Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 3

© Gosho Aoyama / Shogakukan • YTV • TMS 1996 All Rights Reserved

Bereits Mitte September veröffentlichte Publisher KAZÉ die dritte DVD-Box der Detektiv Conan TV-Serie. Ob uns die Fälle von Conan in den Episoden 69 bis 102 überzeugen konnten, das erfahrt ihr wie gewohnt in unserer Review:

Die Mehrteiler stechen hervor

Wie bereits im vorangegangenen Review zur zweiten Box von Detektiv Conan möchten wir auch diesmal auf Grund der Fülle an Episoden in erster Linie auf die Highlights eingehen, die sich auf Box 3 befinden. Dabei stechen insbesondere die mehrteiligen Episoden hervor, die diesmal wieder einige besonders knifflige Fälle beinhalten. In der dreiteiligen Geschichte rund um den Baron der Nacht dreht sich beispielsweise alles um die gleichnamige Romanfigur, die Shinichis Vater Yusaku Kudo erfunden hat, deren Identität in den Büchern jedoch nie aufgelöst wurde. Gemeinsam mit Kogoro und Ran begibt sich Conan dabei auf eine Erlebnistour in einem schicken Hotel, bei der es darum geht, die Identität des Nachtbarons – und damit auch des Gastgebers der Tour – aufzudecken. Der Sieger bekommt seinen Hotel-Aufenthalt bezahlt und mutmaßlich Informationen zu einem gefährlichen Computer-Virus, welches ebenfalls den Titel Baron der Nacht trägt. Dabei geschieht allerdings ein Mord – und Conan selbst gerät in Gefahr…

Ein weiteres Highlight stellt sicherlich die Doppelfolge dar, in der erstmals der Meisterdieb 1412 alias Kaito Kid auftaucht. Dieser hat dreisterweise angekündigt, den berühmten Black Star zu stehlen: eine riesige schwarze Perle, die sich im Besitz der Familie Suzuki befindet. Das kann Conan natürlich nicht zulassen und setzt alle Hebel in Bewegung, um dem selbstbewussten Meisterdieb das Handwerk zu legen. Kurz darauf dürfen sich die Zuschauer zudem auf einen erneuten Auftritt von Heiji Hattori, dem berühmten Schülerdetektiv aus Osaka freuen, der als einer von wenigen Personen um Conans wahre Identität weiß. Gemeinsam machen sich die beiden daran, in einem verzwickten Mordfall in der Villa der Nagatos, die mit Heijis Vater Heizo Hattori befreundet sind, zu ermitteln.

In einer der wenigen Einzelepisoden, die besonders aus der Masse herausstechen, wird Rans Vater Kogoro des Mordes verdächtigt. Er soll einen Arzt im Krankenhaus erstochen haben, in dem er aktuell aufgrund einer Verletzung untergebracht ist. Es geht sogar soweit, dass er irgendwann selbst glaubt, die Tat begangen zu haben. Jetzt ist Conan gefragt, seinem „Onkel Kogoro“ aus dieser misslichen Lage zu helfen.

In einer weiteren Doppelfolge dürfen sich die Zuschauer dann wieder auf ein Novum freuen. Ran, Conan und Sonoko sind durch einen Schneesturm gemeinsam mit einem sensationsgeilen Journalisten und einer Gruppe von Grundschullehrern auf einer Skihütte eingeschlossen. Doch dort geschehen zwei Morde, die sich zunächst keiner erklären kann. Mit der Hilfe eines Mini-Handys im Ohrring-Format wird dabei erstmals Ran zur Detektivin, die Shinichis Fallaufklärung vor der versammelten Mannschaft vorträgt, während dieser ihr die Anweisungen über das Handy zukommen lässt, um selbst nicht in die Medien zu geraten.

Gegen Ende der dritten Box haben wir es dann mit einem Mord in einem Magierhaushalt zu tun. Bevor sich die Moris und Conan jedoch zum Ort des Geschehens aufmachen, fällt Ran durch ein Kinderfoto die Ähnlichkeit zwischen dem jungen Shinichi und Conan auf, was ihr zu denken gibt. Im Verlauf der Ermittlungen beobachtet sie Conan diesmal deswegen ganz genau und stellt ihn am Ende zur Rede. Dieser misslichen Lage kann sich Conan nur mit Hilfe seiner Mutter Yukiko entziehen, die glücklicherweise gerade aus den Staaten zurückgekehrt ist und für ihn schwindelt. Gemeinsam mit Yukiko gerät Conan jedoch kurz darauf gleich in seinen nächsten Fall, bei dem ein Familienstreit über ein Erbe zu einem Mord führt…

Den Männern in Schwarz auf den Fersen…

…, das sollte Conan eigentlich sein. Doch wie bereits bei der vorangegangenen Box muss man auch den Episoden 69 bis 102 der Detektivserie ankreiden, dass die eigentliche Rahmenhandlung wieder gänzlich ignoriert wird. Natürlich bietet die Box auch ohne Episoden zu den Männern in Schwarz einen hohen Unterhaltungswert, der vor allem durch die wunderbare Abwechslung zu Stande kommt, die die behandelten Fälle diesmal mit sich bringen. Auch Kaito Kid, der als weiterer Gegenspieler von Conan neue Würze in die Geschichte bringt, trägt auf jeden Fall dazu bei, dass den Zuschauern nicht langweilig werden dürfte. All das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich hinsichtlich Conans Ziel, wieder zu Shinichi zu werden, in über 100 Episoden der Serie nahezu nichts getan hat.

Davon abgesehen bleibt sich die Serie weiter sehr treu und liefert dem Zuschauer in erster Linie inhaltlich unzusammenhängende Folgen (Ausnahmen bilden die mehrteiligen Episoden), die dazu einladen, einfach einmal ein oder zwei Folgen zwischendurch anzuschauen. Durch diesen Aufbau geht die Kontinuität auch nicht verloren, wenn man auf Grund von Zeitmangel mal zu einer längeren Pause beim Schauen des Anime gezwungen ist.

Die wichtigsten Charaktere

An dieser Stelle möchten wir euch kurz einen Überblick über die wichtigsten wiederkehrenden Charaktere geben, die in den Episoden 69 bis 102 vorkommen. Infos über alle wichtigen Charaktere, die bereits in den vorangegangenen Episoden einen Auftritt hatten, findet ihr in unseren Reviews zu den ersten beiden DVD-Boxen der Serie.

Kaito Kid:

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Der junge Phantomdieb 1412 alias Kaito Kid ist ein Meister seines Fachs: Neben Zaubertricks beherrscht er auch verschiedenste Verkleidungstechniken und die Stimmenimmitation perfekt, was ihn zu einem würdigen Herausforderer von Conan/Shinichi macht. Er ist sogar so selbstbewusst, dass er seine Raubzüge mittels Botschaften im Vorhinein ankündigt. Im Verlauf der Serie liefern sich Kid und Conan immer wieder intensive Gefechte, die oft in einer Art Unentschieden enden.

 

 

Kommissar Wataru Takagi:

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Der junge Kommisar ist Inspektor Megures rechte Hand, kommt jedoch in Box 3 erstmals vor. Dabei hält sich Takagi zunächst einmal im Hintergrund und fällt als Nebencharakter eher weniger auf. Erst in späteren Episoden wird er immer wieder einmal in den Mittelpunkt rücken und zu einem wichtigeren Charakter werden.

 

 

Inspektor Misao Yamamura:

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Der junge und unerfahrene Inspektor Yamamura arbeitet zunächst für die Polizei in der japanischen Präfektur Gunma. Bereits bei seinem ersten Auftritt wird klar, dass er mit seiner Aufgabe wohl meist überfordert ist. Wir erfahren aber auch, dass ihn seine Bewunderung für Shinichis Mutter Yukiko, die in einer Serie eine Polizistin gespielt hat, dazu gebracht hat, selbst Polizist zu werden. In späteren Episoden treffen Conan und seine Freunde immer wieder einmal auf den naiven Inspektor.

 

 

Bild und Animation:

An Bild und Animation ändert sich auch in den Episoden 69 bis 102 recht wenig. Die Serie liegt dabei weiterhin im damals üblichen Standardformat von 4:3 vor. Auch wenn man hier die beste vorliegende Qualität verwendet hat, kann das Bild natürlich weder bei Schärfe noch Sättigung mit neueren Veröffentlichungen konkurrieren. Das ist jedoch nicht weiter tragisch und verleiht den frühen Episoden von Detektiv Conan ja auch erst ihren ganz speziellen nostalgischen Charme. Bis auf eine leichte Körnung, die wie bei den vorangegangenen Folgen immer wieder einmal ins Auge sticht, kann sich das Bild aber für das Alter der Serie absolut sehen lassen.

Ton und Synchronisation:

Es ist wenig verwunderlich, doch auch der Ton ändert sich im Vergleich zu den Episoden 1 bis 68 qualitativ nicht. Dabei bekommt der Zuschauer wieder eine Stereotonspur im Dolby Digital Format geboten, die für ihr Alter absolut überzeugen kann. Interessant ist jedoch, dass bis dato bei allen drei Boxen immer nur bei jeweils einer Episode ein kurzer Tonfehler zu vernehmen war. Das ist dem Gesamtbild zwar nicht wirklich abträglich, aber dennoch auffällig. Insgesamt ist die Tonqualität der Serie aber grundsolide.

Bei der Synchronisation gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Alle wichtigen Sprecher machen weiterhin eine gute Figur und finden sich immer mehr in ihre Rollen herein. Unterstützt wird dieser positive Eindruck zudem durch die solide Leistung der Sprecher, die die Nebencharaktere vertont haben. Von kleineren Fehlern einmal abgesehen bewegt sich die Synchronisation der Serie somit auf einem sehr guten Niveau.

Wichtig: Es ist nur die deutsche Synchronisation und nicht der japanische Originalton vorhanden, da es sich bei dem gezeigten Material um die Synchronisation und die Schnittfassung handelt, die aus dem deutschen TV bekannt ist. Da diese aber nicht Deckungsgleich mit dem japanischen Original ist, ist die japanische Tonspur nicht vorhanden!

Physische Umsetzung:

Wie gewohnt ist die physische Umsetzung der DVD-Box zwar kein wertungsrelevanter Punkt unseres Reviews, wird von uns zu Informationszwecken dennoch vorgestellt.

Box 3 von Detektiv Conan wird wie ihre Vorgänger als umfangreiches Digipack im schicken Hardcover-Schuber geliefert. Ein FSK-Logo ist glücklicherweise nur auf dem Digipack selbst, nicht aber auf dem Schuber zu finden. Beide werden von der gleichen hübschen Illustration geziert. Auf der Rückseite des Digipacks findet sich diesmal allerdings ein Bild von Inspektor Megure. Klappt man das Ganze auf, so kommen die insgesamt sechs DVDs zum Vorschein, die die Episoden 69 bis 102 enthalten.

Zusätzlich zu den sechs Discs, welche wiederum netterweise alle mit unterschiedlichen Illustrationen versehen wurden, befindet sich auch erneut ein kleiner farbiger Episodenguide in der Box. In diesem könnt ihr wieder Infos und jeweils einen Screenshot zu jeder der enthaltenen Folgen finden,was dabei hilft, den Überblick nicht zu verlieren. Auf Extras auf den Discs wurde erneut komplett verzichtet. Alles in allem also wieder eine solide Veröffentlichung, die dem Stil der ersten Boxen treu bleibt.

Fazit:

Die Episoden 69 bis 102 von Detektiv Conan liefern wieder jede Menge interessante Kriminalfälle – von Raubüberfällen über Entführungen bis hin zu Mord ist im Grunde alles vertreten. Das macht auch einen guten Teil des Charmes der Serie aus und liefert gepaart mit einigen neuen Charakteren und den bereits bekannten Orts- und Personenwechseln zwischen den verschiedenen Folgen wieder den gewohnten Unterhaltungswert. Besonders stechen in DVD-Box 3 dabei die mehrteiligen Episoden hervor, die einige der interessantesten Fälle hervorbringen, die der kleine Detektiv bis dato zu lösen hatte. Dennoch muss man auch diesmal wieder kritisch anmerken, dass die Rahmenhandlung rund um die Schwarze Organisation komplett ignoriert wird. Trotzdem haben wir es auch bei Detektiv Conan Box 3 wieder mit einer grundsoliden Veröffentlichung zu tun, die bei Fans des kleinen Detektivs nicht in der Sammlung fehlen sollte!

Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 3
8 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung7
Animation7
Synchronisation8.5
Unterhaltung9

Allgemeine Daten:

 

Veröffentlichung: 15. September 2017
Publisher:  KAZÉ
Genre: Mystery
Episoden: 69 – 102
Laufzeit: ca. 850 Min
FSK: 12
Format: 4:3
Ton/Sprache:  Dolby Digital 2.0 Deutsch
Untertitel:

 

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Handlung:

Mittlerweile hat Conan einen weiteren Mitstreiter an seiner Seite: Heiji ist mit seinem ebenfalls schlauen Köpfchen hinter das Geheimnis des kleinen Detektivs gekommen und zählt damit nun zu seinen Verbündeten. Leider kann er ihm jedoch nicht bei seiner nächsten Herausforderung helfen. Der Meisterdieb 1412 kündigt nämlich in einer verschlüsselten Botschaft an, dass er sich ein wertvolles Juwel schnappen wird, welches gerade in einem Museum ausgestellt wird. Ein Dieb, der seine Tat ankündigt, scheint ein gefundenes Fressen für Conan zu sein. Bei seiner Recherche findet er heraus, dass sein Vater damals schon Akten über den Dieb verfasst hat und ihm einen Spitznamen gab, der ihn bis heute verfolgt: Kaito Kid! Doch angeblich ist dieser früher nur in Paris aktiv gewesen und vor acht Jahren spurlos verschwunden …

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