©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation, Game ©2018 BANDAI NAMCO Entertainment Inc.

Am 15. März 2019 hat Bandai Namco das lang erwartete Open-World One Piece Spiel „One Piece World Seeker“ herausgebracht. Wir haben uns mit Ruffy in sein Abenteuer auf Prison Island gestürzt und wie uns der Ausflug gefallen hat, erfahrt ihr in unserer Review.

Handlung

Die Handlung des Spiels findet auf der sogenannten Gefängnisinsel statt, die in mehrere Bereiche unterteilt ist. Offiziell steht sie unter Kontrolle der Marine, jedoch ist sie auch Anlaufpunkt vieler Piraten. Als die Strohhüte von einem Schatz hören, schleichen sie sich hinein. Allerdings tappen sie in eine Falle und nach einem Kampf gegen den Kommandanten der Insel beginnt das eigentliche Abenteuer erst, als Ruffy alleine an einem Strand der Insel aufwacht. Jeanne, ein Mädchen, das auf dem Weg ist, die Anführerin der Insel zu werden und sich um die Einwohner zu kümmern, wie ihre Mutter es einst tat, findet Ruffy und hilft ihm fortan dabei seine verschollenen Crewmitglieder zu finden und die geheimnisvolle Insel zu erkunden. Dabei trifft Ruffy nicht nur auf Freunde, sondern auch neue und altbekannte Antagonisten wie Smoker, Kizaru oder Buggy.

©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation Game ©2018 BANDAI NAMCO Entertainment Inc.
Open World mit hitzigen Kämpfen

One Piece World Seeker hat ein völlig anderes Konzept als die bisherigen One Piece Spiele. Nach einigen tutorialartigen Missionen, in denen man die Steuerung (sowohl beim Erkunden, als auch beim Kämpfen), mit der Map umzugehen und Haki einsetzen erlernt, kann man die Insel frei erkunden. Nach und nach werden dann noch weitere Punkte im Menü oder für den Kampf freigeschaltet, wie das Karma-System, mit dem man neue Missionen und Sequenzen bekommen kann, wenn man die Sympathie zu einigen Figuren stärkt. Das Kampfsystem des Spiels geht gut von der Hand; es ist flott, einfach zu erlernen und hat doch einige Feinheiten zu bieten. Anfangs hat man nur einen Knopf für Angriffe. Beim wiederholten Drücken kann man Kombos starten, die später noch mit Fertigkeiten erweitert werden können. Auch Fernangriffe sind möglich, allerdings nur begrenzt, da sich die Fernangriffsanzeige nach einigen Angriffen erst wieder aufladen muss. Nach dem Abschluss von Missionen und dem Besiegen von einigen Gegnern, kann man nämlich Fertigkeitspunkte (FP) erhalten.

Diese kann man in Fertigkeiten für das Erkunden, das Stärken der eigenen Parameter und Hakifähigkeiten oder auch das Erweitern des Kampfrepertoires investieren. Dadurch lassen sich bekannte Attacken wie Gum-Gum-Gatling oder Gum-Gum-Bazooka erlernen. Wichtig für die Kämpfe ist auch der Wechsel der Modi. Mit einem einfachen Knopfdruck kann man zwischen Erkundungsmodus und Panzermodus wechseln und später auch noch Gear-4 aktivieren. Während man beim Erkundungsmodus schwächer, aber dafür beweglicher ist und schnellere Attacken nutzen kann, hat man beim Panzermodus eine größere Offensiv- und Defensivkraft, vorallem durch Rüstungshaki, büßt aber in Geschwindigkeit ein. Durch eine Tensionanzeige, die sich mit erlittenem und ausgeteiltem Schaden füllt, kann man zudem verheerende Spezialattacken vom Stapel lassen, sofern man diese mittels FP erlernt hat.

©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation Game ©2018 BANDAI NAMCO Entertainment Inc.
Spiderman und Assassin’s Creed zugleich

One Piece World Seeker bedient sich einiger Elemente, die bereits aus anderen Spielen bekannt sind. So kann man zwar blindlings mit Ruffy drauf los stürmen und alle Gegner angreifen. Man kann es aber auch geschickter und eleganter à la Assassin’s Creed machen. So ist es möglich, einen Gegner direkt auszuschalten, wenn man sich ihm von hinten unbemerkt nähert. Damit kann man einige Marinebasen lautlos infiltrieren und Gegner für Gegner per Attentat ausschalten. Auch gibt es einige Tarnmöglichkeiten wie beispielsweise Fässer, in denen man sich verstecken kann und dann zum Überraschungsangriff übergeht.

Zur schnelleren Fortbewegung hingegen nutzt Ruffy seine langen Gummiarme. So kann man sich schnell auf hohe Gebäude befördern, was stark an die Fortbewegung von Spiderman erinnert. Das klappt überraschend gut, nur manchmal werden einige Kanten zum Festhalten nicht erkannt, wenn man beispielsweise zu nah oder in einem ungünstigen Winkel dazu steht. Diese Fähigkeiten der Tarnung, der Attentate und der Fortbewegung kann man ebenfalls durch FP steigern und ausbauen. So kann Ruffy zum Beispiel Gum-Gum-Rakete lernen und sich nach dem Hochziehen an Gebäuden oder Hindernissen wie eine Rakete in die Luft schleudern und weitere Distanzen damit überbrücken.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

One Piece World Seeker macht in vielen Bereichen alles richtig. Trotzdem weist es auch Punkte auf, die noch nicht optimal gelungen sind. So ist die frei erkundbare Welt des Spiels mit all den Städten und Landschaften schön anzusehen und zu bereisen, allerdings wirkt sie oft auch sehr leblos. Vorallem in den Städten sieht man nur wenige Personen herumlaufen und viele Straßen wirken komplett leer. Einige Personen befinden sich in nicht begehbaren Geschäften. Anstatt dort aber ihrer Arbeit nachzugehen oder sich zu bewegen, stehen sie einfach stocksteif und regungslos an ein und demselben Ort. Etwas mehr Interaktionen und eine lebendigere Welt wären wünschenswert gewesen. Es ist auch löblich, dass man mittels seiner Crewmitglieder neue Ausrüstung herstellen kann und Teammitglieder auf Missionen schicken kann, um Materialien zu sammeln. Allerdings sind diese Features auch komplett überflüssig, da die herzustellenden Ausrüstungsgegenstände oftmals nicht besser sind als die, die man im Spielverlauf finden kann und damit keinen wirklichen Mehrwert bieten.

©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation Game ©2018 BANDAI NAMCO Entertainment Inc.

Die zahlreichen Nebenmissionen zeigen im weiteren Spielverlauf einen gewissen Grad an Abwechslung, sind in der Gesamtheit gesehen aber viel zu repetitiv und vorallem Sammelmissionen kann man in der Regel nach der Annahme direkt abschließen, da man die gesuchten Gegenstände meist schon zu Hauf besitzt, sofern man die Open World etwas erkundet. Etwas schade ist auch die Tatsache, dass die meisten Kämpfe komplett optional sind und bis auf einige Sammelitems keine nennenswerten Belohnungen liefern.

FP gibt es nur für einige wenige Gegner, die sich von der Masse an Piraten und Marinesoldaten abgrenzen. Auch spawnen alle Gegner nach Neustart oder einem Gebietswechsel erneut, sodass es oft überflüssig ist, eine Marinebasis zu erobern oder Piraten zu verjagen. Richtiges Leveln um FP zu erhalten und seine Fähigkeiten zu stärken ist damit nur sehr begrenzt möglich. Auch die Kamera ist nicht immer optimal. Vorallem bei Kämpfen in engen Gassen und bei Endgegnerkämpfen gegen sich teleportierende Gegner wie Kizaru kann es manchmal problematisch sein, die Kamera richtig einzustellen und den Gegner zu lokalisieren.

Grafik

Die Grafik, die im Animestil gehalten ist, passt wunderbar zu One Piece World Seeker. Die Farben sind bunt und auffallend leuchtend gewählt, die Figuren sind schön animiert und in den vertonten Sequenzen legt die Grafik auch nochmal eine Schippe drauf. An hohen Punkten hat man eine schöne Weitsicht über Prison Island und Fehler in der Grafik treten nur sehr selten auf. Es hätte lediglich häufigere und abwechslungsreichere Animationen der NPCs geben können, da diese oft sehr statisch wirken.

Ton und Musik

Die Musik von One Piece World Seeker ist gut gelungen. An bekannte One Piece Lieder angelehnte Melodien unterstützen Ruffy bei seinem Abenteuer auf der Gefänignisinsel. Die Musikstücke sind gut gewählt und nerven auch nicht nach längerem Spielen, wie es manchmal der Fall sein kann.

Hervorzuheben ist natürlich die japanische Synchronisation mit den originalen Stimmen der Charaktere aus der Animeserie. Leider sind nur die Sequenzen komplett vertont und der Hauptteil des Spiels nicht. Dort geben die Charaktere bei Gesprächen lediglich einige Laute oder Seufzer von sich.

Physische Umsetzung

Auch wenn die physischen Extras kein wertungsrelevanter Punkt des Reviews sind, so sollen sie doch erwähnt und aufgezeigt werden, da sie natürlich für mögliche Käufer des Spiels von Interesse sind. Für unser Review stand uns die Pirate King Edition zur Verfügung, allerdings nicht exakt die gleiche, die es im hiesigen Handel zu kaufen gibt. Die Handelsedition beinhaltet zusätzlich zu den beiden ca. 20 cm großen Figuren den Soundtrack und den Season Pass. Die beiden letzteren Dinge fehlen bei der uns zur Verfügung gestellten Version. Dafür waren eine Flagge/Decke der Map von Prison Island und ein Shikishi von Ruffy und den Exklusivcharakteren des Spiels mit dabei, das es auch für 4000 Punkte im Bandai Namco EP!C Store gibt.

 

Fazit

One Piece World Seeker ist ein Spiel mit viel Potenzial, das aber leider nicht immer ausgenutzt wird. Prison Island präsentiert sich als bunte, aber leider leblos wirkende Open World, die zwar mit interessanten Haupt- und Nebenmissionen gespickt ist, aber diese wirken oftmals sehr repetitiv und monoton. Die Kamera ist nicht immer optimal justierbar und die ansonsten gute Vertonung der Charaktere wurde nur sehr inkonsequent umgesetzt, was negativ auffällt. Fans von One Piece, die über diese Gameplay-Mängel hinweg sehen können, erwartet nichtsdestotrotz ein kurzweiliges und spaßiges One Piece Spiel in einer zum Großteil frei erkundbaren Welt. Wer aber ein absolut ausgereiftes Action-Adventure mit Ruffy und seinen Freunden erleben möchte, der könnte womöglich enttäuscht werden.

Spiele-Review: One Piece World Seeker: The Pirate King Edition [Playstation 4]
7.3 Team
Handlung7.5
Grafik7.5
Musik7.5
Spielspaß6.5
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