftritt mit Zero-Two wird entschieden, dass Hiro erneut den Test zum Parasite durchlaufen darf. In einem Showkampf soll er gegen einen anderen Franxx kämpfen. Jedoch ist Strelizia viel zu stark, wodurch Ichigo die Rolle als Pistil zugewiesen wird. Leider können die beiden sich nicht korrekt verbinden. Auch ein Kuss löst das Problem nicht. Zero-Two, die die Gefühle von Ichigo sofort erkannte, freut das Ergebnis jedoch sehr. Für sie bedeutet es, dass ihr Darling nur mit ihr zum Parasite werden kann.

Das perfekte Duo

Es ist klar: Hiro ist kein gewöhnlicher Stamen und Zero-Two definitiv keine gewöhnliche Pistil. Durch den gescheiterten Test wird Hiro weiterhin nicht als Parasite anerkannt. Als es zu einer weiteren Operation gegen die Kyoryū im Untergrund kommt, nehmen die beiden daher nicht teil. Jedoch gelingt es auch Code 326, genannt Mitsuru, und Code 196, genannt Ikuno, nicht, ihren Franxx „Clorophytum“ zu starten, da sie nicht synchronisieren können. So ziehen die Franxx „Delphinium“, „Genista“ und „Argentea“ allein in die Schlacht. Schnell müssen sie jedoch feststellen: Sie sind maßlos überfordert. Hiro und Zero-Two flehen die Missionsleiter an, ausrücken zu dürfen. Da Hiro jedoch kein Parasite ist, darf er das nicht. Mitsuru bietet sich jedoch als Ersatz an, sodass Zero-Two und Mitsuru den anderen zur Rettung eilen. Sie schaffen es dabei jeden einzelnen Kyoryū zu töten – jedoch nicht ohne Folgen: Mitsuru wird so schwer verletzt, dass er sofort in medizinische Betreuung gebracht werden muss und nur knapp dem Tod entkommen kann.

Trotz dieses Fakts und den Überredungsversuchen von Ichigo, möchte Hiro unbedingt wieder gemeinsam mit Zero-Two in den Franxx steigen. Die Chance für die beiden bietet sich, als sich ein Kyoryū der Plantation nähert. Es werden jedoch alle Franxx, außer Strelizia, in die Schlacht geschickt. Trotz allem Flehen und Bitten wird unseren Helden der Kampf verweigert. Und es kommt noch schlimmer: Ein Trupp mit Gewehren, die auf Zero-Two gerichtet sind, stürmt die Kommandozentrale und nimmt sie mit, um sie in die Hauptzentrale zu bringen. Widerwillig folgt sie den Befehlen. Hiro, dessen einzige Chance auf ein Leben als Stamen in Zero-Two liegt, hat sich jedoch entschieden: Er wird Strelizia noch einmal mit Zero-Two steuern und gemeinsam Kyoryū töten, um die Plantage zu schützen. Ob ihm das wohl gelingt? Und auf was für gefährliche Kyoryū wird Team 13 wohl sonst noch treffen? Findet es im ersten Volume von „Darling in the Franxx“ doch selbst heraus!

„Darling in the Franxx“ hat ein zunächst sehr standardmäßig klingendes Konzept: Eine post-apokalyptische Welt, in der große Monster das Bestehen der Menschheit bedrohen und nur von Kindern in großen Robotern gestoppt werden können. Das wirkt jedoch nur auf den ersten Blick so. Denn „Darling in the Franxx“ ist genauer betrachtet doch ein besonderer Anime, hat er doch einen großen Cast mit vielen sehr unterschiedlichen und wiedererkennbaren Charakteren, die wir in dieser Review nicht alle nennen konnten. Es geht vielmehr um die Beziehungen zwischen den verschiedenen Mitgliedern von Team 13 und wie sie sich weiterentwickeln. Es geht dabei um Liebe, Hass, Eifersucht und das Streben nach dem Sinn im eigenen Leben. Das, so finden wir, sind sehr interessante und sehr menschliche Themen, die der Anime bedient. Auch wollen wir den Charakter Zero-Two insbesondere ansprechen, ist sie doch eindeutig die interessanteste Figur in „Darling in the Franxx“. Warum nennt sie Hiro „Darling“? Warum weiß sie so vieles über Liebe und menschliche Beziehungen, wenn sonst niemand davon zu wissen scheint? Warum hat sie Hörner? Und warum stirbt jeder ihrer Partner nach drei gemeinsamen Franxx-Einsätzen? Sie ist ein einziges großes Mysterium – und doch ist sie als Charakter liebenswürdig. Zero-Two ist als Charakter einzigartig, was sie, unserer Meinung nach, verdientermaßen sehr beliebt in der Anime-Community gemacht hat.

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Bild und Animation

Volume 1 von „Darling in the Franxx” wurde in 1080p und 16:9 gemastert. Dies sorgt für ein wunderbar klares Bild, welches besonders in Action-Szenen zum Vorschein kommt. Zu jedem Zeitpunkt war das Bild technisch einwandfrei.

„Darling in the Franxx“ ist, im wahrsten Sinne, eine Kollaboration zwischen Studio Trigger und A1 Pictures. Das kann man insbesondere an der Animation feststellen. In den Action-Szenen zeigt sich ganz klar die Stärke von Studio Trigger bei starken Angriffen und heftigen Aufschlägen. Die Animationen sind dabei schnell und hart. Die interpersonellen Szenen stellen einen kompletten Kontrast zu diesen Action-Szenen dar. Die Animationen sind weicher, langsamer und insgesamt passender für mitunter traurige, tiefgründige oder dramatische Unterhaltungen zwischen den Mitgliedern von Team 13. Dies ist definitiv die Stärke von A1 Pictures und zeigt eindringlich, warum Kollaborationen zwischen verschiedenen Animations-Studios durchaus sinnvoll sein können. Uns ist außerdem aufgefallen, dass in Szenen, die eine besondere Wirkung beim Zuschauer erzielen sollen, das Bildformat durch schwarze Balken über und unter dem Bild in ein eher cineastisches Gesamtbild gewandelt wird. Wir finden, dass dies eine effektive Methode ist, um dem Zuschauer visuell zu signalisieren, dass das Folgende wichtig ist.

Ton und Synchronisation

Erst einmal die technischen Daten: Der Anime ist mit japanischem und deutschem Ton verfügbar, ersteres natürlich mit deutschen Untertiteln, und beides im Format Dolby Digital 2.0. Insgesamt ist der Ton sehr klar und man kann deutlich das Gesprochene von Hintergrundgeräuschen und der Musik unterscheiden. Das sorgt für ein sehr angenehmes Hörerlebnis, welches nicht durch zu laute oder leise Segmente gestört wird. Der Soundtrack ist, je nach Situation, entweder sehr laut und kräftig oder langsam und sanft. Das sorgt für einen immer passenden Sound. Auch das Opening „Kiss of Death“ von Mika Nakashima wollen wir hervorheben, ist es doch ein absolut ikonisches Opening, das man nicht so schnell vergisst.

Die deutsche Lokalisierung von „Darling in the Franxx“ ist interessant. An und für sich wirkt die Synchronisation auf uns grundsolide. Keine Performance wirkt schlecht per se und alles scheint auch recht stimmig. Jedoch wollen wir auf eine, für uns recht komisch wirkende, Übersetzung aufmerksam machen. So wurden die Kyoryū in der englischen Version als „Klaxosaurs“ übersetzt, in der deutschen Version jedoch Original beibehalten. Wir finden zwar, dass die lokalisierte Version des Namens mehr Sinn ergeben hätte, jedoch ist es natürlich auch nicht falsch, beim Original bleiben zu wollen. Besonders loben wollen wir Shanti Chakraborty als Zero-Two. Da sie der ikonischste Charakter aus „Darling in the Franxx“ ist, ist es besonders schwierig, sie gut zu synchronisieren. Wir finden aber, das ist Shanti sehr gut gelungen!

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Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu, euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Standard-Fassung des ersten Volume von „Darling in the Franxx“.

Das Volume kommt in einem Digipack mit eigenem Pappschuber daher. Das FSK-Logo auf dem Schuber ist nur auf der Plastikfolie aufgeklebt. Jedoch ist es leider auf dem Digipack selbst aufgedruckt. Das Volume zeigt auf dem Digipack, wie auch dem Pappschuber, auf der Vorderseite Zero-Two und auf der Rückseite Hiro. Als Extra liegen Volume 1 ein Art-Booklet mit Konzeptzeichnungen und Episodenguide, wie auch zwei Postkarten mit demselben Motiv wie dem Schuber, bei.

Fazit

„Darling in the Franxx“ ist das Kind einer wunderbaren Kollaboration zweier Studios, die in ihren Ansätzen und Stärken unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Ergebnis ist ein interessantes Werk, welches eine gute Balance zwischen beinharter Action und sehr emotionalen und sanftmütigen Szenen hält. Die ersten sechs Folgen haben es definitiv geschafft, uns in ihren Bann zu ziehen, ohne uns dabei das Gefühl zu geben, wir wüssten bereits, was als nächstes geschehen wird.

Die deutsche Umsetzung wirkt an einigen Stellen etwas unbeholfen, kann jedoch mit einer soliden – und an manchen Stellen gar sehr guten – Sprecherwahl punkten. Den starken Kontrast zwischen den Action- und den zwischenmenschlichen Szenen betrachten wir als große Stärke von „Darling in the Franxx“, da beides auf hohem Niveau dargestellt und umgesetzt wurde. Wir finden: Für Fans von Serien wie „Tengen Toppa Gurren Lagann“, wie auch für Fans von Serien mit viel zwischenmenschlicher Interaktion, wie z.B. „Steins;Gate“, bietet „Darling in the Franxx“ im Verlauf des ersten Volumes eine wunderbare chaotische Mischung, die jedoch nie komplett ausufert und somit immer unter Kontrolle bleibt.

Review: Darling in the Franxx Vol.1 [Blu-Ray]
8.3 / 10 Team
Handlung7.5
Charakterentwicklung8.5
Animation9
Synchronisation7.5
Unterhaltung9

Allgemeine Daten

Veröffentlichung: 24. August 2020 (Limited Editon früher)

Publisher: KAZÉ

Genre: Action, Drama, Comedy

Laufzeit: 150 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: Dolby Digital 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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  • Darling in the FRANXX – Vol. 1 + Sammelschuber [Limited Edition] (Blu-Ray/DVD)
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Handlung:

In einer postapokalyptischen Zukunft wurde die Menschheit durch riesige Bestien, die Klaxosaurs, stark dezimiert. Die Überlebenden verharren in mobilen militärischen Städten, Plantations genannt. Dafür hat die Wissenschaft dafür gesorgt, dass sie unsterblich sind und somit die natürliche Fortpflanzung aufgegeben. Kinder werden als „Parasiten“ gezüchtet, die in Vogelkäfigen aufwachsen und lediglich eine Bestimmung haben – die Franxx, riesige Roboter, mit Hilfe eines Partners des anderen Geschlechts zu steuern. Hiro galt lange als Wunderkind, bis er die Fähigkeit verlor, einen Franxx zu steuern, und damit auch seine Existenzberechtigung einbüßte. Bald trifft er jedoch auf Zero Two, die berühmt-berüchtigte Franxx-Pilotin, deren Partner spätestens beim dritten Einsatz sterben. Sie kann ihn überzeugen, ihr neuer „Darling“ zu werden. Hiro könnte seine bisherigen Fehlschläge wieder gut machen – oder bald sterben …


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