Wir hatten die Möglichkeit mit Katharina von Daake ein Interview zu führen. Ihr kennt ihre Stimme vielleicht aus Serpah of the End, dort spricht sie Shinoa oder als Emily /Glitter Pink aus der Netflix Serie Glitter Force. Wir wünschen Euch viel Spaß beim lesen.

AnimeNachrichten: Wie bist Du zu zum Synchronsprechen gekommen?

Katharina von Daake: Ich hab schon immer wahnsinnig gern mit Schauspiel und Stimme gearbeitet, also auch schon als Kind bei uns im Theater und gesanglich im Chor. Irgendwann hatte eine Freundin mich gefragt, ob ich Lust hätte, mal Filme zu vertonen und so haben wir das aus Spaß an der Freude gemacht. Später habe ich dann Schauspielunterricht und Atem-, Stimm- und Sprechtraining genommen und mich schließlich bei richtigen Synchronstudios beworben. Dort habe ich zuerst im Ensemble gesprochen und mit der Zeit immer wieder auch größere Rollen erhalten.

AnimeNachrichten: Ich bin als Kind mit den Rainer Brandt Synchros groß geworden, was man in Deutschland ja als Blödelsynchros abgetan hat, dabei hat man einfach Slang und Sprache der Menschen auf die Leinwand gebracht. Dazu sind Filme von Bud Spencer und Terrence Hill dadurch so beliebt geworden. Wie stehst Du dazu?

Katharina von Daake: Ich mag solche „Blödelsynchros“ wie die von Bud Spencer (RIP Wolfgang Hess ) und Terence Hill – oder auch „Der Dampfhammer von Sent-Ling“. Das ist Kult, hat Charme und ist einfach witzig! Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch Serien oder Filme, bei denen das nicht so angebracht ist. Ein bisschen Plaisir wird man sich aber gönnen dürfen!

AnimeNachrichten:  Bei den Animes sind die Fans ja fast schon überkritisch, beeinflusst das Deine Arbeit als Synchronsprecherin?

Katharina von Daake: Ich kann die Fans einerseits wirklich sehr gut verstehen, andererseits denke ich, dass es teilweise echt schwer ist, als deutsche Synchronsprecherin wirklich eine Chance zu kriegen. Wenn Fans schon x Staffeln einer Serie auf japanisch geschaut haben, bis sie ins deutsche übernommen wird, sind diese natürlich auf die japanischen Sprecher eingestellt. Ich denke, dann ist es schwer, einer deutschen Stimme noch wirklich eine Chance zu geben.
Wenn es richtige Hass-Kommentare sind – es gibt ja doch des Öfteren Shitstorms bei Synchros, auch wenn es mich persönlich bisher zum Glück nie betroffen hat -, nehme ich es mir aber absolut nicht zu Herzen. Denn Hass ist nie sachlich und bringt niemanden weiter. Manchmal habe ich dann den Eindruck, dass die Leute vergessen, dass da hinter dem Mikro immer ein Mensch mit Gefühlen steht.

AnimeNachrichten: Welches war Dein Lieblingscharakter, den Du ein Sprechen durftest?

Katharina von Daake: Die Frage finde ich schwer zu beantworten, denn ich mag all „meine“ Charaktere. Viel Spaß hat mir Emily bei „Glitter Force“ aka Miyuki bei „Smile!-Precure“ gemacht, da ich schon immer ein Magical-Girl sprechen wollte und sie einfach total coole Attacken hat! Ich mag Kampf-Szenen, ich liebe es vor dem Mikro schreien und Dampf ablassen zu dürfen. Danach ist man so wunderbar befreit. Aber auch Shinoa bei „Seraph of the End“ mag ich sehr gern, ihre leichtfertige, witzige, zynische Art.

Katharina von Daake 2

AnimeNachrichten: Wie bereitest du dich auf deine Synchronarbeit vor?

Katharina von Daake:  So eine „richtige“ Vorbereitungszeit hat man ja selten, da man meist nicht im Voraus weiß, wen man da spricht. Wenn ich es weiß und Zeit habe, schaue ich in die Serien/Filme herein, um herauszufinden, worum es geht. Ansonsten mache ich jeden Tag ein paar Stimmübungen, achte darauf, vor den Arbeiten nichts klebriges zu essen und stilles Wasser bei mir zu haben.

AnimeNachrichten: Waren Animes dein Wunsch für die Synchronisation oder war es Zufall?

Katharina von Daake:  Ich hab in dem Sinne keine wirklichen „Wünsche“, die Rollen kommen, wie sie wollen und ich nehme jedes Projekt gleich ernst. Trotzdem fallen mir Anime teilweise etwas leichter, vielleicht weil ich als Kind und Jugendliche großer Anime-Fan war. Aber an sich differenziere ich nicht zwischen Anime-, Real- oder Hörspielvertonungen. Einen Unterschied macht für mich eher das Genre, weil ich beispielsweise grausige Horrorfilme nicht so mag. Aber Rolle ist Rolle und auch das mache ich dann natürlich professionell.

AnimeNachrichten:  Hast du ein Lieblingsanime?

Katharina von Daake:  Ich verfolge seit meiner Jugend „Skip Beat!“, aber eher als Manga, weil ich die Serie sehr mag. Und momentan schau ich in meiner Freizeit die alte 90er-Version von „Sailor Moon“ aus Nostalgiegründen. 

Katharina von Daake 3

AnimeNachrichten: Gibt es eine Rolle, die du gern mal sprechen wollen würdest?

Katharina von Daake: Ich hab die Frage jetzt schon häufiger gehört und kann das eigentlich gar nicht so richtig beantworten, da die Rollen wie gesagt kommen, wie sie wollen. Ich glaube, ich würde mich echt freuen, wenn ich mal bei „Game of Thrones“ oder „Sailor Moon Crystal“ mitsprechen dürfte (Obwohl SMC ja doch ziemlich anders sein soll als die „traditionelle“ Serie), aber an sich bin ich über jede Facette glücklich, die ich spielen darf.

AnimeNachrichten: Gibt es Synchronisationen, die du ablehnen würdest?

Katharina von Daake:  Durchaus. Manches lehne ich aus wirtschaftlichen oder zeitlichen Gründen ab. Ansonsten auch Aufträge, die ich nicht mit meiner Moral vereinbaren könnte.

AnimeNachrichten: Kannst Du schon etwas zu Deinen neuen Projekten erzähle, an denen Du gerade arbeitest?

Katharina von Daake: Was Anime angeht: derzeit bin ich weiterhin dabei, die neuen Volumes von „To Love RU“ als Yui zu sprechen und auch „Seraph of the End“ wird bald für mich als Shinoa weitergehen. Die Aufnahmen für „Glitter Force/Smile!-Precure“ und „Testament of Sister New Devil“ habe ich vor kurzem soweit abgeschlossen

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