Ys Origin: Der Klassiker im Review [Xbox One]

Ys Origin
Copyright (C)Nihon Falcom Corp. All rights reserved.

Wenn man an JRPGs denkt, dann fallen den meisten, wie aus der Pistole geschossen, Reihen wie ,,Final Fantasy“, ,,Kingdom Hearts“ oder ,,Monster Hunter“ ein. Die Wenigsten wissen jedoch, dass es einen weitaus älteren Vertreter gibt, der vor allem im Westen nur sehr wenig Beachtung erhielt. Die Rede ist vom Ys -Franchise. So erschien der erste Teil der Ys-Reihe im Land der aufgehenden Sonne 1987 damals noch für den PC-8801. Hierzulande wurde der Titel für das Sega Master System veröffentlicht.

Um dem Franchise neues Leben einzuhauchen, erhielt der neunte Ableger der JRPG-Reihe “Ys Origin“ im vergangenen Jahr eine Neuauflage, die für die PlayStation 4 und PlaySation Vita veröffentlicht wurde. Doch wie so oft blieben Xbox Besitzer auf der Strecke – bis heute. Denn vor knapp zwei Wochen erschien nun endlich die langersehnte Xbox One Version, die exklusive Inhalte, wie den neuen ,,Speedrun“-Modus sowie die neue „Blutoption“ umfasst. Mit diesem Schritt habe man sich nicht nur strategisch neu orientiert, sondern erhofft sich auch neue Fans für das Ys-Franchise zu gewinnen. Ob es dies den Verantwortlichen von Nihon Falcom gelungen ist und wie uns die Xbox One-Version gefallen hat, könnt ihr in unserer Review nachlesen.

Die verschollenen Göttinnen

Fangen wir zunächst mit der Handlung an. Ys Origin spielt 700 Jahre vor den Ereignissen der ersten beiden Titel und erzählt die Geschichte des erhabenen Reichs von Ys, welches kurz vor der Vernichtung durch bösartige Dämonen steht. Die Zwillingsgöttinnen Reah und Feena , die bis dato das Land regiert hatten, gewähren den verzweifelten Menschen Zuflucht in Solomons Schrein. Gemeinsam mit den Göttinnen steigen die Menschen in den Himmel hinauf, um so der bevorstehenden Dämoneninvasion zu entkommen. Unbeeindruckt davon, errichten die Dämonen einen riesigen Turm, der dem schwebenden und scheinbar sicheren Schrein immer näher kommt.

Als auch noch die beiden Göttinnen eines Tages spurlos verschwinden, ist das Chaos perfekt. Den ersten Hinweisen zufolge sollen sie sich im Turm des Teufels aufhalten. Auf Befehl der Priester wird nun ein Suchtrupp auf die Erde entsandt, der die verschollenen Göttinnen ausfindig machen soll. Unter den mutigen KriegerInnen befinden sich auch Ritterlehrling Yunica Tovah sowie Magier Hugo Fakt, die beide zwar ein gemeinsames Ziel verfolgen, aber unterschiedliche Herausforderungen überwinden müssen. Im weiteren Spielverlauf wird die Perspektive um eine Dritte erweitert. Und somit nimmt das Abenteuer seinen Lauf…

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Wie in alten Tagen

Da Ys Origin erstmals 2006 für PC veröffentlicht wurde und somit einige Jahre auf dem Buckel hat, dürfen grafische  Verbesserungen nicht erwartet werden. Zwar mag dieser Retro-Look nicht jeden ansprechen, aber davon abschrecken lassen solltet ihr euch dennoch nicht. Im Gegenteil, denn genau dies macht den unverwechselbaren Charme des Spiels aus. Die überdimensionierten Köpfe, das simple Kampfsystem sowie der motivierende Levelaufstieg erinnern an Klassiker wie ,,Zelda: The Minish Cap“ oder ,,Dynasty Warriors Advance“, die man als Kind tagein und tagaus auf Nintendos Handhelden gespielt hatte.

Trotz der etwas simplen Aufmachung überrascht das Spiel mit explodierenden Köpfen, mit gnadenlosen Metzeleien sowie blutbeschmierten Böden und Wänden. Allerdings sollte es sich von selbst verstehen, dass hier keine allzu übertriebenen Szenen erwartet werden dürfen. Obwohl sich das gesamte Abenteuer im ,,Turm des Teufels“ abspielt, fallen die zahlreichen Levels sehr abwechslungsreich und detailliert aus. Das Spielen selber verläuft sehr flüssig und läuft technisch einwandfrei. Die Anime-Sequenzen und die musikalische Untermalung runden das Spielerlebnis ab.

Nichtsdestotrotz kommt Y’s Origin nicht ohne kleinere Mängel aus. Paradebeispiel hierfür ist die fehlende Kartenfunktion. Wir werden unfreiwillig dazu animiert jeden Stock und jeden Stein mindestens einmal umzudrehen, in der Hoffnung vermeintlich versteckte Truhen oder nützliche Gegenstände zu finden. Die Suche entpuppt sich dabei als sehr zeitintensiv und kann auf Dauer nervenzerrend sein. Darüber hinaus läuft man hier stets Gefahr, bereits abgesuchte Areale nochmals zu erforschen. Die deutsche Übersetzung ist zwar sehr gut gelungen, aber eine entsprechende Vertonung wäre dennoch sehr wünschenswert gewesen.

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Auf in die Schlacht!

Das Kämpfen in Ys Origin ist recht simpel und bedarf keiner großen Wissenschaft. Durch einfaches Knöpfedrücken und ohne aufwendigeTastenkombinationen können wir unseren Feinde den Garaus machen. Obwohl das Kämpfen auf dem ersten Blick sehr stumpf und ein wenig monoton wirkt, sollten die Gegner auf gar keinen Fall unterschätzt werden. Denn um glorreich als Sieger hervortreten zu können, sind das richtige Timing sowie das Studieren der Angriffsmuster das A und O. Und genau aus diesem Grund sollte kopfloses Voranstürmen keine Option sein, da wir garantiert unser vorzeitiges Ende finden werden.

Während des Kämpfens können wir eine Sprung-, eine Angriffs-, eine Skill- oder eine Boost-Taste betätigen, die unsere Leistungen für eine begrenzte Zeit steigern. Hinzu kommen Elementar-Zauber, von der jeder Charakter bis zu drei elementare Fertigkeiten erlernen kann. Letztere können durch seltene Edelsteinen nochmals verbessert werden.

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Fazit

Ys Origin ist ohne jeden Zweifel ein absolut nostalgischer Titel, der in keiner Retrosammlung fehlen darf. Die  musikalische Untermalung, die spannenden Bosskämpfe sowie die fesselnde Geschichte können auf ganzer Linie überzeugen. Die Xbox One-Version kommt ohne technische Probleme aus und das Spielen wirkt sehr flüssig. Allerdings werden eine Kartenfunktion sowie eine deutsche Vertonung vergeblich gesucht. Alles in allem ist Ys Origin ein sehr unterhaltsamer Titel, der mit mir definitiv einen neuen Fan dazu gewonnen hat.

Ys Origin: Der Klassiker im Review [Xbox One]
8.5 Team
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Handlung8.5
Grafik6
Musik10
Spielspaß9.5
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