Spiele-Review: A Plague Tale: Innocence [Playstation 4]

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©2019 Focus Home Interactive - All rights reserved. Administration and design by Focus Home Interactive

Für viele ist das Mittelalter eine ruhmreiche Epoche mit ehrenvollen Rittern, hübschen Prinzessinnen und aufregenden Abenteuern. Doch auch diese Zeit hatte ihre Schattenseiten. Zwei davon werden in „A Plague Tale: Innocence“ von Focus Home Interactive thematisiert: die Pest mit verbundener Rattenplage und die Inquisition. Wir haben uns in dieses dunkle Zeitalter gestürzt und wie es uns gefallen hat, erfahrt ihr in unserer Review.

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Dramatischer Beginn

Amicia und Hugo sind Geschwister, jedoch kennen sie sich kaum, da ihre Mutter Hugo versorgt und aufgrund einer geheimnisvollen Krankheit von anderen Menschen abschottet. Die Zeit des Kennenlernens kommt jedoch schnell, als bewaffnete Männer der Inquisition ihr Anwesen betreten und ihren Vater auf der Suche nach Hugo töten. Eine dramatische Flucht beginnt. Dabei lernt man mit Hilfe ihrer Mutter die Grundlagen des Spiels: Schleichen, die Schleuder benutzen, miteinander interagieren. Der Grundstein für ein aufregendes Abenteuer wurde gelegt.

Nichts für schwache Gemüter

Schwache Nerven darf man beim Spielen von „A Plague Tale“ nicht haben. Die Bilder sind schonungslos und während des Spielens begleitet einen permanent ein beklemmendes Gefühl. Mal steigt man über Leichenberge, ein anderes Mal muss man zusehen, wie Tiere oder Menschen umgebracht werden. Dabei muss man sich im Spiel gleich zwei Hauptgefahren stellen: der Inquisition und den Ratten. Diese sind aber keine normalen Ratten, sondern eine üble Plage fast apokalyptischen Ausmaßes. Glücklicherweise haben sie eine Schwäche: Licht. So sind viele Rätsel im Zusammenhang mit den Ratten an Feuer gebunden. Ob man sich mit Fackeln einen Weg bahnt oder Feuerschalen mit seiner Schleuder von der Decke schießt, die Varianten sind zahlreich und werden mit fortschreitenden Spielverlauf immer kniffliger.

Sammeln und Bauen

Doch es gilt nicht nur zu Fliehen, sondern auch zu Kämpfen und zu Erkunden. Das Erkunden wird mit Einträgen in Sammelreihen belohnt. So sucht Hugo beispielsweise nach neuen Blumen, um sie in sein Herbarium aufzunehmen. Beim Erkunden ist zu beachten, dass man es immer sofort tun sollte, da viele Gebiete durch die Ratten schnell nicht mehr zu betreten sind und man sich damit einen Eintrag womöglich für immer zu Nichte macht.

Das Kämpfen findet hauptsächlich mit der bereits erwähnten Schleuder statt. Amicia kann im Kampf jedoch auch ausweichen. Damit das Kämpfen mit stärker werdenden Gegner nicht zu schwer wird, findet man unterwegs allerlei Utensilien, mit denen man an Werkbänken seine Ausrüstung verbessern kann. Das geht nur in kleinem und sehr bedingtem Maße, kann in brenzligen Situationen aber den Unterschied machen. Neben Verbesserungen lernt man im Laufe der Zeit auch verbrauchbare Items herzustellen. Aus Alkohol und Schwefel lässt sich zum Beispiel Ignifer herstellen – ein Gemisch, das hochexplosiv ist und zum Anzünden von vielen Dingen verwendet werden kann.

Nie allein

Die größte Herausforderung ist das gemeinsame Überleben mit Hugo. Der kleine Junge folgt einem auf Schritt und Tritt. Dabei kann man ihm gelegentlich Befehle geben, wie warten oder durch enge Löcher kriechen, um auf der anderen Seite eine Tür zu öffnen. Hugo braucht aber auch viel Unterstützung z.B. beim Klettern. Dadurch wird der oft langsame Spielverlauf nochmals verzögert, was den Spielfluss teilweise stören mag, aber durch den Realismus unglaublich zur Atmosphäre beiträgt. Doch im Laufe der Handlung lernt man auch immer wieder neue Charaktere kennen, mit denen man zeitweise zusammenarbeitet und Rätsel zusammen löst, die man alleine nicht bewältigen kann. Diese Charaktere haben dann auch spezielle Fähigkeiten wie Schlösser knacken oder Gegner lautlos überwältigen.

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Schwächen in der B-Note

So gut die Atmosphäre und das Konzept auch funktionieren, liegt der Teufel im Detail. So sind einige Rücksetzpunkte etwas ungünstig gewählt, sodass man nach dem Ableben immer wieder die gleiche Sequenz anschauen muss. Und es ist auch sehr schade, dass man manchmal keine optionalen Aufgaben erledigen kann, wenn einem bestimmte Materialien fehlen. Da es kein Zurück mehr gibt, wenn man ein Gebiet verlässt, kann man das dann auch nicht nachholen. Auch ist es ein wenig bedauerlich, dass man die Rätsel auf die exakt vorgegeben Art und Weise lösen muss. Alternative Lösungen hätten das Geschehen etwas aufgelockert, da sich die Prinzipien in vielen Rätseln wiederholen und auch die Gegner-KI lässt manchmal zu wünschen übrig.

Grafik

Die Grafik des Spiels ist sehr realistisch gehalten und kommt vor allem in dunklen Farbtönen daher. Das liegt daran, dass ein Großteil des Spiels nachts stattfindet, da nur dann die Ratten aktiv werden und sich aus ihren Verstecken trauen. Zwischendurch kann man aber auch tagsüber sonnendurchflutete Landschaften genießen. Gelegentlich kommt es zu kleineren Grafikfehlern, wie aufploppende Pflanzen oder leicht missglückte Lichteffekte, die sich aber in Grenzen halten. Etwas mehr Gesichtsmimik wäre bei den Charakteren auch noch wünschenswert gewesen, da sie teilweise etwas starr wirken beim Sprechen.

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Vertonung

Die Musik des Spiels ist sehr dezent gehalten und man muss schon aktiv aufpassen, um sie wahrzunehmen. Tagsüber eher ruhige altertümliche Melodien, nachts dann bedrohliche Rhythmen, wodurch die ständige Bedrohung zum Greifen nah erscheint. Insgesamt fügen sie sich sehr passend in die jeweiligen Situationen ein.

Das Spiel wurde komplett auf Deutsch synchronisiert mit sehr guten Sprechern, die die einzelnen Personen gut vertonen. Im Menü kann man aber auch andere Sprachen wie Französisch oder Englisch einstellen.

Fazit

A Plague Tale: Innocence ist ein sehr atmosphärisches Abenteuer zu Zeiten der mittelalterlichen Pest. Mit einer Portion Fantasy vermischt, ergibt sich ein stimmiges Abenteuer rund um die Geschwister Amicia und Hugo, die vor der Inquisition fliehen müssen und sich einem Rattenproblem epischen Ausmaßes entgegenstellen. Dabei gilt es auch ein uraltes Familiengeheimnis zu lüften. Die Grafik ist dabei sehr passend und auch die Vertonung trägt exzellent zum Spielgeschehen bei. Leichte Wermutstropfen sind einige ungünstig gesetzte Checkpoints, ein überschaubarer Umfang der Hauptstory und teilweise schwächelnde KI. Diese Punkte trüben das Gesamtspielerlebnis aber nicht allzu sehr.

Spiele-Review: A Plague Tale: Innocence [Playstation 4]
8.3 Team
Handlung9.5
Grafik8
Musik8
Spielspaß7.5
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