Rückblick: Das war die Anime Messe Berlin

Anime Messe Berlin © emania Media Service GmbH

Zwei unserer Redakteure, Steffen und Frank, waren dieses Jahr zu Gast auf der Anime Messe Berlin. Für Steffen war es das erste Mal dort, für Frank bereits das dritte Mal. Wie es den beiden gefallen hat, erfahrt ihr in den Erfahrungsberichten hier.

Erfahrungsbericht Frank

Für mich war die diesjährige Anime Messe Berlin bereits die dritte. Vor 2 Jahren feierte ich meine Premiere, als sie noch im KOSMOS Berlin stattfand. Den Wechsel der Location begrüßte ich schon letztes Jahr, da vor allem der Samstag im KOSMOS viel zu menschenüberlaufen war. Der Filmpark Babelsberg bietet da bessere Möglichkeiten.

Dieses Jahr war ich Freitag und Samstag auf der Messe. Die Schlange bei der Ticketvergabe sah anfangs wieder länger aus, als sie eigentlich war. Nach wenigen Minuten hatte ich mein Ticket in der Hand. Etwas unerfreulich war dann der verzögerte Einlass. Eigentlich sollte der Einlass in die Metropolis-Halle um 14 Uhr erfolgen, tatsächlich ging es aber erst mit 20 min Verspätung los. Drinnen angekommen öffnete sich direkt das Herz jedes Anime-Fans durch die Vielfalt an Merchandise-Ständen. Figuren, Mangas, Animes, Dakimakuras und vieles mehr so weit das Auge blicken konnte. Im Foyer und in der Ausstellerhalle blieb kaum ein Wunsch unerfüllt. So wurde der Freitag hauptsächlich zum Shoppen genutzt. Und natürlich auch zum Essen, da es im Außenbereich viele tolle Stände mit asiatischem Essen gab. Von Melonenbrötchen über japanische Waffeln mit roter Bohnenpaste, gefüllten Teigtaschen, Reisbällchen, Bubble Tea und vielem mehr konnte man in Hülle und Fülle schlemmen.

Nachdem die Einkäufe im Hotel untergebracht waren, ging es abends nochmal los zur J-Disco. Dort zeigten DJ Kimagure und DJ Gettsu ihr ganzes Können mit coolen Melodien und Hits aus vielen bekannten Animes wie Dragonball, Sword Art Online oder Shomin Sample. Bemerkenswert dabei war, dass ein DJ immer auflegte und der andere versuchte, das Publikum zum Mitmachen zu animieren, was auch gut gelang. Dabei durften natürlich auch die Leuchtstäbe nicht fehlen, die am Eingang verteilt wurden und die Tanzfläche in ein Meer aus Lichtern verwandelte. Einziger Wermutstropfen war die „Bar“, die aus einer Person bestand, sodass die Wartezeiten zum Teil recht lang waren und einige Getränke auch relativ schnell ausverkauft waren. Trotzdem alles in allem ein gelungener Discoabend.

Da die meisten Einkäufe am Freitag erledigt wurden, konnte ich den Samstag ganz dem Programm der Messe widmen. Natürlich musste ich mir Prioritäten setzen, da einige Programmpunkte parallel stattfanden. So wählte ich beispielsweise das Konzert von Miku Sawai aus, das sehr gelungen war und das ich zusammen mit Steffen besucht habe. Das Animekino durfte selbstverständlich auch nicht fehlen und so sah ich mir „I want to eat your pancreas“  auf Japanisch mit deutschen Untertiteln an. Ein sehr emotionaler Film, aber auch ein sehr guter. Das Kino war im Vergleich zum Vorjahr auch viel besser erreichbar und größer. Da wurde die Kritik ernst genommen und gut umgesetzt. Lediglich die Leinwand hätte etwas höher stehen können. Da die Stuhlreihen ohne Höhenunterschied zueinander standen, konnte man Probleme bekommen, die Untertitel zu lesen, wenn eine größere Person direkt vor einem saß. Weiterhin habe ich das Synchronsprecher-Panel von Anime House besucht, bei dem es einige interessante Einblicke in den Synchronsprecheralltag gab.

Ein Besuch im restlichen Filmpark war ebenfalls Pflicht. Dieses Mal fiel er aber etwas kürzer als im Jahr zuvor aus, da mir vieles schon bekannt war. Trotzdem gönnte ich mir eine kleine Bootsfahrt, machte Fotos von den tollen Animeautos (Itashas) und Filmkulissen und genoss den Flair dieser einzigartigen Location. Samstag Abend kam dann das Highlight: Das Burnout Syndromes Konzert im Vulkan, wo normalerweise die Stuntshows stattfinden. Als Haikyu!!-Fan waren mir einige ihrer Lieder bekannt und diese großartige Band live erleben zu können, war für mich persönlich der Höhepunkt des Tages. Die Leuchtstäbe des Vorabens fehlten natürlich auch hier nicht und wurden vor den Konzerten gratis verteilt. Abschließend ging es spät und zufrieden zurück ins Hotel.

Insgesamt ziehe ich ein positives Fazit. Einige Kritikpunkte aus dem Vorjahr wurden vom Organisationsteam verbessert. Die Filmauswahl im Kino war ansprechend, die kulinarische Versorgung der Messebesucher ausgezeichnet und die einzelnen Programmpunkte waren sehr vielfältig gewählt. Panels, Konzerte, Workshops, Gaming-Turniere, Bring&Buy, Karaoke etc. Es war für jeden etwas dabei. Diese Qualität sollte beibehalten werden.

Erfahrungsbericht Steffen

Wie Frank in seinem Bericht bereits erwähnt hat, war ich in diesem Jahr erstmals auf der Anime Messe Berlin zugegen. Das liegt primär an der großen örtlichen Entfernung zu meiner Heimat, doch der Großraum Berlin als Veranstaltungsort hat natürlich den Charme, dass man dort neben der Messe noch weitere Dinge für das Wochenende einplanen kann. Aus diesem Grund habe ich in diesem Jahr die weite Anreise auf mich genommen, um mir vor Ort ein Bild der Veranstaltung zu machen.

Da jede Convention ja doch irgendwie anders aufgebaut ist, war ich am Messe-Samstag, an dem ich das Event besuchte, bereits gespannt darauf, wie sich die Anime Messe im Vergleich positionieren würde. Im Kopf hat man dabei natürlich immer andere große Conventions, wie beispielsweise die DoKomi in Düsseldorf, deren Fokus primär auf dem enormen Angebot an Ausstellern, Shopping-Möglichkeiten und unabhängigen Künstlern liegt, während beispielsweise die AnimagiC durch hervorragende Ehrengäste und Panels glänzen kann. Die Anime Messe Berlin würde ich auf Grund meiner Eindrücke in diesem Jahr irgendwo dazwischen ansiedeln. Von der Auswahl der Ehrengäste her konnte die Veranstaltung zumindest für meinen Geschmack sogar die deutlich größere DoKomi hinter sich lassen. In Bezug auf das Shoppen von Merchandise bietet das Event dabei gleichzeitig mindestens genauso viel Auswahl wie die AnimagiC, wenn auch deutlich weniger Verlage und Publisher anwesend sind.

© Steffen/AnimeNachrichten

Dennoch: Wer die beiden angesprochenen Vergleichsveranstaltungen kennt, die Anime Messe aber noch nicht, der sollte sich vorab darauf einrichten: Die Anime Messe ist natürlich extrem viel kleiner! Das ist aber nicht zwingend nachteilig. Die Schlangen an den gut ausgewählten Verpflegungsständen sind deutlich besser zu bewältigen und Konzerte und Signierstunden sind meist etwas weniger überlaufen – sogar am vergleichsweise vollen Messesamstag. Gleichzeitig profitiert die Convention vom angrenzenden Filmpark Babelsberg, der dazu beiträgt, dass sich der Besucherandrang ein wenig verläuft. Wer seinen Besuch vorher geschickt plant, der kann vielleicht sogar alle seine Wunschevents an nur einem Messetag abhandeln. Aber auch zwei Tage kann man auf der Anime Messe sehr gut verbringen.

Persönlich hatte ich mich schon vor dem Beginn der Veranstaltung sehr auf die Konzerte von Miku Sawai und Burnout Syndromes gefreut, die auch beide gehalten haben, was sie versprachen. Gerade beim Open Air Konzert von Burnout Syndromes kam dem Ganzen auch noch das hervorragende Wetter in diesem Jahr zu Gute. Aber im Falle von Regen wäre die Tribüne auch überdacht gewesen. Interessant waren auch die Einblicke in die Arbeit eines Synchronsprechers, die man im Rahmen des Synchronsprecher-Panels von Publisher Anime House gewinnen konnte. Auch die Signierstunden mit den musikalischen Ehrengästen oder auch „Attack on Titan: Before The Fall“-Mangaka Satoshi Shiki waren tolle Programmpunkte. Gerne hätten wir euch ein Interview mit Letzterem präsentiert, doch leider war dies im Rahmen der diesjährigen Messe nicht möglich.

Zur Organisation der Signierstunden ansich lässt sich sagen, dass diese im Grunde recht gut geregelt waren. An einem kleinen Stand konnte im Vorfeld Merchandise der Gäste gekauft werden, das signiert werden konnte. Alternativ gab es bei Satoshi Shiki aber beispielsweise auch Druck-Shikishis oder bei manchen Gästen eine Signatur in das Programmheft der Messe. Ein wenig negativ war manchmal, dass das Personal selbst nicht immer ganz genau zu wissen schien, wie man die Schlange für die jeweilige Signierstunde am besten organisieren konnte – vor allem dann, wenn zwei unterschiedliche Signier-Events kurz aufeinanderfolgend getaktet waren. Da aber im Endeffekt doch immer alles hervorragend funktioniert hat, kann man das verschmerzen.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich einen sehr angenehmen Tag auf der Anime Messe verbracht habe. Das gute Wetter hat dabei sicherlich genauso einen Anteil gehabt, wie ein angenehmes Messe-Programm. Ich würde bestimmt wiederkommen. Wer allerdings eine weite Anreise hat, der sollte sich definitiv überlegen, ob er den Besuch der Veranstaltung nicht mit einem kleinen Sightseeing-Trip nach Berlin oder anderen Aktivitäten vor Ort kombinieren möchte, um das Beste aus der Reise herauszuholen.

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