©暁佳奈・京都アニメーション/ヴァイオレット・エヴァーガーデン製作委員会

Im Rahmen der diesjährigen AnimagiC haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, der Weltpremiere des Side Story-Films „Violet Evergarden – Die Ewigkeit und die Auto Memory Doll“ beizuwohnen. Für alle, die nicht in Mannheim dabei sein konnten, hat unser Redakteur Steffen in unserer Rubrik „Angeschaut“ zusammengefasst, was ihr vom kommenden Film erwarten dürft.

ACHTUNG: Der nachfolgende Artikel kann leichte Spoiler zum Inhalt von „Violet Evergarden – Die Ewigkeit und die Auto Memory Doll“ enthalten. Wir haben jedoch darauf geachtet, dass wir nichts vorwegnehmen, was den Spaß beim Anschauen später einschränken könnte. 🙂

Die Story

Der Film beginnt mit der Geschichte von Isabella von York, einer Adelstochter, die aktuell an einer Schule für Mädchen aus gutem Hause verweilt und dort auf ihr gesellschaftliches Debüt vorbereitet wird, das im Rahmen eines Balls in drei Monaten erfolgen soll. Da sich ihr Vater Sorgen darum macht, dass Isabella es schafft zu einer wohlerzogenen Dame zu werden, lässt er über die Königsfamilie von Drossel, mit der das Haus York verwandt ist, eine Betreuerin für seine Tochter bestellen, die ihr in der Zeit bis zum Debüt zur Seite stehen soll. Dabei handelt es sich um niemand anderen als Violet Evergarden. Violet, die eigentlich AKORA ist, hat diesen Auftrag nur aufgrund ihrer Beziehungen zum Königshaus angenommen.

Zunächst ist Isabella Violet gegenüber sehr abweisend und wehrt sich fast dagegen, sich den Gepflogenheiten der feinen Gesellschaft um sich herum anzupassen. Je mehr sie jedoch über Violet und ihre Umstände lernt, desto eher öffnet sie sich ihrer neuen Kameradin. Dabei erfahren wir, dass Isabella keinesfalls immer eine Adlige war. In Rückblicken ist zu sehen, wie sie sich unter dem Namen Amy Bartlett in Kriegszeiten als Waise durchgeschlagen hat, die gerade so das Nötigste zum Leben zusammenkratzen konnte. Während dieser Zeit traf sie auf ein junges Mädchen, dem sie den Namen Taylor gab und das sie wie ihre junge Schwester behandelte und in ihr Herz schloss. Doch natürlich war das Leben zu zweit nicht unbedingt einfacher zu bestreiten, da Amy nun zwei Mäuler zu stopfen hatte. Dennoch genoss sie es, nicht mehr so einsam zu sein. Eines Tages tauchen jedoch die Männer des Hauses York auf und es scheint, als sei Amy die uneheliche Tochter der Adelsfamilie. Ohne viel Zeit zum Nachdenken wird sie vor eine schmerzliche Wahl gestellt: Sollte sie sich entscheiden ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und unter neuem Namen die Tochter des Hauses York zu werden, würde man sich im Gegenzug um die kleine Taylor kümmern. Allerdings dürften sich die beiden dann nicht mehr sehen. Zum Wohle ihrer Ziehschwester entschied sich Amy für diese Option, was sie jedoch erneut in Einsamkeit stürzte. Als Violet davon erfährt, schlägt sie Isabella vor, einen Brief an Taylor zu verfassen…

Mehr möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten, denn wie es weitergeht, findet ihr am besten selbst heraus, sobald der Film offiziell bei uns verfügbar ist.

©Kana Akatsuki, Kyoto Animation/Violet Evergarden Production Committee
Die Charaktere

Auch wenn Violet im Verlauf der Geschichte natürlich eine sehr wichtige Rolle einnimmt, so liegt der Fokus der Handlung von „Die Ewigkeit und die Auto Memory Doll“ doch stärker auf den Wahlgeschwistern Amy und Taylor Bartlett. Während Amy, die ja mittlerweile den Namen Isabella trägt, am Anfang ruppig und eher stoisch herüberkommt, merkt man nach einer gewissen Zeit, dass die junge Frau eigentlich nur von Einsamkeit geplagt wird, die durch den Verlust ihrer Ziehschwester entstanden ist. Die Tatsache, dass sie eine eher schwache Lunge hat, die ihre physische Konstitution beeinträchtigt, macht es für sie sicherlich nicht einfacher. Erst das Auftauchen von Violet, der vom Schicksal ebenfalls übel mitgespielt wurde, bringt Isabella dazu aufzutauen und nach und nach wieder neue Bekanntschaften zu schließen. Innerhalb von wenigen Minuten gelingt es den Machern somit einen anfänglich wenig sympathischen Charakter so zu positionieren, dass man als Zuschauer im Prinzip nicht anders kann, als mit ihr mitzufühlen und sie als eine eigentlich gutherzige, aber einsame junge Frau zu akzeptieren.

Die junge Taylor trifft der Verlust ihrer großen Schwester ebenfalls sehr, auch wenn sich die Angestellten in einem Waisenhaus sehr gut um sie kümmern. Doch auch wenn sie mit der Zeit ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Amy einbüßt, so gibt es etwas, das sie ihre große Schwester nie vollends vergessen lässt. Ohne zu viel zu verraten: Taylor, die zu Beginn der Geschichte noch sehr jung ist, entwickelt sich im Verlauf des Films enorm weiter. Das Produktionsteam lässt die Zuschauer im Prinzip am Reifungsprozess des jungen Mädchens teilhaben, dem sich plötzlich ein Ziel im Leben eröffnet, das sie unter keinen Umständen aus den Augen verlieren möchte.

Die Animationen

Die Erwartungen an die Animationen des Films sind sicherlich recht hoch, da bereits die TV-Serie zu „Violet Evergarden“ ein enorm hohes Niveau vorgelegt hat. Allen Fans darf man Entwarnung geben, denn der Side Story Film enttäuscht die hohen Erwartungen in keinster Weise. Gleich von Beginn an zeigt Kyoto Animation, dass sie ihr Handwerk perfekt verstehen. Egal ob es der Flug einer Möwe durch das Bild ist, oder ob wir Violet durch ein Fenster des Zugwaggons zu sehen bekommen: Alle Szenen wurden mit einer unglaublichen Liebe zum Detail umgesetzt, der man das Herzblut anmerkt, das in die Arbeit eingeflossen ist. Neben dem Detailreichtum sticht auch hervor, dass die Animationen wieder enorm flüssig erscheinen. Hinzu kommt ein geschicktes Spiel mit Licht und Schatten, dass einige Details und Situationen des Films noch einmal besonders gut betont. Zusammenfassend lässt sich im Grunde sagen: Viel besser kann man es eigentlich nicht machen!

Fazit

Fans von „Violet Evergarden“ bekommen mit dem Film „Die Ewigkeit und die Auto Memory Doll“ eine Nebengeschichte geboten, die sich inhaltlich gut in das Gesamtbild des Franchises einreiht, aber auch emotional genauso abliefert, wie es bereits die Serie getan hat. Die Handlung zieht einen mit ihren so realistisch wirkenden Charakteren schnell in ihren Bann. So wundert es kaum, dass die ein oder andere Träne fließt, sobald emotionalere Szenen anstehen, denn zu diesen Zeitpunkten fühlt man sich als Zuschauer bereits sehr mit den Figuren verbunden. Dennoch gelingt es dem Film gerade zu Beginn auch immer wieder dem Zuschauer einen Lacher zu entlocken. Eine Kunst, bedenkt man, dass weite Teile der Geschichte von starkem emotionalem Tiefgang geprägt sind. In Kombination mit den nahezu perfekten Animationen, denen man die Liebe zum Detail schon in den ersten Szenen des Films anmerkt, darf kein Fan von „Violet Evergarden“ oder anderer emotionaler Geschichten auf diese Side Story verzichten. Wer jedoch schon Probleme hatte mit der TV-Serie warm zu werden, der wird auch mit dem Film nicht glücklicher werden. Dafür setzt dieser einfach viel zu sehr auf das bewährte „Violet Evergarden“-Rezept.

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