Review: Never Ending Man: Hayao Miyazaki [Blu-Ray]

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© NHK

Hayao Miyazaki, Gründungsmitglied des legendären Studio Ghibli und Erschaffer von vielen wundervollen Animationsmeisterwerken wie „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder „Das wandelnde Schloss“. Die Dokumentation „Never Ending Man: Hayao Miyazaki – Das unendliche Genie hinter Studio Ghibli“ beschäftigt sich mit ihm als Person nach seinem Eintritt in den Ruhestand und seinen neuen Projekten. Wie uns der Einblick in das Leben dieses interessanten Mannes gefallen hat, das erfahrt ihr in unserer Review.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Genie und Arbeitstier

Hayao Miyazaki hat viel geleistet, das ist jedem Fan von Studio Ghibli klar. Im Jahr 2016 besuchte ihn dann ein Kamerateam zuhause und auch auf Arbeit, obwohl er offiziell schon im Ruhestand war. Doch wer glaubt, dass er seinen Lebensabend zuhause gemütlich auf dem Sofa verbringen wird, der hat weit gefehlt. Neue Projekte stehen an, doch bevor man davon erfährt, sieht man Szenen von der Pressekonferenz, in der er seinen Rücktritt erklärt und auch Szenen von seiner aktiven Zeit, in der deutlich wird, dass er von seinen Mitarbeitern viel erwartet und als Chef genauso streng zu ihnen ist, wie zu sich selbst.

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Faszination CGI

Hayao Miyazaki ist noch lange nicht müde, doch er ist sich seines Alters bewusst und zögert anfangs, sich einem neuen Film zu widmen, da er befürchtet, diesen eventuell nicht mehr beenden zu können. Deswegen möchte er sich zunächst Kurzfilmen widmen und hat auch schon eine Idee dazu: Boro, die Raupe. Zum ersten Mal möchte er für dieses Projekt auf CGI als Technik zurückgreifen, da er glaubt, damit Dinge realisieren zu können, die in seinem Kopf sind, aber die er nicht manuell auf Papier bringen kann. Doch diese Technik hat ihre Tücken und die CGI-Experten können nicht immer auf Anhieb die Wünsche von Miyazaki so umsetzen, wie er es sich vorstellt. Das lässt ihn am Projekt zweifeln und er überlegt, ob er es durchziehen soll oder ob er besser aufgibt.

Die Zeit rennt

Die gesamte Dokumentation hat eine leicht deprimierende Grundstimmung, da Miyazaki oft davon redet, wie wenig Zeit ihm womöglich noch bleibt und wie viele seiner ehemaligen Arbeitskollegen schon gestorben sind. Dieses Grundthema zieht sich durch den kompletten Dokumentarfilm und bestimmt die unterschwellige Stimmung, die der Film hinterlässt. Weiterhin hat der Film viele sehr ähnliche Szenen, die sich wiederholen. Miyazaki raucht sehr viel, trinkt oft zuhause seinen Kaffee oder Tee und kocht sich Ramen. Dabei redet er über seine Filme, über das Sterben und Altsein sowie seine Sorgen mit der CGI-Technik. Interessante Einblicke, jedoch etwas repetitiv.

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Bild und Animationen

Die Dokumentation ist im 16:9 Standardformat gehalten und hat eine Auflösung von 1080p. Die Kameraführung wirkt in vielen Szenen sehr laienhaft und verwackelt und man merkt, dass es bei der Dokumentation hauptsächlich um den Inhalt und Hayao Miyazakis Arbeitsweise geht und das Hauptaugenmerk nicht auf das Bild gelegt wurde, wie es beispielsweise bei Tierdokumentationen der Fall ist. Ein komplett wackelfreies und immer scharfes Bild wäre sicherlich nicht nötig gewesen, aber etwas bessere Aufnahmetechniken hätten der Qualität gut getan. Zwischendurch werden gelegentlich kurze Szenen bekannter Animes von ihm eingespielt, die Ghibli-typisch von herausragender Qualität sind.

Ton und Synchronisation

Der Ton von „Never Ending Man: Hayao Miyazaki“ kommt im qualitativ hochwertigen DTS HD Format daher. Dabei hat man die Möglichkeit, es im japanischen Original mit Untertiteln zu hören oder die Stimmen von Hayao Miyazaki von einer deutschen Stimme übersetzt und nachgesprochen zu bekommen. Das ist ganz ordentlich gelungen, wirkt teilweise aber ein bisschen monoton und etwas Luft nach oben wäre sicherlich noch gewesen.

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Physische Umsetzung

Da uns im Falle von „Never Ending Man: Hayao Miyazaki“ statt der normalen Kaufversion eine Pressedisc vorlag, entfallen die Beschreibung der physischen Umsetzung des Produkts sowie entsprechende Detailbilder gänzlich. Als digitale Extras sind weitere Trailer zu Titeln von KSM Anime und eine Bildergalerie enthalten.

Fazit

„Never Ending Man: Hayao Miyazaki“ gewährt interessante Einblicke in das Privatleben und das Arbeitsleben von Hayao Miyazaki. Man erfährt mehr über seine Gedankenwelt, seinen Umgang mit dem Alter, seine Härte und Disziplin auf der Arbeit. Aber auch seine Laster, wie das Rauchen und seine Sorgen für zukünftige Projektideen und neue Techniken werden thematisiert. Gesamthaft zeigt der Dokumentarfilm interessante Aspekte aus dem Leben eines großen Mannes, kann in der Kameraführung allerdings nicht komplett überzeugen, hat viele repetitive Momente und bleibt schlussendlich an einigen Stellen noch zu sehr an der Oberfläche. Trotz der Schwächen kann es für Ghibli-Fans aber nicht schaden, sich dieses Werk einmal anzuschauen.

Allgemeine Daten
© NHK

Publisher: KSM Anime

Genre: Dokumentation

Laufzeit: ca. 70 min

FSK: 6

Bild: 1080p

Ton/Sprache: DTS HD MA 5.1 Deutsch und DTS HD MA 2.0 Japanisch

 

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Handlung

Hayao Miyazaki – ein Name der untrennbar mit dem weltweit bekannten Animationsstudio Ghibli verknüpft ist. Gemeinsam mit Isao Takahata gründete er das berühmte Studio. Dass ihre Werke einmal national und international bekannt werden und besonders im Ausland weithin als Inbegriff von Anime gehandelt werden sollten, konnte damals niemand ahnen. Doch mit Filmen wie Mein Nachbar Totoro oder Chihiros Reise ins Zauberland hat sich Hayao Miyazaki und mit ihm Studio Ghibli unvergessen in die Herzen der Fans gebrannt. Doch Miyazaki gilt auch, wie die meisten Genies, als schwieriger Charakter, der nicht nur sich selbst immer wieder strengster Kritik unterzieht. Never-Ending Man begleitet Miyazaki auf der Suche nach dem Sinn im Ruhestand und seiner unvermeidlichen Rückkehr in die Welt des Anime. Dabei kommt er auch das erste Mal selbst in Kontakt mit 3D-Animation und schlüpft plötzlich in eine ungewohnte Rolle: die des Anfängers.

Ein Blick hinter die Fassade des eigensinnigen Genies hinter Studio Ghibli!


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