©Akane Shimizu/KODANSHA,Aniplex,davidproduction

Viele erinnern sich an die Trickfilmserie „Es war einmal das Leben“, in der man kindgerecht erklärt bekommen hat, was im eigenen Körper stattfindet. Die einzelnen Zellen, Antikörper und Krankheitserreger wurden als Personen und Lebewesen dargestellt, mit eigener Persönlichkeit. Peppermint anime hat im September bereits das dritte Volume von „Cells at Work!“ auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, in dem es zumindest thematisch um das Gleiche geht. Wie uns Teil 3 dieser Animeserie gefallen hat, das erfahrt ihr in unserer Rezension.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Es wird heiß

Nach den Attacken unzähliger Erreger in letzter Zeit bekommen die Zellen jetzt neue Probleme: einen Hitzschlag. Die gesamte Szenerie verwandelt sich in eine dürre Einöde und die letzten Schweißdrüsen versuchen vergeblich, die Körpertemperatur zu senken. Natürlich schwitzt auch das Erythrozytenmädchen, doch trotzdem muss die Arbeit erledigt werden. Da der gesamte Körper jedoch leidet, sieht ein neuer Feind seine Chance, das Bakterium Baciluss cereus. Es möchte den gesamten Organismus übernehmen, doch schnell stellt sich der Leukozyt ihm entgegen, der jedoch viel zu warm angezogen ist. Statt zu kämpfen, flieht der Keim jedoch, da er schwächer als viele andere ist und sich bei der Hitze nicht replizieren kann. Daher möchte er auf den richtigen Moment warten. Als der Leukozyt später noch weiter geschwächt ist, traut er sich zum Kampf und kann ihn auch besiegen. Die Wende naht jedoch, als eine Kanüle plötzlich durch die Hautbarriere dringt und eine erfrischende Infusion den Zellen zu neuer Kraft verhilft, mit deren Hilfe Bacillus cereus bald Geschichte ist.

Eine ernste Situation

Das Erythrozytenmädchen bekommt von ihrer Ausbilderin eine ganz besondere Aufgabe zugeteilt: Sie soll selbst einen Neuling ausbilden. Der Erythrozytenneuling, den sie bekommt, ist ebenfalls ein Mädchen, doch kann sie schon mit viel mehr Fachwissen und Gelassenheit punkten, als ihre neue Vorgesetzte. So zeigt die neue Ausbilderin in vielen Fällen, wie man es nicht macht, da sie durch ihre Planlosigkeit und Schusseligkeit meist die falschen Wege geht und sich den Zorn vieler anderer Zellen aufhalst. Doch plötzlich gibt es eine enorme Explosion und nichts scheint mehr wie zuvor zu sein. Während der gesamte Organismus durch einen hämorrhagischen Schock viel Blut (und damit Erythrozyten) verliert, versuchen die beiden Erythrozyten ihre Aufgabe weiter zu vollführen und Zellen mit Sauerstoff zu versorgen. Doch die Situation erscheint aussichtslos, bis eine Bluttransfusion neue Erythrozyten bringt, die zwar komisch sprechen, aber doch sehr kompetent sind und helfen, diese kritische Situation zu meistern.

©Akane Shimizu/KODANSHA,Aniplex,davidproduction

Ein neuer Freund

Nachdem der sehr kritische Blutverlust ausgeglichen wurde, kehrt etwas Ruhe in den Körper ein. So fokussiert sich die Handlung erstmal auf eine ganz normale Zelle, die damit beschäftigt ist, sich zu vermehren. Dabei wird dem Zuschauer etwas mehr über den Zellzyklus und die Replikation der Zellen erläutert. Die Zelle selbst ist jedoch total gelangweilt, weil sie nichts anderes mehr zu tun hat. Das ändert sich, als sie eine andere Zelle mit einem lustigen Hut sieht, die anderen Zelltypen Streiche spielt. So bekommen die T-Killer-Zellen ein Geschenk mit einem herausschnellenden Boxhandschuh, bei anderen Zellen werden Zucker und Salzstreuer vertauscht und bei den Makrophagen werden die Sportgeräte angemalt. Die Zelle, die die Langeweile nicht mehr ertragen hat, half seinem neuen Freund bei diesen Streichen und hatte so viel Spaß, wie noch nie im Leben, sodass er ihn zu sich nach Hause einlädt. Dort kippt jedoch die Stimmung und es stellt sich heraus, dass die Zelle mit dem Hut von einem Rhinovirus, das Erkältungen verursacht, infiziert wurde. Bei der Flucht auf den Balkon muss die noch nicht infizierte Zelle erkennen, dass nahezu alle Nachbarzellen infiziert sind und sich zombieartig auf den Weg zu ihm machen. Kann er die Situation heil überstehen? Werden ihm die Immunzellen helfen, denen er vorher so viele Streiche gespielt hat? Das verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Dazu schaut ihr am besten selbst das dritte Volume von „Cells at Work!“.

Bild und Animationen

Der Anime ist im 16:9 Standardformat gehalten und hat eine Auflösung von 1080p. Die Animationen sind gut gelungen und es fielen keine Bildfehler negativ ins Auge. Das Bild ist jederzeit scharf und die Charaktere präzise und gut animiert. Nur in wenigen Szenen werden einfachere Animationen als stilistisches Mittel verwendet, was aber keinesfalls störend wirkt. Somit ist das Bild genauso gut, wie schon bei Volume 1 und 2. Etwas merkwürdig ist, dass Zellen und Bakterien stark bluten können und die Blutdarstellungen für schwach besaitete Menschen vielleicht etwas zu viel sind, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran, auch wenn in Volume 3 nochmal ordentlich zugelegt wurde.

Ton und Synchronisation

Wie bei den meisten Anime ist wieder sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur verfügbar (DTS HD MA) – wahlweise mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen. Keine Stimme fiel beim ersten Hören negativ auf und die unterschiedlichen Stimmungen der Charaktere konnten gut wiedergegeben werden. Auch die neuen Charaktere, die in Volume 1 noch nicht vorkamen, wurden gut besetzt und die Stimmen passen sehr gut, auch wenn es sich hauptsächlich um Nebenrollen handelt. Kritikpunkte bei der deutschen Synchronisation fielen nur bei der wissenschaftlich falschen Betitelung von Keimen auf. Wörter wie „die Bakterie“ oder „die Vire“ werden oft genannt, müssten aber „das Bakterium“ bzw. „das Virus“ heißen. Da ansonsten die wissenschaftlichen Erklärungen ganz gut und detailliert sind, fällt das etwas heraus. Witzig in diesem Volume sind die Erythrozyten mit Dialekt, die durch eine Bluttransfusion aus einem anderen Körper in den Organismus gelangten. In vielen anderen Animes wurden solche Dialekte schon unpassend eingesetzt (z.B. Undefeated Bahamut Chronicle), aber in diesem Fall passt es exzellent und wertet die Synchronisation auf.

Physische Umsetzung

Wie ihr es bereits kennt: Die physische Umsetzung des Produkts ist natürlich wieder kein wertungsrelevanter Punkt unserer Kritik, soll euch aber ein Bild vom dem vermitteln, was ihr als Käufer erwarten könnt. Die folgende Beschreibung und die Bilder beziehen sich dabei auf die Blu-Ray-Version von „Cells at Work!“ Volume 3.

Der Anime kommt in einem Mediabook mit DVD und Blu-ray daher. Zwischen DVD und Blu-ray sind einige Seiten Erklärungen und Illustrationen zu den einzelnen Zellen und Krankheitserregern zu finden. Als Illustrationsmotiv wurden der Leukozyt und eine T-Killerzelle gewählt. Das FSK-Logo ist nur auf den Discs und nicht auf dem Mediabook zu sehen.

Auf weitere physische Extras hat man verzichtet. Als digitale Extras sind die Credits, Clean Opening und Ending sowie einige weitere Trailer zu anderen Veröffentlichungen von peppermint anime enthalten.

Fazit

„Cells at Work!“ schafft es auch in Volume 3 wieder mit gewohnter Kost zu punkten. Es warten wieder große Herausforderungen auf den Körper und die darin lebenden Zellen und trotzdem kommt der Humor nicht zu kurz. Die Animationen und die Synchronisation sind gleichbleibend auf einem guten Niveau und so kann man auch das dritte Volume getrost jedem empfehlen, der schon die ersten beiden Volumes mochte und noch mehr über die Abenteuer im menschlichen Körper erfahren möchte.

Review: Cells at Work! Vol. 3 [Blu-ray]
8.1 / 10 Team
Handlung8
Charakterentwicklung8
Animation8.5
Synchronisation8
Unterhaltung8
Allgemeine Daten

Erscheinungstermin:  21. September 2020

Publisher:  peppermint anime

Genre: Fantasy

Laufzeit: 100 min.

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 5.1 Deutsch und DTS HD MA 2.0 Japanisch

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Handlung

Dies ist eine Geschichte über dich! Genau genommen über deinen Körper und die vielen fleißigen Zellen, die sich jeden Tag ins Zeug legen, um dich gesund zu halten! Ob Sauerstoff transportieren, Viren und Bakterien ausmerzen, oder Wunden verschließen, jede Zelle hat ihre Aufgabe, die sie gewissenhaft ausführt. Auch Erythrozyt AE-3803 ist mit Feuereifer dabei! Doch weil sie noch ganz neu ist, verläuft sie sich ständig. Auf ihren (Irr-)Wegen trifft sie auf Leukozyt U-1146, der sie gleich mal vor fiesen Pneumokokken beschützen muss. Bald jedoch erwarten sie noch härtere Gegner: Wie werden die vielen Zellen wohl mit Zedernpollenallergenen oder einer Lebensmittelvergiftung fertig werden?


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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