Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 11

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© Gosho Aoyama / Shogakukan • YTV • TMS 1996 All Rights Reserved

Es ist an der Zeit weiter in Sachen Conan aufzuholen. Natürlich haben wir uns für euch auch die elfte Box der TV-Serie rund um die kleine Spürnase genauer angesehen. In unserem Review verraten wir euch, wie uns die Fälle diesmal gefallen haben.

Achtung, ab dieser Stelle wie gewohnt: Spoiler voraus!!!

Wir bleiben natürlich unserer Linie der vorherigen Conan-Reviews treu und fokussieren uns in Sachen Handlungsbeschreibung auf Episoden, die wir für besonders interessant hielten. Die Boxen sind ansonsten einfach zu umfangreich, um auf jede darin enthaltene Geschichte gesondert einzugehen. Im Verlauf der elften Box rücken dabei die schwarze Organisation und der mysteriöse Shuichi Akai wieder etwas mehr in den Vordergrund, was die Dynamik im Vergleich zu Box 10 wieder steigert, auch wenn der ganz große Fall rund um die „Männer in Schwarz“ auch diesmal noch nicht mit dabei ist.

Box 11 startet gleich zu Beginn mit einem echten Highlight. Dabei handelt es sich um die vierteilige Episode „Geheimnisse in Osaka“. In Japan wurde diese Folge als Special in Überlänge ausgestrahlt, während man hierzulande vier Einzelepisoden daraus gemacht hat. Heiji Hattori hat Conan, Ran und Kogoro in seine Heimatstadt Osaka eingeladen, wo sie sich einen Kendo-Wettkampf des Oberschul-Detektivs ansehen möchten. Doch während sich die drei aus Tokio noch auf dem Weg in die Kansai-Region befinden, ereignet sich im Umfeld des Wettkampfs ein Mord, bei dem ein Mitglied eines Schul-Kendo-Clubs ums Leben kommt. Obwohl der Wettkampf in vollem Gange ist, lässt es sich Heiji natürlich nicht nehmen, in diesem Fall direkt auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen – auch, um Conan zuvor zu kommen, der sich ja schließlich schon auf dem Weg befindet.

Doch diese Begebenheit soll bei dem Besuch der Moris nicht der einzige Fall bleiben, denn natürlich schauen sich die drei gemeinsam mit Heiji und Kazuha die Stadt an, wozu auch Schloss Osaka gehört – das Wahrzeichen der Stadt. Kurz darauf stürzt ein brennender Mann vom Dach des Schlosses und schlägt tot am Boden auf. An der Absturzstelle des Mannes finden Conan und Heiji daraufhin mysteriöse Tonscherben. Das erinnert Kazuha an einen alten Fall, über den sich ihr Vater mit Heijis Vater unterhalten hat. Auch bei diesem 13 Jahre alten Verbrechen kam ein Mann im Umfeld von Schloss Osaka zu Tode und es wurden Tonscherben vor Ort gefunden.

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Bei dem aktuellen Opfer findet die Polizei zudem eine Schriftrolle, auf der nur das Wort Drache entziffert werden kann. Diese Rolle deutet auf eine alte Legende und einen lange vergessenen Goldschatz hin, der jedoch offenbar noch heute seine Opfer fordert. Denn kurze Zeit später kommt es zu einem weiteren Todesfall, bei der eine zweite Teilnehmerin der Reisegruppe stirbt, zu der auch der erste Tote gehörte. Doch dabei bleibt es wahrscheinlich nicht, denn Conan und Heiji rechnen aufgrund ihrer Ermittlungen mit einem weiteren Verbrechen. Werden sie den Fall lösen können und weitere Tode somit verhindern?

Direkt danach geht es mit der Doppelfolge „Kampf im Gericht“ weiter. Dabei handelt es sich zwar um einen Filler, der im Manga nicht vorkam, dennoch überzeugt die Geschichte, bei der Kogoro zu einem Zeugen in einem Mordfall wird. Bei der Gerichtsverhandlung muss sich Rans Mutter Eri als Anwältin der Verteidigung mit der Staatsanwältin Reiko Kujo messen. Da beide für ihre großen Erfolge bekannt sind, kommt es zu einem Kampf im Gericht, bei dem Kogoro eine Schlüsselrolle zukommt.

Es geht Schlag auf Schlag, denn schon folgt die dreiteilige Geschichte „Mörderischer Valentinstag“. Dabei fahren Conan, Kogoro, Ran und Sonoko zu einem verschneiten Hotel in den Bergen, das dafür bekannt ist, dass die Gäste dort vor dem Valentinstag handgemachte Schokolade herstellen können. Natürlich sind die vier nicht die einzigen Gäste vor Ort und so kommt es wie es kommen musste: Ein Fotograf, der versucht einen seltenen Wolf zu fotografieren, kommt ums Leben und sofort ist klar: Er ist offenbar keines natürlichen Todes gestorben. Conan wird bei der Aufklärung dieses Falls vor große Herausforderungen gestellt und auch wenn die Lösung am Ende doch ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkt, so punktet die Episode mit kleinen Einblicken in die Gefühle von Sonoko und Makoto, aber auch von Ran und Shinichi.

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Die nächste interessante Story ist die Doppelepisode „Eine ungewöhnliche Nachricht“. Während Ran aufgrund einer Hausaufgabe ihrer Lehrerin Jodie noch versucht herauszufinden, was das X bedeutet, das Frauen oft ans Ende ihrer Textnachrichten schreiben, trifft sie gemeinsam mit Conan und Sonoko nach der Schule erneut auf besagte Englischlehrerin. Kurz nachdem die vier in einem Café ein mysteriöses Telefonat belauschen, wird ein Mann auf der Rolltreppe des Kaufhauses umgebracht, als kurz der Strom ausfällt. Auf einem leeren Umschlag, den er umklammert hält, befinden sich dabei einige merkwürdige mit Blut geschriebene Zeichen, die die letzte Nachricht des Opfers zu sein scheinen und zum Täter führen sollen. Doch das Entschlüsseln dieser Nachricht gestaltet sich schwieriger als gedacht, wobei Conan zudem ganz genau von Jodie beobachtet wird.

Und auch die nächste interessante Episode ist eine Doppelfolge mit Beteiligung der mysteriösen Jodie, denn hier ist eine „Englischlehrerin unter Verdacht“! Das bezieht sich aber eher weniger auf den Fall an sich, auch wenn sich dieser in Jodies Appartementhaus ereignet, wo Conan und Heiji die Lehrerin aufsuchen, da unser kleiner Meisterdetektiv den Verdacht hegt, Jodie könnte etwas verbergen. Doch bevor sich die drei Richtung eines Restaurants aufmachen können, fällt einer der Bewohner des Hauses aus seinem Fenster und Conan und Heiji stecken wieder mitten in einem Fall. Auch diesmal schaut Jodie ganz genau hin. Auch als Conan und Heiji sie beim Nachstellen der Tat als Opfer missbrauchen und sie dabei mit Alkohol abzufüllen versuchen, wird sie nicht unvorsichtig.

Und auch der Abschluss der Box bietet mit der zweiteiligen Episode „Déjà-vu im Regen“ noch ein Highlight. Dabei geht es weniger um den Fall ansich, bei dem es sich um einen Mord in einem chinesischen Restaurant handelt. Ein Gast, der Teil eines Film-Produktionsteams war, das Ran, Conan und Kogoro zum Essen eingeladen hat, kommt dabei durch eine Vergiftung um. Interessanter ist jedoch, dass es Ran plötzlich nicht so gut geht und sie sich in ihrem Fieber immer wieder an Ereignisse aus der Vergangenheit erinnert, die mit Shuichi Akai zu tun haben scheinen. Zudem bieten diese Episoden damit die Einleitung zu einer von Rans Erinnerungen, die sich um einen Fall in Übersee drehen und auf den sich Conan Fans in Box 13 freuen dürfen!

Die wichtigsten Charaktere:

Auch aus unseren vorhergehenden Reviews bekannt ist unser Abschnitt über die wichtigsten wiederkehrenden Charaktere der Serie und deren erste Auftritte. Da wir uns mittlerweile bereits rund um Episode 300 bewegen, wurde ein ganz großer Teil der wichtigeren Charaktere bereits eingeführt, weshalb an dieser Stelle nur noch wenige Namen auftauchen. Das gilt auch für Box 11, denn diesmal gab es nur einen nennenswerten neuen Charakter.

Bei dem Neuzugang der Episoden 282 bis 307 handelt es sich um:

Jugo Yokomizo
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Neu dabei ist diesmal Inspektor Yokomizo. Stimmt nicht, den haben wir doch schonmal gesehen, sagt ihr? Fast richtig, denn bekannt ist bereits Sango Yokomizo, ebenfalls Inspektor und Jugos Zwillingsbruder. Während Sango in der Region Shizuoka angestellt ist, ist sein Bruder Jugo Teil der Polizei von Kanagawa. Die beiden unterscheiden sich äußerlich vor allem durch die unterschiedlichen Frisuren, doch schnell wird klar, dass Jugo offenbar nicht so gerne mit seinem Bruder verglichen wird. Zudem bewundert Sango Yokomizo den schlafenden Kogoro, was man von seinem Zwillingsbruder nicht unbedingt behaupten kann, der dem Privatdetektiv zunächst einmal mit einer gesunden Portion Skepsis gegenübersteht.

Bild und Animation:

Bezüglich der Bildqualität und der Animationen der Serie lassen sich auch bei Box 11 kaum Änderungen feststellen. Weiterhin gilt, dass man dem Anime sein Alter deutlich ansieht. Das liegt zum einen am alten 4:3-Format, zum anderen aber auch an der hin und wieder mangelnden Bildschärfe oder leichtem Grieseln oder Flackern im Bild. Dennoch ist die Qualität ausreichend, um auch die frühen Fälle von Conan auf aktuelleren TV-Geräten vernünftig verfolgen zu können. Zudem erinnert einen das Bild der Serie an die frühere TV-Ausstrahlung des Anime und trägt dadurch auch zum nahezu allgegenwärtigen Nostalgie-Feeling des Anime bei.

Ton und Synchronisation:

Auch was den Ton und die Synchronisation angeht verweisen wir für detailliertere Aussagen auf unsere Reviews der frühen DVD-Boxen des kleinen Detektivs, denn hier gibt es keine Änderungen zu vermelden. Weiterhin wird uns die Vertonung im Dolby Digital Format geboten und über eine Stereotonspur ausgegeben. Qualitativ gibt es hier nichts zu meckern, gerade auch vor dem Hintergrund des Serienalters. Qualitative Unterschiede zum heute meist standardmäßig vorliegenden DTS Format sind fast nicht wahrnehmbar. Natürlich hängt das aber auch von der Ausstattung des eigenen „Heimkinos“ ab.

In unserer Review der vergangen zehnten Box sind gesondert wir auf den neuen Opening-Song „Wenn du gehst“ eingegangen, den wir für die Serie ein wenig unpassend fanden. Offenbar ging das aber nicht nur uns so, denn schon nach wenigen Episoden bekommen wir im Verlauf der elften Box nun wieder einen neuen Song geboten. Dabei handelt es sich um „Ich kann nichts dagegen tun“ von Petra Schesser, der als Opening nun wieder besser zum Anime passt.

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Die deutsche Synchronisation präsentiert sich weiterhin als gelungen. Das gilt vor allem wieder für alle wichtigeren Charaktere. Nebencharaktere klingen in einzelnen Szenen vielleicht schonmal etwas hölzerner, was aber völlig normal ist, da hier hin und wieder auch unerfahrenere Sprecher zum Einsatz kommen.

Wichtig: Es ist nur die deutsche Synchronisation und nicht der japanische Originalton vorhanden, da es sich bei dem gezeigten Material um die Synchronisation und die Schnittfassung handelt, die aus dem deutschen TV bekannt ist. Da diese aber nicht zwingend deckungsgleich mit dem japanischen Original ist, ist die japanische Tonspur nicht vorhanden!

Physische Umsetzung:

Ihr kennt es aus unseren weiteren Rezensionen: Die physische Gestaltung des Produkts fließt nicht in die Gesamtwertung unserer Reviews mit ein. Euch als potenziellen Käufern dienen die nachfolgende Beschreibung und die Bilder daher vor allem als Orientierungshilfe, was euch bei einem Erwerb der elften Conan-Box erwartet.

Wie gehabt bleibt Box 10 der eingeschlagenen Design-Linie treu und kommt daher wieder einmal als aufklappbares Digipack im eigenen Schuber daher. Der Schuber wirkt wieder ausreichend stabil und auf ein aufgedrucktes FSK-Logo konnte hier verzichtet werden. Ein solches befindet sich dafür auf dem Digipack selbst. Sowohl der Schuber als auch das Digipack werden von der gleichen Cover-Illustration geziert, die Conan, ran und Sonoko zeigt. Im Inneren des Digipacks befinden sich wieder fünf DVDs, auf denen die Episoden 282 bis 307 zu finden sind. Als Extra hat man dem Ganzen erneut ein Booklet mit Infos zu den enthaltenen Folgen beigelegt.

Fazit:

Der in Box 10 vorgestellte neue Charakter James Black rückt im Verlauf der elften Box zunächst einmal wieder komplett in den Hintergrund. Zudem dreht sich keine der enthaltenen Geschichten offen um die Schwarze Organisation. Dennoch enthalten viele Folgen von Box 11 Hinweise zu den Männern in Schwarz und Verdachtsmomente bezüglich Rans Englischlehrerin Jodie Saintemillion, die nicht zu sein scheint, wer sie vorgibt. Jede Menge Mehrfachepisoden sorgen zudem für umfangreiche und knifflige Fälle, die allen Krimi-Fans wieder gute Unterhaltung garantieren. Gleichzeitig machen die letzten Episoden der Box Lust auf die Fortsetzung, denn es steht ein interessanter Fall aus der Vergangenheit in Übersee an, den man schon einmal leicht anteasert. Trotz den bereits bekannten altersbedingten Bildschwächen unterhält die elfte Box der TV-Serie somit wieder einmal auf sehr gutem Niveau. Für „Detektiv Conan“-Fans ist sie sowieso ein absolutes Muss!

Review: Detektiv Conan – Die TV-Serie Box 11
8.1 / 10 Team
Handlung8.5
Charakterentwicklung8
Animation7
Synchronisation8
Unterhaltung9

Allgemeine Daten:

Veröffentlichung: 05. Dezember 2019
Publisher: KAZÉ
Genre: Mystery, Krimi
Episoden: 282 – 307
Laufzeit: ca. 650 Min
FSK: 12
Format: 4:3
Ton/Sprache:  Dolby Digital 2.0 Deutsch
Untertitel: –

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Detektiv Conan – Die TV-Serie – Box 11 (Episoden 282-307) [5 DVDs]

Handlung:

Gleich zwei Fälle erwarten Conan, Ran und Kogorô diesmal in Osaka, wohin sie eigentlich nur für einen Kendo-Wettkampf, an dem Heiji teilnimmt, fahren wollten. Doch dann wird einer der Wettkämpfer tot in der Umkleide gefunden. Den jungen Kendoka haben Heiji und Kazuha noch kurz vorher betrunken mit seinen Teamkollegen streiten sehen. Für den Detektiv aus Osaka ist dieser Fall natürlich ein Klacks. Anders sieht es bei einem scheinbaren Selbstmord aus. Ein brennender Mann ist vom Dach des Osaka-Schlosses gestürzt. Bei sich trug er eine seltsame Schriftrolle und eine Tonscherbe. Richtig interessant wird die Sache, als Kazuha erwähnt, dass es in der Vergangenheit bereits zwei ähnliche Fälle gab und es um einen Schatz gehen soll. Nur wenig später geht vor ihren und Rans Augen eine weitere Person in Flammen auf und stürzt von einer Brücke …


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