Review: Steins;Gate 0 Vol. 1+2 [Blu-ray]

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©️2018 MAGES./KADOKAWA/ STEINS;GATE 0 Partners
Adventskalender 2019

Wir schreiben das Jahr 2011. Viele Anime-Fans sind begeistert von einem Anime. Ein Anime, der es schaffte, eine Handlung rund um das Zeitreisen zu kreieren, die nahezu, wenn nicht sogar gänzlich fehlerfrei funktioniert. Ein Anime mit interessanten und beinahe echt wirkenden Charakteren, da sie uns als Anime-Zuschauer sehr ähnlich sind. Ein Anime, der in Akihabara spielt, das Mekka für alle Anime-Fans. Ein Anime, der durch die Beziehung zwischen den Charakteren besticht, und durch einen Hauptcharakter, der extravaganter kaum sein könnte, obwohl er gleichzeitig nicht zu extravagant ist. Natürlich ist die Rede von dem Science-Fiction Drama „Steins;Gate“ von Studio White Fox, welches von Okabe Rintaros Abenteuer rund um Zeitreise, Verlust und viel Drama handelt. Besonders hervor stach dabei, dass das Ende in sich schlüssig war und somit keine Fortsetzung brauchte. Nun ist die Frage: Was genau ist dann „Steins;Gate 0“? Wenn es keine Fortsetzung ist, ist es ein Prequel? Ja und nein, zu beidem. Was genau „Steins;Gate 0“ nun ist und was wir von dem deutschen Home-Video-Release halten, erfahrt ihr in unserer Review der ersten beiden Volumes.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

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Handlung

Okabe ist zurück in der β Weltlinie und hat somit Mayuri vor dem sicheren Tod bewahrt. Anders jedoch als im Ende von „Steins;Gate“ versucht Okabe nicht Kurisu vor ihrem Tod zu bewahren. Kurisu ist und bleibt tot. Das ist ein Fakt, mit dem Okabe leben muss. Daher leidet er psychisch extremst unter Flashbacks und Depression, weshalb er einen Psychologen besucht. Außerdem hat er sein Alter-Ego Hououin Kyouma abgelegt und ist nun ein normaler Student. Auch besucht er das Labor kaum noch. Die einzige Person, die er regelmäßig trifft, ist Shiina Mayuri, seine Freiheitsfreundin und der Grund für den er die Liebe seines Lebens, Kurisu, aufgab.

Eines Tages trifft er auf einem Kongress, welcher von seiner Uni abgehalten wird, auf Professor Alexis Leskinen und Maho Hiyajo, eine Studentin an der Vikor Chondria Universität in den USA – dieselbe Universität, die auch Makise Kurisu besucht hat. Die beiden sind vor Ort, um ihr neuestes K.I.-Projekt zu präsentieren: Amadeus; eine K.I., die komplett auf Basis von Mahos ausgelesenen Erinnerungen operiert. Nachdem sich die drei etwas besser kennenlernen, entscheiden Professor Leskinen und Maho Okabe ihren eigentlichen Amadeus-Prototypen vorzustellen: Eine K.I. basierend auf Kurisus Erinnerungen, bevor sie nach Japan kam. Er soll mit ihr sprechen, damit sie mehr Input zur Weiterentwicklung hat. Natürlich bedeutet dies immensen Stress und noch mehr Schuldgefühle für Okabe, der sich trotz allem dafür entscheidet, Amadeus zu testen.

Amane Suzuha ist ebenfalls in der Zeitline geblieben, um Okabe weiterhin dazu zu bewegen, Kurisu zu retten, die Welt ins Steins Gate zu führen und vor dem dritten Weltkrieg, welcher mit Kurisus Tod kurz bevor steht, zu beschützen. Gleichzeitig hat sie aber noch zwei weitere Missionen: Zum einen versucht sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, ihren zukünftigen Vater Daru und ihre Mutter Yuki zusammen zu bringen, damit ihre Geburt geschehen kann. Zum anderen sucht sie nach einem Mädchen, welches sie bei ihrer Reise ins Jahr 2000 verloren hat: Shiina Kagari, die Adoptivtochter von Shiina Mayuri aus der Zukunft. Da sie in der Vergangenheit verloren ging, bedeutet das, dass Kagari mittlerweile 21 statt ursprünglich 10 Jahre alt ist. Doch dann taucht plötzlich eine Frau mit Amnesie in genau diesem Alter bei Ruka zu Hause auf und die Lage unserer liebsten Labormitglieder spitzt sich zu.

In seine Essenz ist „Steins;Gate 0“ weder ein Sequel, noch ein Prequel, und doch beides. Es ist eine alternative Zeitlinie, in der alle Geschehnisse aus „Steins;Gate“ bis Episode 23 passiert sind, die sich dann jedoch abzweigt. Damit kommen wir auch gleich zu meinem ersten und wahrscheinlich auch größten Kritikpunkt zu peppermint animes Veröffentlichung von „Steins;Gate 0“: Die Nicht-Inklusion von Episode 23 β. Episode 23 β ist eine alternative Version der Episode 23 aus dem originalen „Steins;Gate“-Anime. Diese Episode bietet den eigentlichen Einstieg in „Steins;Gate 0“, ohne welchen der Anime recht schwierig zu verstehen ist. Gerüchten zufolge soll diese als Extra dem vierten Volume beiliegen, was ich doch sehr hoffe. Zwar wäre es logischer, die Episode im ersten Volume zu haben, aber wichtig ist, dass sie verfügbar sein wird.

Ansonsten sprechen wir der Story von „Steins;Gate 0“ ein klares Lob aus. Das Setting ist sehr viel düsterer als das der Original-Serie, was auch die gesamte Stimmung beeinflusst. Okabe als psychisch gebrochener Mann ist definitiv eine interessante Idee, besonders mit seiner eigentlich recht selbstbewussten und verrückten Art im Hinterkopf. Auch schafft es die Serie eine ganz klare Gefahr in den Horizont zu stellen, sollte die Mission nicht erfolgreich abgeschlossen werden: Der dritte Weltkrieg, welcher nicht mehr lange aufzuhalten ist. Dabei wirkt die Serie trotzdem frisch und umgeht damit ein Problem, welches viele andere Fortsetzungen eigentlich abgeschlossener Geschichten haben. Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Bild und Animation

Wer das originale „Steins;Gate“ gesehen hat, der weiß, was er von „Steins;Gate 0“ zu erwarten hat: Konstant gute Animation mit wenigen Hochs, und quasi keinen Tiefs. Das bedeutet, dass die Animation zwar gut ist, aber nichts besonderes. Und das muss sie auch nicht sein, denn die Serie benötigt keine besonders hochqualitativen Animationen. Diese könnte an einigen Stellen vielleicht sogar hinderlich sein, da sie vom Plot ablenken könnte. Das bedeutet jedoch nicht, dass „Steins;Gate 0“ beizeiten nicht schön aussehen kann, das schafft Studio White Fox durchaus. Aber uns kam der Eindruck, White Fox hat sich mit „Steins;Gate 0“ auf etwas anderes fokussiert. Etwas, das für die Art Serie, die sie nunmal ist, viel wichtiger und passender ist: Bildkomposition, Belichtung und Farbgebung.

„Steins;Gate 0“ schafft es mithilfe dieser drei Werkzeuge besonders gut bestimmte Stimmungen zu reflektieren. Bedeutet, wenn es Okabe gerade gut geht, ist es hell, und die Farben sind kontrastreich und stark. Wenn Okabe jedoch deprimiert ist, oder etwas für ihn nicht nach Plan läuft, dann werden die Farben düster und die Schatten größer, da diese Szenen oftmals bei Sonnenuntergang spielen. Das ist sehr clever gemacht. Besonders möchten wir hier Episode 8 hervorheben, in der etwas passiert, das wir hier nicht spoilern wollen, was Okabe jedoch in einen tiefen Schock verfallen lässt. Daraufhin muss er eine schwerwiegende Entscheidung treffen. In der nächsten Szene sehen wir ihn auf seiner typischen Treppe vor der Akihabara Station bei Sonnenuntergang, in Schatten gehüllt, nachdenklich und in Schock. Das ist nicht nur sehr clever, es ist sehr beeindruckend und passt sich somit perfekt der Stimmung der Story an. An dieser Stelle ein klares Lob für die Entscheidung, die Animation qualitativ konstant mit „Steins;Gate“ zu halten.

Ton und Synchronisation

Auch hier führt sich ein klarer Trend fort: Never change a running System! Die altbewährten Sprecher aus der Synchro des originalen „Steins;Gate“ kehren hier in ihre Rollen zurück. Und das war eine sehr weise Entscheidung von peppermint, da an dieser Synchro nichts auszusetzen war. Allerdings mussten die Sprecher, insbesondere Marios Gravills als Okabe, Friedel Morgenstern als Mayuri und Charlotte Uhlig als Suzuha, ihre Rollen deutlich anpassen. Okabe ist nicht mehr so exzentrisch und stattdessen von Depressionen geplagt, Mayuri steht zwischen dem Gefühl der Glücklichkeit Okabe nahe zu stehen und dem Gefühl ihn zu verlieren und Suzuha ist aufgrund ihrer Vergangenheit viel ernster als noch in „Steins;Gate“. Besonders an diese drei Sprecher möchten wir ein großes Lob aussprechen, da sie diese Umstellung absolut gemeistert haben.

Aber natürlich sind auch einige neue Charaktere hinzugekommen. Insbesondere möchten wir hier Sarah Alles als Maho Hiyajou loben, die einen fantastischen Job macht. Auch Charlotte Uhlig muss man noch einmal hervorheben, denn sie spricht nicht nur Suzuha Amane, sondern auch ihre zukünftige Mutter, Yuki Amane. Dabei bedient man sich desselben Tricks, der schon in der japanischen Synchro benutzt wurde: Dieselbe Synchronsprecherin spricht Mutter und Tochter, um die Relation der beiden klarzustellen. Insgesamt ist die Übersetzung auch wunderbar gelungen.

Die technische Umsetzung ist bis auf eine Szene, in der Maho etwas zu früh abgeschnitten wird, absolut sauber und klar. Man kann die Stimmen wie auch den Soundtrack perfekt wahrnehmen. Man hat die Wahl zwischen Japanisch und Deutsch, beides in DTS-HD MA 2.0.

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Physische Umsetzung

Wie ihr es von uns schon kennt, hat die physische Umsetzung des Produkts keinen Einfluss auf die Gesamtwertung des Reviews. Dieser Abschnitt dient mehr dazu euch ein Bild von dem zu vermitteln, was euch als Käufer erwartet. Dabei beziehen sich alle Beschreibungen auf die Blu-Ray-Fassung der ersten beiden Volumes der Serie.

Beide Volumes kommen in einem Digipack mit eigenen Pappschubern daher. Die FSK-Logos der einigermaßen stabil wirkenden Schuber sind glücklicherweise nur aufgeklebt und lassen sich rückstandslos entfernen. Für das erste Volume hat man Okabe als Motiv gewählt und Maho als Motiv von Volume 2. Leider ist das FSK-Logo auf das Digipack selbst aufgedruckt, welches in Volume 1 Okabe und Mayuri und in Volume 2 Maho und Kurisu zeigt. Der Sammelschuber zur Serie, welcher exklusiv im Akiba Pass Shop separat und als Bundle mit Vol. 1 erhältlich ist, zeigt sehr schöne Artworks von Okabe, Mayuri, Maho und Kurisu.

Fazit

„Steins;Gate 0“ zeigt in seinen ersten beiden Volumes ein fantastisches Potenzial. Die Story knüpft wunderbar an das Original an und bietet für Fans von „Steins;Gate“ viel Neues in einer alternativen Timeline. Anders als andere Fortsetzungen fühlt sich 0 nicht wie eine aufgewärmte Version des Originals an, sondern wie eine eigene Story, was nicht selbstverständlich ist. Die deutsche Synchro ist, wie schon bei „Steins;Gate“, absolut fantastisch. Egal ob alte oder neue Charaktere, jeder gibt sein absolut Bestes. Die Übersetzung ist auch sehr gut geworden, da man sich nicht auf einer 1 zu 1 Übersetzung ausgeruht hat, sondern dem Ganzen seinen eigenen Charme verpasst hat.

Für jeden Fan von „Steins;Gate“ ist diese Veröffentlichung von peppermint ein absolutes Muss, und dank hervorragender Qualität kann man hier bedenkenlos zugreifen.

Review: Steins;Gate 0 Vol. 1+2 [Blu-ray]
9.1 / 10 Team
Handlung9.5
Charakterentwicklung9.5
Animation7.5
Synchronisation10
Unterhaltung9

Allgemeine Daten

Veröffentlichung: 14. November/05. Dezember 2019

Publisher: peppermint anime

Genre: Sci-Fi, Drama,

Laufzeit: ca. 150 Minuten pro Volume

FSK: 12

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS-HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung

Volume 1: Dezember 2010 auf der ß-Weltlinie. Okabe Rintarou hat sich letztendlich dafür entschieden, Mayuri zu retten und im Gegenzug Kurisu aufzugeben. Seither hat er sich auch von seinem lebhaften Alter Ego verabschiedet, um die Vergangenheit vergessen zu können. Seine Freunde, welche die Erinnerungen an seine Zeitreisen nicht teilen, sind jedoch sehr um ihn besorgt, da er sich kaum noch im Labor blicken lässt. Doch dann taucht in Okabes neuem Alltag unverhofft eine ehemalige Bekannte von Kurisu auf und enthüllt ihm, dass an einer Maschine gearbeitet wird, die menschliche Erinnerungen speichern und eine virtuelle Simulation der betreffenden Person erstellen kann. Ein unvorhergesehenes Wiedersehen erfüllt sich, welches erneut Leid und Tragödien in Okabes Leben trägt…

Volume 2: Als hätte Okabe nicht schon genug mitgemacht, werden er und seine Freunde schon wieder zur Zielscheibe von unbekannten, aber äußerst gewaltbereiten Fraktionen. Sind Maho, Amadeus oder etwa die kleine Kagari darin verwickelt? Auf welcher Seite stehen Moeka und „Mister Braun“ in dieser Weltlinie? Erneut setzt Okabe alles daran, seine Freunde zu beschützen, die immer noch nicht die ganze Wahrheit über ihn und seine Erlebnisse während der Zeitsprünge wissen. Als Okabes Reading Steiner sich plötzlich aktiviert, wird er erneut mit einem Trauma konfrontiert, von dem er dachte, dass er es längst hinter sich gelassen hätte…


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