© 2011 Yomi Hirasaka / Media Factory / Haganai Project

Keine Freunde zu haben kann eine schwere Last sein. So geht es den Protagonisten von „Haganai“. Aus diesem Grund gründen sie einen Club, um neue Freundschaften zu schließen. Wie uns das erste Volume zu diesem Anime gefallen hat, das erfahrt ihr in unserer Rezension.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Keine Freunde

Kodaka Hasegawa ist ein ganz normaler Schüler – naja, fast ganz normal. Er kam vor einem Monat neu auf die Schule und durch ungünstige Missverständnisse hat er sich einen schlechten Ruf erarbeitet. Aufgrund dessen hat er keine Freunde und ist immer alleine, nur daheim nicht, wo seine kleine Schwester Kobato mit ihm zusammen lebt, die jedoch süchtig nach einem Anime ist und sich auch wie die Hauptfigur aus dieser Serie kleidet und verhält.

Eines Tages trifft Kodaka die sonst stille Yozora und beobachtet, wie sie Selbstgespräche führt. Es stellt sich heraus, dass sie ebenfalls keine Freunde hat und am Ende eines Gesprächs gründet Yozora einen Schulclub – den Nachbarschaftsclub. Dieser handelt von dem Finden neuer Freunde und Yozora und Kodaka sind zunächst die einzigen beiden Mitglieder. Das ändert sich jedoch schnell, als mit der hübschen Sena die nächste Interessentin an die Tür klopft. Diese ist bei den Jungs der Schule sehr beliebt, doch genau deshalb findet sie keine wahren Freunde. Yozora ist allerdings nicht sehr begeistert von ihr und so bahnt sich ein kleiner Krieg zwischen den beiden Mädchen an.

Virtuelle Welten

Um näher zusammen zu finden, hat der Nachbarschaftsclub beschlossen, zusammen in virtuelle Welten einzutauchen. So spielen sie gemeinsam ein Online-Rollenspiel. Sena hat dabei das Wochenende durchgängig gespielt und den höchsten Rang erreicht. Im Spiel läuft es jedoch nicht so wie gewollt. Während sich Sena und Yozora andauernd gegenseitig bekriegen, ist Kodaka auf dem niedrigsten Rang allein auf sich gestellt. Nachdem dieses Spielerlebnis nicht so erfolgreich für die Gruppe war, kauft Sena eine richtige Konsole für den Club und sie versuchen sich an Dating-Sims, um zwischenmenschliche Beziehungen besser zu verstehen. Dabei stellen sie sich aber nicht sehr geschickt an und nehmen das Spiel zudem viel zu ernst, was zu keinem erfolgreichen Abschluss des Games führt. Doch Sena kann nicht von diesen Spielen lassen und so spielt sie immer weiter und steigert sich soweit rein, dass Kodaka ihr im Schwimmbad das Schwimmen beibringen muss, damit sie sich traut, sich im Spiel mit einem Charakter am Strand zu treffen. Bei dem Schwimmtraining gibt es zwar auch etwas Streit, doch insgesamt verstehen die beiden sich dadurch besser und als Kodaka Sena vor drei Typen beschützt, fühlt sie sich das erste Mal von jemandem wirklich ernst genommen.

Neue Mitglieder

Kodaka hatte schon länger das Gefühl, dass er von jemanden heimlich verfolgt wird. Doch er konnte den Stalker nicht ausfindig machen. Sena und Yozora helfen ihm dabei, doch da die seltsame Truppe die gesamte Aufmerksamkeit der Schule auf sich lenkt, bleibt der Stalker fern. Als Kodaka jedoch alleine ist, kann er ihn stellen. Es handelt sich um einen Jungen namens Yukimura, der jedoch sehr weiblich erscheint und Kodaka ist nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Jungen handelt. Dieser erzählt, dass er gemobbt wird und da Kodaka einen Ruf als Schurke an der Schule hat, sieht er ihn als sein Vorbild an und er möchte so stark wie er werden. Und dann erscheint auch noch eine sehr exzentrische Wissenschaftlerin namens Rika, die Kodaka nach einem missglückten Experiment aus ihrem Labor gerettet hat und die nun sexuelles Interesse an ihm zu haben scheint, was Yozora und Sena sehr eifersüchtig macht. Werden die beiden Neulinge in den Club aufgenommen oder sind die Differenzen zu groß? Und kann der Club überhaupt weiterbestehen, nachdem die zehnjährige Ordensschwester Maria, die eigentlich die Leitung des Clubs übernehmen sollte, aber von Yozora dazu gezwungen wurde, diesen nicht weiter betreuen möchte? Das verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Wenn ihr wissen wollt, wie es mit dem Nachbarschaftsclub weitergeht, dann schaut am besten selbst das erste Volume von „Haganai“.

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Bild und Animationen

Der Anime ist im 16:9 Standardformat gehalten und hat eine Auflösung von 1080p. Die Animationen sind gut gelungen und es fielen keine Bildfehler negativ ins Auge. Die Hintergründe wirken oft etwas statisch und leer, aber das fällt nicht sonderlich negativ auf, da der Fokus bei den Charakteren liegt. Die Farben wurden hell und fröhlich gewählt, bei ernsteren Gesprächen wechseln sie aber durchaus auch mal – z.B. zeigt sich ein melancholischer Sonnenuntergang beim ersten Gespräch über Einsamkeit und fehlende Freunde zwischen Yozora und Kodaka. Auf CG-Elemente wurde komplett verzichtet. In der Szene nach dem Abspann hat man den Stil geändert, denn diese wird immer im Chibi-Format gezeigt, was gut passt.

Ton und Synchronisation

Wie bei den meisten Animes ist wieder sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur verfügbar (DTS HD MA 2.0) – wahlweise mit deutschen Untertiteln. Auf eine Surroundtonspur wurde verzichtet, was man bei einem Anime ohne Actionszenen verschmerzen kann. Die deutsche Synchronisation ist derweil sehr gut gelungen und keine Stimme fiel beim ersten Hören als unpassend zu dem Charakter auf. Besonders die Hauptcharaktere, wie Sebastian Schulz als Kodaka, Laurine Betz als Yozora oder Nicole Hannak als Sena, bringen ihre Charaktere gut zur Geltung. Das Dialogbuch, geschrieben von Julia Bautz und Marie-Jeanne Widera, ist gut gelungen und kann vorallem bei den Streitgesprächen zwischen Sena und Yozora seine Kreativität zeigen.

Physische Umsetzung

Wie ihr es bereits kennt: Die physische Umsetzung des Produkts ist natürlich wieder kein wertungsrelevanter Punkt unserer Kritik, soll euch aber ein Bild vom dem vermitteln, was ihr als Käufer erwarten könnt. Die folgende Beschreibung und die Bilder beziehen sich dabei auf die Blu-Ray-Version von „Haganai“ Volume 1.

Der Anime kommt als Mediabook-Edition daher. Zudem liegt Volume 1 ein Sammelschuber bei. Als Illustrationsmotiv für den Schuber wurde Kodaka zusammen mit Yozora, Sena, Maria, Yukimura, Rika und Kobato ausgewählt. Yozora ziert dabei das Mediabook. Beide haben kein FSK-Logo. Ein solches ist nur auf der Disc zu sehen und auf dem verlängerten Backflyer beim Sammelschuber.

Als physisches Extra liegt ein Freundschaftsband bei. Als digitale Extras sind die Credits und einige weitere Trailer zu anderen Veröffentlichungen von AniMoon Publishing enthalten.

Fazit

Wer humorvolle Animes mag, bei dem sich mehrere weibliche Charaktere um einen männlichen Protagonisten scharen, der ist bei „Haganai“ richtig. Viel Humor wird mit etwas Fanservice kombiniert. Eine epische Story mit viel Tiefgang kann man nicht erwarten, doch manchmal driftet der Anime zu ernsteren Themen, wie Einsamkeit und Mobbing, ab. Die Animationen sind solide und die Synchronisation ist gut gelungen. Wer also Lust auf eine kurzweilige und lustige Serie hat, für den lohnt es sich, bei „Haganai“ reinzuschauen.

Review: Haganai Vol. 1 [Blu-ray]
7.7 / 10 Team
Handlung6.5
Charakterentwicklung7.5
Animation7.5
Synchronisation9
Unterhaltung8

Allgemeine Daten

Erscheinungstermin: 14. August 2020

Publisher: AniMoon Publishing

Genre: Comedy

Laufzeit: 100 min.

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 2.0 Deutsch und DTS HD MA 2.0 Japanisch

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Handlung

Hasegawa Kodaka ist neu an der Schule und tut sich schwer, neue Freundschaften zu schließen. Verstärkt wird sein Problem dadurch, dass man ihn aufgrund seiner blonden Haare für einen Delinquenten hält. Eines Tages stört er seine schroffe, eigenbrötlerische Klassenkameradin Yozora bei einer Unterhaltung mit ihrer imaginären Freundin Tomo. Sie stellen fest, dass keiner von beiden Freunde hat, und beschließen zur Abhilfe einen Klub zu gründen, in dem sich Leute wie sie zusammenfinden.


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