Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 6

© Gosho Aoyama / Shogakukan • YTV • TMS 1996 All Rights Reserved

Auch wenn die sechste DVD-Box des „Detektiv Conan“ TV-Anime dank KAZÉ bereits am 31. August 2018 erschien, so tasten wir uns mit unseren Reviews doch so langsam wieder an die aktuellsten Veröffentlichungen rund um die kleine Spürnase heran. In unserer neuesten Rezension werfen wir dabei einen Blick auf die Episoden 156 bis 182 und verraten euch nachfolgend, wie es uns gefallen hat.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Unterhaltsam ohne nennenswerten Handlungsfortschritt

Der schiere Umfang der Boxen von „Detektiv Conan“ macht es weiterhin unpraktikabel, in unserer Review auf jede einzelne der enthaltenen Episoden einzugehen. Aus diesem Grund orientieren wir uns an unseren vorangegangenen Reviews zu den ersten fünf DVD-Boxen des kleinen Meisterdetektivs und fokussieren uns auch diesmal wieder auf die Highlights.

Ein erstes Highlight der sechsten DVD-Box stellt dabei direkt die erste Doppelfolge „Bei Anruf Mord“ dar. Dabei hat nicht nur Inspektor Shiratori seinen ersten Auftritt, sondern es wird auch erstmals offensichtlicher, dass Kommissar Takagi sich in die hübsche Polizistin Miwako Sato verguckt hat. Hinzu kommt ein interessanter Fall, der vor allem mit einem schwer zu knackenden Alibi des Täters für Unterhaltung sorgt. Dazu trägt auch die ausgefuchste Konstruktion bei, die den Mord in dieser Doppelfolge erst ermöglicht!

Auch die Doppelfolge „Ungleiche Schwestern“ sorgt für Unterhaltung. Dabei trifft Kogoro auf seine ehemalige Nachhilfeschülerin aus Uni-Zeiten, wird mit Conan und Ran jedoch im gleichen Moment Zeuge, wie deren Schwester in einem explodierenden Auto ums Leben kommt. Der Fall scheint dabei zu Beginn eigentlich klar zu sein, doch Conans Ermittlungen führen ihn auf die Spur, dass hinter dem Mord vielleicht doch mehr steckt als angenommen. Kogoro wird bei der endgültigen Auflösung des Mysteriums dabei gezwungen, über seinen Schatten zu springen…

Ein weiteres Highlight ist sicherlich auch die Doppelepisode „Takagis großer Auftritt“. In dieser Geschichte tritt – wie der Name bereits vorwegnimmt – Kommissar Takagi erstmals richtig ins Rampenlicht. Nachdem er gemeinsam mit seiner Kollegin Sato einen entflohenen Verdächtigen stellt, glauben die beiden ihm seine Unschuldsgeschichte. Während Sato sich mit dem Mann unfreiwillig versteckt hält (die Schlüssel für die Handschellen fehlen), ist es an Takagi und den Detective Boys die Unschuld des Verdächtigen zu beweisen und den wahren Täter dingfest zu machen. Dabei entpuppt sich das Ganze auch als ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem unter anderem Satos Leben auf dem Spiel steht!

Zu den Highlights zählt auch die Doppelfolge „Mord an Bord“. Diese dreht sich nicht nur um einen verzwickten Mordfall an Bord eines Flugzeugs, sondern ist auch Shinichi Kudos erster Fall, an den sich Ran in einem Traum auf einem Flug zurückerinnert. Ganz im Gegensatz zur aktuellen Situation hatte Shinichi damals noch keinen Stein bei Inspektor Megure im Brett und bringt diesen im Zuge der Ermittlungen das ein oder andere Mal zur Weißglut. Die Episode vermittelt uns als Zuschauern dabei einen kleinen Einblick ins Shinichis Vergangenheit und wirft ein wenig Licht darauf, wie er sich seinen Ruf als Schülerdetektiv erarbeitet hat.

Auch die Dreifachfolge „Die Spinnenkönigin“ hat es in sich. Dabei treffen Conan, Ran und Kogoro auf Heiji Hattori und seine Freundin Kazuha, da sowohl Heiji als auch Kogoro zum selben Fall beordert wurden, allerdings nicht von der gleichen Person. Die Geschichte rund um eine Familie, die von der Sagengestalt der Spinnenkönigin verflucht zu sein scheint, verlangt Conan und Heiji dabei ihr ganzes Geschick als Ermittler ab. Dabei kommt es gar zu einem Zwischenfall, bei dem Kazuha in Gefahr gerät. Zudem handelt es sich um die erste Episode in der klar wird, dass sich Ran und Kazuha zu guten Freundinnen entwickeln. Am Ende entpuppt sich die ganze Geschichte dann als sehr trauriger Fall, der einem beiläufig auch noch einmal klar macht, wie wichtig es ist, kulturelle Unterschiede zu verstehen und darauf Rücksicht zu nehmen…

Gesamthaft hat die sechste Box der „Detektiv Conan“ TV-Serie damit wieder einiges zu bieten und kann mit einem durchaus hohen Unterhaltungswert punkten. Dabei lässt sie jedoch weitere Fortschritte in der Rahmenhandlung der Serie vermissen. Das erscheint allerdings nicht ganz so tragisch, bedenkt man, was die vorangegangene Box 5 in diesem Sinne für die Zuschauer bereitgehalten hat.

Die wichtigsten Charaktere

An dieser Stelle möchten wir euch – wie auch schon in den vorherigen Rezensionen – kurz einen Überblick über die wichtigsten wiederkehrenden Charaktere geben, die in den Episoden 156 bis 182 ihren ersten Auftritt feiern. Infos über alle wichtigen Charaktere, die bereits in den vorangegangenen Episoden vorkamen, findet ihr in unseren Reviews zu den ersten fünf DVD-Boxen der Serie.

Diesmal gibt es unter den Charakteren insgesamt drei Neuzugänge zu verzeichnen. Diese sind gerade im Rahmen ihrer ersten Auftritte vielleicht noch nicht allzu wichtig, gewinnen aber im Verlauf der weiteren Serienhandlung zumindest immer mehr an Bedeutung. Dabei handelt es sich bei den Neuen im Einzelnen um:

Ninzaburo Shiratori

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Ninzaburo Shiratori kommt im Rahmen der Conan-Anime-Umsetzung eigentlich erstmals im ersten Kinofilm vor. Legt man das Augenmerk aber nur auf den TV-Anime, so feiert der frisch gebackene Inspektor seine Premiere in Episode 156. Shiratori ist insgesamt recht überzeugt von seiner eigenen Person und lässt das bei Ermittlungen auch immer mal durchblicken. Zudem hat er es in Sachen Liebe auf seine Kollegin Miwako Sato abgesehen und wird dadurch zu einem Rivalen von Kommissar Takagi, der seinerseits schließlich ebenfalls eine Schwäche für die schöne und toughe Polizistin entwickelt hat.

Yumi Miyamoto

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Yumi Miyamoto ist eine Verkehrspolizistin und eine gute Freundin von Miwako Sato. Sie kommt erstmals in Episode 156 des Anime und damit gleich zu Beginn der sechsten Box vor. Dabei nimmt sie zunächst nur eine kleine Nebenrolle ein, aus der sie auch im späteren Verlauf der Story nicht allzu sehr herauswächst. Yumi ist allerdings immer offen für Klatsch und Tratsch und stachelt ihre Kollegen auch gerne mal in Sachen Liebe an – vor allem Takagi und Sato. Zudem wird sie hin und wieder auch zu einer wichtigen Verbündeten für die Detective Boys.

Nachtrag: Kazunobu Chiba

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Der Polizist Kazunobu Chiba hatte seinen ersten Auftritt eigentlich bereits in der Episode 148. Da wir ihn bei unserer Rezension zur fünften Box des TV-Anime jedoch in dreister Weise unterschlagen haben, möchten wir ihn nun im Nachgang erwähnen. Immerhin hat er auch im Rahmen der sechsten DVD-Box einen Auftritt in den Folgen 166 und 167.

Chiba gehört der selben Einheit wie Inspektor Megure und Kommissar Takagi an. Auch wenn er zu Beginn seiner Auftritte noch nicht wirklich ins Rampenlicht tritt, so hat er später in der Serie immer wieder einmal Auftritte, in denen er zumindest eine wichtigere Rolle einnimmt – oft im Zusammenhang mit der Beziehung zu seiner Kindheitsfreundin, die bis einschließlich Box 6 des Anime allerdings noch keinen Auftritt hatte.

Bild und Animation:

Wie nicht anders zu erwarten, kommt auch das Bild der insgesamt sechsten DVD-Box zu „Detektiv Conan“ im 4:3 Format daher. Da die enthaltenen Episoden aus dem Jahr 1999 stammen, handelt es sich dabei um das damals vorherrschende Standard-Format. Wer die ersten Boxen jedoch bereits sein Eigen nennt, der ist mit diesem Umstand bereits vertraut und sollte sich daran nicht mehr stören, zumal es zum nostalgischen Charme der Serie beiträgt.

Bei der Bildqualität und den Charakterdesigns hat sich im Vergleich zu den ersten fünf Boxen ebenfalls nichts geändert. Man sieht dem Anime sein Alter weiterhin an, was an der nicht so hohen Pixeldichte oder auch an leichter Körnung in einigen Einstellungen deutlich wird. Dennoch hat man das Gefühl, dass man sich das Material gut auch auf größeren modernen Fernsehgeräten anschauen kann.

Ton und Synchronisation:

Auch der Ton der Serie kommt im Rahmen der sechsten Box wieder im bereits bekannten Dolby Digital-Format daher. Dieses kann mit aktuelleren DTS- oder PCM-Tonspuren zwar qualitativ nicht zu 100% mithalten, liefert aber dennoch eine Tonqualität, die für einen Großteil der Anime-Liebhaber ausreichen sollte. Dabei stört auch die 2.0 Stereotonspur nicht, die genügt, um die kriminalistische Handlung von „Detektiv Conan“ mit Ton zu untermalen.

Auch bei der deutschen Synchronisation zeigt sich das bereits bekannte Bild: Alle Mitglieder des Hauptcasts machen ihre Sache durch die Bank weg weiterhin gut. Auch neue Charaktere fügen sich gut in das Gesamtbild ein, auch wenn sich die Ergänzungen im Line-Up im Zuge der sechsten DVD-Box in Grenzen halten. Schwächen fallen allenfalls bei der Synchronisation von Nebencharakteren auf, oder auch bei Untertiteln zu Namen oder Schildern, bei denen die Serie weiterhin immer wieder einmal unnötige Fehler einstreut.

Wichtig: Es ist nur die deutsche Synchronisation und nicht der japanische Originalton vorhanden, da es sich bei dem gezeigten Material um die Synchronisation und die Schnittfassung handelt, die aus dem deutschen TV bekannt ist. Da diese aber nicht deckungsgleich mit dem japanischen Original ist, ist die japanische Tonspur nicht vorhanden!

Physische Umsetzung:

Wie bereits aus unseren vorherigen Reviews bekannt, zählt die physische Aufmachung des Produkts auch diesmal nicht in die Gesamtwertung der Rezension. Dennoch möchten wir euch einen Überblick darüber nicht vorenthalten, um euch eine Entscheidung für oder gegen einen Kauf zu erleichtern.

Natürlich kommt auch die sechste DVD-Box zur TV-Serie von „Detektiv Conan“ wieder in einem klappbaren Digipack daher, so dass man dem Stil der vorherigen Volumes treu bleibt. Die Episoden 156 bis 182 hat man dabei wieder einmal auf insgesamt fünf DVDs aufgeteilt, deren Cover zu entnehmen ist, welche Folgen sich auf welcher Disc befinden. Auf der Coverillustration des Schubers und des Digipacks steht diesmal wieder primär Conan im Vordergrund. Auf ein aufgedrucktes FSK-Logo konnte man beim Schuber wieder verzichten. Ein solches findet sich allerdings wieder auf dem Digipack selbst, was zu verschmerzen ist.

Natürlich darf als physisches Extra auch diesmal das obligatorische Booklet mit Informationen zu den einzelnen Episoden nicht fehlen. Weitere Extras, egal ob physisch oder digital, sucht man jedoch wieder vergebens.

Fazit:

Auch die sechste DVD-Box der „Detektiv Conan“ TV-Serie verspricht Krimi-Fans wieder wunderbare Unterhaltung. Dabei wurde diesmal jedoch wieder auf wichtige Fortschritte der Rahmenhandlung der Serie verzichtet, was man im Vergleich mit der vorangegangenen fünften Box auch deutlich merkt. Stattdessen kann Box 6 mit den Geschichten rund um die Polizisten Takagi und Sato punkten, mit denen die Beziehung der beiden zueinander ganz langsam ihren Anfang nimmt. Zudem nutzt man diese Episoden, um uns neue Gesichter aus den Reihen der Polizei vorzustellen. Dazu zählen Inspektor Shiratori, der ebenfalls ein Auge auf Sato geworfen hat, sowie die Verkehrspolizistin Yumi. Auch Takagis Kollege Chiba, der zuvor ein wenig untergegangen war, darf seinen zweiten Auftritt feiern.

Generell können wieder die mehrteiligen Folgen der Box punkten, was einfach am Umfang der darin erzählten Handlung liegt. Mit dem direkten Vorgänger kann Box 6 zwar dennoch nicht mithalten, in der Sammlung eines echten Conan-Fans darf sie aber natürlich trotzdem nicht fehlen!

Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 6
7.6 Team
Handlung7.5
Charakterentwicklung7.5
Animation7
Synchronisation8
Unterhaltung8

Allgemeine Daten:

 

Veröffentlichung: 31. August 2018
Publisher:  KAZÉ
Genre: Mystery
Episoden: 156 – 182
Laufzeit: ca. 675 Min
FSK: 12
Format: 4:3
Ton/Sprache:  Dolby Digital 2.0 Deutsch
Untertitel:

 

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Handlung:

Conan und Ran haben sich eigentlich ein wenig Urlaub erhofft, als Sonoko sie einlädt, mit ans Meer zu fahren. Stattdessen sollen sie ihr bei der Suche nach einem Freund helfen. Ein hübscher Mann ist zwar schnell gefunden, doch der Ort birgt ein Geheimnis. Nachdem eine Leiche gefunden wurde, gerät schon bald Sonoko selbst in Gefahr! Ein anderer Fall führt zurück in die Vergangenheit und zum Anfang von Shinichis Detektivkarriere: Auf einer Flugzeugtoilette wird ein toter Mann entdeckt. Die brisanten Negative, die der verstorbene Fotograf in den USA verkaufen wollte, sind aus seinem Besitz verschwunden. Schnell stellt Shinichi fest, dass der Mann brutal ermordet wurde. Und eines ist sicher: Der Mörder befindet sich irgendwo an Bord …


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