Review: Parasyte – the maxim – Vol. 1 [Blu-Ray]

©Hitoshi Iwaaki / KODANSHA Ltd. ©VAP/NTV/4cast

Am 1. Juni 2018 startete KAZÉ mit der Veröffentlichung der Serie „Parasyte – the maxim“. Wir haben uns für euch zunächst einmal das erste Volume des Animes vorgenommen und verraten euch in unserer Review, wie es uns gefallen hat.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Der Horror lauert in der rechten Hand

Zu Beginn der Serie „Parasyte – the maxim“ bekommt der Zuschauer den Protagonisten Shinichi vorgestellt, der sich aktuell im Oberschulalter befindet. Eines Nachts wird Shinichi von einem seltsamen insektenähnlichen Wesen (oder wie er es nennt: einer Schlange) angegriffen, das zunächst erfolglos versucht in seinen Kopf einzudringen und sich daher in seine Hand bohrt. Durch schnelles Schalten und das kurzzeitige Abbinden seines Arms verhindert Shinichi das weitere Vordringen des Wesens, das sich stattdessen in seiner Hand einnistet.

Hält der Junge das Erlebte anfangs noch für einen bösen Traum, so wird schnell klar, dass es die pure Realität war und Shinichi fortan im Einklang mit einem parasitären Wesen leben muss, das seine rechte Hand verschlungen hat und nun deren Stelle einnimmt. Der Parasit ist lernfähig und befähigt sich durch das Lesen von Büchern der menschlichen Sprache. Wie sich herausstellt sind noch viele weitere Artgenossen dieses mysteriösen Wesens auf der Erde aufgetaucht und haben andere Menschen und Lebewesen unter ihre Kontrolle gebracht. Das wird durch eine Serie von Todesfällen klar, die die Medien als die sogenannten Hackfleischmorde titulieren. Dabei handelt es sich um kannibalistische Angriffe der durch Parasiten kontrollierten Menschen auf normale Menschen, um sich mit Nährstoffen zu versorgen.

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Der erste Kampf

Der Parasit in Shinichis rechter Hand besitzt neben seiner Wandlungs- und Lernfähigkeit noch eine weitere nützliche Fähigkeit: Er kann seine Artgenossen in einem bestimmten Umkreis wahrnehmen! So dauert es nicht lange, bis Shinichi auf das erste andere parasitenbefallene Lebewesen trifft. Dabei handelt es sich jedoch durch Zufall um einen Hund, der den Oberschüler angreift, jedoch durch seinen eigenen Parasiten unschädlich gemacht wird.

Der Parasit in Shinichis Hand hört fortan auf den Namen Migi (japanisches Wort für rechts), was die Konversationen der beiden erleichtert. Im weiteren Verlauf der Serie bekommt der Zuschauer Shinichis Mitschülerin Satomi vorgestellt, die ohne Zweifel Gefühle für unseren Protagonisten hegt, was zudem auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. Doch auch Shinichis Mitschüler Kazuki steht auf Satomi, was immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden jungen Männern führt. Als Shinichi schließlich auf den ersten Artgenossen von Migi trifft, der einen Menschen übernommen hat, kommt es erneut zum Kampf. Diesen kann Migi jedoch wieder für sich entscheiden, indem er den Wirtkörper seines Artgenossen tötet, was unweigerlich auch dessen Tod zur Folge hat. Dabei wird sehr deutlich, was sich bereits zuvor angedeutet hat: Der Parasit kennt keinerlei Empathie und handelt stets rational, nur seinen eigenen Fortbestand im Sinn.

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Ein Parasit kommt selten allein

Natürlich soll das nicht die einzige Begegnung mit einem Parasiten in einem menschlichen Wirt geblieben sein, denn kurz darauf wird den Schülern eine neue Mathematiklehrerin vorgestellt. Diese heißt Ryouko Tamiya und gehört ebenfalls zu den Parasiten. Wie auch Migi verspürt sie einen Drang, mehr über sich selbst aber auch über die Menschen und die Welt in der sie Leben herauszufinden. So kommt es, dass sie mit einem anderen Parasitenwirt geschlafen hat, der sich nur Herr A nennt, und nun schwanger ist. Das Kind, das in ihr heranwächst, ist dabei jedoch rein menschlich!

Auch wenn Ryouko sich nicht an Menschen in ihrem direkten Umfeld vergreift, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, so gilt das nicht für Herr A, der Shinichi und Migi als große Gefahr betrachtet und am helllichten Tag die Schule attackiert. Um seine Mitschüler zu retten setzt sich Shinichi von ihnen ab und verschanzt sich im Schulgebäude. Dabei entwickelt er mit Migi einen Plan, der auf der Zusammenarbeit der beiden basiert und dazu führt, dass es ihnen gelingt gegen Herr A zu gewinnen.

Die Eltern im Visir

Shinichi ist anschließend sehr damit beschäftigt, Migis Existenz zu verheimlichen, da sowohl Satomi als auch seine Mutter immer wieder zu spüren scheinen, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Doch auch vor einer weiteren Schülerin muss er sich in Acht nehmen: Kana. Dabei handelt es sich um ein Mädchen, das mit einer Bande von schlägern herumhängt, die Kazuki, Satomi und Shinichi Probleme bereiten und die offensichtlich noch ein sehr viel feineres Gespür für Shinichis Nichtmenschlichkeit besitzt.

Gleichzeitig befinden sich Shinichis Eltern im Urlaub und werden dort von einem Parasiten attackiert, der einen neuen Wirtskörper sucht. Dabei wird Shinichis Mutter von diesem Parasiten übernommen und taucht vor ihrem Sohn zu Hause auf, um nachzuschauen, ob es Shinichis Vater, der offenbar nur schwer verletzt wurde, bis dorthin geschafft hat. Dabei kommt es zur Konfrontation, bei der Shinichi lebensgefährlich verletzt wird. Migi gelingt es gerade so seinen Wirtskörper zu heilen, was mehrere Tage Zeit dauert und eine Rekonstruktion des Herzens in Anspruch nimmt. Dadurch verändern sich sowohl Shinichi als auch der Parasit. Migi schläft fortan für vier Stunden täglich tief und fest und wacht in dieser Zeit auch bei Gefahr nicht auf, was Shinichi sehr angreifbar macht. Der Oberschüler scheint sich indes körperlich verändert zu haben. So kann er nun beispielsweise ohne seine Brille scharf sehen.

Kurz nach seiner Genesung wird Shinichi mitgeteilt, dass sich sein Vater in einem Krankenhaus befindet und er macht sich sogleich auf den Weg dorthin. Dabei hat er zum einen im Sinn seinen Vater zu schützen, der den Angriff des Parasiten auf seine Frau miterlebt hat und somit zur Zielscheibe des Parasiten werden könnte. Zum anderen schwört sich Shinichi aber auch Rache an dem Parasiten zu üben, der seine Mutter auf dem Gewissen hat. Ob ihm diese Vorhaben gelingen werden?

Wo geht die Reise hin?

In den ersten sechs Episoden legt „Parasyte – the maxim“ gleich ein recht hohes Handlungstempo vor, das aber angenehm erscheint. Dabei erfahren wir nicht nur immer mehr über die Parasiten, sondern werden auch mit jeder Menge Kampfhandlungen bei der Stange gehalten. Durch das handlunsmäßige Einbeziehen von Shinichis Eltern und von Satomi wandert der Anime auch immer wieder auf eine emotionale Ebene, die für den nötigen Horror-Faktor unerlässlich ist.

Bei all diesen positiven Aspekten bleibt eins jedoch ein wenig auf der Strecke: Es ist nicht wirklich klar, wo die Reise für den Anime hingeht. So kann man als Zuschauer schlecht einschätzen, was das Handlungsziel der Serie sein wird. Auch wenn die Story rund um Shinichis Mutter sicherlich potenziell noch Stoff für ein paar Episoden hergeben würde, so muss man sich doch fragen: Was kommt eigentlich danach? Immerhin besitzt die Serie insgesamt 24 Episoden. Man darf also gespannt sein, in welche Richtung sich die Story in den weiteren Episoden entwickelt und ob im zweiten Volume klar wird, wo die Reise hingehen soll…

Bild und Animationen

Das Bild der Serie kommt erwartungsgemäß im Standard-Format von 16:9 und einer Auflösung von 1080p daher. Sowohl bei der Darstellung der Charaktere, als auch der Hintergründe, bedient man sich bei „Parasyte – the maxim“ eher gedeckter und realistisch anmutender Farbtöne. Das fällt beispielsweise bei den Haarfarben der einzelnen Charaktere auf, von denen keine zu sehr aus dem Rahmen fällt, wie es bei vielen anderen Animeserien oft der Fall ist. Durch diese realitätsnahe Farbgebung wird der Horror-Effekt der Serie unterstützt, die sich durch den SciFi-Aspekt ihrer Handlung ja naturgemäß von eben jener Realität entfernt.

Die Animationen – ob in Alltagssituationen oder auch bei Kampfhandlungen – sind stets durchschnittlich bis gut gelungen. Auch wenn die Serie hier in ihren ersten Episoden nie besonders aus der breiten Masse an Animes heraussticht, so genügt die Animationsqualität doch sicher den meisten Ansprüchen und reicht aus, um das Feeling der Serie herüberzubringen.

©Hitoshi Iwaaki / KODANSHA Ltd. ©VAP/NTV/4cast
Ton und Synchronisation

Wie von den meisten neueren Animeserien gewohnt, kommt auch der Ton von „Parasyte – the maxim“ im DTS HD MA Format daher, das zweifelsohne qualitativ hochwertig ist. Dadurch kommt auch die gelungene musikalische Untermalung der Serie gut zur Geltung. Wie so oft liegt der Ton jedoch sowohl im Falle des japanischen Originals, als auch bei der deutschen Lokalisierung als Stereotonspur vor. Heimkinoenthusiasten ziehen hier also den Kürzeren, werden jedoch durch die qualitative Hochwertigkeit des Tons entschädigt. Bemerkenswert ist ansonsten noch der hervorragend passende Opening-Song „Let Me Hear“, den die Band Fear, and Loathing in Las Vegas, und der durch seinen schnellen Beat und den rockigen Touch sehr gut in das Gesamtbild der Serienhandlung passt.

Bei der deutschen Synchronisation lässt sich festhalten, dass hier von den ausführenden Oxygen Sound Studios in Berlin insgesamt sehr gute Arbeit geleistet wurde. Das gilt einerseits für die Leistung der beteiligten Sprecher, aber auch für das Dialogbuch, das sehr gefällig daherkommt. Dialogregisseur war diesmal René Dawn-Claude, mit dem KAZÉ beispielsweise bereits bei der Vertonung von Fairy Tail zusammenarbeitete. Bei den Sprechern passt vor allem Julian Tennstedt als Protagonist Shinichi Izumi sehr gut ins Bild. Es gelingt ihm im Verlauf der ersten Episoden sehr gut, die etwas unsichere Art von Shinichi, aber auch seine unterschiedlichen Emotionen, sehr gut herüberzubringen. Auch die weiteren beteiligten Sprecher machen bis dato einen sehr guten Job.

Physische Umsetzung

Aus unseren weiteren Reviews wisst ihr bereits, dass die physische Aufmachung des Produkts nicht zur Gesamtwertung unserer Rezension zählt. Wann immer möglich liefern wir euch dennoch eine Beschreibung und Fotos des Produkts um euch als potenziellen Käufern einen Einblick in das zu geben, was euch bei einem Erwerb erwartet. Diesmal beziehen sich alle nachfolgenden Informationen und Fotos auf die limitierte Blu-Ray-Version des ersten Volumes von „Parasyte – the maxim“.

Dem ersten Volume von „Parasyte – the maxim“, das selbst in einem Digipack im eigenen Pappschuber daherkommt, wie man es beispielsweise bereits von der Veröffentlichung der Serie „Food Wars!“ kennt, liegt ein Sammelschuber bei, der am Ende Platz für alle vier Volumes der Serie bieten wird. Der Schuber besteht aus festem Karton, lässt sich zwar recht leicht seitlich eindrücken, erscheint aber dennoch hinreichend stabil! Schön ist, dass man sowohl auf dem Sammelschuber, als auch auf dem Pappschuber des ersten Volumes selbst auf eine FSK-Kennzeichnung verzichten konnte. Diese findet sich in aufgedruckter Form nur auf dem Digipack wieder.

Im Pappplatzhalter, der sich ebenfalls im Sammelschuber befindet, findet ihr als weiteres Extra ein Brillenputztuch im Stil der Serie vor. Öffnet man das Digipack, so kommt dort ein Werbeflyer zum Vorschein, auf dem man die Live-Action Verfilmungen von „Parasyte“ anpreist. Gleichzeitig findet sich dort ein kleines Heft, das euch einen kleinen Überblick über das aktuelle Programm von KAZÉ vermittelt. Auf der Disc selbst befinden sich neben den ersten sechs Episoden der Serie auch das Clean-Opening sowie ein Trailer zu „Brynhildr in the Darkness“ als digitale Extras.

Fazit

Der Start der Serie „Parasyte – the maxim“ bringt uns zunächst einmal die von mysteriösen parasitären Lebewesen attackierte Welt und unseren Protagonisten Shinichi näher, bevor der Anime schnell tiefer in die eigentliche Handlung eintaucht. Dabei verliert man keine Zeit, so dass wir als Zuschauer in gleicher Weise mehr über die Parasiten lernen, wie es auch Shinichi tut. So entwickeln sich eine angenehme Dynamik und ein gelungenes Handlungstempo. Dabei weiß die Serie den Zuschauer mit Kampfhandlungen, neuen Informationen über die Parasiten und emotionaleren Situationen zu unterhalten, in die Shinichis direktes Umfeld involviert ist.

Gepaart mit einer gelungenen deutschen Synchronisation, sehr guter Tonqualität und durchschnittlichen bis guten Animationen bietet die Serie allen Fans von SciFi und Horror sicherlich gute Unterhaltung. Als Zuschauer macht das Lust auf mehr und man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte in den kommenden Episoden entwickelt!

Review: Parasyte – the maxim – Vol. 1 [Blu-Ray]
7.9 Team
Handlung8
Charakterentwicklung7.5
Animation7.5
Synchronisation8
Unterhaltung8.5
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 1. Juni 2018

Publisher: KAZÉ

Genre: Action, SciFi, Horror

Laufzeit: ca. 150 Minuten

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 2.0 Deutsch und Japanisch

Untertitel: Deutsch

 

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Handlung:

Parasitäre Aliens infiltrieren die Menschheit. Sie graben sich tief in das Gehirn und erlangen so die Kontrolle über ihren Wirt. Zudem können sie unterschiedliche Formen annehmen, um sich von ihrer nichtsahnenden Beute zu ernähren. Auch der 17-jährige Shinichi Izumi wird eines Abends zum Opfer eines dieser unersättlichen Wesen. Er kann den Übergriff auf sein Gehirn gerade noch abwehren, aber der Parasit, den er Migi nennt, nistet sich in seiner rechten Hand ein. Für Shinichi der Beginn eines Alptraums. Doch um zu überleben, müssen sich beide miteinander arrangieren, denn immer mehr Menschen werden von den blutrünstigen Lebewesen befallen. Niemand weiß, wer bereits ein willenloser Handlanger des Grauens geworden ist, außer Migi …


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