©Connichi
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Das Convention-Jahr neigt sich so langsam wirklich seinem Ende zu. Das ist auch in Ordnung, schließlich gab es mittlerweile schon jede Menge zu erleben. So gab es für uns Besuche auf der Coaket, der Manga Comic Con in Leipzig, der Anime Messe in Berlin, der Dokomi und der AnimagiC zu verzeichnen – also ein vollgepackter Kalender. Bevor wir dieses Jahr in Sachen Conventions für uns mit der bevorstehenden New York Comic Con komplett abschließen, möchten wir euch heute aber noch unseren Erfahrungsbericht zu einer weiteren großen Con präsentieren, die wir Anfang September 2019 besucht haben. Dabei handelt es sich um die Connichi in Kassel, die seit Jahren zu den größten Anime- und Manga-Conventions in Deutschland zählt. Umso verrückter ist es, dass wir in diesem Jahr erstmals auf der Veranstaltung zugegen waren. Das bedeutet zwar, dass wir keine Vergleichsmöglichkeiten hinsichtlich der Vorjahre haben, aber wir können durchaus Vergleiche zu anderen Conventions ziehen und euch mitteilen, was wir erlebt haben.

Ein umfangreiches Händlerportfolio

Aus terminlichen Gründen war es uns leider nur möglich, den Messe-Samstag zu besuchen, doch der hat schon einen ganz guten Eindruck davon vermittelt, was die Connichi ausmacht. Dabei möchten wir zunächst darauf hinweisen, dass die Con recht verkehrsgünstig gelegen ist. Direkt vor den Toren des Kongress Palais, der die Location der Veranstaltung darstellt, fahren Trams ab und auch zu Fuß kann man beispielsweise mit moderatem Zeitaufwand den Fernbahnhof Kassel Wilhelmshöhe erreichen. Das ist vor allem für alle Tagesbesucher ein Vorteil, die sich kein Hotel für das Wochenende nehmen möchten oder nicht die Zeit dazu haben, mehrere Tage zu besuchen.

Der Kongress Palais ansich wirkt beim ersten Betreten tatsächlich ein wenig wie ein Irrgarten. Bereits im Foyer trifft man dabei gleich nach der Taschenkontrolle, die recht gesittet ablief, auf die Stände der ersten Verlage und Publisher, die umfangreich vertreten sind. In Sachen Manga waren im Prinzip alle wichtigen Verlage außer Egmont und Panini vor Ort. Und auch bezüglich Animes gab es dank KAZÉ, KSM Anime, Nipponart, AniMoon Publishing und Anime House, die je mit eigenen Ständen vor Ort waren, jede Menge Auswahl. Für das Gamer-Herz gab es Präsenz von Nintendo.

Hinzu kommen viele unabhängige Händler, die Merchandise, Animes, Mangas oder Games an den Mann bringen möchten. Wer also in Shopping-Laune ist, der wird im Rahmen der Connichi durchaus gut bedient. Natürlich kann die Con dahingehend nicht mit einer Dokomi mithalten, die in diesem Punkt einfach enorm von der Größe der Messehallen in Düsseldorf profitiert und damit noch einmal deutlich mehr Händler anlocken kann, vor allem auch jede Menge Künstler mit privaten Ständen. Dennoch bietet die Connichi eine Shopping-Auswahl, die ansonsten mit fast allen anderen deutschen Conventions mithalten kann.

Auch für kulinarisches Angebot ist gesorgt

Wir haben uns für ein Curry entschieden. (Foto: ©2019 AnimeNachrichten)

Auch die Händlerstände tragen zum labyrinthartigen Anmuten der Location bei, was aber auch dazu führt, dass sich die Menschenmassen trotz großen Andrangs ein wenig verlaufen. Das ist recht angenehm und dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass es einen größeren Außenbereich gibt, den Besucher der Veranstaltung nutzen können. Dieser lädt zum Pausieren ein, besitzt aber auch einen eigenen kleinen Matsuri-Bereich, wo es jede Menge Food Stalls mit asiatischen bzw. vornehmlich japanischen Spezialitäten zu finden gibt. Dabei reicht das Angebot von Takoyaki über Onigiri und Karage bis hin zu Curry und japanischen Crepes. Hier ist wirklich für jeden was dabei und einige Bänke in diesem Bereich laden zum Rasten und Essen ein. Die Schlangen an den einzelnen Ständen können allerdings recht lang sein – gerade zur Mittagszeit. Zudem sollte man sich auf Messepreise einstellen, denn die meisten Gerichte sind nicht unbedingt ganz billig. Dennoch bleibt alles preislich im Rahmen. Wir haben uns zum Beispiel für ein Curry entschiedene, das zwar 10 Euro gekostet, aber auch extrem gesättigt hat. Ob es einem das Geld wert ist, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Das schöne ist, dass es bei der Connichi überhaupt kein Problem ist eigenes Essen und Getränke mit zur Veranstaltung zu bringen, sofern sich letztere nicht in Glasflaschen befinden! Auch wenn das bei vielen deutschen Conventions ähnlich gehandhabt wird, hat die Veranstaltung beispielsweise der AnimagiC diesen Vorteil voraus, denn im Mannheimer Rosengarten ist das Mitführen von Speisen und Getränken extrem limitiert. Der integrierte Außenbereich ansich erinnert auch eher an die Dokomi oder die Anime Messe Berlin, nur dass das kulinarische Angebot in Kassel auf der Connichi einfach noch einmal deutlich vielfältiger ausfällt. Ein echter Pluspunkt.

Das Matsuri sorgt für die kulinarische Versorgung der Besucher. (Foto: ©2019 AnimeNachrichten)

Für jeden was dabei

Ein weiterer Teil des Außenbereichs ist ein kleiner Park, der vor allem von den vielen Cosplayern genutzt wird, die die Veranstaltung besuchen. Generell fällt auf, dass das Thema Cosplay in Kassel großgeschrieben wird. Möglicherweise hat das auch damit zu tun, dass dort traditionell der deutsche Vorentscheid zum World Cosplay Summit stattfindet, aber sicherlich auch damit, dass die Connichi offenbar auch generell sehr als sozialer Treffpunkt einlädt. Das gilt für Conventions zwar im Allgemeinen, aber die Atmosphäre in Kassel ist dabei noch einmal etwas familiärer als bei vielen anderen Veranstaltungen dieser Art. Im Außenbereich findet ihr zudem in einem eigens dafür eingerichteten Zelt ein Bring & Buy, das sich großer Beliebtheit erfreut. Dass es am Messe-Samstag größtenteils trocken war, war natürlich hinsichtlich des Außenbereichs und der Menge an Besuchern im Inneren der Gebäude sehr vorteilhaft.

Was nicht unerwähnt bleiben sollte ist, dass auch das angrenzende H4 Hotel einen Teil seiner Räumlichkeiten für die Convention bereitstellt. Dort findet man beispielsweise mehrere Veranstaltungsräume oder auch einen Teil des Künstlermarkts. Die Übergänge zwischen dem Hotel und dem eigentlichen Kongress Palais sind dabei im Prinzip fließend, sodass man es oft gar nicht bemerkt, wenn man sich bereits in Hotelbereichen aufhält.

Später am Tag kam sogar eine Zeit lang die Sonne zum Vorschein. (Foto: ©2019 AnimeNachrichten)

Eine Besonderheit der Connichi sind die vielen Diskussionsrunden und auch die Vorträge zur Japanforschung. Ein wenig erinnert die Connichi-Couch dabei an das Schwarze Sofa der Manga Comic Con. Die Connichi-Couch bietet dabei aber noch ein wenig umfangreichere Themen und auch eine Bühne für engagierte Personen aus der Community, die dort Diskussionen zu verschiedenen Themen anbieten können. Gepaart mit musikalischen Acts, dem WCS Vorentscheid und einigen interessanten Ehrengästen aus der Branche ergibt sich somit ein buntes und abwechslungsreiches Programm, das Anime- und Manga-Fans gut und gerne die drei Convention-Tage beschäftigen kann.

Hinsichtlich der gerade erwähnten Ehrengäste gilt bei der Connichi, dass meist zwar nicht allzu viele Gäste vor Ort sind, doch dafür handelt es sich oft um sehr gut gewählte Branchengrößen. Schöne Beispiele waren 2019 beispielsweise die japanische Synchronsprecherin Yui Horie oder der Drehbuchautor Taku Kishimoto, aber auch Ani-Youtuber Super Eyepatch Wolf. Allein an diesen drei Namen sieht man bereits, wie vielfältig die Gäste-Auswahl meist ausfällt, so dass auch hier für jeden etwas dabei sein sollte. Die Gäste stehen dabei normalerweise alle für verschiedene Q&As und Signierstunden zur Verfügung. Letztere waren vernünftig organisiert und es war beispielsweise völlig klar, wo man sich anzustellen hatte. Das kann man bei weitem nicht von jeder deutschen Convention behaupten. Hier profitiert die Connichi von einer einheitlichen Location der Signierstunden, die alle im gleichen Signierraum stattfinden, sowie von ihrer Erfahrung.

Unser Fazit

Die Connichi gehört zu den größten deutschen Anime- und Manga-Conventions und rechtfertigt das nicht nur durch das umfangreiche Programm, sondern auch durch geschickte Auswahl der Ehrengäste sowie ein umfangreiches kulinarisches Angebot und jede Menge Händler vor Ort. Umso bemerkenswerter ist es, dass es sich um eine ehrenamtlich organisierte Veranstaltung handelt. Hier kann man nur sagen: Hut ab für dieses Engagement! Auch wenn wir nur am Messe-Samstag vor Ort sein konnten, haben wir viele positive Eindrücke von der Connichi mitnehmen dürfen. Vor allem für Fans, die gerne eine große Convention besuchen möchten, aber dennoch eine familiäre Atmosphäre schätzen, ist die Connichi eine ganz hervorragende Wahl, genauso wie für alle Cosplay-Verrückten. Hinzu kommt eine verkehrsgünstige Lage innerhalb Kassels und auch Kassel ansich liegt innerhalb von Deutschland schließlich recht zentral. Wir können jedem, der im weiteren Einzugsgebiet der nordhessischen Stadt wohnt, einen Besuch auf der Connichi nur ans Herz legen. Es lohnt sich. 🙂

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Ich bin Steffen, seit 2016 Teil des AnimeNachrichten-Teams und nur wenig kürzer auch als Chefredakteur tätig. Aus diesem Grund habe ich meine Finger eigentlich in allen Themengebieten im Spiel, kümmere mich jedoch inbesondere um Anime, Manga, Light Novels, Interviews sowie um die Kommunikation mit unseren Partnern aus der Branche.
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