©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee

Ende Juni startete peppermint anime mit der Disc-Veröffentlichung der Serie „Fire Force“, die auf dem beliebten gleichnamigen Manga von Atsushi Ohkubo (u.a. Soul Eater) basiert. Wir haben uns mit dem Neuling Shinra der achten Sondereinheit der Feuerwehr angeschlossen und uns in den Kampf mit den Flammenwesen gewagt. Wie uns das erste Volume dabei gefallen hat, das verraten wir euch in der nachfolgenden Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Shinra, der neue Feuerwehrsoldat

Die Geschichte von „Fire Force“ spielt in einer zukünftigen Welt, die durch ein mysteriöses Phänomen gebeutelt wird: die spontane menschliche Selbstentzündung. Im Prinzip kann es jeden immer und überall treffen. Plötzlich erfasst Feuer den Körper eines Menschen und lässt ihn zu einem Flammenwesen werden, das auch andere Menschen und seine gesamte Umgebung gefährden kann. Durch diese Situation sind bereits viele Regionen der Welt nahezu unbewohnbar geworden, was auch für Japan gilt, wo sich die Bevölkerung im Prinzip auf das Gebiet des neuen Kaiserreichs Tokyo konzentriert.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee

Um der gefährlichen Situation Herr zu werden, wurden hier neben der normalen Feuerwehr mehrere Sondereinheiten gegründet, die sich mit der „Erlösung“ von Flammenwesen und der Ergründung des Ursprungs der Selbstentzündung befassen. Diese Einheiten bestehen teils aus ehemaligen Feuerwehrleuten, doch viele Mitglieder gehören zu Menschen, die besondere Flammenfertigkeiten besitzen. Diese Fertigkeiten gibt es bereits seit Beginn des Selbstentzündungsphänomens und sie können ebenso plötzlich in Menschen erwachen. Dabei wird nach Generationen unterschieden. Während die zweite Generation Flammen manipulieren kann, ist die dritte Generation von Fertigkeiten auch in der Lage, diese zu erschaffen.

In dieser Welt konzentriert sich die Story auf den jungen Rekruten Shinra Kusakabe, der eine Fähigkeit der dritten Generation besitzt, die es ihm erlaubt, Flammen an seinen Füßen entstehen zu lassen. Als neuer Feuerwehrsoldat tritt er der frisch gegründeten achten Einheit der Spezialkräfte bei, um diese zu verstärken und sein Versprechen gegenüber seiner Mutter einzulösen, ein Held zu werden. In der Vergangenheit wurden sowohl Shinras Mutter als auch sein kleiner Bruder Sho Opfer eines Brandes, den viele Shinra und seinen Feuerfähigkeiten in die Schuhe geschoben haben. Da hilft auch sein stetiges Grinsen nicht besonders, das sein Gesicht für viele aussehen lässt wie die Grimasse eines Teufels, was seiner Fähigkeit den Beinamen „Fußspuren des Teufels“ eingebracht hat.

Das Turnier der Neulinge

Gleich bei seinem ersten Einsatz als Teil der achten Einheit übernimmt Shinra die „Beschwichtigung“ des Flammenwesens in einer Fabrik, in der sich die Frau des Besitzers plötzlich entzündet hat. Als Beschwichtigung bzw. Seelenmesse oder Erlösung wird das Auslöschen des Flammenwesens bezeichnet, was auch nie ohne den Beistand und das Gebet einer Schwester von statten geht, die für die Seele betet. Im Falle der achten Einheit heißt diese Schwester Iris, die festes Mitglied des Teams ist. Durch die Soulkirche hat sich nämlich sogar eine eigene Religion etabliert, die dem Sonnengott huldigt, und die den Menschen in Zeiten der Selbstentzündung Hoffnung für ihre Seelen verspricht.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee

Kurz darauf tritt Arthur Boyle, der mit seinem Plasmaschwert ebenfalls eine Fähigkeit der dritten Generation besitzt, als zweiter Neuling der achten Sondereinheit bei, was Shinra nicht unbedingt glücklich stimmt, da er Arthur schon auf der Akademie für angehende Feuerwehrsoldaten seltsam fand. Dieser hält sich nämlich für einen Ritterkönig und bezieht aus dieser Vorstellung sogar seine Kraft. Das gerät aber schnell in den Hintergrund, denn ein Turnier der Neulinge aller Einheiten steht kurz bevor. Um darauf vorbereitet zu sein, trainieren Shinra und Arthur mit ihrer Kollegin Maki, doch vor dem Start des Turniers kommt es erneut zu einem Einsatz der Truppe, bei dem vor Ort allerdings ein mysteriöser Mann zugegen ist, der die Flammen durch ein schwarzes Pulver verändert und anheizt. Dennoch gelingt es der achten Einheit die Seelenmesse durchzuführen.

Anschließend beginnt endlich das Turnier der Neulinge, bei dem ein echter Brandort simuliert wird. Neben Shinra und Arthur lernen wir als Zuschauer nun auch Tamaki kennen. Sie ist eine neue Rekrutin der ersten Einheit und besitzt die Fähigkeit sich dauernd ungewollt in perverse Situationen zu manövrieren. Als der Wettbewerb unter den Neulingen beginnt, gelingt es Shinra mit seiner Fähigkeit als erster im Inneren des Gebäudes anzukommen. Dort wurden die Feuerwehrsoldaten, die bei der Durchführung des Turniers helfen sollten jedoch von dem mysteriösen Mann ausgeschaltet, der zuvor mit seinem schwarzen Pulver die Flammen am letzten Einsatzort der achten Einheit verändert hatte.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee
Die Aufgabe der achten Sondereinheit

Es kommt zu einem Kampf zwischen ihm und Shinra. Dabei erzählt er letzterem, dass sein kleiner Bruder Sho noch lebt und nicht damals bei dem Brand gestorben ist. Als auch Arthur und Tamaki auftauchen stellt sich der mysteriöse Fremde als Joker vor und nutzt erneut seine schwarze Asche. Kurz bevor das Gebäude explodiert kann Shinra mit den anderen aber noch über das Dach entkommen. Er erkennt Burns, den Kommandeur der ersten Einheit als den Soldaten wieder, der bei dem Brand seines Elternhauses vor zwölf Jahren vor Ort war und will ihn zur Rede stellen, was ihm allerdings nicht wirklich gelingt.

Kommandeur Obi von der achten Einheit klärt ihn anschließend darüber auf, dass bei allen Sondereinheiten verschiedene äußere Mächte ihre Finger im Spiel haben. Das reicht von der Soulkirche über die Politik bis hin zu großen Unternehmen aus der Wirtschaft. Aus diesem Grund wurde die achte Sondereinheit gegründet, um zu untersuchen, was die anderen sieben Einheiten möglicherweise vertuschen.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee

Einige Tage später erhält die achte Einheit die Information, dass die Asche, die Joker genutzt hat, offenbar von Flammenwesen stammt. Kurz darauf sollen Shinra und Arthur einen Hund von einem Baum retten, doch es stellt sich heraus, dass es sich stattdessen um eines der drei Maskottchen der Feuerwehr handelt, das auf dem Baum festsitzt. Zur gleichen Zeit wird ein Feuerwehrmann, der zu einem Serienmörder wurde, vom Gericht wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen, doch noch im selben Moment verwandelt er sich in eine Flammenwesen – allerdings in ein besonders, das sein Bewusstsein behält, was eigentlich nie der Fall ist.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee
Princess Hibana und die fünfte Einheit

Obwohl dieses Wesen im Zuständigkeitsbereich der achten Einheit aufgetaucht ist, macht auch die fünfte Einheit unter Leitung von Kommandeurin Princess Hibana mobil, die dieses neuartige Flammenwesen als Forschungsobjekt nutzen möchte. Während Shinra, der als Einziger in der Lage war, das Flammenwesen schnell zu verfolgen, gerade in einen Kampf mit dem Wesen verwickelt ist, taucht Hibana mit ihrer fünften Einheit auf und funkt ihm dazwischen. Mit ihrer Flammenfähigkeit der dritten Generation verursacht Hibana bei Shinra eine Art Schwächeanfall und unterdrückt ihn. Als dieser sich trotzdem mit der fünften Einheit anlegen will, treffen die anderen Mitglieder der achten Einheit ein und Kommandeur Obi akzeptiert, der fünften Einheit das Flammenwesen zu überlassen, wenn die achte Einheit ebenfalls über die Forschungsergebnisse informiert wird.

Offenbar war das jedoch nur ein Vorwand, denn kurz darauf verkündet Obi, dass die achte Einheit die fünfte genau unter die Lupe nehmen wird und es dabei durchaus zu Kämpfen kommen könnte. Grund ist, dass Hibana offenbar illegale Forschungen betreibt und deren Ergebnisse verkauft. Als Schwester Iris, die irgendetwas mit Princess Hibana zu verbinden scheint, dann plötzlich auf eigene Faust verschwindet, wird die Operation vorgezogen und die achte Einheit macht sich auf den Weg zum Hauptquartier der fünften Einheit… Doch was verbindet Iris und Hibana miteinander? Und wird es der achten Einheit gelingen die fünfte Einheit zu bezwingen und ihre Schwester zurückzuholen? Das möchten wir an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten. Schaut euch das erste Volume von „Fire Force“ doch einfach selbst an!

Bild und Animation

Da „Fire Force“ zu den jüngeren Animeserien zählt, kommt das Bild wenig überraschend im Standardformat von 16:9 bei einer Full HD Auflösung von 1080p daher. Das Bild ist dabei stets scharf und die verwendeten Farben sind meist ein wenig gedeckter, was der Stimmung der gesamten Welt des Anime entspricht.

Bezüglich der Animationen hat das Studio david production größtenteils einen hervorragenden Job gemacht. Kämpfe gegen die Flammenwesen und die Spezialfähigkeiten von Shinra und Co. sind dynamisch, detailreich und beeindruckend umgesetzt worden. CGI ist dabei zwar vorhanden, wurde aber mit Bedacht eingesetzt und ist so gut an die traditionellen Zeichnungen angepasst, dass es fast nicht auffällt. Hier wurde wirklich bemerkenswerte Arbeit geleistet. Auch Alltagsszenen sind meist gelungen umgesetzt. Doch sind es diese, wo sich hin und wieder doch einmal kleinere Schwächen einschleichen, wenn beispielsweise Gesichtszüge nicht oder unvollständig dargestellt werden, nur weil Charaktere etwas weiter aus dem Fokus entfernt sind. Das kommt allerdings nicht häufig vor und ist ein vergleichsweise kleines Manko, das den sehr positiven Gesamteindruck bezüglich der animationstechnischen Umsetzung nur minimal trübt.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee
Ton und Synchronisation

Der Ton des Anime kommt – wie heutzutage meist üblich – im DTS HD Master Audio Format daher. Dieses ist qualitativ hervorragend und gibt sich auch bei „Fire Force“ keine Blöße. Allerdings wird das Ganze über eine Stereotonspur ausgegeben. Das ist zwar ebenfalls guter Standard, doch gerade „Fire Force“ hätte mit seinen vielen Actionszenen, Explosionen und einer gelungenen Hintergrundvertonung von Surroundsound profitiert.

Die deutsche Synchronisation ist bezüglich der Stimmwahl wie immer Geschmackssache. Wir fanden gerade Dennis Saemann als Protagonist Shinra Kusakabe passend besetzt und überzeugend. Auch die anderen Sprecher haben einen guten Job gemacht, allerdings benötigten wir bei einigen wenigen Stimmen ein wenig länger, um uns an sie zu gewöhnen. Ein Beispiel dafür ist unter anderem Daniel Welbart als Kommandeur Akitaru Obi, dessen Stimme zunächst vielleicht nicht tief genug für den Charakter erscheint. Dieser Eindruck verflüchtigt sich aber wie oft üblich mit der Zeit. Bezüglich des deutschen Dialogbuchs wurde ebenfalls ein guter Job abgeliefert, so dass sich Ton und Synchronisation von „Fire Force“ in den ersten Episoden durchaus gelungen – wenn auch mit kleinen Schwächen – präsentieren.

©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee
Physische Umsetzung

Ihr kennt es bereits von unseren weiteren Rezensionen: Die physische Ausgestaltung des Produkts hat keinen Einfluss auf die Gesamtwertung unseres Reviews. Die nachfolgende Beschreibung dient lediglich als Stütze bei der Entscheidung für oder gegen einen Kauf. Die darin aufgeführten Informationen und Bilder beziehen sich dabei auf die Blu-Ray-Version des ersten Volumes von „Fire Force“.

Wie von verschiedenen anderen Releases von peppermint anime bereits bekannt, erscheint „Fire Force“ im Digipack mit eigenem Pappschuber. Letzterer ist leider gewohnt instabil und sollte vor allem dann, wenn sich das Digipack außerhalb des Schubers befindet, mit der nötigen Vorsicht behandelt werden. Das FSK-Logo auf dem Schuber selbst ist glücklicherweise wieder nur aufgeklebt und lässt sich vorsichtig ohne Rückstände entfernen. Auf der Front des Schubers sind im Falle des ersten Serienvolumes Protagonist Shinra Kusakabe sowie der selbsternannte Ritterkönig Arthur Boyle abgebildet. Das Digipack selbst wird von einer Illustration des Kaiserreichs Tokyo geziert, wo die Geschichte des Anime spielt. Hier findet sich auch ein aufgedrucktes FSK-Logo wieder.

Auf physische Extras hat man wieder einmal komplett verzichtet. Digital sind das Clean Opening und Ending sowie Trailer zu weiteren Veröffentlichungen von peppermint anime mit an Bord. Wer gerne umfangreiche Extras haben möchte, der hat allerdings die Möglichkeit im AKIBA PASS SHOP von peppermint anime die limitierte Collector’s Edition des Anime zu erwerben, die entsprechend ausgestattet ist.

Fazit

Zum Start glänzt die Serie „Fire Force“ direkt in unterschiedlichen Bereichen. Das Worldbuilding des Anime ist gelungen und die Charaktere sind interessant und einzigartig. Zu einer guten Portion Action gesellen sich auch immer wieder einmal humoröse Elemente, die das Ganze auflockern. Hinzu kommt eine bis dato sehr gelungene und meist detailreiche Animation mit wenigen Schwächen. Auch die deutsche Synchronisation kann gesamthaft überzeugen. Einzig das Pacing der Serie ist vielleicht nicht immer optimal gewählt, aber das stört den Anime bisher nur unmerklich.

Fans von Shonen-Action dürfen bei „Fire Force“ gerne zugreifen, denn der Start im ersten Volume ist brandheiß! 😉

Review: Fire Force Vol. 1 [Blu-Ray]
8.4 / 10 Team
Handlung8
Charakterentwicklung8
Animation9
Synchronisation8
Unterhaltung9
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 22. Juni 2020

Publisher: peppermint anime

Genre: Action, Shonen

Laufzeit: ca. 150 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: Dolby Digital 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

Bestellen bei Amazon.de:
Handlung:

Shinra Kusakabe will ein Held werden! Endlich ist der Tag gekommen, an dem er der 8. Sondereinheit der Feuerwehr beitreten kann. Denn in einer Welt, in der Menschen spontan in Flammen aufgehen und durch die Verwandlung in gefährliche Flammenwesen jegliche Menschlichkeit verlieren, ist dieser Job einer der wichtigsten überhaupt. Unverzichtbar sind daher auch diejenigen, die wie Shinra Feuer selbst erschaffen oder kontrollieren können. Doch bald zeichnet sich ab, dass sich die Sondereinheiten nicht alle für das Wohl der Menschen einsetzen und außerdem eine mysteriöse Organisation in den Schatten der Stadt ihre Ränke schmiedet…


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