Spiele Review: Steins;Gate Elite

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© 5pb. und Nitroplus

Steins;Gate ist spätestens seit seiner Anime-Adaption aus dem Jahre 2011 eines der beliebtesten Anime und Videospiel-Franchises überhaupt geworden. Die Abenteuer rund um den Mad Scientist „Hououin Kyouma“ und seine Lab Members haben mittlerweile weltweit unter Anime-Fans Kultstatus erreicht. Jedoch begann Steins;Gate nicht als Manga oder Light Novel, wie man es meist heutzutage gewohnt ist, sondern als „Visual Novel“, also quasi als eine Art „Interaktiver Roman“ wenn man so möchte. Diese kam ursprünglich im Jahre 2009 exklusiv auf der Xbox 360 heraus, was in Japan recht ungewohnt ist, denn dort konnten Microsoft Konsolen nie richtig Fuß fassen. Jedoch war das Spiel ein großer Erfolg, weshalb es zunächst einen PC-Port und später auch einen Playstation 3 Port erhalten hat, welche auch beide bei uns in Deutschland erschienen sind.
Mit Steins;Gate Elite versuchten 5pb und Nitroplus nun, den beliebten Anime mit der Entscheidungsfreiheit der Visual Novel zu vereinen. Ob ihnen dies überzeugend gelungen ist, erfahrt ihr in dieser Review zu: Steins;Gate Elite

Achtung, das nächste Segment enthält Spoiler zur Story von Steins;Gate. Ihr wurdet gewarnt!

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Mein Name lautet HOUOUIN KYOUMA

Okabe Rintarou ist ein normaler Student an einer Tokioter Universität in der Sommerpause. Naja, zu sagen er ist normal wäre nicht ganz richtig und ihn als exzentrisch zu beschreiben ist auch etwas untertrieben. Er leidet unter dem Chuunibyou, dem so genannten „Achtklässler-Syndrom“, und hält sich selbst deshalb für den selbst ernannten Mad Scientist Hououin Kyouma. Zusammen mit seinen Freund Itaru Hashida und Shiina Mayuri, Okabes Kindheitsfreundin, die ihn liebevoll Okarin nennt, Itaru Daru, und sich selbst Mayushii nennt, betreibt er „das Labor“. Dort versuchen Daru und Okabe Dinge zu „erfinden“, ohne jeglichen Erfolg, während Mayuri nach Okabes Aussage seine Geisel ist und deshalb bei ihm bleiben muss und weil sie den gewissen „moe-Faktor“ einbringt.

Eines Tage gehen Okabe und Mayuri zur Pressekonferenz eines gewissen Dr. Nakabachi ins Radio Kaikan Gebäude, der angeblich Zeitreise entdeckt haben will. Als er, dort angekommen, Dr. Nakabachis Theorie lauscht, bemerkt er jedoch, dass diese eins zu eins den Schriften John Titors entstammen, einem angeblichen Zeitreisenden Anfang der 2000er, der auf verschiedenen Webseiten im Internet versuchte, die Menschheit vor einigen ihrer größten Fehler in der Zukunft zu warnen. Als er dies lautstark anmerkte und das ganze drohte in einem Handgemenge zu enden, wurde Okabe von einem rothaarigen Mädchen hinausgezerrt, wo sie ihn fragt, warum er sie angesprochen hätte und ob sie sich kennen würden. Da Okabe das Gespräch unangenehm wird, flüchtet er aus der Situation. Plötzlich erhält er eine Nachricht mit einem leeren Film, welche Okabe schnurstracks ignoriert. Daraufhin trifft er wieder Mayuri, die er vorher leider verloren hatte, nur um wieder zu verschwinden als der laute Schrei eines Mannes zu vernehmen war. Okabe folgt diesem Schrei und findet die Leiche des rothaarigen Mädchens, welche sich als Kurisu Makise herausgestellt hat, eine brillante 18 jährige Wissenschaftlerin.

Wieder außerhalb des Gebäudes sendet Okabe Daru eine Nachricht mit dem Inhalt: „Jemand hat Kurisu Makise im achten Stock des Radio Kaikans erstochen“ (Someone stabbed Kurisu Makise in the eighth floor of Radio Kaikan).

Als er diese Nachricht jedoch versendet, wird die Welt veschwommen und wo eben noch einige evakuierte Menschen standen, waren nur noch er und Mayuri anwesend und ein Satellit scheint ins Kaikan gestürzt zu sein. Generell erscheint Okabe die Welt recht komisch. Jedoch macht er sich nicht weiter Gedanken darum. Als er mit Daru jedoch zu einer Vorlesung für Extracredits für sein Studium geht, geschieht das schier Unmögliche: Vor ihm steht Kurisu Makis, welche eigentlich erstochen sein sollte, leibhaftig.

Die Geschichte von Steins;Gate ist eine recht komplexe, mit vielen Details, auf die man im frühen Verlauf achten muss, da sie später sehr relevant werden. Besonders die alternativen Routen bieten einen enormen Anreiz für die, die bisher nur mit dem Anime vertraut sind, auch einmal Steins;Gate Elite auszuprobieren. Trotzdem die Geschichte im Jahre 2009 spielt, ist sie zeitlos und sorgt für viele Lacher. Jedoch hat sie auch einige herzzerreißende Momente, die gerne auch bei Menschen die mit der Geschichte bekannt sind für Tränen sorgen kann.

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Wie können wir Steins;Gate nur erreichen?

Das Gameplay von Steins;Gate Elite zu bewerten ist eine sehr komplizierte Angelegenheit, denn es gibt fast gar kein Gameplay, da es sich um eine Visual Novel handelt. Das bedeuetet, dass man fast 90% seiner Zeit damit verbringt zu lesen, A zu drücken, damit der Text fortführt und weiterzulesen. Jedoch hat Steins;Gate eine besondere Methode der Interaktion in das Spiel eingebracht: das Handy. Auf diesem erhält man regelmäßig E-Mails und Anrufe, auf die man antworten kann oder sie ignorieren kann (und manchmal sogar muss), um extra Szenen oder Dialoge zu erhalten. Es gibt jedoch auch Instanzen, in denen sich diese E-Mails auf das Ende des Spiels auswirken können.

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Es lässt die Grenzen verschwimmen

Kommen wir nun zur Grafik des Spiels und hierzu lässt sich doch einiges mehr sagen als zum Gameplay. Wie bereits erwähnt ist Steins;Gate Elite ein Remake der originalen Visual-Novel von 2009, mit einem besonderen Twist. Denn mit Steins;Gate Elite verbinden die Macher die Auswahlmöglichkeiten und verschiedenen Story-Wege der Visual-Novel, mit den Animationen und dem Sound Design des Anime. Das bedeutet, dass jede Szene im Spiel animiert ist, auch die Szenen die gar nicht im Original Anime aufgetaucht sind. Dafür hat man Studio WhiteFox beauftragt die fehlenden Szenen zu animieren. Dies sorgt dafür, dass auf dem Bildschirm immer etwas passiert, was ein enormer Sprung nach vorne gegenüber der originalen Visual Novel ist. Man mag vielleicht sogar so weit gehen, als dass man Steins;Gate Elite schon nicht mehr als Visual Novel bezeichnen sollte, sondern stattdessen als „Interactive Anime“. Auch die sich teilweise wiederholenden Animationen trüben den insgesamt sehr positiven Eindruck des Artstyles des Spiels.

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Was höre ich da aus dem Lab?

Für Steins;Gate Elite wurde fast alle Sprachaufnahmen neu getätigt gegenüber der Original Visual Novel. Fast, da ja schon einige Tonaufnahmen aus der Produktion des Animes existierten und diese, genau wie die Animationen, wiederverwertet wurden. Jedoch wurde dadurch das originale Script der Visual Novel leicht abgeändert, zum Besseren wie wir finden, da sich Dialoge noch organischer anfühlen, auch dank der begleitenden Animationen natürlich. Insgesamt kommt das Sound Design dem Anime viel näher als der Visual Novel, was wir auch sehr begrüßen. Mit Cosmic Looper von Kanako Ito hat das Spiel auch ein ganz eigenes Opening bekommen, welches sehr schön die mysteriöse Stimmung des späteren Spiels widerspiegelt.

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Fazit

Mit Steins;Gate Elite ist es 5pb und Nitroplus gelungen, die Grenze zwischen Anime und Spiel fast gänzlich verschwimmen zu lassen. Das Spiel erzählt die wunderbare Geschichte eines jungen Wissenschaftlers, der durch die Zeit reist, um zu versuchen seine Freunde vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren und sich dabei des öfteren selbst hinterfragen muss. Dabei nutzt das Spiel die nicht besonders außergewöhnlichen, aber doch sehr effektiven Animationen von Studio WhiteFox. Und auch wenn es nicht viel Gameplay bietet, so sind die verschiedenen Routen und alternativen Enden, die dieses Spiel bietet, Grund genug um sagen zu können, dass Steins;Gate Elite definitiv die aktuell beste Variante ist, die gesamte Geschichte von Steins;Gate zu erleben.

Spiele Review: Steins;Gate Elite
8.3 Team
Handlung9.5
Grafik8.5
Musik7.5
Spielspaß7.5
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Das Spiel wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt


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