Review: Parasyte – the maxim – Vol. 2 bis 4 [Blu-Ray]

©Hitoshi Iwaaki / KODANSHA Ltd. ©VAP/NTV/4cast

Bereits Ende November 2018 veröffentlichte KAZÉ das finale vierte Volume der Serie „Parasyte – the maxim –“ im Handel. Nachdem wir euch das erste Volume bereits in einer Rezension vorgestellt haben, möchten wir natürlich auch auf den Rest der Serie eingehen. Da die Veröffentlichung bereits komplett abgeschlossen ist, nutzen wir das für eine Triple-Review, in der wir die Volumes 2 bis 4 zusammen beleuchten. Wie uns der Verlauf von „Parasyte – the maxim –“ sowie das Finale gefallen haben, das verraten wir euch nachfolgend!

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Ein gleichgesinnter Freund

Völlig unerwartet trifft Shinichi auf Mamoru, einen weiteren Mensch, der zwar von einem Parasiten befallen wurde, dessen Gehirn jedoch noch vollkommen intakt ist. Etwa zur gleichen Zeit lernen wir, dass sich durch die Reparatur von Shinichis Herz überall in dessen Körper kleine Teile von Migi befinden, die ihm körperlich übermenschliche Fähigkeiten verleihen, was ihn beispielsweise zu Sprüngen in extreme Höhen befähigt. Gemeinsam mit Mamoru bekommt es Shinichi endlich mit dem Parasiten zu tun, der seine Mutter getötet und deren Körper übernommen hat. Mit seinem neu gewonnenen Freund gelingt ihm dabei der Sieg und die Rache für seine Mutter.

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Doch schon kurz darauf taucht ein neuer Parasit namens Hideo an Shinichis Schule auf, der anscheinend mit Ryoko Tamiya in Verbindung steht und konfrontiert Shinichi. Dieser entfernt sich zur gleichen Zeit ungewollt emotional immer weiter von Satomi. Als kurz darauf eine Klassenkameradin von Shinichi Hideos wahrer Identität auf die Spur kommt, rastet dieser aus und veranstaltet in der Schule ein echtes Massaker, aus dem Shinichi Satomi nur mit Mühe und Not retten kann, bevor er sich um Hideo kümmert.

Die Lage spitzt sich zu

Nach diesen grausamen Vorfällen scheint zunächst der Alltag zurückzukehren, was Shinichi und Satomi nutzen, um gemeinsam auf ein Date zu gehen, das mit einem Kuss der beiden endet. Das bekommt auch Kana mit, die heimlich ein Auge auf Shinichi geworfen hat. Während einer Schlafphase von Migi vertraut Shinichi Kana sein Geheimnis an, doch diese denkt, dass er nur nach einer Ausrede sucht, sich nicht mehr mit ihr treffen zu müssen. Kana, die die seltene Gabe besitzt, die Parasiten wahrzunehmen, fällt kurz darauf vor Shinichis Augen einem Artgenossen von Migi zum Opfer. Derweil organisieren sich einige Parasiten und schaffen es, das Amt des Bürgermeisters an sich zu reißen.

Kurz darauf hat Frau Tamiya, die mittlerweile unter dem neuen Namen Reiko Tamura bekannt ist, ihr Kind zur Welt gebracht und studiert die Menschen weiterhin ganz genau. Dabei sucht sie auch das Gespräch mit Shinichi, der für sie das faszinierende Bindeglied zwischen Mensch und Parasit darstellt, ihr jedoch mit einer sehr ablehnenden Haltung begegnet. Gleichzeitig lässt sie den Schüler durch einen Privatdetektiv beschatten, der jedoch auffliegt und seinerseits mit Shinichi auf einen weiteren Parasiten trifft, den die beiden aber beseitigen können. Das Problem: Der getötete Parasit gehörte zur organisierten Gruppe des Bürgermeisters, die daraufhin einen ihrer Artgenossen auf Shinichi ansetzt, der gleich mehrere Parasiten in einem Wirtskörper beherbergt und das Produkt von Reiko Tamuras Forschung ist.

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Ein Parasit mit menschlichen Zügen

Als der feindlich gesinnte Parasit auf Shinichi trifft, wird klar, dass dieser sogar fünf Parasiten in einem Körper beherbergt, die durch den Kopf gelenkt werden. Konfrontiert mit diesem schier übermächtigen Gegner gelingt Shinichi und Migi gerade so die Flucht. Derweil beschließt die Gruppierung rund um den Bürgermeister nicht nur den Privatdetektiv und seine Familie, sondern auch Reiko Tamura aus dem Weg zu räumen, deren Ansichten ihrer Meinung nach zu gefährlich sind.

Dabei wird jedoch deutlich, wie geschickt Reiko Tamura tatsächlich ist, denn ihr gelingt es, drei ihrer Artgenossen zur Strecke zu bringen. In dieser Zeit entführt der Detektiv, der im Gegensatz zu seiner Familie entkommen konnte, Reiko Tamuras Baby. In einem Park treffen beide aufeinander und der Privatdetektiv wird von der Parasitin getötet. Auch Shinichi befindet sich in diesem Park und trifft auf Reiko Tamura, die kurz darauf von der Polizei umringt wird. In einem letzten Gespräch der beiden lässt Reiko Tamura tatsächlich unerwartet menschliche Züge durchblicken, die dazu führen, dass man als Zuschauer sogar so etwas wie Mitleid mit ihr empfindet, als sie von der Polizei erschossen wird. Ähnlich geht es auch Shinichi, der vorher durch den parasitären Einfluss emotional immer kälter geworden war und dem dieses Erlebnis seine Menschlichkeit sowie seine Tränen ein Stück weit zurückgibt.

Massaker im Rathaus

Die Polizei bereitet kurz darauf eine groß angelegte Operation gegen die Parasiten vor, bei der die Gruppe im Rathaus das Ziel ist. Dieser wollen sie mit einer Spezialeinheit und Körperscannern zu Leibe rücken, die die Identität der Parasiten verraten können. Bei der Operation kommt es jedoch zu Problemen, die zu vielen Zivilopfern führen, was einige Mitglieder der Polizei jedoch einfach in Kauf nehmen. Hier verschwimmt die Grenze zwischen Mensch und Monster.

Gegen Ende der Operation wird klar: Der Bürgermeister war die ganze Zeit ein Mensch, der jedoch mit den Parasiten zusammengearbeitet hat, um seine Vorstellung vom Kampf gegen die Überbevölkerung der Erde umzusetzen. Nach dem Tod des Bürgermeisters bekommen es die Polizisten allerdings mit Goto zu tun, dem stärksten aller Parasiten, der aus fünf parasitären Wesen besteht. Nachdem dieser fast die gesamte Einheit ausgelöscht hat, macht er sich auf die Suche nach Shinichi, auf den er es als nächstes abgesehen hat. Nachdem Shinichi Satomi wieder näher gekommen ist – sowohl emotional als auch körperlich – lässt sich ein Zusammentreffen mit Goto nicht mehr vermeiden. Ob er sich dabei behaupten kann und was aus den restlichen Parasiten wird, das müsst ihr im finalen Volume der Serie jedoch selbst herausfinden 😉

Gesellschaftskritik – unterhaltsam verpackt

Oft wird sie in allen Arten der Kunst in Werke hineininterpretiert, bei denen es eher zweifelhaft ist, was der Künstler tatsächlich ausdrücken wollte, in „Parasyte – the maxim –“ ist sie jedoch sehr deutlich immer wieder gegenwärtig: Gesellschaftskritik. Das beginnt beispielsweise mit der oft fast schon philosophischen Betrachtungsweise der Parasiten, die von den Menschen als Monster abgestempelt werden, da sie diese zur Nahrungsaufnahme töten. Nüchtern betrachtet könnte man aber auch einfach davon ausgehen, dass eine Spezies erschienen ist, die in der Nahrungskette über den Menschen steht – die Bezeichnung Monster entspringt dabei im Grunde der Konvention der menschlichen Betrachtungsweise.

Auch wird in den finalen Episoden der Serie immer wieder das Thema Überbevölkerung aufgegriffen, die unter anderem den Planeten belastet und auch zur Zerstörung der Natur durch unkontrollierbare Mengen an Müll führt. Gerade bei den Aussagen des Bürgermeisters in „Parasyte – the maxim –“, der die Parasiten als Möglichkeit betrachtet, dem Problem der Überbevölkerung Herr zu werden, schießen einem unweigerlich Textstellen aus Dan Browns Roman „Inferno“ durch den Kopf, der sich ebenfalls mit dieser Thematik befasst. Alle diese teils doch sehr tiefgreifenden Themen sind in „Parasyte – the maxim –“ konstant unterhaltsam verpackt, regen aber zweifelsohne zum Nachdenken an, vor allem was die Sichtweise der Menschen auf die Parasiten und umgekehrt angeht!

Bild und Animationen

Wie nicht anders zu erwarten, kommt das Bild im gesamten Verlauf der Serie stets im Standard-Format von 16:9 und einer Auflösung von 1080p daher. Man bleibt zudem der in den ersten Episoden eingeschlagenen Linie treu und bedient sich für die Umgebung, aber vor allem auch für die Charaktere und bei deren Haare, eher realitätsnahen Farbtönen, die gut in das Seriensetting passen. Schließlich möchte der Anime – abgesehen von der Parasiteninvasion – eine sehr reale Welt darstellen, was durch diese Farbgebung geschickt unterstützt wird.

Die Animationen sind dabei durch die Bank weg gut gelungen, sind von einem Meisterwerk jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Das gilt im Grunde für alle Arten von Szenen, egal ob es eine Alltagssituation oder eine actiongeladene Kampfsequenz betrifft. Auch wenn die Serie noch ein wenig mehr Gebrauch von Licht und Schatten hätte machen können – was sich ja gerade im Hinblick auf den „Horror-Aspekt“ angeboten hätte – so kann der Anime immer wieder mit seinen Details punkten. Alles in allem ist die Bildqualität gut und mehr als ausreichend, um die Geschichte von „Parasyte – the maxim –“ bildlich zu untermalen.

©Hitoshi Iwaaki / KODANSHA Ltd. ©VAP/NTV/4cast
Ton und Synchronisation

Wie es bereits beim ersten Volume der Fall war, wird der Ton der Serie auch im restlichen Verlauf des Anime im DTS HD MA Format geliefert. Dieses ist qualitativ sehr gut und mehr als ausreichend, um alle Emotionen zu transportieren und auch die actionreicheren Szenen umfassend zu unterstützen. Die Stereotonspuren – und der damit einhergehende fehlende Surroundsound – sowohl im japanischen Original, als auch bei der deutschen Vertonung, schmälern den Enthusiasmus dabei nur leicht. Gesamthaft ist der Ton also qualitativ hochwertig. Gleichzeitig kann die Serie weiterhin mit ihrem tollen Opening-Song punkten.

Die deutsche Synchronisation, die bereits in unserer Rezension des ersten Volumes lobend Erwähnung fand, bleibt ihrem Niveau im weiteren Verlauf des Anime treu und liefert eine konstant überzeugende Qualität ab. Das gilt nicht nur für die Einzelleistungen der beteiligten Sprecher, die zweifelsohne einen sehr guten Job machen, sondern auch für das Dialogbuch und die Dialogregie, die sicherlich einen großen Anteil an der gelungenen Vertonung haben. Hier gibt es kaum etwas zu beanstanden.

Physische Umsetzung

Wie gehabt: Die physische Umsetzung ist kein wertungsrelevanter Punkt unserer Rezension. Eine Beschreibung selbiger dient lediglich dazu, euch als potenziellen Käufern einen Überblick über das Produkt zu geben. Dabei beziehen sich die nachfolgenden Informationen und Bilder auf die Blu-Ray-Versionen der Volumes 2 bis 4 von „Parasyte – the maxim“.

Wie bereits das erste Volume der Serie kommen auch alle weiteren Volumes im Digipack mit eigenem Pappschuber daher. Diese Schuber sind zwar stets recht instabil, bei ausreichend vorsichtiger Behandlung stellt das aber kein Problem dar, zumal am Ende alle vier Volumes im Sammelschuber Platz finden, der Volume 1 beilag. Auf aufgedruckte FSK-Kennzeichen konnte man bei den Pappschubern verzichten, diese finden sich allerdings auf den Digipacks selbst wieder.

In den Volumes 2 bis 4 erwarten euch als physische Extras eine Leseprobe zum Manga „Fire Punch“ von Tatsuki Fujimoto, der hierzulande ebenfalls bei KAZÉ erscheint, sechs temporäre Tattoos, sowie einige Sticker. Als digitales Extra ist das Clean Ending mit an Bord.

Fazit

„Parasyte – the maxim“ gelingt es den guten Start in den Volumes 2 bis 4 auf gleichem Niveau fortzuführen. Dabei begeistert die Serie mit tiefgreifenden und teils schon philosophischen Themen, die in der Story rund um die parasitären Invasoren unterhaltsam verpackt sind. Dabei legt der Anime zu jeder Zeit ein angenehmes Handlungstempo vor, das keinen Zuschauer zurücklässt und genug Spielraum lässt, alle Charaktere und Situationen hinreichend mit Leben zu füllen. Die Umsetzung in den schicken Digipacks mit Schuber sowie die gute Bild- und Tonqualität der Serie, die diese konstant halten kann, tragen gemeinsam mit der gelungenen deutschen Vertonung ebenfalls zum positiven Gesamtbild bei.

Fans von Horror und SciFi werden mit der Serie auf jeden Fall ihre Freude haben und sollten bei der Kaufentscheidung gar nicht lange überlegen. Aber auch alle, die mit diesen Genres normalerweise weniger in Kontakt kommen, können „Parasyte – the maxim“ ruhig eine verdiente Chance geben. Den ein oder anderen Zweifler wird der Anime mit Sicherheit von sich überzeugen können!

Review: Parasyte – the maxim – Vol. 2 bis 4 [Blu-Ray]
8.1 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung8
Animation7.5
Synchronisation8
Unterhaltung8.5
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 27. Juli, 28. September & 30. November 2018

Publisher: KAZÉ

Genre: Action, SciFi, Horror

Laufzeit: ca. 450 Minuten (150 Minuten pro Volume)

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

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Handlung:

Volume 2:

Ein Parasit hat Shinichis Mutter umgebracht und sich ihres Körpers bemächtigt. Nun ist der außerirdische Eindringling auf dem Weg zum Vater, um auch ihn zu töten. Shinichi, der dank Migis schneller ärztlicher Versorgung den Angriff des nach Blut lechzenden Monsters überlebt hat, macht sich sofort auf den Weg, um seinen Vater zu retten. Kaum bei ihm angekommen, nimmt Migi die Anwesenheit eines Artgenossen wahr. Doch anstatt auf den gesuchten Mörder, treffen sie auf einen verängstigten Mann namens Mamoru Uda. In seinem Kiefer hat sich ebenfalls ein parasitärer Alien eingenistet. Sie freunden sich an und gemeinsam beschließen sie, den Feind aufzuhalten. Doch wird Shinichi wirklich seine eigene Mutter töten können?

Volume 3:

Shinichis frühere Lehrerin, die sich nun Reiko Tamura nennt, hat mit Parasit A ein Kind gezeugt, das sie von einer Menschenfrau aufziehen lässt. Währenddessen setzt sie ihre Nachforschungen mithilfe des Privatdetektivs Kuramori fort, der Shinichi beschatten soll. Sie erhofft sich davon Erkenntnisse, wie sehr Parasit und Mensch miteinander eins werden können und welche Auswirkungen das jeweils auf den anderen hat. Allerdings kommen Shinichi und Migi der Spürnase schnell auf die Schliche. Sie offenbaren ihm die wahre Gestalt hinter seiner Auftraggeberin und schon bald muss Kuramori feststellen, dass er für seine Neugier einen hohen Preis bezahlt – seine Frau und Tochter werden von Parasiten grausam niedergemetzelt. Wütend und verzweifelt sinnt er auf Rache an seiner Klientin …

Volume 4:

Reiko Tamura wurde von der Polizei erschossen. Shinichi, der alles mit ansehen musste, wird daraufhin erneut von Oberinspektor Hirama zum Verhör bestellt, da dieser noch immer einen Zusammenhang zwischen ihm und den Parasiten sieht. Um der Wahrheit endlich auf die Schliche zu kommen, greift der Beamte zu einer List: Uragami, der behauptet, fremde Wesen von Menschen unterscheiden zu können, soll feststellen, ob auch Shinichi eine dieser grausamen Kreaturen ist. Zudem beschließt Hirama, beide für seinen Einsatz im Rathaus, in dem sich zahlreiche Parasiten um den Bürgermeister versammelt haben, zu benutzen. Doch kaum vor Ort läuft alles völlig aus dem Ruder. Es kommt zu einem schrecklichen Blutbad, bei dem zahllose Köpfe rollen …


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