Review: No Game No Life Zero

© Yuu Kamiya, PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION/NO GAME NO LIFE ZERO PARTNERS

Am gestrigen 7. Juni 2018 feierte der Animefilm „No Game No Life Zero“ seine deutsche Kinopremiere. Wir haben die Gelegenheit genutzt, uns den Streifen zu Gemüte zu führen und verraten euch in unserer Review, ob sich das Anschauen lohnt.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Eine schicksalhafte Begegnung

Während Tet und Izuna ein Spiel gegeneinander spielen, erinnert sich der Gott an eine längst vergangene Zeit zurück und erzählt seiner Kontrahentin eine Geschichte, die mittlerweile mehr als 6000 Jahre zurückliegt. Damals tobte der große Krieg, in dem die Old Deus, die Götter der einzelnen Rassen, unerbittlich um den Titel des einzig wahren Gottes kämpften und die Welt damit an den Rande der totalen Zerstörung brachten. Das ging gar soweit, dass sich der Himmel verdunkelte und pausenlos toxische Asche auf die Welt hinabregnete.

In dieser unwirtlichen Umgebung müssen sich auch die Menschen behaupten, die im Kampf der Rassen zu einem Spielball der Launen der Götter werden. Anführer der letzten menschlichen Kolonie ist Riku, der immer wieder vor der schwierigen Entscheidung steht, einige seiner Kameraden wissentlich in den sicheren Tod zu schicken. Diese Bürde macht ihm schwer zu schaffen und nachdem er wieder einmal eine solch schwere Entscheidung treffen musste, macht er sich zum Zwecke der Informationsbeschaffung ganz alleine zu einer ehemaligen Stadt der Elfen auf, die durch die Flügel völlig zerstört wurde. Im einzigen noch unbeschädigten Gebäude trifft er dort auf eine einsame Ex Machina. Dabei handelt es sich um eine Rasse von Maschinen, die typischerweise in großen Clustern unterwegs ist und sich mit ihren Kameraden mental verbindet, um Informationen und Kommunikation auszutauschen. Das scheint diesmal jedoch nicht der Fall zu sein.

© Yuu Kamiya, PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION/NO GAME NO LIFE ZERO PARTNERS
Ein perfektes Team

Völlig aus dem Nichts wird Riku mit einem Kuss und der Bitte nach Fortpflanzung konfrontiert. Dabei findet er heraus, dass die Ex Machina versucht, das menschliche Herz zu verstehen. Nach einer Partie Schach nimmt er Schwi, so tauft er die Ex Machina, mit zur Kolonie der Menschen. Dort versucht er ihre Identität geheim zu halten, was ihm größtenteils gelingt. Nur seine selbsternannte große Schwester Koron Dora, die jedoch nicht Blutsverwandt mit ihm ist, lässt sich nicht täuschen, behält ihr Wissen jedoch für sich.

Unbeabsichtigt zwingt Schwi Riku dazu, sich mit seiner Position, seiner Verantwortung und vor allem mit seinem Trauma auseinanderzusetzen. Dabei gelingt es Riku neuen Mut zu schöpfen und Schwi versteht sein Herz und seine Gefühle endlich ein wenig besser. Gemeinsam gelingt es den beiden mit Hilfe von Schwis unglaublicher Analysefähikgeit einen Plan zu erarbeiten, die Menschheit durch geschickte Manipulation der weiteren Rassen zu retten. Der Plan sieht vor, die Zerstörungskraft verschiedenster Massenvernichtungswaffen kombiniert dazu zu nutzen, ein legendäres Instrument zu erlangen, das dem Besitzer die Macht des einen wahren Gottes verleiht.

Bei dieser Aktion kommen sich die beiden, die sich vom Rest der menschlichen Kolonie abschotten, immer näher und entwickeln nach und nach Gefühle füreinander, die weit über das hinausgehen, was eine Maschine zu fühlen in der Lage sein sollte. Dabei spielt es auch keine Rolle für Riku, dass Schwi ihm ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit anvertraut. Doch wird der Plan der beiden, trotz geringer Aussicht auf Erfolg, gelingen? Und was wird aus Riku und Schwi, die aus ihrer selbstgewählten Abschottung heraus alles versuchen, um die Menschheit bzw. die ganze Welt zu retten?

Fokus aufs Gesamtbild

„No Game No Life Zero“ erzählt die Geschichte der Welt von „No Game No Life“, bevor in dieser alles vom Spiel regiert wird. Dabei erfahren wir nicht nur interessante Details zu einigen bereits aus der Animeserie bekannten Charakteren, wie Tet und Jibril, sondern werden mit einer völlig neuen Geschichte konfrontiert, die versucht, die Grenzen von Mensch und Maschine verschwimmen zu lassen. Der Film ist dabei immer wieder mit Humor angereichert, schafft es aber dennoch in den wichtigen Momenten die nötigen Emotionen zu vermitteln. Dabei dürfen sich die Zuschauer neben vielen lustigen auch auf sehr traurige und rührende Momente freuen.

Manchmal erscheint die ein oder andere Szene, vor allem im Hinblick auf die Beziehung zwischen Schwi und Riku, fast ein wenig zu kitschig. Retrospektiv betrachtet haben diese Momente aber nicht nur ihren ganz eigenen Charme, sondern sind auch wichtig, um dem Film die emotionale Tiefe zu verleihen, die dieser für das große Finale zwingend benötigt. Das gelingt dem Streifen durch die Transformation der Zuschauer-Wahrnehmung von Schwi als einfache Maschine hin zu einem Wesen mit annähernd menschlichem Gefühlsspektrum.

© Yuu Kamiya, PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION/NO GAME NO LIFE ZERO PARTNERS
Bild und Animation

Das Bild des Films ist trotz der eher düsteren Welt von farblicher Vielfalt und Tiefe geprägt. Dabei orientiert man sich am Stil der Animeserie. Die Animationen sind im Film gut gelungen, was vor allem in den Kampf- und Explosionsszenen deutlich wird. Man merkt hier, dass „No Game No Life Zero“ für die große Leinwand produziert wurde. Ebenfalls auffällig: Die Kombination von CGI und gezeichneten Szenen. Gerade hier ist das Risiko groß, einen Film mit CG Animationen zu überladen. Das ist bei „No Game No Life Zero“ jedoch nicht der Fall. Hier werden die CGI-Elemente geschickt eingestreut und nur bei Szenen verwendet, bei denen diese auch wirklich sinnvoll und nötig sind. Ein gutes Beispiel ist eine Kamerafahrt direkt zu Beginn des Films. Dadurch ergibt sich beim Bild ein sehr positiver Gesamteindruck.

Ton und Synchronisation

Beim Ton des Films lässt sich festhalten, dass dieser vor allem bei den Explosionen wirklich beeindruckend ist. Dabei schlägt natürlich enorm zu Buche, dass wir „No Game No Life Zero“ im Kino sehen konnten, wobei man dem Streifen dann auch anmerkt, dass er für das Lichtspielhaus gemacht wurde. Aktuell kann man nur vermuten, dass der Ton sicherlich auch auf einem guten Heimkinosystem eine beeindruckende Wirkung entfalten wird. An das Kino-Feeling wird es aber sicherlich nicht heranreichen. Von den Kampf- und Actionszenen einmal abgesehen, die klar und druckvoll wirken, stellt der Film keine allzu großen Ansprüche an die Detailqualität des Tons. Insgesamt ist dieser aber als qualitativ hochwertig zu bewerten.

Wir haben uns die deutsch vertonte Variante des Streifens angesehen, weshalb wir zusätzlich auf die Synchronisation eingehen möchten. Bei dieser ist hervorzuheben, dass im Grunde alle beteiligten Sprecher einen sehr guten Job machen. Das liegt sicher auch daran, dass gerade Björn Schalla als Riku und Paulina Rümmelein als Schwi enorm viel Screentime haben und ihre Erfahrungen mit dem Franchise als deutsche Stimmen von Sora und Shiro, die übrigens auch noch einen kleinen Auftritt haben, in die Waagschale werfen können. Dieser Umstand wirkt sich entsprechend positiv auf die Gesamtqualität der deutschen Synchronisation aus, der man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.

Fazit

Mit „No Game No Life Zero“ präsentiert uns KSM Anime die Ursprungsgeschichte der aus der Animeserie bekannten Welt auf der großen Leinwand. Der Film weiß dabei mit durchdachten Charakteren, emotionalen Momenten, einem guten Schuss Humor und einer interessanten Handlung zu fesseln. Positiv ist auch das Bild zu erwähnen, durch das die Story durch eine angenehme Kombination aus gezeichneten Szenen und wenigen, geschickt platzierten CGI-Elementen ins rechte Licht gerückt wird. Die farbige Tiefe und die Animationsqualität in entscheidenden Szenen tragen ebenfalls zum positiven Gesamtbild bei. Auch der Ton ist qualitativ hervorragend, druckvoll und dynamisch. Hier muss man jedoch abwarten, ob diese Eigenschaften auch noch beim Heimkinorelease wiederzufinden sind oder nur im Kino zur Geltung kommen. Auch die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und profitiert von der Franchise-Erfahrung von Björn Schalla und Paulina Rümmelein, die den Protagonisten Riku und Schwi ihre Stimme leihen.

Alles in allem dürfen sich Fans von „No Game No Life“ auf einen unterhaltsamen Filmabend einstellen, wobei sich der Streifen aufgrund des enormen zeitlichen Abstands zur Hauptgeschichte durchaus auch für Neueinsteiger eignet, die zuvor noch nicht mit dem Franchise in Berührung gekommen sind.

Review: No Game No Life Zero
8.4 Team
9.3 Besucher (6 stimmen)
Handlung8.5
Charakterentwicklung9
Animation8
Synchronisation8
Unterhaltung8.5
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