©2016 Ichigo Takano・FUTABASHA/orange project

Heute bringt KSM Anime die Gesamtausgabe von „Orange“ auf Blu-ray und DVD in den hiesigen Handel. Wir hatten im Vorfeld bereits die Gelegenheit, uns den Anime anzuschauen und wie er uns gefallen hat, erfahrt ihr natürlich in unserer Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Die Zukunft grüßt

Orange spielt in zwei verschiedenen Zeitebenen, in denen das Mädchen Naho Takamiya die zentrale Protagonistin darstellt. In einer Ebene ist sie ein 16-jähriges Schulmädchen, die die Befürnisse ihrer Freunde viel höher gewichtet als ihre eigenen und daher manchmal selbst zurücksteckt und sich dadurch insgeheim selbst schadet. Die andere Ebene spielt zehn Jahre in der Zukunft und handelt von einer reiferen Naho, die viele Entscheidungen ihrer Vergangenheit bereut. Zusammen finden beide Zeitebenen durch mysteriöse Briefe, die die 16-jährige Naho entdeckt und die von ihrem eigenen Ich aus der Zukunft stammen.

In diesen Briefen erzählt die Zukunfts-Naho von Dingen und Geschehnissen, die diese noch immer bereut und weist ihr Ich aus der Vergangenheit an, an den jeweiligen Tagen andere Entscheidungen zu treffen, als sie es damals tat. Das beginnt schon im ersten Brief, den sie erhält, in dem Naho davon schreibt, dass ein neuer Mitschüler in ihre Klasse kommt: Kakeru Naruse. Dieser wird gleich in die befreundete Gruppe von Naho, Hiroto Suwa, Azusa Murasaka, Takako Chino und Saku Hagita integriert. Der Brief warnt Naho jedoch, Kakeru anzubieten, zusammen nach der Schule den Heimweg anzutreten. Doch sie widersetzt sich der Anweisung und später wird ihr klar, dass das ein Fehler war.

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Mehr als Freundschaft

In den kommenden Tagen und Wochen wird Kakeru immer mehr in die Gruppe integriert. Er spielt zusammen mit Hiroto Fußball, auch wenn er sich weigert, dem Fußball-Schulclub beizutreten, obwohl er viel Talent besitzt. Langsam kommt auch die eher schüchterne Naho ihm näher und verliebt sich in Kakeru, wie auch ihr Zukunfts-Ich es schon tat. Paradoxer Weise ist in der Zukunft zu sehen, dass Naho mit Hiroto zusammen ist und sie auch ein gemeinsames Kind haben. Der Grund wird auch recht schnell klar: Kakeru lebt in der Zukunft nicht mehr und so möchte die Zukunfts-Naho, dass in der Vergangenheit Kakeru ein fröhliches Leben hat und sein Tod verhindert wird, denn Rettung wäre möglich gewesen, schreibt sie in einem ihrer Briefe.

Zunächst als Unfall bezeichnet, geht die Freundesgruppe in der Zukunft davon aus, dass Kakeru sich selbst das Leben nahm, so wie seine Mutter einst am ersten Schultag, als Naho und ihre Freunde ihn mit auf den Heimweg nahmen. Als Kakeru ihr das erzählt, wird Naho klar, warum die erste Anweisung lautete, ihn nicht mitzunehmen. Kurz vor den Sommerferien kommt Kakeru dann mit Ueda, einer hübschen, aber vom Charakter relativ unbekannten Mitschülerin, zusammen. Naho hatte es mit Hilfe einer versteckten Nachricht noch zu verhindern versucht, aber Kakeru las diese Nachricht zu spät. Nach den Ferien distanziert sich Kakeru dann von Naho und ihren Freunden, da Ueda narzistisch veranlagt ist und nicht mal ein Gespräch zwischen Kakeru und anderen Mädchen duldet. Ihr Verhalten und Nahos steigendes Selbstbewusstsein tragen am Ende dazu bei, dass sich Kakeru von Ueda trennt und wieder mehr Zeit mit Naho verbringt.

Nicht allein

Naho liest allmählich auch die weiteren Seiten ihres Briefes und erfährt dadurch auch in der Vergangenheit davon, dass Kakeru nicht durch einen Unfall starb, sondern Selbstmord begangen hat – hauptsächlich wohl wegen Reue und Schuldgefühlen, am Tod der Mutter eine Mitschuld zu tragen. Doch zu ihrer Erleichterung stellt sie fest, dass sie diese Last nicht alleine tragen muss. Suwa hat nämlich ebenfalls einen Brief von seinem zukünftigen Ich erhalten und arbeitete parallel zu Naho daran, Kakerus Leben zu verbessern. Gemeinsam stellen die beiden ihn eines Tages im Klassenzimmer zur Rede und Kakeru berichtet von seinen Selbstmordgedanken und Gefühlen, woraufhin Naho ihm die Liebe gesteht, was Kakeru schon ein paar Tage zuvor bei ihr getan hat, ohne aber auf eine Antwort zu bestehen. Trotzdem beschließen die beiden, erstmal nicht zusammen zu kommen, trotz ihrer Gefühle.

Azusa und Chino haben diese Unterhaltung heimlich belauscht und bei einem Treffen auf dem Schuldach zwischen Naho, Suwa, Azusa, Chino und Hagita kommt die Erkenntnis, dass jeder von ihnen einen Brief aus der Zukunft erhalten hat und so beschließen sie, als Gruppe gemeinsam Kakeru zu retten. Der erste Schritt dabei ist das kommende Sportfest, bei dem sich Kakeru einst verletzte und dadurch der Staffellauf verloren ging, woran er sich ebenfalls die Schuld gab. Anstatt Kakeru jedoch an der Teilnahme zu hindern, wie es in den Briefen vorgeschlagen wurde, geht die Gruppe einen anderen Weg. Sie reden mit ihren Mitschülern und tauschen die Plätze für die Staffel, sodass Kakeru mit seinen fünf Freunden zusammen laufen kann. Das Sportfest macht ihm auch großen Spaß, bis er Naho forsch zurückweist, da er Angst hat, mit ihr zusammen zu kommen, aus Unwissen, wie lange er noch auf der Schule ist und weil er weiß, dass Suwa ebenfalls in Naho verliebt ist und er Rücksicht auf ihn nehmen möchte.

Die letzte Chance

Die Wogen zwischen Naho und Kakeru glätten sich jedoch schnell wieder und das Sportfest wird ein voller Erfolg. Naho und ihre Freunde können den Staffellauf gewinnen und holen damit auch insgesamt den Sieg für ihr Team, sodass das Sportfest anders endet als bei der Zukunfts-Naho. Doch aus den Briefen geht schon eine neue Herausforderung hervor: Silvester. Ursprünglich hatten Naho und Kakeru dort einen großen Streit und im Anschluss hat Suwa sie getröstet und ihr seine Liebe gestanden. Das wollen die Freunde unbedingt verhindern. Naho möchte aufpassen, dass sie mit Kakeru nicht steitet und Suwa möchte in dieser Realität seine Gefühle für sich behalten. In seinem Brief waren auch Bilder beigelegt und so weiß er, dass er in der Zukunft mit Naho verheiratet ist und einen Sohn hat. Doch in dieser Zeit möchte er selbst zurückstecken und Kakeru retten.

Leider lässt sich der Streit nicht vermeiden, als Naho und Kakeru während des Silvesterabends bei einem Shinto-Tempel kurz alleine sind. Im Anschluss ist die Beziehung der beiden nicht mehr so wie zuvor und Naho bemerkt, dass Kakeru sie meidet. Die Gründe dafür erfährt man auch, als man die gesamte Zeit von Kakeru aus der Zukunft im Rückblick sieht. Von seinem ersten Schultag bis zum Tod am Tag nach dem Valentinstag. Und so rückt dieser Tag auch in der Vergangenheit immer näher. Können Naho und Kakeru sich wieder annähern? Und das wichtigste: Kann der Tod von Kakeru verhindert werden? All das wollen wir an dieser Stelle noch nicht vorwegnehmen. Um das zu erfahren schaut ihr euch „Orange“ nämlich am besten selbst an.

Bild und Animationen

Der Anime ist im Standardformat 16:9 gehalten und hat eine Auflösung von 1080p. Die Animationen sind durchgehend gut gelungen und es fielen keine Bildfehler negativ auf. Ein kleines Manko ist die Zeit, in der man den Inhalt der Briefe sehen kann. Nicht selten muss man zurückspulen oder das Bild pausieren, um auch wirklich alles lesen zu können. Da wäre sicher eine bessere Lösung möglich gewesen.

Ton und Synchronisation

Wie bei den meisten Animes ist wieder sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur verfügbar (DTS HD 5.1) – wahlweise mit deutschen Untertiteln. Die Synchronsprecher sind durchweg gut besetzt und auch beim Dialogbuch wurde sich viel Mühe gegeben. Gerade bei einem so emotionalen Anime ist die gute Synchronleistung keine Selbstverständlichkeit und trägt maßgeblich zur Qualität mit bei.

©2016 Ichigo Takano・FUTABASHA/orange project
Physische Umsetzung

Da uns im Falle von „Orange“ statt der normalen Kaufversion eine Pressedisc vorlag, entfallen die Beschreibung der physischen Umsetzung des Produkts sowie entsprechende Detailbilder gänzlich. Als digitale Extras sind das Clean Opening, Clean Ending, weitere Trailer zu Titeln von KSM Anime und eine Bildergalerie enthalten.

Fazit

„Orange“ ist ein recht ernster Anime, der zwischendurch aber trotzdem gezielt Humor einstreut und oft ein Wechselbad aus Angst, Freude, Trauer und Zusammenhalt vermittelt. Die Geschichte ist bis zum Ende hin interessant, die Animationen ordentlich und die deutsche Synchronisation sehr gut gelungen. Dass durch die Briefe aus der Zukunft etwas Übernatürliches in den ansonsten bodenständigen Anime hineingebracht wurde, wirkt zu keiner Zeit unpassend und gibt der Geschichte ihr gewisses Etwas. Wer mit ernsteren Themen wie Selbstmord klarkommt und auch gerne Animes aus dem Bereich Slice of Life schaut, in denen es oft um den Alltag bestimmter Personen geht, der kann mit „Orange“ sehr glücklich werden.

Review: Orange (Gesamtedition) [Blu-ray]
8.2 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung8
Animation7.5
Synchronisation9
Unterhaltung8
Allgemeine Daten
©2016 Ichigo Takano・FUTABASHA/orange project

Publisher: KSM Anime

Genre: Drama, Slice of Life

Laufzeit: 322 min

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD 5.1 Deutsch und DTS HD 2.0 Japanisch

Untertitel: Deutsch

 

 

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Handlung:

Im Frühling ihres zweiten Jahres an der Oberschule erhält die 16-jährige Naho Takamiya einen mysteriösen Brief. Der Absender soll sie selbst, aber zehn Jahre in der Zukunft, sein. Was sie zunächst für einen dummen Streich hält, bewahrheitet sich, als die beschriebenen Ereignisse nach und nach eintreten. Die 26-jährige Naho möchte ihr jüngeres Ich dazu bringen, künftig die richtigen Entscheidungen zu treffen und die eigene Zukunft positiv zu verändern. In ihrem Brief prophezeit sie, dass sie sich in ihren neuen Mitschüler Kakeru Naruse verlieben wird. Kakerus Schicksal jedoch steht unter keinem guten Stern. So fordert die erwachsene Naho von sich, gut auf Kakeru acht zu geben, um später nichts bereuen zu müssen. Doch kann die Schülerin wirklich den Lauf der Dinge verändern, nun da sie die Wünsche ihre zukünftigen Ichs kennt?


Alle Reviews auf AnimeNachrichten.de spiegeln die Meinung des jeweiligen Autors wider.

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