©Tezuka Productions/TWIN ENGINE Inc.

Mit „Dororo“ Volume 2 endete die erste Hälfte des „Dororo“-Animes. Mit Volume 3, welches Animoon Publishing am 15. September 2020 veröffentlicht hat, startet nun die zweite Hälfte der Action-Serie, welche auf Osamu Tezukas gleichnamigem Manga basiert. Das letzte Volume endete mit dem ersten Zusammentreffen von Hyakkimaru und seiner Familie. Selbst sein Bruder Tahomaru hat sich nun gegen ihn gestellt. Bevor er seinen Bruder konfrontieren kann, muss er jedoch die verblendenden Blutteufel töten, um seine verbleibenden Körperteile zurück zu bekommen. Ob ihm dies gelingt, erfahrt ihr in dieser Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

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Kann ich dich Mama nennen?

Nachdem Dororo und Hyakkimaru vor dessen Familie flüchten konnten scheint es so, als ob Hyakkimaru nichts anderes mehr im Kopf hat als Blutteufel zu töten. Dororo möchte allerdings nicht, dass er sich überarbeitet, weshalb er vorschlägt gemeinsam zu einer heißen Quelle in der Nähe zu gehen und ihn dabei mit der Lüge überzeugt, dass dort ein Blutteufel sein Unwesen treiben soll. Auf dem Weg dorthin finden sie eine verlassene Hütte, in welcher sie nächtigen möchten. Jedoch ist die Hütte nicht wirklich verlassen, lebt dort doch eine Dame, die Dororos Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht. Die drei essen gemeinsam zu Abend. Als Dororo langsam aber sicher müde wird, gesteht die Frau, dass sie dem Essen ein Mittel beigemischt hat, damit die beiden einschlafen. Sie erzählt Dororo die Geschichte eines Bildhauers, der landesweit für seine Buddha-Statuen bekannt war. Als er jedoch eines Tages die Statue eines Fudo meißeln wollte, gelang es ihm nicht, dem Fudo ein Gesicht zu geben und der Bildhauer starb. Eines Tages nahm ein böser Geist die Statue in Besitz und erweckte den Bildhauer wieder zum Leben, um ihm ein passendes Gesicht zu bringen, welches er einem Menschen abschneiden und stehlen kann. Dieser Bildhauer sei sie und sie habe vor, Hyakkimarus Gesicht dem Fudo zu opfern. Bevor sie dies jedoch tun kann, wacht Hyakkimaru auf, tötet den bösen Geist und die Bildhauerin kann endlich in Frieden ruhen.

Alles zum Wohle meines Volkes

Nachdem unsere Helden in einer heißen Quelle entspannt haben, treffen die beiden auf ein Monster mit großem Kopf. Allerdings hält Hyakkimaru es nicht für ein Monster, weshalb es die beiden begleiten darf. Als sie an einem abgebrannten Tempel vorbei kommen, verschwindet das Monster auf einmal, als plötzlich der Lord des Landes auftaucht. Dieser erzählt ihnen von der bösen Nonne, die dort verwaiste Kinder Tag ein Tag aus schuften ließ. Eines Tages schlug ein Blitz in den Tempel, wodurch er niederbrannte und alle Kinder, wie auch die Nonne, starben. Nach der Geschichte lädt der Lord unsere Helden ein bei ihm zu speisen und zu schlafen im Austausch für Geschichten von ihren Reisen. In der Nacht werden sie jedoch von einer riesigen Motten-Raupe und Motte angegriffen, die sie fressen wollte. Bei der Motte handelt es sich scheinbar um einen Blutteufel. Am nächsten Tag versucht Dororo etwas über den Blutteufel herauszufinden, während Hyakkimaru dem Lord in die Berge folgt. Dororo merkt allerdings, dass das Thema ihm die Missgunst der Dorfbewohner einbringt. Als er dann einen Geheimgang in einem Reislager findet, wird er von jenen Bewohnern hineingeschubst. Dort versuchen weitere Raupen ihn zu fressen. Jedoch wird er von dem Monster mit großem Kopf gerettet, dessen Kopf explodiert. Aus ihm steigen die Geister der verstorbenen Kinder hervor, die Dororo erklären, dass die Dorfbewohner sie an den Blutteufel verfüttert haben. Gleichzeitig verletzt Hyakkimaru den Blutteufel schwer, weshalb dieser in einen Wachturm fliegt, welcher Feuer fängt, das auf das ganze Dorf überspringt, wodurch viele Dorfbewohner, der Lord eingeschlossen, sterben.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Dororo ist frustriert, da Hyakkimaru von den vielen toten Menschen unberührt zu bleiben scheint. Deshalb geht er langsamer und wird so von Hyakkimaru getrennt. Auf einmal wird Dororo von ein paar Pferden umzingelt. Es stellt sich heraus, dass Itachi mit seiner neuen Bande nach ihm gesucht hat und ihn entführt, da sie vermuten, dass Dororo die zweite Hälfte einer Karte hat, deren erste Hälfte auf dem Rücken seiner Mutter tätowiert wurde. Die erste Hälfte haben sie bereits, da sie die Leiche von Dororos Mutter ausgegraben haben. Diese Karte soll zu einem Schatz führen, den Dororos Vater versteckt hat. Und so machen sie sich auf den Weg, um den Schatz zu finden.

Währenddessen stößt Hyakkimaru auf ein Schlachtfeld. Dort arbeitet Jukai, der Doktor, daran, den Leichen gefallener Menschen Prothesen zu geben. Das Aufeinandertreffen der beiden wird jedoch von einer Gruppe von Löwendämonen gestört. Die beiden verstecken sich in einer Höhle und sprechen miteinander. Nachdem Hyakkimaru die Löwendämonen und den Dämonenbaum besiegt hat, von dem sie entstammen, trennen sich die Wege der beiden und Hyakkimaru macht sich auf die Suche nach Dororo.

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Bild und Animation

Volume 3 von „Dororo“ kommt, wie schon Volume 1 und 2, in 16:9 und 1080p gemastert daher. Dieses Volume hat dabei aber weniger Probleme mit dem Wechsel von hellen zu dunklen Szenen. Daher wirkt das Bild insgesamt sehr klar und jederzeit deutlich erkennbar.

Leider hat die Animationsqualität in Volume 3 aber deutlich abgenommen. Insbesondere Episode 15 sticht hier als klares Negativbeispiel heraus. Dazu zählen vergleichsweise schlecht gezeichnete Gesichter sowie Animationen, die teilweise aussehen, wie eine einfache Aneinanderreihung von Einzelbildern, und insgesamt sehr unausgearbeitet sind. Das war leider eine große Enttäuschung, besonders wenn man bedenkt, dass Episode 15 extrem emotional ist. Allerdings gibt es mit Episode 18 auch lobenswerte Aspekte, da die Action und emotionalen Szenen in dieser Folge sehr schön animiert wurden. Insgesamt sind die Animationen im Vergleich zu den vorherigen Volumes aber dennoch eher schlechter geworden.

Ton und Synchronisation

Wie immer erst einmal die technischen Fakten: Der Anime ist in deutscher wie auch japanischer Synchro in Dolby Digital 2.0, und damit Stereo, gemastert. Der Ton ist klar, wodurch auch in actionreichen Szenen der Soundtrack vom Gesprochenen klar zu unterscheiden ist und sich beides gegenseitig auch nicht übertönt.

Die deutsche Synchronisation ist auch in Volume 3 auf absolut höchstem Niveau. Insbesondere Christian Wunderlich als Hyakkimaru leistet in Volume 3 fantastische Arbeit. Da Hyakkimaru gerade erst gelernt hat zu sprechen, hat er nur wenige Sätze, welche Wunderlich allerdings perfekt nutzt. Auch wollen wir Thomas Anzenhofer besonders loben. In Episode 17 zeigt er seine Stärke, versucht Jukai doch seine väterliche Bindung mit Hyakkimaru wiederaufzubauen. Dies performt Anzenhofer in Perfektion. Man spürt die väterlichen Gefühle Jukais zu jedem Zeitpunkt. Insgesamt lässt sich daher festhalten, dass die Synchronisation in Episode 17 bisher die Beste des gesamten Anime ist.

Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu, euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Fassung des dritten Volumes der Serie.

„Dororo“ kommt in der Mediabook-Version namensgebend in einem schicken Mediabook daher. Dieses zeigt auf einer Seite einen blutverschmierten und womöglich wütenden Hyakkimaru. Dieser hat seine Schwerter enthüllt. Auf der anderen Seite ist ein herbstlicher Wald zu sehen. Auf der Kante sieht man den Titel „Dororo“ in Hiragana wie auch romanischen Buchstaben ausgeschrieben. Das Mediabook ist sehr stabil und von hoher Qualität. Sehr erfreulich ist auch, dass auf selbigem kein FSK-Logo aufgedruckt ist. Als Extra zu Volume 3 gibt es zwei Maxi-Poster, eines mit dem Coverbild des Volumes und das andere mit einer Malerei einer Krähe, die einen Augapfel im Schnabel hält.

Fazit

Volume 3 von „Dororo“ war insgesamt leider etwas schwächer als Volume 2. Da dieses Volume jedoch nach einem emotionalen Höhepunkt in der Geschichte wieder zurück in das „Monster of the Week“-Format führen musste, ist dies absolut okay. Das Volume endete mit einem sehr spannenden Cliffhanger, weshalb auch die ganze Geschichte von „Dororo“ weiterhin spannend bleibt. Insbesondere möchten wir noch einmal Episode 17 hervorheben, welche vielleicht die bisher emotionalste Folge des Anime ist.

Etwas weniger dunkel und makaber als Volume 2 ist Volume 3 von „Dororo“ weiterhin sehr hart, aber auch sehr spannend. Auch weiterhin beweist „Dororo“, dass Geschichten aus älteren Mangas mit ein paar Änderungen auch weiterhin in die moderne Zeit passen. Wer Volume 1 und 2 der Serie bereits mochte, sollte hier definitiv zugreifen.

Review: Dororo Vol. 3 [Blu-ray]
8.4 / 10 Team
Handlung8
Charakterentwicklung9
Animation7
Synchronisation9
Unterhaltung9

ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 15. September 2020

Publisher: Animoon Publishing

Genre: Action, Drama

Laufzeit: 144 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p, 16:9 Format

Ton/Sprache: Japanisch, Deutsch, Dolby Digital 2.0 (Stereo)

Untertitel: Deutsch

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Handlung

Nachdem sie Fürst Daigo vorerst hinter sich gelassen haben, wird Hyakkimaru von seinem Rachedurst zu immer monströseren Gestalten geführt. So kämpfen sie gegen eine gesichtsraubende Statue, ein Baby-Monster und ein Motten-Ungeheuer. Da Dororo die zunehmende Brutalitat seines großen Bruders nicht mehr erträgt, entscheidet sich das Kind, fortzulaufen. Zum ersten Mal seit ihrem Zusammentreffen gehen die beiden getrennte Wege. Doch bald schon merken sie, dass die Menschen, denen sie begegnen, eine viel größere Gefahr darstellen als es die Monster je konnten. Ob die beiden ungleichen Freunde wieder zueinander finden werden? Hyakkimarus blutiger Rachefeldzug geht weiter!


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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