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Neben „Hana-Bi“ erscheint von Capelight auch auch „Dolls“ im edlen Mediabook. Doch beide Filme von Takeshi Kitano könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch wenn manche Grundelemente gleich sind, beispielsweise die melancholische Stimmung und natürlich Szenen, die am Meer spielen, doch bei „Dolls“ spielt Kitano nicht mit, er führte nur Regie, schrieb das Drehbuch und war für den Schnitt verantwortlich. Was macht „Dolls“ aber so einzigartig?

 

Die Handlung von „Dolls“ besteht aus drei Geschichten, die aber miteinander verbunden sind. Vielleicht nicht immer so offentsichtlich, aber in kleinen Szenen erkennt man sehr deutlich deren Verbindung. Takeshi Kitano baut hier also eine Geschichte über Menschen und das Thema Liebe auf. Doch anstatt, wie viele Hollywoodvertreter, hier die typischen romantischen Klischees inklusive Happy-End zu bringen, geht er andere Wege. Das geht schon mit den zwei Hauptfiguren los, die mit einem roten Seil verbunden sind und durch die Gegend laufen, scheinbar ohne Ziel. Doch wer sind die Beiden? Das beantwortet die erste Rückblende im Film, dort erfährt man mehr und es gibt die ersten tragischen Wendungen. Kitano meint es nicht gut mit seinen Figuren.

 

Während die Beiden durch die Gegend laufen, gibt es ja noch zwei andere Geschichten. Geschickt lässt Takeshi Kitano immer wieder bestimmte Dinge aus und greift sie erst später in der Handlung auf. Durch das Weglassen von bestimmten Informationen und den Rückblenden, wirkt das alles natürlich immer sehr melancholisch und am Ende schon fast wie eine zynische Abrechnung mit den romantischen Filmen, bei denen die Liebe immer gewinnt und alle am Ende glücklich sind. Bei „Dolls“ ist das natürlich anders. Hier setzt Kitano mehr auf die Dramatik und die Trauer in den Geschichten, es ist also fast schon einer griechischen Tragödie gleichzusetzen, was wir bei dem Film durch machen.

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Wie bei anderen Takeshi Kitano Filmen, sind die Bilder voller Ruhe und Schönheit. Doch dieses Mal gibt es auch viel Symbolik. Denn jede der drei Geschichten hat eine andere Farbe, die immer sehr deutlich im Bild ist und man erkennt dadurch auch, auf welcher Handlungsebene man sich gerade befindet. Die zwei Hauptfiguren in „Dolls“ tragen dann auch immer passend dazu die Kleidung mit der jeweiligen Farbe. Das rote Band der Beiden kann man wohl als Sinnbild für den roten Faden sehen, der sich durch die Handlung zieht.

 

Das Meer darf bei „Dolls“ natürlich auch nicht fehlen, auch wenn es dieses Mal nicht so stark präsent ist, wie in anderen Film. Doch es gibt eine Handlung, die zum Teil am Meer spielt. Hier nutzt Kitano wieder die Melancholie, die das Meer ausdrückt. Doch durch die bunten Bilder wirkt alles natürlich etwas freundlicher und fröhlicher, als es am Ende wirklich ist.

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„Dolls“ ist ein Film mit wunderschönen Bilder, die im Kontrast zu der bitterbösen, zynischen und tragischen Handlung stehen. Es wirkt fast wie eine Abrechnung mit dem Liebesfilm aus Hollywood. Takeshi Kitano hat hier einen Film geschaffen, den man so schnell nicht wieder vergisst. Aber nicht zu empfehlen für ein Date.

 

 

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Handlung Dolls:

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