Spiele-Review: Snack World: Die Schatzjagd – Gold [Nintendo Switch]

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©LEVEL-5 Inc.
Adventskalender 2019

„Snack World: Die Schatzjagd“ wurde 2017 in Japan ursprünglich für den Nintendo 3DS veröffentlicht. Allerdings schaffte der Titel nie den Sprung in den Westen – bis heute. Denn vor knapp zwei Wochen brachte der japanische Publisher Level-5, der unter anderem für „Inazuma Eleven“, „Professor Layton“ und „Yo-kai Watch“ bekannt ist, den Titel exklusiv für die Nintendo Switch in den hiesigen Handel. Ob und wie uns die kulinarische Schatzjagd geschmeckt hat, erfahrt ihr in unserer Review.


Typische RPG-Story

Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, müssen wir zunächst unseren eigenen Helden kreieren. Im entsprechenden Editor können wir von der Haarfarbe über den Bart bis hin zu den Gesichtszügen alles individuell gestalten. Wir können sogar unseren eigenen Schlachtruf wählen. Unserer Kreativität ist dabei keinerlei Grenzen gesetzt. Allerdings ist die Palette an Gestaltungs-Optionen sehr begrenzt, was sehr schade ist.

Nachdem wir unseren Helden abenteuerfertig gemacht haben, werden wir gleich ins Geschehen geworfen: Wir wachen ohne jegliche Erinnerungen im Königreich „Croquetta“ auf. Dort werden wir vom König Büfett und seiner verzogenen und zugleich verwöhnten Tochter Melonia empfangen. Diese jagt stets den aktuellen Trends hinterher, da sie die angesagtesten Dinge haben muss. So spielen wir für sie zunächst den Laufburschen, um beispielsweise Handcremes oder schicke Schmuckstücke zu finden. Begleitet werden wir dabei von Chup, dem eigentlichen Protagonisten des Spiels, und seinen Freunden Mayona, Béarnaise, Gobsan und Francene.

Spätestens mit dem Auftritt von Sultan Balsamico nimmt „Snack World“ ernstere Züge an, denn dieser versucht den diabolischen Drachen Smörg Åsbord zu beschwören. Selbstverständlich liegt es nun an uns den Bösewicht in die Schranken zu weisen und das Königreich vor dem Untergang zu bewahren.

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In oder out? – Das ist hier die Frage.

Das Kämpfen ist recht simpel gehalten: Wir können nur eine begrenzte Anzahl an Waffen, auch „Jara“ genannt, tragen, die man innerhalb einer Mission nicht ändern kann. Daher ist die richtige Ausrüstung das A und O, was vor allem bei den Dungeons sehr wichtig ist. So kann es durchaus passieren, dass man gegen einen Boss (kleiner Hinweis: Die Bosskämpfe sind sehr anspruchsvoll) sehr schnell das Zeitliche segnet, nur weil die falsche Wahl bei der Ausrüstung getroffen wurde. Besonders ärgerlich dabei: Der komplette Dungeon muss dann nochmal von Anfang an durchforstet werden. Apropos Dungeons: Diese sind alle sehr ähnlich gebaut und ein wenig eintönig, sodass hier der Wiedererkennungswert fehlt. Eine gewisse Abwechslung wäre hier definitiv angebracht gewesen.

Jede Waffe verfügt über unterschiedliche und individuelle Fähigkeiten und Effekte. Doch seid gewarnt: Nicht jede Waffe hält ewig. So kann eine Waffe nur für eine begrenzte Zeit genutzt werden, bis ihre ,,Ausdauer“ aufgebraucht ist. Tritt dies ein, so werden die Angriffe mit jedem Schlag träge und langsam. Ein häufiger Wechsel der Ausrüstung ist daher ratsam. Darüber hinaus sollte ein Auge auf die neuesten Trends geworfen werden. Folgen wir beispielsweise dem aktuellen Modegeschmack im Königreich, so erhalten wir mit der richtigen Ausrüstung zusätzliche Boni.

Wie es zu einem echten RPG gehört, können wir auch unsere Waffen verbessern und neue herstellen. Die hierfür benötigten Materialien finden wir in den Dungeons, wo sie von besiegten Monstern fallen gelassen werden. Zudem erhalten wir nach jeder abgeschlossenen Mission zusätzliche Boni vom König, die wir für die Herstellung neuer Waffen verwenden können. Doppelte Gegenstände können miteinander kombiniert werden, um so die Werte zu erhöhen.

Alleine? Niemals!

Begleitet werden wir bei unseren Abenteuern von einem NPC, der uns auf die entsprechende Mission geschickt hat oder die Handlung voran bringt. Zusätzlich werden wir von einem „Snack“, eine Art Fee, im Kampf unterstützt, die uns heilt oder aktiv am Kampf teilnimmt. Sobald wir den Monstern den Garaus gemacht haben, können wir von ihnen ein „Snackie“ mit unserem „Pix-e Pod“ schießen und diese einfangen. Anschließend besteht die Möglichkeit den gefangenen „Snack“ in unser Team aufzunehmen. „Snacks“ können nicht nur gefangen werden, sondern wir erhalten sie auch als Belohnungen. Dadurch können wir nach und nach die Einträge im „Pix-e Pedia“ vervollständigen. „Snack World“ bietet zudem einen Mehrspielermodus – im lokalen und im Online-Modus können bis zu drei Spieler_Innen Abenteuer bestreiten.

High-Tech trifft auf Fantasy

„Snack World“ punktet vor allem durch sein gut inszeniertes Setting. So gelingt es dem Rollenspiel auf kuriose Weise High-Tech mit Fantasy zu vermischen. Paradebeispiel hierfür ist der „Pix-e-Pod“, das starke Ähnlichkeiten mit einem Smartphone hat. Hier können wir beispielsweise die Tutorials nachlesen oder unseren aktuellen Spielstand speichern. Ein weiterer Pluspunkt ist die „Chibi“-Grafik, die die gesamte Atmosphäre lockert und dem Spiel einen gewissen Charme verleiht. Dies ist auch insbesondere der deutschen Vertonung geschuldet, da sie wirklich sehr gut gelungen ist. Positiv zu betonen sind zudem die lustigen Bemerkungen und Witze, die uns oft zum Lachen gebracht haben.

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Fazit

„Snack World“ ist ein sehr lustiger Dungeon-Crawler, der sich selbst nicht Ernst nimmt. Insbesondere das Setting, die unterhaltsamen Dialoge und die einfach gehaltene Story gehören zu den Stärken. Positiv ist zudem, dass die Switch-Version sämtliche DLCs, die in der japanischen Originalversion separat verkäuflich waren, umfasst. Im weiteren Spielverlauf merkt man jedoch, dass die verschiedenen Quests sehr repetitiv sind. Nichtsdestotrotz ist „Snack World“ ein sehr netter Zeitvertreib, der für Zwischendurch bestens geeignet ist.

Spiele-Review: Snack World: Die Schatzjagd – Gold [Nintendo Switch]
7.3 / 10 Team
Handlung5.5
Grafik7.5
Musik7.5
Spielspaß8.5
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Trailer:

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