Spiele Review: Captain Toad: Treasure Tracker (Nintendo Switch)

© 2018 Nintendo

Captain Toad ist ein noch relativ neuer Nintendo-Charakter. Er erblickte 2013 erstmals das Licht der Videospielwelt als Teil des WiiU Jump’n’Runs Super Mario 3D World. Dort konnte man kleine Minispiele mit ihm absolvieren. Das Prinzip dieser Spiele kam so gut an, dass er Ende 2014 (in Europa Anfang 2015) sein eigenes Spiel bekam – Captain Toad: Treasure Tracker. Nun hat Captain Toad es auch auf die Switch geschafft, zum zweiten Mal. Denn er hatte bereits Gastauftritte bei Super Mario Odyssey. Ein Remake von Captain Toad: Treasure Tracker ist jetzt auf der Switch erhältlich und wir haben uns das Spiel einmal angesehen und wollen euch zeigen, wie es uns gefallen hat.

Story?!

Wie in den meisten Super Mario Spielen und Spin-offs üblich, ist die Handlung der Spiele eher einfach gehalten und kommt nicht an epische Storylines à la Final Fantasy oder Tales of heran. Das ist aber bei diesen Spielen auch nicht nötig, da es hauptsächlich um das Gameplay geht. Im Falle von Captain Toad: Treasure Tracker untersuchen Captain Toad und Toadette eine Ruine und finden einen goldenen Stern. Die Freude über den Fund wird aber schnell getrübt, da ein riesiger Greifvogel den Stern mitsamt Toadette entführt. So macht sich Captain Toad auf den Weg zur Rettung seiner Gefährtin…

Simples Spielprinzip

Das grundlegende Prinzip von Captain Toad ist sehr einfach gehalten. Man kann laufen, die Kamera drehen und per A-Knopf Dinge aus dem Boden ziehen und ggf. werfen. Viel mehr Interaktion ist nicht möglich, außer in einigen Levels, in denen man Plattformen per Touchscreen (im Handheldmodus, ansonsten per Knopfdruck) vertikal oder horizontal bewegen kann. Zwar kann man noch die Stirnlampe per Knopfdruck ein- und ausschalten, in den meisten Levels ist das aber ohne Bedeutung. Springen, angreifen oder andere Bewegungsmöglichkeiten hat Captain Toad nicht spendiert bekommen und damit unterscheidet sich das Spielprinzip schon grundlegend von den Super Mario Spielen, in denen gerade das Springen essentiell ist.

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Sammeln, Sammeln und Sammeln

Wer eine Sammelleidenschaft besitzt, wird mit Captain Toad: Treasure Tracker glücklich. In jedem Level gilt es einen goldenen Stern einzusammeln, um das Level erfolgreich abzuschließen. Optional sind drei Kristalle in jedem Level versteckt. Einige davon sind recht einfach zu finden, für andere benötigt man schon etwas Hirnschmalz, um sie zu bekommen. Unwichtig sind diese Kristalle aber nicht, da man zum Freischalten neuer Abschnitte manchmal eine bestimmte Anzahl an Kristallen gesammelt haben muss.

Hat man ein Level einmal geschafft, erscheint noch eine Sonderbedingung, die man erfüllen muss z.B. alle Gegner besiegen oder eine bestimmte Anzahl an Münzen finden. Das lädt sehr dazu ein, die bereits absolvierten Level nochmal durchzuspielen. Sollte man diese Bedingung aber schon unbewusst im ersten Durchgang erledigt haben, dann gilt die Bedingung auch schon als geschafft. Weiterhin gilt es, in bereits erledigten Levels einen Pixel-Toad zu finden, der sich irgendwo versteckt hält. Im Handheldmodus reicht beim Entdecken eine einfache Berührung des Touchscreens, um Pixel-Toad einzusammeln.

Einfach, aber vielfältig

Trotz des simplen Spielprinzips weist Captain Toad durch seine Vielfältigkeit zu überzeugen. Die Level sind sehr abwechslungsreich gestaltet – von blumigen Wiesen, Unterwasserwelten, Wüsten bis hin zu frostigen Eislandschaften ist alles dabei. Allerhand Items lockern zudem das Spielgeschehen auf. So gibt es Hämmer einzusammeln, mit denen man Steinblöcke kaputt hauen kann oder eine Kirsche, die Toad verdoppelt und damit neue Rätselideen schafft, die man nur mit zwei Toads lösen kann.

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Weiterhin gibt es auch Endgegnerkämpfe zu bestreiten. Diese Level sind oft ein wenig kniffliger als die normalen, da der jeweilige Endgegner permanent versucht, einem den Weg zu erschweren. So greift ein riesiger Lavadrache immerzu mit seinem Feueratem an oder ein gigantischer Vogel versucht Captain Toad von den Plattformen zu pusten. Leider ist die Vielfalt der Endgegner sehr gering – so kommt der Kampf gegen den Drachen beispielsweise gleich drei mal vor, mit nur etwas veränderter Levelführung. Da hätte mehr Vielfalt auch gut getan, so wie sie eigentlich schon im gesamten Spiel zu sehen ist.

Weiblicher Charme

Schön ist auch, dass man in einigen Levels Toadette spielen kann. Diese setzt sich dann ebenfalls die Stirnlampe auf, die auch Captain Toad immer trägt. Spielerisch ist zwischen den beiden Charakteren kein Unterschied zu merken, da sie die gleichen Bewegungen haben und sich auch im selben Tempo bewegen. Optisch aber eine gern gesehene Abwechslung.

Aufgelockert wird das Spielgeschehen durch zwischenzeitlich auftauchende Bonuslevel. Diese kann man nach dem Erscheinen nur einmal spielen und dabei oftmals viele Münzen und Leben sammeln (entweder als grünen Level-Up Pilz oder für jeweils 100 eingesammelte Münzen). Ein Mangel an Leben dürfte aber kaum vorkommen, da der Schwierigkeitsgrad recht niedrig gehalten ist und man nur in sehr wenigen Levels so gefordert wird, dass man ein Leben verliert. Leben verlieren kann man auch nur, wenn man zweimal von einem Gegner getroffen wird (beim ersten Treffer wird man mariotypisch klein, kann durch Einsammeln eines Pilzes aber auch wieder groß werden) oder in tödliche Flüssigkeiten, wie Lava oder Gift, fällt. In einigen Levels ist ein Ableben gar nicht möglich, da keine Gegner oder andere Gefahren vorhanden sind. Diese Levels kommen hauptsächlich am Anfang des Spiels vor. Je weiter man kommt, desto kniffliger wird das Spiel, jedoch niemals unfair.

Neues Material für die Switch Version (Achtung Spoiler in diesem Abschnitt!!!)

Die Switchversion ist keine 1:1 Umsetzung des WiiU Spiels, sondern bietet noch mehr Inhalte als das Original. Nach dem Durchspielen des Hauptspieles steht noch eine Bonus-Episode zur Verfügung mit zum Teil Switch-exklusiven Levels, die denen von Super Mario Odyssey nachempfunden sind. Statt goldenen Sternen – wie im Hauptspiel – sammelt man die Odyssey-typischen Monde am Ende des jeweiligen Levels ein. Dabei sind die teilweise weitläufigen Areale von Super Mario Odyssey sehr gut minimalisiert worden und passen exzellent ins Konzept von Captain Toad: Treasure Tracker. Bei weiteren Levels der Bonus-Episode, die durch Kristalle freischaltbar sind, betritt man bereits absolvierte Levels des Hauptspiels erneut und muss diese unter erschwerten Bedingungen lösen z.B. wird man permanent von einer Mumie verfolgt oder man muss weitere Toads im Level finden und diese sicher ins Ziel eskortieren.

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Spaß zu zweit

Captain Toad bietet auf der Switch auch einen 2-Spielermodus. Dabei bekommt jeder der beiden Spieler einen Joycon zugeteilt. Eine Person kann dann Captain Toad durch die Levels bewegen, während der andere Spieler den Zeiger mittels Joycon bewegen und auf Knopfdruck Rüben abfeuern kann. Mit diesen kann man ?-Blöcke treffen und damit Münzen und Items freilegen oder auch Gegner besiegen. Das kann einige Level um Einiges vereinfachen.

Grafik

Die Grafik von Captain Toad stellt keinen Meilenstein der Videospielgeschichte dar, vor allem da es nur ein Remake der WiiU-Version ist. Das macht dem Spielspaß aber keinen Abbruch. Captain Toad läuft durch kunterbunte und vielfältige Levels, die vor Ideen nur so sprudeln. Die Grafik weist dabei die für Mario-Spiele typische Knuddeloptik auf, die sehr gut zu diesem Spiel passt und dem Spieler direkt eine vertraute Umgebung gibt. Auch im Handheldmodus läuft Captain Toad flüssig und ohne Probleme.

Musik

Die Musik weist typische Mariomelodien auf, die einen fröhlich durch die Levels begleiten, auf Dauer aber auch etwas nerven können. Auf Sprachausgabe wurde verzichtet – diese ist aber bei diesem Spiel aber auch nicht notwendig, da das Hauptaugenmerk auf dem Knobeln und nicht der belanglosen Story liegt.

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Fazit

Captain Toad: Treasure Tracker ist ein unterhaltsames Rätselspiel aus dem Mario-Universum. Es eignet sich perfekt für Zwischendurch, da die einzelnen Level relativ kurz gehalten sind. Daher passt es sehr gut zur Nintendo Switch, die man überall mit hinnehmen kann. Die Spielzeit ist leider relativ gering. Profispieler werden das Spiel nach wenigen Tagen durch haben. Trotzdem hat es einen hohen Wiederspielwert, wenn man darauf bedacht ist, das Spiel zu 100% zu komplettieren und alle auffindbaren Dinge in jedem Level zu finden. Das gelingt beim ersten Durchgang eines Levels garantiert nicht immer und motiviert, die Level erneut in Angriff zu nehmen.

Der Port von der WiiU auf die Switch ist Nintendo sehr gut gelungen. Wer gerne etwas rätselt und wen ein langsameres Spieltempo als üblich nicht stört, der findet mit Captain Toad: Treasure Tracker ein spaßiges Spiel, mit dem er viele schöne Stunden verbringen kann. Man erwischt sich öfter dabei, noch schnell 2-3 Level zu absolvieren, nachdem man eigentlich schon aufhören wollte zu spielen. Ein gewisses Suchtpotential ist auf jeden Fall vorhanden.

Spiele Review: Captain Toad: Treasure Tracker (Nintendo Switch)
8.2 Team
Handlung4
Grafik7
Musik7
Spielspaß9
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