Review: Wanna be the Strongest in the World! Vol. 1

Wanna be the Strongest in the World
© ESE Project Sekatsujo

Wenn man denkt, dass die Handlung des Animes Wanne be the Strongest in the World! weit hergeholt klingt, dann täuscht man sich. Dass ein Idol zu einer Wrestlerin wird, ist in Japan tatsächlich nichts Neues. Aktuell gibt es sogar einige Idols die diesen Schritt gegangen sind. Es gibt mit Up Up Girls Wrestling sogar eine eigene Gruppe, deren vier Mädels immer wieder im Ring von Tokyo Joshi Pro Wrestling stehen und für diese Wrestlingliga auch gecastet wurden, gleichzeitig geben sie aber auch Konzerte. Auch Maki Itoh ist ein gutes Beispiel.Zuvor war sie bei LinQ ein ganz normales Idol und jetzt steht sie sehr aktiv im Ring und wird bei den Fans immer beliebter. Zudem hat man Reika Saiki, ein Mitglied von Deadlift Lolita im Roaster, welche sogar schon den Championgürtel gehalten hat. Bei Stardom hat man mit Tam Nakano eine Wrestlerin, welche vorher wohl Idol war, aber dann keine Lust mehr darauf hatte.

So zeigt sich, dass die Handlung von Wanne be the Strongest in the World! näher an der Realität ist, als die Macher es sich wohl gedacht hatten, denn einiges in dem Anime passt nicht wirklich zum Wrestling – dazu aber später mehr. Die ersten sechs Episoden von Volume 1 führen uns in die Welt der Serie ein und zeigen uns schon sehr deutlich, dass das Motto „Die Matte ist heilig!“ von Ringkampf (Ein Tag-Team das weltweit unterwegs ist und Wrestling wieder zu seinem Ursprung bringen will) auch hier ernst genommen wird.

Grundsätzlich haben wir es hier also mit einem Anime zu tun, der sich des Themas Wrestling animmt. Leider gibt es aber einige Probleme in der Geschichte und vor allem den Umgang mit KayFab. Auch wenn in Japan Wrestling ernster genommen wird, so ist alles am Ende nur eine ausgedachte Geschichte, welche man im Ring erzählt, das vergisst man bei Wanna be the Strongest in the World! leider immer wieder. Dazu aber später mehr.

© ESE Project Sekatsujo

Die Handlung von Wanna be the Strongest in the World!

Die Geschichte beginnt mit Sakura, sie ist ein typisches Idol und hat mit ihr Gruppe sehr viel Erfolg. Das Management hat sich aber etwas Neues ausgedacht: Sie und ein anderes Mitglied der Gruppe sollen bei der Wrestlingpromotion Berserk ein Probetraining abhalten und auch einen kleinen Showkampf bestreiten. Die erfahrene Wrestlerin Rio Kazama versteht das jedoch nicht und macht sich über die Idols lustig. Sakuras Ehrgeiz ist gepackt und sie stimmt einem Match zu, was sie natürlich verliert. Im Nachgang beschließt Sakura das Idol-Dasein an den Nagel zu hängen, um Wrestlerin zu werden, damit sie noch ein Match gegen Rio bestreiten kann. Schnell merkt sie jedoch: Der Weg zur Pro-Wrestlerin ist hart.

Die ersten sechs Episoden von Wanna be the Strongest in the World! zeigen dem Zuschauer den langsamen Aufstieg von Sakura. Dabei ist alles wie eine Storyline im Wrestling aufgebaut. Sie ist die Neue und hat kaum Erfahrung und muss nun zeigen, was sie drauf hat. Das dauert natürlich – niemand wird als Wrestlingstar geboren – es ist harte Arbeit und das zeigt auch der Anime. Leider nimmt er das alles aber auch etwas zu ernst und vergisst die wichtigsten Dinge zu zeigen, vor allem, dass Wrestling nur Show ist. Auch wenn man versucht uns es zu verkaufen, dass Sakura immer wieder im Bostoncrab aufgibt, so gehört das einfach zur Geschichte ihres Charakters dazu. Es muss der Moment kommen, wo sie Over kommt, denn sie wird als Star aufgebaut.

Zum Teil wirkt die Handlung auch einfach so, als ob man bei Rocky kopiert hat. Sehr deutlich wird das, als Sakura trainiert und viele Treppen hochrennen muss. Auch beim Soundtrack bedient man sich hier etwas bei Rocky. Ansonsten erklingt auch schon mal eine Melodie, die stark an eine aus Jörg Buttgereits Film Der Todesking erinnert. Im Grunde liefert Volume eins von Wanna be the Strongest in the World! die Geschichte eines Underdogs, welcher langsam aufsteigt.

Wrestling ist doch nur Show!

Im Jahr 2018 sollte jeder Wissen, dass das, was man bei einer Wrestling-Show sieht, alles nur eine Live Action Stunt-Show ist, allerdings mit mehr Handlung und sehr verschiedenen Charakteren. Das Ganze unterscheidet sich auch je nach Land durch unterschiedliche Stile: Während in Europa und auch in Japan immer wieder der Strong-Style zu finden ist und die Wrestler sehr technisch und hart vorgehen, gibt es auch einige die zeigen, dass es quasi keine Schwerkraft gibt. Bei den Damen ist das ganz genauso. In Japan gibt es viele verschiedene Ligen – manche sind größer, manche kleiner. Alle haben zwar einen ähnlichen Stil, dennoch gibt es Unterschiede. Das liegt auch an den Regionen und den Wrestlern. Die Geschichten, die erzählt werden, sind aber meist doch irgendwie gleich gestrickt.

Alles beginnt immer in der Undercard: Man präsentiert einen neuen Wrestler und dieser bekommt nach und nach Fans. Sobald das Office denkt, er hat Potenzial zu mehr, wandert er in die Midcard und darf zeigen was er kann. Soll er immer noch sein Potenzial zeigen, darf er in den Mainevent und vielleicht auch Champion werden. Das dauert meist über zwei Jahre, danach gibt es den nächsten Helden und auch neue Fans. Bei Wanne be the Strongest in the World! ist Sakura die Neue und sie steigt natürlich auf. Man zeigt sogar ihre Fans aus der Idolzeit, welche an ihr zweifeln und nur einer an sie glaubt. Dieser eine steht für die wenigen Fans, die ein neuer Wrestler hat, doch es sind die Treuen, die in die Welt hinausschreien, wie toll ihr Liebling ist. Dieser Glaube an sie verkauft auch Karten, was sich im Anime durch vier Episoden zieht, bis Sakura es endlich schafft und sich befreit und es schlussendlich den gewünschten Rückkampf gibt.

Interessant ist es, wie man hier versucht die Finisher zu verkaufen. Sakura würde sogar Will Ospreay neidisch machen, so sehr umgeht sie die Schwerkraft. Damit gibt es aber auch eine Thematik, welche der Anime nicht zeigt: Wrestling ist gefährlich – niemand mit genug Verstand würde so ein Match booken. Sakura könnte sich ernsthaft verletzen und sie würde auch wissen, dass sie am Ende die Haare verliert. Dazu würde sie viele Einnahmen der Tageskasse bekommen, so ist es jedenfalls in Mexiko der Brauch. In Japan gibt es sehr selten ein Hair vs. Hair Match. Auch lernt sie nie wie man richtig fällt. Man verkauft es halt immer noch als echt.

© ESE Project Sekatsujo

Optik

Man merkt Wanna be the Strongest in the World! sehr deutlich an, dass der Fokus nicht immer auf dem Wrestling liegt und das macht der Anime auch immer wieder deutlich, wenn es Großaufnahmen von dem Schritt von Sakura gibt, wie sie mal wieder in einem Aufgabegriff gehalten wird. Auch ihr Outfit ist etwas unpraktisch fürs Wrestling, ansonsten bekommt man es schon gut hin, die Action zu zeigen, auch wenn alles sich immer wieder wiederholt und man es auch nicht immer schafft, dass zu zeigen, was Wrestling ausmacht und warum es die Menschen mögen. Es geht hier wohl auch eher um die Erotik, welche aber nie wirklich funktioniert, denn Wrestlerinnen sind Sportler und keine Sexobjekte.

Ansonsten ist die Serie gut animiert, aber man merkt auch immer wieder, dass man sich bei manchen Details nicht viel Mühe gegeben hat. Achtet man in Episode sechs beispielsweise einmal auf das Publikum, als Sakura zum Ring kommt, sieht man sehr viele, sehr schlecht CGI-animierte Personen – das wirkt eher peinlich. Auch macht man die Entrance falsch: Kein Wrestler rennt einfach zum Ring. Schon das Gehen zum Ring gehört zur Show und ist man nun Face oder Heel agiert man auch mit dem Publikum, man lässt sich schon feiern und baut das Match auf. Zwar zeigt man im Vorpsann schon, dass hier auch Streamer geschmissen werden, in den ersten sechs Folgen bei Volume eins von Wanna be the Strongest in the World! kommen diese allerdings nicht vor.

Man baut auch immer wieder etwas Fanservice ein und zeigt die nackten großen Brüste von Sakura, das wirkt aber sehr unnötig für die Handlung. Hier hat man es wirklich wohl nur darauf angelegt, dass man noch etwas mehr Erotik einbauen kann. Das wirkt aber bei der ganzen Geschicht eher befremdlich, als dass es wirklich zur Geschichte des Animes passt.

Synchronisation

Wrestling hat viele Fachbegriffe und auch die Aussprache der Griffe und Bewegungen ist manchmal schwer. Das merkt man auch in der deutschen Synchronisation, auch wenn Wanna be the Strongest in the World meist immer wieder dieselben Techniken zeigt, so gibt es auch ein paar weitere zu sehen. Die Sprecher geben sich zwar Mühe diese richtig auszusprechen, scheitern aber beim German Suplex. Hier wird versucht, es krampfhaft in Englisch auszusprechen, obwohl man in diesem Fall Suplex in der ganzen Welt ausspricht, wie man es in der deutschen Sprache tut.

Ansonsten ist die deutsche Synchronisation gelungen, auch wenn man das Overselling von Sakura übernommen hat und sie immer wieder stöhnt und im Ring schreit, als würde sie gleich sterben und starke Schmerzen haben. Aufgabegriffe tun zwar weh und man sollte es auch verkaufen, als hätte man Schmerzen, aber nicht so übertrieben. Dazu kommt, dass Sakura immer wieder in den Standards gehalten wird, man hätte wohl auch schon 2012 mal ein Match von Zack Sabre Jr. schauen sollen, welcher unglaubliche Aufgabegriffe drauf hat oder damals wohl sicher auch der in Japan bekannte Mike Quackenbush, der Mann der 1000 Griffe. Im Großen und Ganzen ist die deutsche Synchronisation aber gut und kann auch nichts für die japanische Vorlage.

© ESE Project Sekatsujo

Fazit:

Wanna be the Strongest in the World! Vol. 1 zeigt eine typische Underdog-Geschichte – das Ganze aber in der Wrestling-Welt, in der so etwas im Grunde der Standard ist. Leider verlegt man hier den Fokus auch immer wieder zu sehr auf die Erotik, verkauft Wrestling als echt und mancht noch einige weitere kleine Fehler. Gesamthaft wird man als Zuschauer dennoch gut unterhalten.

Review: Wanna be the Strongest in the World! Vol. 1
6.9 Team
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Handlung5.5
Charakterentwicklung6.5
Animation7.5
Synchronisation8
Unterhaltung7
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