Review: Die Monster Mädchen Vol. 3 & 4

©2015 OKAYADO/TOKUMA SHOTEN·MONMUSU PARTNERS.

Bereits Ende des vergangenen Jahres veröffentlichte KAZÉ Volume 3 und 4 der Animeserie „Die Monster Mädchen“ im hiesigen Handel und vervollständigte den Release somit. Da uns beide Volumes zur gleichen Zeit zu Rezensionszwecken vorlagen, bekommt ihr nachfolgend nun ein Doppelreview zu lesen, in dem ihr erfahrt, wie uns der Alltag mit Kimihito und seiner monstermäßigen Mädels-WG gefallen hat.

Mehr Fabelwesen braucht die Welt

Gerade erst hat die fünfte Fabeldame bei unserem Hausherrn Kimihito Unterschlupf gefunden, da bahnt sich bereits eine neue Begegnung an: Als unser Protagonist vom Einkaufen nicht mehr zurückkommt und die Lebensmittel verwahrlost vor der Eingangstür liegen, wird den Mädels schnell klar, dass ihm etwas zugestoßen sein muss. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach „Darling“, der sich derweil in der Gewalt der Spinnenfrau Rachnera befindet. Diese sieht in Kimihito eine Möglichkeit in der Menschenwelt vielleicht doch noch auf Akzeptanz zu stoßen, macht sich aber gleichzeitig einen echten Spaß darauf, ein wenig mit ihrer „Beute“ zu spielen. Ohne es so recht zu merken, gelingt es Kimihito allerdings Rachnera für sich zu gewinnen, was dazu führt, dass unsere Monster-WG um eine weitere Bewohnerin reicher wird.

Dem Tode ganz nah

Die Gefahr für „Darling“ ist damit aber keinesfalls gebannt, denn ein mysteriöser Drohbrief taucht auf, der ihm den Verlust seines Lebens androht, sollte er eine seiner Mitbewohnerinnen ehelichen. Für Austauschkoordinatorin Smith natürlich kein Problem, ist die gute doch gleichzeitig Anführerin eines Trupps aus Fabelwesen, die sich um ihre kriminellen Artgenossen kümmern. Die Damen dieser MON genannten Einheit stehen Kimihito zunächst als mehr oder weniger auffälliger Geleitschutz zur Verfügung, als dieser mit seinen WG-Mädels auf Dates geht, um den Absender des Drohbriefs – der übrigens nur mit der Initiale D. unterzeichnet wurde – hervorzulocken.

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Später erweitert sich der Kreis der Date-Partnerinnen zudem auf die MON-Mädels selbst, zu denen beispielsweise Zombie-Frau Zombina oder auch Einauge Manako zählen. Dabei trifft unser Protagonist auf eine ganze Reihe potenzieller Täter, sei es die Dryade Ki oder die Devil Lilith. Im Endeffekt stellt sich allerdings heraus, dass der Brief doch einen ganz anderen Ursprung hat, was freilich zur Nebensache wird, als ein zweiter Drohbrief auftaucht, dessen Wortlaut an ein morbides Gedicht erinnert. Wer ist nur der Absender des Schreibens und trachtet unserem Protagonisten, der dank seiner Mitbewohnerin sowieso schon oft genug an der Schwelle des Todes klopft, nach dem Leben?

Alles eine Frage der Perspektive

In den finalen sechs Episoden der Serie wird das Wachstum von Kimihitos privatem Fabel-Harem deutlich zurückgefahren. Dies ändert jedoch nichts am bekannten Prinzip des Anime: Weiterhin werden jede Menge neue Fabelwesen vorgestellt, deren Vielfalt und Charakterausprägungen einen enormen Beitrag zum Unterhaltungswert der Serie beitragen. Dieser speist sich davon abgesehen zu einem großen Teil aus Ecchi-Elementen und humorösen Zwischenfällen. Dabei bekommt der Zuschauer neben den Mädels der Spezialeinheit MON in erster Linie potenzielle Verdächtige im Fall um den mysteriösen Drohbrief präsentiert. Hier muss man sich jedoch die Frage stellen: Tut dem Anime die unglaubliche Taktung an neuen Charakteren wirklich gut, oder wäre man hier mit größerem Fokus auf zuvor vorgestellte Figuren besser gefahren? Diese Frage ist schwer zu beantworten, da sie davon abhängt, was der jeweilige Zuschauer von der Serie erwartet. Eins ist jedoch klar: Der Versuch mit der Geschichte rund um den mysteriösen Drohbrief der zweiten Serienhälfte eine Art Rahmenhandlung zu verleihen, scheitert leider größtenteils, da sich der Anime trotzdem immer wieder in kleineren Geschichten und Handlungsabschnitten von der Dauer einer halben oder ganzen Episode verliert.

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Somit taugen „Die Monster Mädchen“ durchaus als – zugegebenermaßen recht seichte – Unterhaltung für zwischendurch, Anime-Fans deren Fokus auf einer ausgefeilten Handlung mit Höhen und Tiefen liegt, die alles bietet, was das Herz des geneigten Anime-Gourmets höherschlagen lässt, werden jedoch eher enttäuscht. Entscheident für den Unterhaltungswert ist also weniger die Serie an sich, als vielmehr die Erwartungshaltung des Zuschauers. Wer darum wissend in die Welt der „Monster Mädchen“ eintaucht, kann also durchaus seinen Spaß haben.

Bild und Animation:

Bei Bild und Animation der Serie ziehen sich die Stärken und Schwächen, die uns bereits im Verlauf der ersten Serienhälfte aufgefallen sind, gleichsam bis ans Ende des Animes fort. So wundert es nicht, dass auch die finalen sechs Episoden vor allem mit kräftigen Farben, ausgeprägten Lichteffekten und kreativen Charakterdesigns punkten kann. Die Vielfalt der verwendeten Farbpalette spiegelt sich dabei übrigens sehr gut in den Haarfarben der einzelnen Fabeldamen wieder, die Kimihito in seinem Heim beherbergt. Möchte die Serie hin und wieder von der meist fröhlichen Stimmung abkehren, um beispielsweise bedrohliche Situationen im Zusammenhang mit Rachnera oder dem mysteriösen Drohbrief darzustellen, bedient man sich dabei vor allem der Dunkelheit und der Nacht um das Verwenden gedeckterer Farben zu rechtfertigen.

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Die Animationen und die Detailtiefe der Serie offenbaren auch weiterhin immer wieder einmal ihre Schwächen. Hier sei jedoch nochmal angemerkt, dass man aufgrund des Genres, dessen Anspruch an die Animationsqualität eher gering ist, in diesem Bereich problemlos ein Auge zudrücken kann. Alles in allem können „Die Monster Mädchen“ über die ganze Länge der Serie hinweg mit einer soliden Bildqualität Punkte sammeln, die im Grunde weder besonders hervorsticht, noch enttäuscht.

Ton und Synchronisation:

Kommen wir nun zum Ton und der Synchronisation der Serie. Qualitativ kann man dem Ton des Anime keine allzu große Kritik entgegenbringen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man sich beim Schauen für die deutsche Synchronisation oder den ebenfalls vorhandenen japanischen Originalton entscheidet. Beide haben gemein, dass der Ton über eine DTS-HD MA Stereospur ausgegeben wird. Diese erfüllt den Anspruch der meisten Konsumenten sicherlich zur Gänze, kommt der Ton doch wunderbar klar herüber, während die Abmischung von Geräuschen und stimmen stehts in einem angenehmen Spektrum liegt. Einziges Manko: Enthusiasten, die sich ihre Animeserien gerne im gut ausgestatteten Heimkino mit Surroundsystem anschauen, könnten eine Tonausgabe auf mehr als zwei Kanälen vermissen. Dabei soll jedoch gesagt sein, dass hier Ähnliches gilt, wie bei der Bewertung der Bildqualität: Das Genre der Serie macht eine Surroundtonspur im Grunde unzweckmäßig.

Hört man bei der deutschen Synchronisation etwas genauer hin, so wird schnell ein gewisses Qualitätsgefälle der Sprecher deutlich, was für Animeserien oft nicht unbedingt unüblich ist. Kann der Cast der Hauptcharaktere eigentlich mit seiner Leistung überzeugen, so merkt der aufmerksame Zuschauer doch gleich, dass bei vielen Nebencharakteren eher ungeübte Sprecher am Werk waren. Das ist nicht zwingend negativ zu bewerten, denn irgendwo müssen die Kosten für eine Synchronisation gedeckelt werden und auch Sprecher mit weniger Erfahrung brauchen Chancen um sich weiterzuentwickeln, dennoch ist es eben eine Auffälligkeit, die die Lokalisierung von „Die Monster Mädchen“ an sich hat. Möchte man abschließend ein wertendes Fazit abgeben, so ist die Synchronisation als Gesamtkunstwerk betrachtet absolut solide und liefert ein gutes Niveau, das aber an einigen Stellen Schwächen aufweist.

Physische Umsetzung:

Ihr kennt es schon: Die physische Umsetzung ist natürlich wieder kein wertungsrelevanter Punkt unseres Reviews, dient euch als potenziellen Käufern jedoch immer als Information, auf was ihr euch einstellen könnt. Wir haben uns die Blu-Ray-Varianten des dritten und vierten Volumes von „Die Monster Mädchen“ zu Gemüte geführt, weshalb sich die nachfolgenden Informationen und Bilder auf eben jene beziehen.

Volume 3 und 4 von „Die Monster Mädchen“ kommen – wie ihre Vorgänger – jeweils in einer Standard Amaray-Hülle daher. Auf den Covern sind diesmal Harpie Papi bzw. Schleim Suu zu sehen. Wie gewohnt spendiert KAZÉ uns auch diesmal Wendecover, so dass die störenden FSK-Logos nach Belieben verschwinden.

Als Extra erwarten den Käufer pro Volume wieder drei Postkarten mit sexy Motiven der Monster Mädchen. Im Fokus stehen dabei diesmal Suu, Meru sowie Rachnera. Auf der Rückseite der Postkarten befinden sich zudem wieder interessante Informationen zu den verschiedenen Arten der Fabelwesen.

Fazit:

Grundsätzlich bleiben sich „Die Monster Mädchen“ auch in der zweiten Hälfte der Serie treu und versuchen beim Zuschauer vor allem mit nackter Haut und Humor zu punkten, ohne zu großen Fokus auf die Handlung der Serie zu legen. Löblich anzumerken ist zwar, dass den finalen Episoden durch den Drohbrief an Kimihito zumindest eine Art Rahmenhandlung gegeben wird, die jedoch eher in den Hintergrund rückt. Dennoch verleiht sie dem Ende der Serie ein Gefühl von Zusammenhang, das die vorangegangenen Folgen des Anime zur Gänze vermissen ließen. Hier hat man sich im Grunde auf eine Ansammlung von kurzen Geschichten beschränkt, deren roter Faden nur der stetig wachsende Monster-Harem unseres Protagonisten war.

Nichtsdestotrotz ist der Serie ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen. Das liegt in erster Linie an den Charakterdesigns und den Ideen hinter den einzelnen Fabeldamen, die im Verlauf des Anime auf den Bildschirm gezaubert werden – Harpie, Ork, Dullahan, Meerjungfrau, Zombie, Einauge, Zentaur, Spinnenfrau und viele mehr, da bleiben keine Wünsche offen! Jedem der zu „Die Monster Mädchen“ greift, sollte jedoch vor dem Schauen klar sein, dass ihn keine allzu anspruchsvolle Kost erwartet. Wer damit leben kann, grundsätzlich kein Problem mit Ecchi-Serien hat und nach ein wenig Unterhaltung für zwischendurch sucht, der macht mit der Serie sicherlich nichts verkehrt!

Review: Die Monster Mädchen Vol. 3 & 4
6.3 Team
Handlung5
Charakterentwicklung5.5
Animation8
Synchronisation7
Unterhaltung6
ALLGEMEINE DATEN

Veröffentlichung: 13. Oktober & 10. November 2017

Publisher:  KAZÉ

Genre: Fantasy, Comedy, Ecchi, Harem

Laufzeit: ca. 150 Minuten (75 Minuten pro Volume)

FSK: 16

Bild: 1080p

Ton/Sprache: Deutsch & Japanisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

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Vol. 1 Blu-ray
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Handlung:

Volume 3:

Ein Glück! Melu hat sich als ungefährliche Rivalin für Mia entpuppt und unterstützt sie sogar bei ihrem Vorhaben, ihren Darling für sich zu gewinnen. Aber dass nicht alle Monster guter Absicht sind, beweist diesmal eine bewaffnete Geiselnahme durch Orks. Nur wissen diese leider nicht, dass es für solche Fälle bereits eine von Smith angeführte Spezialeinheit gibt – MON! Dieser Trupp, der selbst aus einzigartigen Fabelwesen besteht, ist nebenbei auch noch hinter einer verschlagenen Spinnendame her. Und als Kimihito dann plötzlich vor seiner Haustür verschwindet, sind alle in großer Sorge. Hat hier etwa dieses achtbeinige Monster seine Fäden im Spiel?

Volume 4:

Nach Erhalt eines Drohbriefs herrscht höchste Alarmstufe in der WG: Kimihito muss auf jeden Fall beschützt werden! Um den anonymen Absender „D.” jedoch herauszulocken, hat Smith Dates mit allen Fabelwesen arrangiert, welche natürlich von MON überwacht werden. Durchs Beobachten bekommen die Mitglieder der Spezialeinheit aber Lust auf eigene Rendezvous und so verlängert sich Kimihitos Flirtliste. Doch können sie „D.” auf diese Weise wirklich schnappen? Als der Bedrohte schließlich ein kopfloses Fabelwesen mit Sense zu sich nach Hause holt, scheint der Täter gefunden. Bei der Neuen handelt es sich nämlich um eine Dullahan – eine Jägerin des Todes …

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